Tag42: Hüst…

Ich hüstel mir gerade meine beiden Lungensegel aus dem Leib. Schleifstaub ist ein Hund. Ich sags euch. Und auch der Grund warum ich erst jetzt wieder schreibe. Eigentlich sollte meine APE ja heute gefüllert sein. Und soll ich euch was sagen….. genauso ist es. 🙂


Aber es war wieder mal ein kleines Abenteuer.
Am Montag wollte ich den Motor machen. Ihr erinnert euch. Ich hab geschrieben, dass ich gleich in der Werkstatt schlafe, damit ich am nächsten Morgen quasi mit dem Schraubenschlüssel gleich vor dem Kaffee mal schnell am Motor herumdrehen kann. Gut, Kaffee war nicht, da ich in der Werkstatt immer noch keine Kaffeemaschine habe. Aber die nächste Tanke ist ja nicht weit, und gerade als ich mich aufmachen wollte dort mir einen köstlichen Automatenbraunsaft (anders kann man das Zeugs einfach nicht nennen) zu besorgen, läutete mein Handy. Claus ist dran.

Hast du gerade was vor?

Äh… kann man so nicht sagen.

Du, dann sei doch so lieb und hilf mir den Karmann Ghia zum Sandstrahlen zu wuchten. Und nachher füllern wir gleich deine APE.

Klar….

 

Es folgten zwei, drei Sekunden Pause, (ich hatte doch noch keinen Kaffee) dann fiel der Groschen. Meine APE wird gefüllert! Ich bin vor Freude durch die Garage gesprungen. Also rein in mein Auto, der Motor muss warten, und mit Vollgas zu Claus. Dort versuchten dann 6 gestandene Jungs, (eigentlich waren wir ja zu 9, aber einer musste fotografieren, die anderen mussten …. ich weiss nicht… sicher auch etwas wichtiges tun 🙂 ) die 400 Kilo Karosserie auf den Abschleppwagen zu wuchten.

Als wir das Teil verfrachtet hatten,
ging Claus mit prüfenden Blick über meine geschliffene APE die ich stolz präsentierte. Bereit wie sie nur bereit sein konnte, ihr Füllerbad zu nehmen stand sie da. Wochen hab ich an dem Teil herumgeschliffen. Immer wieder Spachtelmasse aufgetragen und hauchdünn zurechtgeschliffen. Wie sehr hab ich jede einzelne Stelle bearbeitet. Wie sehr hab ich mich darauf gewartet dass das Teil endlich lackiert würde…. und ich sollte noch etwas länger warten. Denn es wurde ein einziges blutiges Massaker. Mit einem Edding (so brutal war er) mit einem Eding hat er die Stellen angezeichnet, die wir noch mal machen mussten. Und die APE sah danach aus, wie ein geflecktes Holsteiner Rind. Das Problem war nur, dass ich nur zwei Tage Zeit hatte, denn, wäre der Karman wieder da, hätte Claus keine Zeit mehr zum füllern. Und der Karman kam in zwei Tagen.

Als hab ich mir den Montag bis tief in die Nacht um die Ohren geschlagen, bin Todmüde am Abend ins Bett gegangen, um heute ab 8 Uhr wieder unter der APE zu hängen.

Ich kann euch sagen, Lackierer verdienen ihr Geld verdammt hart.
Und ich weiss nicht ob ich mir dass noch mal antun würde. Gerade zum Schluss hin, wenn einem jede Sehne weh tut, ist man schon verdammt versucht, das Ganze einfach hinzuschmeissen.

Sicher, würde ich jetzt wieder an eine Lackierung herangehen, würde ich viele Fehler nicht mehr machen. Ich würde zuallererst keine APE mehr nehmen, denn das Teil ist eine einzige riesen Beule. Kein Blech ist gerade, überall sind Verzüge und Schweisspunkte. Man merkt dem Teil sein Design aus den frühen 50er an. Auch wenn es erst in den 90ern produziert wurde. Aber dafür eben in Italien, und die haben eher Sinn… ich weiss nicht für was, aber nicht für gerades Blech.
Heute würde ich auch die Spachtelmasse gleich vollflächig auftragen. Ich würde sofort 40er Schleifpapier zum bequemen Grobschliff benutzen, anstatt mit 120er Körnung mir einen Wolf zu schleifen. Ich denke, wie gesagt, ich würde viele Fehler nicht mehr machen, aber ich denke auch, dass ich mal für eine Zeit von der Arbeit die Nase voll habe.

Die Nase voll hatte ich auch,
weil ich meine Feinstaubmaske nicht über derselben hatte. Ich war so in Eile, dass ich dazu keine Zeit hatte. Ich hatte auch keine Zeit mir die Lederhandschuhe überzuziehen, als ich noch ein paar Schweisspunkte setzen musste, die ich bisher vor ir hergeschoben hatte, weshalb meine Hand jetzt ein Brandzeichen ziert.
Aber, Schlussendlich, wurde die Ape heute gefüllert.
Dann wurde sie auf den Kopf gestellt, weil der Unterboden mit Por15 gemacht wird. Das wird noch einmal ein riesiger Aufwand.
Dann muss der Füller geschliffen werden, und dann wird nochmal gefüllert, dann nochmal geschliffen, und dann lackiert.
Aber für heute bin ich mal froh, dass ich soweit gekommen bin. Ich hab nämlich nicht mehr viel Zeit um das Projekt fertig zu machen.

Was haben wir gelernt.

Das Unverhofft oft kommt, und
das immer, wenn man der Meinung ist, man wäre fertig, einer daher kommt, der einen vom Gegenteil überzeugt,
und das man immer eine Staubmaske tragen sollte, wenn man was schleift. Hüst…

Lg Oswald

PS Bilder kommen nach.

2 Reaktion zu “Tag42: Hüst…”

  1. ToyotaBaby schreibt:

    Was ist den Por 15? Hab ich noch nie gehört.

  2. Frank schreibt:

    Pass auf, Oswald. Ich will hier nicht den Superschlauen herraushängen lassen, aber so eine Staublunge ist nicht ungefährlich. Das Zeug ist hochgiftig und bleibt in den Bronchien hängen. Schau dir mal an, was Lackierer alles machen, um sich davor zu schützen.
    Sonst.. gratuliere. Hab ja bei Zeiten nicht mehr daran geglaubt, dass du das Teil wirklich fertig bekommst.
    Übrigens: Einladung steht.

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