Tag24:Negerkeks

Ich hab die letzen Tage geschweisst, bis der Arzt kam. Nur im übertragenen Sinn natürlich, denn kurz bevor der Mediziner notwendig wurde, hab ich das letzte Fuzzel vom Testblech zu unansehnlichen Schrott verbrannt.

 

Knapp ein Quadratmeter feinstes Autoblech musste bei dem Massaker daran glauben.

 

Dabei wurde ich zum Schluss, beim Nutzen auch des letzten Milimeter der Fläche enorm kreativ. Ich hab das Blech in kleine Streifen geschnippelt, die ich dann, mehr oder weniger erfolgreich, versuchte wieder und wieder zusammenzubacken.

 

Bis nichts mehr davon da war, ausser eine grünblaugrau schimmernde Kraterlandschaft. Jeden Tag bin ich von neuem in die Garage gestürmt, mit unendlichen Vorräten von Kaffee und guten Wünschen ausgestattet, motiviert bis zur Hutschnur und dem festen Willens eine schöne Naht zustande zu bekommen, aber im Grunde hab ich ehrlicherweises nur viel unschuldiges Blech einen qualvollen Tot sterben lassen. Aber davon später mehr.
Denn vor dem Schweissen hat der Gott der Schweisser, ein sauberes Blech gestellt. Ja, ihr Leute habt natürlich recht gehabt. Solange auf dem Blech Lack, oder Fett ist (oder wie in meinem Fall gleich beides), geht mit Schweissen fast gar nix. Danke für den Tip. Deshalb auch Negerkeks.

Ich bin mal politisch unkorrekt… *fg*. Na eigentlich bin ich das immer, aber nachdem die ganze Welt sich vor Political Correctness verwindet bis keiner mehr ein gerades Kreuz hat, will der Motorschrauber als böses Beispiel vorrangehen, und sich darum einen Feuchten kümmern. („Und das ist auch gut so“.)

Ich hab mir also ein sogenanntes „Negerkeks“ gekauft. Ist nix zum reinbeissen. Das sind dieser Dinger.
Des Schwarzafrikaner sein Keks

Und Negerkeks heissen sie auch nur umgangssprachlich.
Aber „Reinigungsscheiben“ klingt wie etwas für den Frühlingputz, und kann ich mir nicht merken.
Es ist ein Flies aus Plasitkfäden mit einem Kunststoff verbacken, für die Flex, von dem ich bereits wahre Wunderdinger gelesen habe. Wollte ich immer schon mal ausprobieren. Brauchst du unbedingt.

 

Nur für was?
Nun, manchmal kommt der Zeitpunkt, das will man dem Blech nicht zu nahe treten, will heissen, es von Rost, Farbe, Grundierung befreien ohne das ohnehin schon dünne Eisen nicht noch dünner zu machen, oder unschöne Striemen hinterlassen, wie zb. eine Flex mit Topfscheibe oder Schleifpapier machen würde (ganz schlecht für eine schöne Lackierung). Negerkeks nehmen nur die Farbe ab, lassen aber das Metall weitgehen unbehelligt.

Da mein Übungsblech auch schön lackiert, musste ich die Farbe wegbekommen, ohne mit eine Schrubbscheibe gleich das ganze schöne Blech zu ruinieren. Und da ich, wie gesagt immer schon diese Kekse ausprobieren wollte, hab ich mir eine Scheibe gekauft.
BesserNun, das Ergebnis ist überzeugend. Das Metall spiegelglatt, die Farbe weg.
Sollte nun jemand auf die Idee kommen, so eine Scheibe zum entlacken seines ganzen Gefährts benutzten…. nun, möglich ist es. Die Nachteile die ich sehe sind zum einen die Staubentwicklung. (Die Garage sieht auch nach dem halben qm weiss lackierten Blech schon aus, als hätte es in der Tundra frisch geschneit.) Zum anderen sind die Teile nicht billig. 10 Euro im Baumarkt, bei IeeBähhh vielleicht ein paar Euro weniger. (Obwohl bei diesen Dingern die Standzeit wirklich! wichtig ist, weshalb ich von Noname die Finger lassen würde)

