Bücherliste

Wenn ich etwas in meinem Studium gelernt habe, dann dass das Leben nicht in Büchern steht. Dass man das, was man in Hörsälen so mitbekommt, was gepresst zwischen Hardcover-Rücken zu Megatonnen in den Bibliotheken steht, zu 99,99% getrost zum Kompostieren auf die Müllhalde seiner Erinnerungen schieben kann, und – nur dann herausholt wenn es wirklich wichtig ist, nämlich bei Cocktail- und Stehempfängen.

 

Beim Schrauben sieht die Sache etwas anders aus, weil es nicht unbedingt ein Nachteil ist, wenn man schon mal gelesen hat, wie man ein spezielles Differenzial auseinanderfuzelt und wieder zusammenbekommt, ohne mit dem Vorschlaghammer auf die Welle zu dreschen. Ich spreche aus Erfahrung.
D.h. es gibt einige Mutige, die zuerst den Schrauber ansetzen, um mal hineinzuschauen, was da so drinnen ist. Kann sein, es ist die Kupplung. Dann fliegt einem die Andruckfeder um die Ohren. Überraschung!
Also grundsätzlich: Man kann sich sicher auch alles selber beibringen, aber die Wenigsten von uns haben die Zeit dazu.
Also Bücher! Die richtigen Bücher! Nicht schlecht. Guutt.
Praxis, das sei zum Schluss gesagt, ersetzen sie nicht. Aber sie beschränken die Zeit, die man praktisch mit der Materie verbringt auf das Wesentliche. Und erhöhen damit die Chance, dass man irgend wann einmal mit seiner Karre fertig wird.

Hier hab‘ ich eine Liste an Büchern, die für mein Schrauberleben wichtig sind, zusammengefasst. Meine Liste.
Die ist weit davon entfernt komplett zu sein, und subjektiv wie die Hölle.
Aber ich bin da arrogant. Ich denke, das ist ihr Charm.
 

1. Kategorie „Jetzt helf‘ ich mir selbst.“

Das sind die wichtigsten Bücher. Darauf kann man nicht verzichten. Und ich meine „Nicht!“. Gehört zu jenen Teilen, die man mit auf die Insel nimmt. (Sollte man vorhaben dort zu schrauben.) Gibt es von jedem aktuellen Modell und vielen alten.
Darin stehen zwar nur Aufgaben für Weicheier wie Bremsen wechseln, Zündkerzen kontrollieren, usw., aber auch so Bilder vom Kabelbaum, Einstellungszahlen des Motors, allgemein wo was beim eigenen Auto liegt.
Der Chirurg an und für sich operiert ja auch nicht ohne Anatomie-Kenntnisse am Blinddarm. Unter dem Motto, ah, was haben wir denn da? Wir machen das auch nicht.
In Deutsch sind die bekanntesten unter dem Namen „jetzt helf ich mir selbst“ erschienen.
Diese Art von Bücher gibt es auch in Englisch von Haynes Verlag. Da heißen sie nur „Manual“. Ja, die Briten.
Als kleiner Tip vielleicht. Ich finde es interessant, diese „Manuals“ auch von anderen Automodellen zu lesen, nur um neue Schrauber-Konzepte kennenzulernen.
Ich suche diese Hefte gerne auf Flohmärkten. Zugreifen. Sind dort billig.
Von der APE gibts diese Teile übrigens nicht. Für diese gibt es für jedes Modell ein „Werkstattbuch“, das ist im Grunde dasselbe, nur halt von Piaggio. Und nur für Werkstätten, und sau schwer zu kriegen. Vor allem für ältere Modelle. Am besten einmal in einem Forum nachfragen. Kopieren ist übrigens verboten, auch das Umwandeln in PDF, und das Verschicken als Zip, (wobei man besser rar nimmt, weil die Datei dann kleiner..)
In meinem Bücherschrank stehen folgende Hefte:

 

Ape p2 Werkstattbuch

Jetzt helf ich mir selbst, aus dem Motorbuchverlag
Jetzt_helf_ich_mirHier sind alle erschienenen aufgelistet
Davon hab ich 11. 🙂

Haynes

 

2. Kategorie „How to’s“

Uff, schon wieder ein Anglizismus. Auf deutsch würde das soviel heissen wie „Wie man´s macht.“
Klingt irgendwie… komisch. Bleiben wir bei „How to’s“. Ausnahmsweise.
Darunter versteht man allgemein Anleitungen, die für Nuppler wie uns geschrieben wurden. Einfachste Lehrgänge, die beschreiben, wie man schweißt, lötet, lackiert, den Schraubenzieher hält.
Sinnvoll? Ja. Auf jeden Fall. Wer noch nie geschweisst hat, für den mag es ganz interessant sein, dass man mit seinem 50 Euro Baumarkt Schweissbeule nicht unbedingt an sein „Heilgs Blechle“ gehen soll, weil sich dieses dann unter Umständen in Wohlgefallen auflöst. Ganz abgesehen davon, dass, sollte man eine schöne Naht zustande bringen, diese eher dem Panzerkreuzer gut zu Gesicht steht denn seiner Corvette. MIG heisst das Zauberwort. Man kann unter Umständen auch TIG/WIG nehmen, aber auf jeden Fall eine Kohlendioxyd Gasmischung mit Argon, damit es nicht so spritzt.
Cool nicht? Hab ich erlesen.
Die, die ich noch habe . . .

