Tag31:Geduld…

…braucht man, wenn man sich vornimmt ein Fahrzeug zu renovieren.  Tonnenweise. Mit dem Fahrzeug, dem Werkzeug und vor allem mit sich selbst.

 

Dem ein oder anderen ist vielleicht aufgefallen, dass die Updates im Blog nicht mehr in der Frequenz kommen, wie am Anfang. Nun, zum Einen komm ich kaum mehr dazu mich vor den Laptop zu schmeissen. Wenn ich mit müden Augen um 23 Uhr aus der Werkstatt stolpere, und mir mühseelig den Schleifstaub aus den Haaren wuschle, hab ich kaum mehr Energie mich ins Bett zu robben, geschweigen denn meinen Laptop zu öffnen. Zum Anderen, es passiert nicht wirklich viel neues.

 

 Ich schweiss mich halt jetzt schon seit 4 Wochen durch die Karosserie. Und irgendwie hab ich das Gefühl es kommt zu keinen Ende. Knapp 6 Kilo Draht hab ich bis jetzt verbruzzelt.  Und manchmal kam mir vor, ich würde mehr Löcher hineinbrennen, als mit meinen Flicken wieder verschliessen. Auch tauchen immer wieder neue Stellen auf, die meiner fürsorglichen Behandlung bedurfen.

 

Meine Fortschritte sind klein, und manchmal kommt mir vor, unmerklich. Nur wenn ich meine letzten Nähte oder Schweisspunkte ansehe und sie mit den ersten vergleich, merke ich wieviel ich wirklich dazugelernt hab. Ich werde besser. Langsam aber beständig. Auch mit Ledersack und Hammer Rundungen Spengeln funktioniert schon ganz gut. Ich erkenne plötzlich, wie die Karosserie gebaut ist. Wie die Kraft verteilt wird, wo man wie was einschweissen muss, um die Stabilität, und die grundlegende Funktion zu erhalten. Punktnaht, überlappend, und auch auf Stoss. Geht. 

 

Dazwischen gibts aber immer wieder Rückschläge, die mir das weiss in die Augen treibt.  Ich hab zb. geglaubt gesundes Blech könne man leicht erkennen. Ist oben unten der Lack unverletzt ist das Blech gut und kann erhalten bleiben. Man flext dann jenes Teil herraus, das offensichtlich verrostet und passt dann ein neues Teil an. Dann schweisst man dieses aufwendig zugeschliffene Teil ein, und unter dem Lichtbogen löst sich das eben noch „gesunde“ Rostfreie Teil in Null komma nix auf wie Eis in der Sonne. Und ich meine IN der Sonne. 

 

Ich musste lernen, dass auch unter dem Lack Blech rostig sein kann, dass gerade bei Elementen, die stark geformt, wie der Unterboden, von den Ursprünglichen 0,7 mm Blech nicht mehr viel übrig ist. Und in Verbindung mit dem Rost, löst sich das eben im Lichtbogen auf auf wie …wie … wie Eis in der Sonne. 

Da stehst du dann vor dem Teil, das dir gerade  2 Stunden Vorbreitung gekostet hat und einem Loch das Euro-gross und weisst nicht ob du jetzt lachen oder fluchen sollst.

Lachen, weil du was gelernt hast, und fluchen, weil dir diese Erkenntnis 2 Stunden gekostet hat.  

Geduld. Verdammt viel Geduld brauchst du. Mit der Fahrzeug, aber mehr noch mit dir selbst. 

 

Was haben wir gelernt.

Das vielleicht der Weg das Ziel, aber beim motorschrauben ein Ziel auf dem Weg das man auch erreicht auch ganz gut ist.  

 

Gruss Oswald

 

BTW. Mir kommt immer mehr der Verdacht, mit der ganzen Feinstaubdiskussion stimmt etwas nicht. Irgend jemand verkauft uns da ganz kräftig für Dumm.

