Tag30:Catwalk…

Lukas mit Gehörschutz
Zu dem Bild gibt es eine Geschichte. Ehrlich. Schreib ich später mal.

 

Das bringt mich straight zu dem Thema das mich in letzter Zeit etwas unsanft berührte: Körperliche Unversehrtheit. Also ich bin ja kein wirklich kein übertriebener Sicherheitsfanatiker.

Leute, die ihre Kinder wie Eishockeyspieler ausstatten, und bei plus 35 Grad erst aufs Dreirad lassen, wenn die Kleinen vier langärmelige Pullover über ihre Rücken Protektoren und unter den Ellbogen Knieschützer und Integralhelmen haben, jagen mir einen Schauder über den Rücken.

 

Die Kleinen purzeln dann auch wie klein Micheline Männchen durch die Gegend. Arme Schweine.
Diese Eltern gehören zur gleichen Gattung Mensch, die eine Asthmaanfall simulieren, wenn sie in einem geschlossenen Raum den Poster einer Zigarette sehen, oder sich eine Schlauchboot kaufen, weil die Polkappen schmelzen. Letztere kenn ich sogar persönlich. (wirklich wahr….)
Aber wenn es ums schrauben geht, bin ich inzwischen Konservativ. Wenn ich nur zwei Tipps geben dürfte, wären es diese.

Jungs: Investiert erstens in gutes Werkzeug, und zweitens in gutes Schutzequipement.

 

Wobei sich diese beiden Tipps gegenseitig bedingen.

Einige Profis werden Jetzt sicher in ihren Bart murmeln… eh klar. (und dann selber mit der nackten Hand die 3vKW Watt Flex über ungegrateten Stahl führen. 😉 )
Aber es gibt viele da draußen, die so wie ich, von Schrauben keine Ahnung haben, und denen sei das ins Stammbuch geschrieben, das ist nicht Matador was hier gespielt wird. Bei letzteren gibt’s vielleicht mal einen blauen Daumen, aber was selbst einen 800 Watt Flex mit einer Hand machen kann, ist im Ergebnis ganz nahe an dem berühmten Frosch im Mixer.
Gute Handschuhe (und ich meine nicht die 1 Euro Dinger aus dem Baumarkt. Darin sieht vielleicht die Freundin Sexy aus beim Rosenschneiden. Wir brauchen hartes Leder.) sorgen neben einem langen Leben, auch noch für die Möglichkeit mit dem Enkel einmal am Klavier zu üben. Und zwar mit allen zehn Fingern.

Außerdem: Gestern hab ich wieder einmal meine Garage sauber gemacht und gemerkt, dass der Boden eigentlich eine ganz andere Farbe hat.

Feinstaubalarm
Das was da als dunkler Teppich für Grauschleier sorgt ist der Niederschlag von gerade einmal 3 Tage arbeit. Dagegen ist 8 Uhr Morgen, Stossverkehr in Bochum dann geradezu eine Luftkur. Ich glaube direktes Inhalieren, am Auspuff eines Ost LKW (ja, die die mit Schweröl fahren) kommt eher hin. Oder anders gesagt, das ist die Tagesmenge (Fein- 😉 )Staub von ganz Berlin.
Also: Staubschutz. Wichtig. Oder ihr röchelt nach euren Schrauberprojekt über die Stiegen wie ein 90 Jähriger Kettenraucher.

 

Dann noch was auf die Löffel. Und zwar keine Bugs Bunny Puschen, sonder ein paar gute Hörschutzschalen. Kosten knapp 30 Euro und helfen der Kommunikation mit euren Lieben auch nach einer Flexsession noch erträglich zu gestalten. Ich hab’s mal gemessen, (weil ich grundsätzlich ein neugieriger Mensch, und außerdem total verspielt) und bin auf knapp 122 db Spitze beim Schrubben gekommen. Da verabschiedet sich das Gehör bereits nach einigen Minuten. Und Tubular Bells kommt ab sofort ohne Bells aus dem CD Player.

Über die Brille
hab ich ja schon einmal geschrieben, und das will ich noch etwas untermauern.
Das man nicht ungeschützen Auges in den Lichtbogen beim Schweißen schaut, sollte jeder Dummy inzwischen wissen. Obwohl ich auch von einem Profi Schweißer zu berichten weiß, der sich in seinem 11. Berufsjahr nicht nur verblitzte Augen, sondern gleich so einen Veritablen Sonnenbrand geholt hat, dass sich ihm die Haut vom Lid schälte. Deshalb sind diese coolen runden Schweißbrillen, die wie Gletscherbrillen aussehen, nicht ganz so effektiv, es sei denn, man hat den SF 210 Sonneschutz angelegt. (Zinkcreme ca. 0,9 Zentimeter dick)
Aber dem Augenlicht kann man auf mannigfaltiger Art und Weise beim Schrauben zu Leibe rücken.
Als ich vor einigen Wochen meine Kontaklinsen aus den Augen holte (Bindehautentzündung) und dabei dieselben genauer ansah, bemerkte ich einige kleine Brandpunkte.
Dabei hab ich nur ein-zwei mal ohne Brille mit dem Kleinbohrer geschliffen…..
hätten die Linsen die Teile nicht abgefangen, wäre ich wahrscheinlich einige Minuten tränenden Auges durch die Werkstatt Tango getanzt. (nix Walzer, ich bin eher der Lateinamerikanische Typ)
Auch wenn ich jetzt wieder den Widerspruch einiger Profis erregen werde, die durchsichtigen Plastikteile, die wie Taucherbrillen, alles abschließen sind meine Favoriten. Seit ich diese Tage, hab ich auch keine Bindehautentzündung mehr.

Bringt mich zum letzten Teil meiner Ausstattung.

