Lukas´s Welt

Lukas

Das ist Lukas. Er hilft mir beim Schrauben und ab und zu werde ich über ihn schreiben. Ich hab’s ihm versprochen.

 

Samstag 1. Dezember

Es wird Zeit, etwas über Lukas zu schreiben. Nachdem seine Seite täglich zu denen gehört, die ganz oben in der Hitliste liegen (kein Scheiß, und dabei war da nix drauf außer sein Bild.)

Lukas ist…. ein Hund. Ok. Soweit war bestimmt schon jeder. Und da gibt’s auch keine Dissense.
Aber Lukas ist ein besonderer Hund. Ja klar, aber ich meine ein ganz besonders, besonderer Hund!

Lacht nicht. Ich meine „besonders“ im Sinne von „seltsam“. Das fängt schon mit den Besitzverhältnissen an.
Er ist nämlich ein Dog-sharing Hund. D.h. er gehört eigentlich nicht uns. Oder nur zur Hälfte, oder so. Nein …. anders. Ich mach’s kurz. Es ist kompliziert.
Das kam so, dass meine bessere Hälfte eines Tages bei uns aus dem Bürofenster schaute und da etwas Braunes über die Strasse toben sah. Hinten nach seine offensichtliche Besitzerin. So in Wasserskifahrer-Manier an der Ausziehleine. D.h. der Hund wusste wo’s lang ging, die Besitzerin nicht.
Meine Freundin gehört nicht zu den schüchternen welchen, falls das jemand vermutet haben sollte. Also rannte sie in den Hof, dem Hund nach, und drei Tage später war Lukas das erste Wochenende bei uns. Die Besitzer, so stellte sich heraus, hatten wenig Zeit für ihn. Wir schon, sagte meine Freundin, und so waren wir Lukassitter. Ich stellte gleich einmal fest, dass auch wir ihn nicht oft nehmen konnten. Immerhin waren wir beide berufstätig, und da ging es nicht, dass wir einen Hund hätten. Keine Zeit. Ich sprach ein Machtwort. Besser man sagt gleich, was so läuft. Man weiß ja nie, auf welche Ideen die Frauen so kommen.
Lukas ist seit dem bei uns.
Es gibt also die Besitzer, und uns. Den einen gehört er, die anderen passen auf ihn auf. Und irgendwie haben sich alle beteiligten daran gewöhnt. dog-sharing eben.

Lukas

 


Jetzt kam die Frage, was Lukas denn für ein Hund ist.

 

Ok, er ist Rüde, das ist aber auch das einzig sichere, was wir über ihn sagen können. Welche Rasse, da müssen wir passen. Manchmal wird er mit einem Pyrenäischen Schäferhund verwechselt.
Lukas nimmt was er kriegen kann.

Zumindest ist er zum grösseren Teil Terrier
. Wir schätzen 3 seiner 4 Väter. So hat er auch alle Eigenschaften die einen Terrier so auszeichnen. Will heißen, ein Befehl ist prinzipiell mal ein Vorschlag, eine Empfehlung, eine Bitte vielleicht, und der kommt man nach, oder auch nicht. Früher eher nicht. Nach 5 Jahren inzwischen eher schon. Vielleicht.
Dabei liegt’s nicht daran, dass er nicht schnell lernen könnte. „tot umfallen“ . . . hatte er in einem Tag gelernt. Filmreif, mit Pfoten wegstrecken und Atem anhalten. Rolle, in einer Stunden, Katzen jagen . . . na das will er heute noch nicht.
LaterneNur sind Letztere eben Tricks, Spaß mit einem Burger versüßt (er ist ein Fastfood Junkie), und das andere, also „Sitz“, „Fuß“, „Platz“ entzieht sich seinem Konzept von allem, was Notwendig ist, vollständig. So hinterfragt er diese auch heute noch regelmäßig ganz grundsätzlich und verwickelt mich dabei in eine basisdemokratische Diskussion.
Eigentlich ein Zeichen von Intelligenz, aber manchmal wäre ich froh, er wäre nicht so klug.

