Tag:8 Totally wired. . .

Kennt ihr das? Man(n) ist so klug, dass man über sich selber stolpert?

Ne, echt. Kommt vor. Wirklich!

 

Eigentlich hatte ich heute vor, all das aus dem Innenraum der APE zu entfernen, was ich ja zuvor nicht ganz geschafft habe (link). Jaaaa, nicht ganz. Seid nicht so kleinlich.
Aber wie es der dumme Zufall so will, stolperte ich in der Früh, ich war noch nicht ganz betriebswarm, die Kaffeetasse war noch halb voll, über mein altes Handy, einen Communicator SDA.
Das ist so ein Teil mit Touchscreen und Mega Display.

 

Ich hab mir das damals, als es herauskam unbedingt eingebildet, weil es ja so praktisch ist. Tolles großes Display und Touchscreen… ich weiß nicht ob ich das schon erwähnt hatte. Man konnte darauf auch Texte in Word bearbeiten . . . Weiß der Teufel, ob man das auch tun will, mit einem mickrigen 6 cm langen Alustift, auf einer 6 mal 10 cm großen Unterlage Sonderzeichen skribbeln, aber das war ja nicht die Frage. Man konnte, wenn man wollte. Und ja, ich geb’s zu, es war auch ein Gimmick zum . . . na . . Aufmerksamkeit erregen. Immerhin Touchscreen und mega Display. Hey, wir Männer haben sonst kein Vergnügen, nicht?

 

Als ich es dann einige Zeit hatte, bemerkte ich, dass nicht alles Gold ist, was glänzt, und das Teil mir nicht annähernd den Imagegewinn brachte, den ich mir erwartete. Eher im Gegenteil sah das Telefon, mit der obligaten Kunstlederhülle, die man unbedingt brauchte, weil sonst der tolle Touchscreen in der Manteltasche alle Businesskunden aus dem telefoneigenen Telefonbuch durchtelefonierte (und auf dem Speicher war Platz für knapp 2.000 Adressen) aus, wie ein toter Biber, wenn man sich das Teil zum telefonieren in das Gesicht drückte, was man nicht zu sehr durfte, weil der Touchscreen dann . . . na eh schon wissen.

 

Langer Rede kurzer Sinn, das 900 Euro Teil war gerade einmal zwei Wochen in Betrieb, als ich es in eine Ecke pfefferte. Und da wäre es wahrscheinlich auch vermodert, wären wir nicht umgezogen, und hätte nicht eine Woge des Schicksals das Handy an die Oberfläche und an jenen Platz geschwemmt, wo es mir just an dem Tag über den Weg lief.

 

Ich sah mir das Teil an, während das Koffein versuchte seine Wirkung zu entfalten und grübelte herum, was man damit eigentlich tun könnte. eBay? Nope, zu schade, denn irgendwie war es doch ein nettes Gimmick. Ich hatte auch mal vor, daraus eine Steuereinheit für ein 1:1 R2D2-Modell zu basten.
Nur, das Modell gab es noch nicht. Oder, dachte ich mir, man könnte es als ebook-reader benutzen. Das Format PDF konnte es lesen, und wenn mir irgendwo langweilig wäre . . . Da fiel mir ein, . . .Werkstattanleitungen für die APE . . . auch ein PDF, und dann ich in der Werkstatt und ohne Laptop und dann . . . wirkte endlich das Koffein.
Der Plan war folgender. Ich bringe die PDFs auf den SDA, weil ich dann vor Ort jederzeit in diesen Unterlagen blättern könnte. Es hat ja ein großes Display, und, es hat ja einen Tochscreen, und über diesen konnte man sogar Notizen dazu skribbeln. Ja. Es würde mein ultra cooles, elektronisches Notizbuch mit eingebauter Anleitung werden. Cool. Gimmick.



