Tag18:Die wirklich wichtigen Dinge…

Ich bin heute wieder in meine Werkstatt gestolpert. Jaja die Sucht, aber ich war ja bereits über eine Woche nicht mehr dort, und das ist hart. Verdammt hart. Nicht dass ich heute schon arbeiten wollte, aber einmal schnell über den Knarrenkasten streicheln sollte drinnen sein. Die Flex mal kurz anlassen, vielleicht das ein oder andere zufällige Teil beliebig kürzen und entkraten… hach…

 

Die wirklich wichtigen Dinge

 

Ich öffnete die Garagentür.

Drinnen empfing mich meine Ape und um sie herum…..das vertraute Chaos.
Gott sei dank.
Wie ich so in meinen Einzelteilen umhertänzle, treu glücklich wieder da zu sein, und darauf achte nicht auf eine grosse Schrauben zu latschen, (verdammt, wo gehört die eigentlich dazu?) kommen mir ganz essentielle Fragen in den Sinn. Fragen die für ein Schrauberleben von grundsätzlicher Bedeutung sind und sich sicher schon jeder einmal gestellt hat. Nein, nicht „gibt es ein Leben nach dem Schrauben.“ Das kann keiner beantworten. Ich meine so Fragen, wie:

 

„Wo bekomm ich Sonntag morgen eine neue Trennscheibe her, wenn nur noch mickrige 10 cm Blech zu schneiden sind und die aller, aller Letzte sich gerade in ihre Einzelteile zerlegt hat?“

 

Dann kramt man, den Kopf schultertief im Müllkübel, verzweifelt die alten abgenudelten Scheiben raus und probiert, sich mit denen die letzen mm über die Distanz zu retten.
Zwecklos. Natürlich. Die Versuche verlängern das eigene Leiden nur unnötig, und steigern den Ärger über sich selbst ins Unermessliche, aber dann wiederum sind wir ja zum Leiden auf dieser Welt.
Man denkt dann kurz an die Feile des kleinen Schweizer- .…..nein.
(Ich hab daraus übrigens gelernt und mir eben mal ein 50er Pack Trennscheiben kommen lassen. (Zeit hatte ich ja genug) Ist mir egal wenn die für 5 Fahrzeugrenovierungen reichen. Ich kau mir an keinen Sonntag mehr die Fingernägel blutig.)
Oder:

 

Warum ist es so, dass man in dem Moment, wo man etwas in seine Einzelteile zerlegt, Stein und Bein schwören könnte, genau und für alle Zeiten zu wissen, wie die Teile später wieder zusammengehören, weshalb man überlegen lächelnd auch auf Foto verzichtet, nur um sich später, wenn es dann soweit ist, sich aufrichtig zu fragen, ob das Teil überhaupt zum Fahrzeug gehört? Von „Wo“ und „Wie“ will ich erst gar nicht reden. 

 

5 Minuten Alzheimer in Verbindung mit einer maßlos überzogenen Vorstellung von der eigenen Merkfähigkeit?

Und vor allem ohne Hoffnung darauf das das je mal anders würde. Als hätte irgend einer von uns je ein fotografisches Gedächtnis gehabt.

Das bringt mich straight zu einer anderen essentiellen Frage die ein Schrauberleben betrifft.
Nämlich die:

 

Gibt es eine Hitparade der Werkzeuge? Eine Top Tenliste für Schrauber? Und was stände da ganz oben.? Was müsste unbedingt mit auf die Insel? (würde man dort hin zum schrauben fahren) (…. 🙂 Bier und Kaffee mal aussen vor. )

 

Nun mag der ein oder andere da vielleicht einmal vorschnell vorpreschen und gleich einmal Bohrer, Knarrenkasten und Flex als Ultimative Top 3 in den Ring schmeißen.
Klar hätt ich früher auch einmal gesagt, aber heute, nach ….. lasst mich mal nachsehen…. 4 Wochen langer, entbehrungsreicher, harter, intensiver, existenzieller und lehrreicher Erfahrung denk ich über die Problematik differenzierter.

 

Meine Top 3.

1. Mos2
2. Kugelschreiber und
3. Plastiktüten

 

Plastiktüten ….
unter den Top 3. Ja weiss der Mann nicht wovon er da schreibt?
Schon. Probiert mal einige duzende öltriefende Tücher in einer Pappschachtel mit dem Privatauto zum Entsorger zu bringen. Am besten noch im Fussraum vom Beifahrers. Da spricht die Frau Gemahlin gleich ein ganzes Wochenende kein Wort mehr mit einem. Praktisch die Dinger für den Müll, die mit den Schnüren zum zuziehen sind. Kleiner Tüten kann man auch mal als Einmal-Handschuh missbrauchen, um schnell, ohne sich die ganze Epidermis runterzuschruppen, einige Teile aus dem Säurebad zu zupfen.
Oder und das bringt mich in der Folge zum zweiten Gegenstand, ohne den gar nichts geht… Eine Fahrzeug wie eine APE hat, knapp, 34 Trillionen Einzelteile (geschätzt). Und man kann natürlich den Mutigen heraushängen lassen und diese alle zusammen in eine Plastikwanne schütten, unter dem Motto, der wahre Mann macht daraus eine Herausforderung und das einzig wahre Ultimative und unendliche Teilepuzzel wenn es wieder ans zusammenschrauben geht.
Man kann natürlich auch die Teile einzeln in Plastiktüten verpacken, und mit dem Kugelschreiber beschriften (Bevorzugterweise auf Mülltüten, oder Gefrierbeutel. Da geht das nämlich mit dem Beschriften ganz toll) und dann so in die Plastikwanne schmeissen.
Ist zwar die Methode für die Warmduscher, aber mal ehrlich wer will schon kalt Duschen?! 😉 Unentbehrlich, die Plastiktüte.
Zum Beschriften derselben benötigt man natürlich einen

Kugelschreiber.