 

 

 

Schnauzenbart Was gibt’s sonst noch zu sagen? Nicht viel, außer dass er geradezu unglaublich freundlich ist. Zu Allem und Jeden. Auch zu Gegenständen. Er hat Angst, Dinge umzuwerfen, und dabei schaut er urkomisch aus, wenn er so zwischen den Kabeln herumtänzelt und versucht, seinen Knochen zu befreien ohne wo anzukommen.
Er liebt es, Katzen zu küssen. Weiß der Teufel warum. Vielleicht denkt er, er wäre eine Katze?
Ich weiß es nicht.
Nehmen ihm fremde Kinder seinen Knochen weg, sucht er sich etwas Anderes zum spielen, fressen Katzen aus seiner Schüssel, lässt er ihnen erst einmal den Vortritt. (Wo ist dein Stolz, Junge!)
Mit allen Hunden will er spielen, immer, auch mit dem Rottweiler, der ihn schon aus 100 Meter Entfernung anknurrt, dass ICH die Farbe verliere.
Ich weiß nicht, wie oft ich meine Hände riskiert habe, um den Kleinen aus irgendwelchen fletschenden und schnappenden Kiefern zu popeln. Lernt er daraus? Nope. Kaum steht er wieder, will er wieder hin, spielen. Da tropf das Blut noch von der Schnauze. Dumm? Nein, im Grunde nicht, wie gesagt, eher im Gegenteil. Wir vermuten, ein hoffnungsloser Idealist, und eben freundlich.


Damit ist er eigentlich in unserer Zeit ein Anachronist.

Lärm ist ihm egal. Silversterkracher, die alle anderen seiner Spezies in den Wahnsinn treiben, übersteht er gähnend. Dafür erschrickt er regelmäßig im Sommer vor seinem eigenen Schatten.
Er hört gerne Mozart. Laut. Warum Mozart, weiß keiner.
Er mag Blumen.
Lukas schläftDann hat er eine eigenwillige Art zu schlafen. Am Rücken, die Hinterbeine gespreizt. (Nicht jugendfrei)

Und er schnarcht!!

Wasser hasst er. Wenn es geregnet hat, tänzelt „El Principessa“ auf den Zehenspitzen (haben Hunde Zehnspitzen? Macht nichts, Lukas hat welche.) durch die nasse Wiese zum Baum, springt wie ein Frosch zwischen den Pfützen hin und her, damit er nicht nass wird. Dafür springt er in jeden versifften Teich, und wenn es 30 Grad unter Null hat (alles passiert),
Auch wartet er bei der vollen Schüssel so lange, bis alle die Küche verlassen haben, bis die Chance also etwas Besseres als sein Chappi zu bekommen, gegen Null geht, und frisst erst dann. Er hebt sich seinen Appetit auf. *staun*.

bequemSonderbar: Sein Fell muss nicht gewaschen werden. Pro forma kommt er zweimal im Jahr unter die Brause, aber das ist eher, weil man es so macht, oder weil wieder einmal sein Schopf, vom oftmaligen Tätscheln älterer Damen, fettig über seine Augen hängt. Er wird nicht gestriegelt und sieht trotzdem immer aus wie aus dem Ei gepellt. (Ich hab schon mal vermutet, er duscht und frisiert sich heimlich.)
Und noch sonderbarer: Er riecht nicht. Jeder weiß, dass nasse Hunde ein Aroma haben, dass dem Koch in der Küche die Pfanne aus der Hand fällt, wenn ein nasser Dackel vorne das Restaurant betritt. Die Mäntel der Gäste stinken noch Wochen später nach Eau de bassed, und Lukas? Nichts. Wenn er nass wird, ist er so geruchlos wie immer.
Sonst ist er eben Lukas. Er ist verspielt, wenn’s ihm passt, anlehnungsbedürftig, wenn er will, und „da“ wenn er gerade Lust dazu hat.

 

Habt Acht


Und nein, zu verkaufen ist er nicht.