Leider werden diese Fliese auch schnell weniger. Ich hab noch die Feder damit entrostet und das wars dann. Das Flies hatt sich in Luft aufgelöst (oder als schwarzer Staub zu dem weissen gesellt (das war jetzt PC.)) Für ein Fahrzeug wird man in etwa 20-30 Scheiben benötigen, würde ich jetzt schätzen, plus zwei Wochen Urlaub. (und eine neue Lunge.) Und das ist teuer (die Lunge nämlich) der Urlaub auch, und die Scheiben erst recht.
Ich begreife im Grunde den Preis nicht. Ich denke, dass diese Scheiben in der Herstellung ein paar Cent kosten. Wahrscheinlich noch weniger, weil sie aus Abfällen aus der Teppich Industrie gefertigt werden (nur meine Vermutung) Wahrscheinlich hat nur irgendjemand ein Patent drauf und lässt sich das teuer bezahlen. Sollten die Teile einmal billiger werden, kann man sie auch gut fürs ganze Fahrzeug benutzen, aber im übrigen bleibts für den Motorschrauber bei dem Test.
Sandstrahlen ist wahrscheinlich einfacher und effektiver. Und in Summe auch billiger.

Ok, das Blech war vom Lack befreit. Ich bin noch mit einer Nitroverdünnung drüber gegangen, um auch das letzte Fuzel Fett von dem Teil wegzubekommen.

Kleiner geht nimmerDann hab ich noch die Drahtstärke geändert. Bin ich bis jetzt mit einem 0,8 mm dicken Draht über das Blech hergefallen, wollte ich es ab sofort mit einem, dünneren, nämlich 0,6 mm probieren. Ich hatte irgendwo gelesen, dass dann das Blech eher heil bleibt.

KontaktröhrchenDazu muss auch das Kupfer Kontaktstück ausgetauscht werden, 

 

 

Spraydie ganze Düse nochmal mit dem Antihaft Spray eingenebelt werden (sonst pappen die Stahlspritzer an der Düse fest, und verkleben sie) dann hab ich wieder geschweisst. Und wirklich. Mit dem 0,6er Draht hielt das Blech weitaus besser stand. Das Ergebnis: Weniger Löcher. Auch der Vorschub des Drahtes, bei dem sich der Billig-Eimer mit dem 0,8 er bereits extrem schwer getan hat, geht mit dem 0,6er tadellos. Ich schöpfe wieder Hoffnung.

 

Also ich war überhaupt erstaunt, wie ausdauernd ich da am Anfang, ohne den kleinsten sichtbarenErfolg, herumgerackert habe. Normalerweisse verlier ich schon die Geduld, wenn bei einer Zündholzschachtel das erste Holz nicht brennt. (Wahrscheinlich bin ich deshalb Nichtraucher geworden) Aber beim Schweissen biss ich mich durch. Ich habe gut ein Kilo Draht verschmurgelt und zu unansehnlichen grauen Käfer oder Raupen am Blech verwandelt, wenn ich nicht überhaupt das ganze Blech razeputz Quadratzentimeterweise weggeschmort habe.

Allen, die gerade anfangen mit dem Schweissen, sei ins Stammbuch geschrieben… probiert das nicht sofort am fuffzigtausend Euro Benz eures Pappas.
Ein bisschen vorher üben, schadet eurer Ehre und dem Familienfrieden da überhaupt nicht.

Zuerst hatte ich dabei die Feinfühligkeit eines Blauwals beim Liebesakt als ich den Draht mit klobigen Finger nur so über die Bleche radiert habe, aber inzwischen hat mein Kleinhirn ein wenig von der Feinmotorik entwickelt die wahrscheinlich Notwendig ist um eine annehmbare Naht zu bekommen.

Entfernung, Winkel der Düse, Drahtgeschwindigkeit, Zug, Drahtstärke, Gasgeschwindigkeit, Oberflächenbeschaffenheit.

Alles, neben einer verdammt ruhigen Hand, Parameter für eine gelungene Schweissnaht. Ich bin davon noch Meilenweit entfernt. Aber ich nähere mich an.

Es wird besser
Hier von Links nach Rechts meine Übungsbleche mit dem dementsprechenden Forschritt, der letzten Tage. Chronologisch.

Doch! Da ist ein Fortschritt, ihr müsst nur genau schauen. Rechts hab ich schon einige ganz ansehbare Schweisspunkte zusammengebracht. Auch das Blech ist weitgehend Heil geblieben. Na. Seht ihrs…. ?