Klar. Dafür und zum Beschreiben von unendlichen Notizseiten. Schnell mal die Einkaufsliste, oder eine Telefonnummer eines Lieferante.
Ich persönlich hab ein ökonomisches Kurzzeitgedächtnis. TriBinär und Ökonomisch. Das heißt in meiner Birne sind drei Merkschalter und dann ist Schluss. Ist so. Bin halt so gebaut. Drei Memory Plätze. Beim Vierten wirds dann duster.
Unweigerlich. Nehm ich mir vor, 1. Kaffe zu kochen, 2. kurz noch mal das Mail zu checken, 3. heute das Auto zu nehmen, 4. zur Werkstatt zu fahren, kann es vorkommen, dass ich mit der Caffeetasse in der Hand im Auto sitze, aber nicht mehr weiß wohin ich zum Teufel wollte. (wirklich schon passiert)
Ein Kugelschreiber und das ganze wird notiert. Die Wattanzahl der Birne, den Schraubendurchmesser, den ich mir besorgen muss, die ToDo Liste für die nächste Woche. Zur Not nimmt man denselben Kugelschreiber, um die ToDo Liste ersatzlos zu streichen. Ich sag ja, das Teil ist unentbehrlich.

Zur Not wird damit auf die nackte Haut geschrieben. Für all dass braucht man den Kugelschreiber, dafür, und wenns mal im Ohr juckt.

 

Und als meine unumstrittene Nummer eins
MoS2
Ohne Zweifel. Das ist das, was nirgendwo fehlen darf. Geht wo was nicht…. gleich mal Mos2 drauf. Wenn’ s sein muss die ganze Dose. Meistens gehts dann nachher noch immer nicht, aber es bleibt das gute Gefühl etwas getan zu haben. Und das alleine ist schon eine Menge wert. Und sonst? Kann man das Zeugs für alles gebrauchen. Um Teile vorübergehend zu schmieren, zu ölen, vor Rost zu schützen, von Rost zu befreien, Schrauben zu lösen, Lietzen besser durch Öffnunge durchzubekommen, Teile leichter zu montieren, den Kaffe zu kühlen (geht wirklich, müsst ihr mal probieren 🙂 ) .. etc. etc.
Wahrscheinlich kann man mit mos2 den Weltfrieden retten. Geht sicher irgendwie, hat halt noch niemand probiert, aber gehen tuts, davon bin ich überzeugt.
Mos2 allüberall. Ich hab immer eine Dose griffbereit, gleich neben dem Kugelschreiber und den Plastiktüten. Und noch ein 6 Pack im Schrank als Reserve. Man weiß ja nie.

 

Das meine Herren (und Damen) sind die wirklich essentiellen Dinge des (Schrauber) Lebens.

Die Antwort auf alle Fragen ist mit Nichten „42“ sonder „MoS2“.

So einfach ist das. 😉

 

 

Gruss Oswald

 

 

 

4 Reaktion zu “Tag18:Die wirklich wichtigen Dinge…”

  1. Pommes - Peter schreibt:

    WIE ICH DAS VERMISST HABE !!!!!! -das wurde aber auch Zeit . Wir haben Dich u. Dein Buch alle schon gesucht . (Schau mal ins Forum).Anscheinend bin ich nicht der einzige , der auf „entzug“ ist. Auf Platz 4 Deiner Inselunentberlichkeiten würde ich ein paar liter Sprit mitnehmen :
    -für die Probefahrt(stell Dir vor,die Ape ist fertig und die Tanke hat zu)
    -als Brandbeschleuniger für`s allabendliche Lagerfeuer
    -zum Fleckenentfernen auf T-shirt`s (falls Madame kommen sollte)
    -sehr wichtig:zumHändewaschen.( Deine Inselschönheit kommt zu besuch-und Du hast tiefschwarze Schrauberhändefingernägel).
    PP

  2. schrauber30 schreibt:

    Juhu !! hab mir schon sorgen gemacht ob du vielleicht bei einem schrauberunfall deine finger verloren hast und du dadurch nichtmehr tippen kannst!
    Aber jetzt wo ich das hier las, bin ich wieder beruhigt.

    Ps: alles gute im neuen jahr ! prosit !

  3. wieseundco schreibt:

    Inzwischen weiß ich, woran es liegt, dass ich deine Page so genial finde:

    Mit Deine Tagebucheintragungen kann ich mich sehr gut identivizieren.
    Sogar diese WICHTIGEN Kleinigkeiten des vergessens und notieren sind berücksichtigt.

    Wenn du sehen könntest, wo ich überall Zettel rumliegen habe und ab und an nicht mal weiß, wofür und warum.

    Einfach nur Hammer, Hammer, Hammer.

    Frank

  4. Oswald schreibt:

    Danke für den Tip, peter. Ich werde also noch eine Feldflasche Benzin mitnehmen. 1:50er Gemisch natürlich.

    Danke für die Grüsse Schrauber30. Gerutscht bin ich super, wenn auch nicht ins neue Jahr, aber das ist eine andere Geschichte. Ich wünsch dir auch alles gute für 2008

    Danke Wiese. Sagt mir, das ich nicht alleine bin mit meiner Merkschwäche. Muss an den Dämpfen liegen, hat meine Freundin schon gemutmasst. 🙁
    Gruss Oswald

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