 

Gruss, Oswald

 

 

11 Reaktion zu “Lukas´s Welt”

  1. Kristin schreibt:

    Hello Lukas,immernoch ein schlingel? ist ja super mit der webseite!! freue mich auf sylvester!!

  2. oswald schreibt:

    Yup. Lukas ist immer noch ein Schlingel. Und was für einer. Für einen Hamburger tut er alles. Da ist er käuflich, aber sonst…. Holla die Waldfee.
    Hi Kristin. Grüsse nach Norwegen.

  3. Boeranha schreibt:

    Wie ich schon erwähnt habe:

    Ich möchte 1. Mitglied im „LUKAS-FANCLUB“ werden…

    Grüsse
    Bernhard

  4. admin schreibt:

    Hallo Boeranha..:)

    Da musst du dich leider hinten Anstellen. Ich hab vor kurzen eine Mail bekommen, das die Kinder von einem Schrauber aus Hamburg einen „Lukas Fanclub“ gegründet haben. Den seine Sympathiewerte will ich haben. Glaubst du, dass es hilft wenn ich mir die Haare wachsen lasse?

    Gruss Oswald

  5. micky schreibt:

    ich hab tränen in den augen! vor lachen.

    den lukas mußt du unbedingt bei einer claus visite mitbringen, den muss ich erleben – live.

    du solltest dir dein geld als autor verdienen, so herzerfrischend wie du schreibst. jeder beitrag ist ganz großes kino.

    und ja, ich will auch dem fanclub beitreten 😉

  6. Boeranha schreibt:

    Hallo Oswald,

    ok dann muss ich wohl dem Hamburger-Lukas-Fanclub beitreten *mömmel* *grins*
    Hast du die Bilder von meinen beiden bekommen? Die müssten sich alle mal treffen – das wär eine Party 😉
    viele Grüsse
    Bernhard

  7. admin schreibt:

    Hallo Boeranha.
    Ich komme nicht in meinen Mail accout hinein. Ich weiss also nicht was sich da tut. Mein Provider versucht mir gerade Anleitungen zu schicken, aber wohin….natürlich auf meinen Mail Account. „augenroll“ Danke auf jeden Fall für die Bilder. Sobald ich die hab schreib ich dir.

    Gruss Oswald

  8. Jörg schreibt:

    Hallo Oswald,
    warum machen Dich denn die Rottweiler Farblos?
    Meiner ist mit zwei Foxterriermischlingen aufgewachsen und es sind die besten Freunde, die ihm sogar sein Fressen aufessen und nach 20 Jahren als Vielhundehalter, immer mit Rottweiler, kann ich nur sagen, es sind die Besitzer, die mich die Farbe wechseln lassen. Für manche ist selbst ein Goldhamster eine zu grosse Herausforderung.
    Gruss
    Jörg

  9. admin schreibt:

    Ja, stimmt, aber wie willst du das verhindern?
    Ausserdem hat der Rotweiler eine so sonore Stimme.
    Einer hat einmal Lukas aus dem Stand in einem Caffe am Kuhdam sitzend angebellt, da ist noch der letzten Dame links hinten das Kaffeehäferl aus der Hand gefallen. Da verlierst du deine Gesichtsfarbe. Ich schwöre.

    Gruss Oswald

  10. Jörg schreibt:

    Da kennst Du meine Hündin noch nicht. Ein Bekannter hatte bei seiner Auswanderung nach Chile ein Leonberger Hundepaar mitgebracht, eine Rasse, von der ich bis dahin noch nie was gehört habe, ist so eine Mischung aus Bernhardiner und Maultier. Ganz liebe Tiere, sehr gross, sehr schwer, haben immer Hunger und nicht besonders schlau und das schlimmste, trinken gerne Kaffee. Der einzige Platz im Haus, der sicher vor ihrer Gier ist, ist der 170 hohe Kühlschrank und eine Stimme hat sie, da ist mein Rotti ein Chorknabe dagegen.
    Gruss
    Jörg

  11. Andreas schreibt:

    Heute stirbt Lukas…. vermiss dich Kleiner.

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