Laut einer Studie des Frauenhofer Institut http://www.mdr.de/fakt/5170245.html  ist der Verkehr nicht für den Feinstaub verantwortlich. Und trotzdem Feinstaubzonen in den Städten? Wenn das so ist, ist es eine ziemliche Sauerei, was da die Politik mit uns macht. 

 
 

7 Reaktion zu “Tag31:Geduld…”

  1. Jörg schreibt:

    Hi Oswald,
    gerade aus dem Urlaub zurück, musste mich mal wieder melden.

    Die Politik braucht halt Geld und um fadenscheinige Erklärungen, waren die Politiker noch nie verlegen. Siehe Ökosteuer zur Rentenfinanzierung, oder Kriege, um die vom Vater verkauften Chemiewaffen zu finden, die es schon lange nicht mehr gab, aber den Ölpreis in die Höhe trieben.
    Einen Dummen, der die Rechnung zahlt, finden die immer.

    Hast Du mal über Motortuning nachgedacht???
    Je mehr Blech Du nun in Dein Dreiradl reinbrätst, desto schwerer wirds und dem armen Motor geht dann anhand des Übergewichtes, die Luft aus.
    Da Du ja ein verkappter Fuhrunternehmer zu sein scheinst, denk mal drüber nach, oder spezialisiere Dich auf Salattransport, muss aber trockener sein, da sonst die Kiste sofort wieder an zu rosten fängt. Meide Sauerkraut, da ist zuviel Salz drin und die Kiste fällt Dir beim Beladen, auseinander. Brezeln gehen auch nicht!
    Dein ‚besorgter‘ Leser
    Jörg

  2. Oswald schreibt:

    Hallo Jörg. Dachte schon du bist verschollen. 🙂
    Motortuning? Ja klar. Von knappen 8 auf 9 PS. Das macht das Mehrgewicht wieder wett.
    Hab mich übrigens geirrt, was die Kilo betrifft. War nur eine kleine Rolle, mit einem halben Kilo drinnen. Und die hab ich leer gemacht.
    Jetzt hingegen hab ich 5 Kilo eingespannt. Mal sehen, wie lange die reicht.
    Heute werde ich, wenn alles gut geht, mit dem Bruzzeln fertig.
    Dann stell ich alle meine Narben in’s Netz.

    Gruss

  3. Gerhart schreibt:

    Hallo.
    Ich hab mir jetzt mal alles durchgelesen. Ich muß sagen, sehr kurzweilig und amüsant.

    Jetzt mal was zu deiner vorgehensweise.
    Ich habe Täglich mit Oldtimern zu tun, und weis das die Besitzer etwas anders an die Restauration herangehen.
    In der Regel Sandstrahlen sie die Karosser erst, und Schweißen sie dann. Beim Sandstrahlen werden vermutlich noch andere Stellen auftauchen die geschweißt werden müssen.
    Ich geh mal davon aus, das Du Sandstrahlen läßt. Such Dir einen Betrieb der auch Kunststoffstrahlen macht. Damit ist die Gefahr von Verzug gleich Null, und mit Sand braucht nur noch da gestrahlt werden wo Rost ist. Außerdem sollte der Betrieb auch die Grundierung anbieten, da gestrahlte Teile sofort grundiert werden müssen, da sie sofort zu Rosten anfangen.

    Gruß
    Gerhart

  4. Jörg schreibt:

    Hi Oswald,
    man musst Du aber arbeiten, das wir schon seit Tagen nichts von Dir mehr zu lesen bekommen.
    Wenn ich mich recht erinnere, wolltest Du Ende Februar (2009 ???), fertig sein, d.h. Du müsstest alle Teile überholt und das Dreiradl fast in der Lackierkabine stehen haben.
    Ich weiss ja nicht, wie die Wetten stehen, halt uns doch mal auf dem Laufenden.
    Hoffe, das Dir das Lachen (Humor), noch nicht vergangen ist und das Du keinen Herzinfarkt vom harten arbeiten kriegst, oder ein Magengeschwür vom vielen Kaffee.
    Vielleicht solltest Du auch mal einen Unternehmensberater zu Rate ziehen, damit Du Deinen Zeitplan einhalten kannst.
    Grüsse Dich freundlichst aus dem Walde
    Jörg