Ja, ja, sehr witzig.

Nee, das erkennt man auch ohne Lupe!

Es wird schon. Der Schrauber wird das noch lernen. Und wenn es Wochen dauert. Und ich die Dünnblechvorräte der Alpenrepublik blündern muss-

 

Gruss Oswald

8 Reaktion zu “Tag24:Negerkeks”

  1. Nachtfalke schreibt:

    Also ich sehe einen Unterschied. 😉
    Nein im Ernst. Sieht doch schon ganz gut aus. Zumindest Strukturelle gab es eine Verbesserung. Das Blech rechts ist nicht mehr gar so löchrig.
    Weiter so. Bin gespannt wann du die erste schöne Naht hast.
    Und lass dir nicht so Zeit beim Beitrag schreiben…

  2. Charly schreibt:

    Hallo oswald
    Heute schreib ich auch einmal etwas. Erstens. Deine Schweissversuche machen schon gute Fortschritte. Mach dir keine Sorgen. Du schaffst das.

    Und das mit der Political Correctness. Da triffst du bei mir einen Nerv. Ich arbeite in leitender Position einer Bank in Bochum und wir haben seit einem Jahr einen Katalog mit Vorschriften, wie wir uns gegenüber wem zu verhalten haben, was wir zu sagen haben, oder nicht sagen dürfen. Ich darf für mich reklamieren nie ein Rassist oder sonstwie diskriminierend gewesen zu sein. Aber würde ich alle Vorschriften einhalten, dürfte ich mit niemanden mehr freundlich und umgänglich sprechen.
    Ich müsste aufpassen, wem ich wie lange grüssen, mit wem ich Umgang Pflege, und warum. Und vor allem wie. Ich für mich habe mich entschieden diesen Katalog in meiner Schublade zu lassen, und einfach nur ein Mensch zu sein. Man muss nicht jeden Blödsinn mitmachen.

    FG Charly. Und schreib weiter.
    Ich brauch das jeden Morgen. Den Blick in den Motorschrauber.

  3. Theo schreibt:

    Hallo Oswald,

    ich lese regelmäßig Dein Schraubertagebuch, und in vielen Dingen erkenne ich mich wieder 🙂 – weiter so, nur nicht aufhören 🙂

    Übrigens: „Neger“ dürfen wir auf der Arbeit auch nicht mehr sagen – bei uns sind das „übertrieben stark pigmentierte Mitbürger“.

    Und jetzt darst Du mal raten was „Mitglieder einer mobilen ethnischen Minderheit mit einem gestörten Verhältnis zu Eigentum anderer“ sind… :-))

    Grüße

    Theo

  4. kalle schreibt:

    du bist lichtjahre entfernt davon, bleche qualitativ vernünftig zu verbinden.
    ich kann es beurteilen, bin seit 30 jahren karobauer

  5. Micha schreibt:

    ……………im Gegensatz zu deinen Schweißkünsten gefällt mir der Negerkeks ausgesprochen gut !! ( deine Erklärung dazu auch, ich glaube wir werden irgendwann mal abgeholt und verhört )
    Ach ja, schweißen kann ich auch nicht, aber ich kann’s lernen, konnten andere ja auch 🙂

  6. Karl Kau schreibt:

    Besucht unsere Seite, dort findet Ihr die Negerkekse® in Top-Quali und einem Super Preis!!!

  7. Karl Kau schreibt:

    http://www.negerkeks.de einfach mal reinschauen

  8. Strack schreibt:

    Hi^^
    also ich ich bin jetzt im 2 Lehrjahr als Karosserie & Fahrzeugbaumechaniker 😉
    genau das mach ich jeden tag …
    Ich geb dir nen Tipp
    Also der Negerkecks poliert eher, deshalb mach man zum schweißen oder verlöten das blech mit einer normalen scheibe blank ..
    vielleicht eins mit ner 80er körnung un bervor du schweißt, ersmal das schweißgerät richtig einstellen.
    Dann schön erst mal en paar häfter und dann schön Punkt auf Punkt.
    Und damit die Schweißpunkte nicht nur kleben, etwas länger drauf bleiben, das sich der Punkt nicht nur aufbaut sonder durchglüht 😉
    Viel spaß noch bei deinen Schweißarbeiten

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