Ich versuchte also die PDF-Files auf das Handy zu bekommen
, scheiterte aber am nötigen Kabel, das irgendwo in den Kartons noch vor sich hinschlummerte.
Hmmm. Infrarot? Nope. Zu langsam. Da muss es doch eine elegantere Lösung geben. Ich hatte mir meinen zweiten Kaffee geholt, als ich auf die Idee kam, mit Bluetooth könnte es gehen . . und es wäre auch gegangen, hätte mir das Gerät nicht angezeigt. . . out of Memory.
Hält das einen Mann mit einer Mission auf? Nein. Ich ins Auto zum nächsten Mediamarkt, und eine Memorycard besorgt. 4 Gigabyte. Eh klar. Was macht es schon, dass das PDF gerade mickrige 15 mb hat. Memory hat man nie genug. 4 Gigabyte. „Mehr Power.“
Wieder heim. Hab ich erwähnt, dass der nächste Mediamarkt knapp 50 km entfernt ist?
Gut, daheim – erst mal eine weitere Tasse Kaffee. Dann Memorychip, dann Bluetooth. . . und voila. Es hat funktioniert. Und hat nur 6 Stunden gedauert.

 

SDA Klein


Gut . . . Super . . . gaaaaanz fein.

 

In der Werkstatt dann hab ich das Teil ausgepackt und gleich mal die Seiten mit der Anleitung zum Demontage des Lenkgestänges herausgeholt. Gut, es ist nicht ganz so einfach, auf einen 6 mal 10 cm Ausschnitt ein Din a 4 Blatt zu betrachten. Aber man kann ja scrollen. Und wie ich scrollte. 10 Minuten lang scrollte und suchte ich, und suchte und scrollte ich, bis zuerst das Gerät und dann ich entnervt aufgaben. Scheisse.

 

Man müsste etwas erfinden, das die gleichen Funktionen wie dieser SDA hatte. Nämlich Platz, um Notizen anzubringen, ein übersichtliches großes Display, und man sollte die Seiten schnell finden können . . . und wisst ihr was . . . das gibt’s auch. Nennt sich Papier 1.0.
Da druckt man für ein paar Cent seine blöde Anleitung aus und hat einen super Überblick, wenn man sich die an die Wand klebt, und mit einem Bleistift 1.0 kann man dann auch noch prima Notizen drauf machen.

Ich hab mich so geärgert. Dann hab ich nur noch die Scheinwerfer demontiert, und bin nach Hause.

Und was haben wir daraus gelernt?
Nix. Oder glaubt ihr wirklich, dass ich auf meine Gimmicks verzichte?! 🙂

oder die coolen englischen Fachausdrücke . . .
 

4 Reaktion zu “Tag:8 Totally wired. . .”

  1. HAI schreibt:

    Nun stell Dir vor das SDA würde es in A4 geben!!!Wie das wohl beim Telefonieren aussieht ;-)Da kommt der Biber nicht mehr mit!

    HAI

  2. oswald schreibt:

    *rofl* Din A 4. Was ist das dann? Dachs? Kleiner Wolf?

    Aber wenn man dafür nur genug Werbung macht, kaufen sich auch einige das Gerät. Ich weiss nicht. Ich bin da auch nicht lernfähig. Immer wieder fall ich auf diese coolen, völlig nutzlosen Dinge rein. Wie diese Uhren, mit denen man Luftdruck, Temperatur, Windrichtung, Höhe, Blutzucker und was weiss ich was messen kannst. Brauchst du das, wenn du mitten in Berlin stehst?
    Nope. Ich denke, du brauchst es auch nicht in der Eiger Nordwand, weil du dann wahrscheinlich wichtigers zu tun hast, als 2mm Knöpfe mit deinen 4 cm dick Iso Handschuhe zu bedienen, um die Temperatur abzulesen. Dann reichts, wenn du weisst, es ist arschkalt.
    Aber der Oswald hätte halt gerne so ein Ding.

    Vielleicht sinds die Hormone, oder das Gen.

    Gruss Oswald

  3. HAI schreibt:

    HAR HAR HAR das ist in unserem Blut verankert 😉

    HAI

  4. Lutz schreibt:

    Ha, und jetzt wissen wir auch, wie Apple auf das iPad kam!

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