 

Haynes Welding Manual
(Ja, schon wieder von Haynes. Gut geschrieben, speziell fürs Auto.)

Oldtimer Restaurierung
(Klingt nicht so, aber ist ein How to. Speziell für Oldtimer. Steht alles drinnen. Vom Aufarbeiten eines Motors, bis hin zum neuen Dachhimmel, und den Wurzelholz-Amaturen. Gut, Letzteres ist nichts für meine APE, aber beim zweiten nachdenken . . . wer weiss . . .)

The key to metal bumping
Kein Porno. Auch nicht Arnies Schummelzettel für das kleine Abendtraining. DAS Buch für Karosseriearbeiten. Das Teil ist, muss gleich mal nachsehen, 45 Jahre alt, und immer noch der Standard, wenn es darum geht, Blech auszuklopfen und zu reparieren.
Ich hab’s von einem Flohmarkt in Queens. Aber vielleicht bekommt man’s auch über eBay.

Sheet Metal Handbook
Neueren Datums, aber gleiche Topics wie „Metal Bumping“. In manchen Aspekten geht es auch darüber hinaus, weil es erklärt, wie man eine ganze Karosserie von „scratch“ weg aus Metallblechen selber aufbaut.

 

 

3. Technische Bücher.

Tja, es gibt, vor allem für die Profis, dicke Wälzer in denen viele Charts drinnen stehen. Einspritzdruck, oder Leistung auf die U/min des Motors, usw.
Braucht man die? Nein. Nicht wirklich, es sei denn, man kauft sich sein eigenes Diagnosegerät, schnallt das an einen Laptop und beginnt Motormanagement zu programmieren. Meine APE würde ich damit erschrecken. Ich glaube, sie hat nicht einmal eine elektronische Zündung. Computer ist von der soweit entfernt, wie das Münchner Olympiastadium zu Stonehenge. Trotzdem, eines dieser Bücher hab ich, und das geb ich auch nimmer her.
Es ist von Bosch und beinhaltet alle Vorschriften und auch Techniken rund ums Auto. Ein paar hundert Seiten, die man getrost auf die Toilettenbibliothek stellen kann um hin und wieder einmal darin zu blättern.

 

Bosch – Kraftfahrtechnisches Taschenbuch

 

 

4. Zeitschriften

Es gibt einige Zeitschriften, die speziell für den Schrauber gemacht werden, wenn auch die Auswahl bescheiden wird, wenn wir unter „Schrauben“ nicht das „Aufschrauben“ von Plastikteilen auf seinem Golf4 verstehen. Wieder bietet der Amerikanische Markt eine viel grössere Auswahl, aber für uns hier uninteressant. Wer will sich schon eingehend über Probleme des Antriebsstranges beim 26er Ford T auseinandersetzen?
Hier zu nennen sei z.B. der Oldtimer Markt. Ein Heft davon muss ich extra erwähnen:

  

Oldtimer Markt – Sonderheft Nr 35 – Rostschutz
Legendäres Heft, das die Aspekte des Rostschutzes abdeckt. Ein unbedingtes Muss. Kann man beim Verlag nachbestellen.
 

5. Unspezifisches

Tja, da fallen mir nur Kataloge und Ersatzteillisten ein.

 

Der Conrad
steht bei mir immer in seiner aktuellen Fassung herum. Eigentlich nur selten, um wirklich dort zu kaufen, da er meistens preislich 20% über allen anderen, auch lokalen Anbietern, liegt, aber nur um sich einen Eindruck zu verschaffen, was man eigentlich sucht, (und für feuchte Männerphantasien. Die haben 20 verschiedene Laser!!!) ist er unbezahlbar. Macht sich auch gut für die Toilettenbibliothek 🙂

Ersatzteilkataloge
Sollte man an so etwas kommen, schnell die Schwiegermutter versetzen und zugreifen.
Darin sind detaillierte Explosionszeichnungen seines Fahrzeuges mit Aufführung aller Ersatzteile und deren Nummer. Das ist der Rossetta-Stein für den Bastler.
Besonders, wenn man sich die Frage stellt, kann ich das jetzt noch auseinander nehmen, oder gehört das eigentlich von Anfang an fest zusammen. Ein Blick in den Ersatzteilkatalog löst alle Unklarheiten.

Werkstatt-Anleitungen
Speziell für neuere Fahrzeuge gibt es oft detaillierte Werkstattanleitungen auch in Form von PDFs, die meist als Unterrichtsmaterial für Mechaniker der Vertragswerkstätten gedacht sind. Unschätzbar für den Schrauber. Alle Do’s und Dont’s. Ersatzteile. Tips und Tricks.
So etwas hat man nicht, weil es verboten ist. Autokonzerne haben es nicht gerne, wenn der Privatmann an seinem Auto schraubt. Und sie haben recht. Besser in eine teure,( äh preiswerte) Vertragswerkstattum für 56 Euro seine Scheinwerferlampe auswechseln zu lassen. Das hat Sinn, das ist Qualität, darauf bekommt man Garantie. Deshalb schaut man sich auch nicht in diversen Newsgroups und PtoP-Netzwerken nach solchen Werkstattsunterrichtsunterlagen um.

 

Fortsetzung folgt…..

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