Tag 7: Wahre Männer…

Also das ist der Plan für Heute: Ich und Lukas bauen erst einmal die Sitze raus, dann die Batterie, dann die Rücklehnen, die Gummimatten, das Lenkrad mit der Mechanik (sind nur drei Schrauben), die Elektrik, also auch den Sicherungskasten, die Armaturen inklusive dem Zündschloss, der Himmel ist schnell entfernt, und dann die Frontscheinwerfer, die Frontscheibe, das Rückfenster, das Bremsöl ablassen und die Bremsleitungen entfernen, und diverser Kleinkram. Damit der Innenraum leer ist. Dann ist Schluss für heute.

Das reicht auch, zumindest für den Anfang.

 

Was heißt, dass geht nicht?!
Das hab ich in meiner Firma gelernt, wer sich keine hohen Ziele setzt, wird sie nie erreichen.

 

Schaut zu und lernt . . .

 

Also. Los geht’s. Lukas hilft mit, indem er . . . sich in ein Eck verzieht und mir zusieht. Anfangs zumindest. Dann schläft er.
Auch gut. Wer braucht schon einen Hund. Selbst ist der Mann.

Lukas_penntWenn’s wirklich um was geht, sind wir doch immer alleine auf uns gestellt. Nur Mann und Maschine. Im Zweikampf. Das klingt so verdammt erdig. Ich würde mir in dem Moment gerne auf die Brust schlagen, aber aus Angst, daas mich dabei jemand beobachtet, muss „einmal die Haare aus dem Gesicht streichen“ genügen. Schrauben bringt schon das Beste in uns zum Vorschein. Der Tag hat sich schon ausgezahlt.

Ich löse zuerst die Sitze raus, damit ich an die Elektrik kann. Das geht eigentlich ganz schnell. Zwei Schrauben lösen, und jut is.
Gleich . . . nur die Schrauben, sind ja nur zwei, . . .
mannnnn…… scheiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiissssse….

 

Ok. Brauch erst mal einen Kaffee.



Verklemmter SitzDer Sitz ist in der Halterung verklemmt. Die Schrauben selbst waren ruckzuck herunten, ehrlich, aber der Vorbesitzer muss ein Schwergewicht gewesen sein, denn die Mechanik ist verzogen und ich krieg sie nicht raus aus der Karre.
Kein Fußtritt, kein Hebel, kein Hin- und Herreissen. Das Ding sitzt. Das nenn ich italienische Wertarbeit. Ich bin mir sicher, dass, hätte ich die APE nur lange genug gefahren, mir das Ding irgendwann von alleine um die Ohren geflogen wäre, aber jetzt, gerade jetzt macht es keinen Ruck.
Der Hund stubbst. Er muss Gassi.
Danach noch einmal mit dem Hammer an den Sitz. Zuerst der Kleine, dann der Grosse mit 3 Kilo.
Ich mach’s kurz. Durch diese Geschichte bekam mein Zeitplan einen kleinen Knick. Also ca um 3 Stunden. Aber mit einem Ompf und brutaler Gewalt hab ich den Sitz dann doch noch raus bekommen.
(Wieder ein Grund mich erdig zu fühlen.)

 

Den Zweiten muss das eingeschüchtert haben, denn er war mit einem Handgriff entfernt.
Was lernen wir daraus: Manchmal muss es brutale Gewalt sein.



Kaffeepause.



BatterieAls nächstes die Batterie heraus. Wichtig: Immer zuerst die Pole abklemmen. Ich hab zusätzlich den Minuspol abisoliert. (Rotes Käppi).
Weil irgendwie passiert’s einfach und man schließt das Teil kurz und dann ist’s Weihnachten und der Baum brennt. Das ist nicht lustig, und außerdem ist dann vielleicht sogar die Batterie hinüber. Also immer, wenn man an der Elektrik was pfuscht, die Masse abklemmen und eventuell den Pol abisolieren.
„Murphy“ ist einfach immer hellwach.
MattenrostBeim Abnehmen der Gummimatten kommt der Unterboden zum Vorscheinen. Das was ich von unten gesehen habe, schaut von oben nicht viel besser aus. Gut. Ist so. „Flugrost“.
Am frühen Nachmittag bin ich beim Lenkrad. Das mit den drei Schrauben war grundsätzlich so richtig. Was aber noch dazu kam, war der Umstand, dass eine der drei Schrauben nicht wollte, so wie ich wollte, sowie das Problem, dass sich die elektrischen Anschlüsse für Blinker und Licht nicht lösen ließen.

 

LenkradDie „kleine Geschichte“ brauchte den halben Nachmittag. Ich kam dann noch dazu, den Himmel zu entfernen, und zumindest die Schrauben vom Armaturenbrett zu lösen. Dann hab ich für heute Schluss gemacht. Draußen war’s bereits zappen Duster.
4 von 14 Punkte… na ja. Ist ja nicht schlecht.

 

 

Was wir heute gelernt haben

1. Firma führen und APE schrauben sind zwei völlig unterschiedliche Dinge.
2. Die Wichtigkeit, sich Ziele zu setzen, wird weitgehend überschätzt.
3. Ab und zu führt alleine rohe Gewalt ans Ziel.

 

Na war doch ein verdammt lehrreicher Nachmittag….

 

 

4 Reaktion zu “Tag 7: Wahre Männer…”

  1. Patrick schreibt:

    Halle Oswald. Ich schraub gerade an meiner Vespa und genau das gleiche. Ich habe vor, dass sie im Frühling fertig wird, aber mein Zeitplan ist sonst schon wo..:(
    Schreib weiter, das tröstet mich.
    Patrick

  2. Christian schreibt:

    In der Ruhe liegt die Kraft. Bei mir war es fast genau so. Erst kamen die Teile nicht, dann kam meine Mutter (8o Jahre alt) mit etwas was „ihr Junge“ (45 Jahre alt) noch ganz dringend machen muss. Denn es ist ja bald Weihnachten und ihre Lichterkette muss an den Tannebaum vor dem Haus. Was sollen denn die Nachbarn denken wenn nicht einen Monat vor Heiligabend die Lampen am Baum brennen ?! Natürlich waren etliche Lämpchen der Lichterkette defekt. Und im Baumarkt hatten sie nicht die richtigen lampen. Also alee baumärkte abgeklappert und siehe da, im letzten Markt da gab es die richtigen Glühlämpchen. Eile mit Weile, alles wird gut. Hatte eigendlich vor Samstag und Sonntag die Ape umzubauen. Mit „Zwei“ lag ich ja richtig. Aus zwei Tagen wurden zwei Wochen. Jeden Tag ein bischen.

  3. admin schreibt:

    🙂

  4. Tag8 Total verkabelt » Beitrag » motorschrauber schreibt:

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