Bodysuit….
Man kann jetzt in den einschlägigen Ausstatungsabteilungen der diversen Baumärkte einfallen, und sich rundum Ausstatten und dabei gut und gerne den Gegenwert eines BossAnzuges liegen lassen, muss Mann aber nicht.

Wers braucht.. ist ok. Ein billiger Blaumann tuts aber auch. Wichtig sind meiner Meinung nur drei Dinge.

1. Feuerfest sollte das Teil sein.
Keine Synthetik. Auch wenn es jede Brandschutzrichtline einhält die Gott und der Tüv geschaffen hat. Wer schon einmal beobachtet hat, wie schnell sich ein Schweissspritzer durch Plastik gefressen hat (meine Güte, wer denkt schon an Socken) und sich neben dem heißen Eisen auch noch ebenso heißes Plastik durch die Haut ins Fleisch brennt (und mit dem gleich eine dauerhafte Verbindung eingeht), ist von den Wohltaten moderner Chemiefaser nicht mehr so ganz überzeugt. Baumwolle. Dick. Wirklich nichts anderes. Gute alte traditionelle, schützende Baumwolle.
2. Alle Körperteile sollten weitgehend bedeckt sein. Lange Ärmel, lange Hosenbeine.
Kurze Ärmel lassen Frauen vielleicht vor entzücken leicht aufseufzen, aber der Seufzer von einem selbst wird um einiges Größer sein, wenn sich auf dem unbedeckten harten (und vielleicht behaarten) Männerarm, ein glühendes Stück Stahl niederlässt.
3. Lang sollten die Ärmel sein, aber nicht zu lange. Also nicht herumflattern.
Mir ist es ja noch nicht passiert, aber in einer Werkstatt, zwei Orte weiter, hängt eine Arbeitjacke, (oder was von der übrig ist) die einer Fräse zu nahe gekommen ist, als Warnung an der Wand.
Ich hab bis heut noch nicht herausgefunden, wie es dem Inhalt der Jacke, sprich dem ehemaligen Träger heute geht.
Ich liebe mein altes Sweatshirt. Das, ein Tshirt drunter und eine dicke Jeans, halte ich für eine ziemlich gute Ausstattung fürs schrauben. Flattert nix, deckt alles zu und schützt. Super.

So, dass sind meine bisherigen Erfahrungen zur Sicherheit zusammengefasst. Wie immer, Anmerkungen Kritik, Erfahrungen jederzeit willkommen.

 

Ach ja….. das hätte ich fast vergessen.
Ich habs geschafft!!! Das Loch im Dach ist endlich zu.
Hier hab ich ein Bild.

Dach erledigt
Na, sieht doch nicht so schlecht aus?

 

Was mir noch Kopfzerbrechen macht ist das Teil da.

Problemstelle


Kann mir irgend jemand sagen, wie ich da am besten rangehe?
Es ist nur die Befestigung des Kotflügels, aber wenn ich nichts dagegen tuhe, frisst der Rost weiter.
Soll ich den ganzen Kotflügel abnehmen? Oder nur ein Blech drüberschweissen, oder nur alles gut behandeln und es so lassen?

Grübel…

Sonst Gruss an alle und
gutes Schrauben an euren Schätzen.

 

Oswald

 

 

3 Reaktion zu “Tag30:Catwalk…”

  1. Schrottmartin schreibt:

    Hallo Oswald, du solltest es selbstverständlich zuschweissen, so hübsch wie dein Dach.
    Eigentlich willst du es ja so und so machen, nur ein bischen Motivation einfordern…stimmts?
    Eine blöde Stelle- raustrennen , anfertigen, reinbr… ne, schweissen.
    Und gut innen und aussen konservieren. An geeigneter Stelle die Abkauflöcher nicht vergessen , gross genug um später Hohlraumwachs o.ä. hinein zu spruhen.
    Ich bin immer noch an meiner Ur-standard-Isetta zugnge, eigentlich harmlos, aber ich habe Erfurcht vor dem guten Blech und möchte es perfekt machen. Zum Glück hat das Teil nicht einen Hohlraum und nur ein paar Löcher am Bodenblech wo der Rahmen aufliegt, also ca. insgesamt 40 cm2 Blech mussen rein…
    Den Motor bekomme ich heute frisch gemacht, wie ab Werk !
    Meine TM ist zwar immer noch zu mager( Verzweiflung !! ) aber fährt und fährt und fährt!
    Viel Spass beim Schweissen !

    Martin

  2. wieseundco schreibt:

    Moin Oswald.
    Ich würde auch für zuschweißen stimmen.
    Eben, wie es der Martin schon schreibt.

    Was deine Schutzkleidung angeht… du hast ja soooooo recht.
    Ich bin auch so’n Blödhans, der keine Schutzbrille beim flexen benutzt.
    War inzwischen schon 3x beim Augenarzt, mir ein Stück Rost rausfräsen zu lassen. Und das ist echt fies. Nicht das Fräsen, sondern die 24 Std. danach.

  3. Oswald schreibt:

    Hallo Schrottmartin, hallo Wiese. Ok Zuschweissen, aber ich denk ich warte bis nach dem Sandstrahlen, dann weiss ich, wie weit ich wegflexen muss.
    Bin schon ein wenig geschlaucht vom Dengeln und Schweisse. Also kann ich die Panif vor 40 cm2 Blech verstehen. Die können sich ganz schön ziehen, die 40 cm2
    Und das mit dem Augen…. Frank das ist mehr als fies. Und jedes mal schwört man wieder, das man nur noch mit Schutz arbeitet, und dann wird doch der eine Grad schnell mal ohne anlegen der Rüstung geschrubbt.
    Ist so.
    🙂
    Gruss Oswald

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