  5. Oswald schreibt:

    Hallo Jörg…
    Jaaaaaa. Steht wenig drinnen. Kommt aber noch eine Menge.
    Ich hab mir vorgenommen erst wieder hier zu schreiben, wenn ich mit dem Schweissen fertig bin. Wie heissts so schön: erst die Arbeit, dann das Vergnügen.
    Aber ich hab noch ne Menge in der Hinterhand. Möchte ja selber meine Sitze beziehen. Da ich noch nie an einer Nähmaschine gesessen bin, wird das ein Spass….. 🙂
    Am Montag müsste ich fertig sein. Am Montag. Hoffentlich… Daumen halten.

    Gruss in den Wald.
    Oswald

  6. Oswald schreibt:

    Hallo Gerhard. ….
    Ja im Grunde hast du recht. Vorher Sandstrahlen, nachher Schweissen. Ging leider organisatorisch nicht anders. Zu meiner Entschuldigung muss ich sagen, dass ich von dem Gefährt den Unterboden abgeschruppt habe, und da die meisten Roststellen sichtbar wurden.
    Ich hab nach dem Sandstrahlen leider nur sehr wenig Zeit, noch zu schweissen, weil da die Ape bei einem Freund steht. Dort soll sie Karosserie fertig gemacht werden und u.a. lackiert. Und den möcht ich nicht mit meinen Schweissübungen auf die Nerven fallen und den Aufenthalt so kurz wie Möglich gestalten.
    Ich musste ja bei null Anfangen. Die ersten Naht an der Ape selbst hab ich erst nach 7 Tage gesetzt. Das Dachblech hab ich 4 mal machen müssen, bis es mir gefiel.
    Insgesamt hab ich bis dato 29 Stellen an der APE geschweisst.
    Da braucht ein erfahrener Schweisser Geduld, wenn man da mir zusehen muss, und deshalb hab ich das lieber im Schutze meiner Garage gemacht.
    Danke übrigens für das Kompliment. Und das mit dem Grundieren werd ich so machen.

    Gruss

  7. michi schreibt:

    hallo oswald,

    wie gehts eigentlich deiner frau. warum ich frage….ich kenne das:

    a) warum gehen wir eigentlich nie ins kino…..(wenn es in der werkstatt möglich ist….bin ich sofort dabei)
    b) du schmutzt…..(tja schatz das ist halt so….ich würde gerne auch sauber aus der werkstatt kommen …ich habe übrigens einen keller in dem ich alles mache)
    c) die hose hat ja auch schon ein loch (gut ich lege sie dir zu den 30 anderen ….die auch schon kaputt sind)
    e) nein die sachen wasch ich jetzt nicht mehr (hat eh keinen zweck und das zeug stinkt)
    f) könntest du mal die lampe im gang reparieren….du bastelst ja auch schon lange genug an deinem oldi….das müßte doch jetzt drinen sein (muß das jetzt sein???)
    g) könntest du bitte die (dreckigen) werkzeuge außerhalb unseres wohnzimmers lassen (grrrrr..wo soll ich das zeug jetzt auseinandernehmen)
    h) wieviele fachzeitungen brauchst du eigentlich noch (aber schatz…ich lese die noch…und brauch die doch)
    i) nicht in meiner spühle (wo soll ich denn sonst die sachen abwaschen)
    j) du hast überall flecken hinterlassen in der wohnung von dem dreck aus deiner garage (gut beim nächsten mal lerne ich fliegen)

    usw. usw.

    bring einfach mal blumen mit….und am besten sie hat einen eigenen…den man hin und wieder mal repariert..und putzt

    gruß

    michi

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