Alle Posts vom August, 2013

last day FINANZAMT!!!

8. August 2013

Das Amt

Mag ich nicht… wirklich nicht… ganz ehrlich nicht.

Tja… ich habe eine abgrundtiefe Abneigung gegen das Finanzamt. Ehrlich. Ich sags ganz offen. Mir egal, ob hier die NSA oder sonstwer mitliest. Ich mag es nicht. Nicht weil es das einbringen von Steuern überwacht. Das ist notwendig, sondern weil es rechtlich unanatastbar, und damit jeder ihm hilflos ausgeliefert ist. Auch und vor allem wenn die mal einen Fehler machen, (was oft genug vorkommt).  Dazu kommt das dort unbarmherzige Bürokraten hausen die im Loyalverbund mit dilettantischen und gierigen Politiker die Menschen bis auf die Knochen leerzutzeln um das Geld einzutreiben das diese Politiker mit vollen Händen wieder ausgeben. Im Mittelalter wurden Fürsten in Bauerkriege bereits dafür verbrannt, da sie den Leuten den Zehent , also 10% abnehmen wollten (wobei diese damit zumindest gigantische Prachtbauten bauten, von denen wir heute noch was haben). An dem „Prachtbauten bauen“ hat sich bis heute nichts geändert. Nur dass unsere heutigen Fürsten uns weniger als 35% lassen und immer noch glaubt unterfinanziert zu sein. Und ihre Prachtbauten sind nach 10 Jahren renovierungsbedürftig. Ich denke ihr versteht den Punkt.

 

In dem Sinn empfinde ich für einen Ulli Hoehneß gewisse Sympathie.

 .

Und um uns, also diese Untertanen, gehörig zu schröpfen hat der Staat seine Finanzämter errichtet. Burgenlandschaften unglaublichen Ausmassen. Bevölkert mit tausenden von Beamten. Und damit wir uns gegen diese und unserem Abschröpfen nicht wehren können haben die die ihre eigenen Gesetze und Richter die einem Bürger schnell mal zeigen, dass der Spruch „wir sind das Volk“ für Politiker und Finanzbeamte gilt, aber nicht für ihn, den einfachen Bürger dieses Staates.

 

Klingt böse… ja, aber nicht annähernd bös genug.

 

Glaubt mir. Vielleicht eine kleine Geschichte.

Als ich in Deutschland meine Company hatte musste ich erleben, wie eine innovative Firma, aufgrund eines Formfehlers in einem Antrag von einem Finanzbeamten in den Ruin getrieben wurde. Damals musste diese Firma schließen, weil sie bei einem Antrag ans Finanzamt eine Zeile falsch ausgefüllt hatte. 170 Menschen verloren ihren Job, der Gründer musste in die Privatinsolvenz. Als ich diesen Beamten später bei einer Stehparty traf, fragte ich ihn, ob das wirklich sein musste, 170 Menschen in die Arbeitslosigkeit zu schicken, einen Geschäftsführer zu ruinieren, weil dieser bei einem Antrag ein Wort falsch geschrieben hätten. Es wäre doch seine Ermessen gewesen, diesen Formfehler zu heilen.
Er sah mich an, und sagte nur: „Sie sagen es, es war mein Ermessen.“
(Hier eine ähnliche Geschichte online. http://www.finanzamt-pfuscht.at/ )

 

Nein, ich mag es wirklich nicht, das Finanzamt und die Leute die darin arbeiten. Umso entsetzter war ich, als ich bei der Zulassungstelle stand, um meine APE anzumelden und stolz meine Einzelgenehmigung herzeigte und der Mann mir, anstatt mir prompt und anstandslos das Nummernschild rüberzuschmeissen, nur fragte: „Und wo ist die Bestätigung des Finanzamtes.“

 

Welche Bestätigung? Finanzamt!!

 

„Na Nova usw. Muss vom Finanzamt bestätigt werden, sonst gibt’s kein Nummernschild.“

Fuck. Finanzamt. Ich bemerkte mein erstes Magengeschwür, wie es sich den Weg langsam an die Oberfläche bahnte.
Aber ich bin Optimist. Setz mein schönstes Lächeln auf und ab zum Finanzamt.

Man muss für die Deutschen Leser vielleicht erklären was die NOVA ist. Übersetzt heisst das Normverbrauchsabgabe, und soll ein Steuerungsinstrument sein, um Leute zu verbrauchsärmeren Autos zu bewegen. In Wahrheit ist es nur eine Steuer und im Grunde ein weiteres Abzockinstrument, weil ich zu behaupten wage, dass es dem Porschefahrer ziemlich egal ist, ob er bei seinem 911 Turbo für eine Viertelmillion noch ein paar Tausender NOVA oben drauf legt. 

http://www.oeamtc.at/?id=2500,1098231,,

 

Nun auch meine APE sollte NOVA zahlen, obwohl die zu einer Zeit gebaut wurde, wo es die noch gar nicht gab. Aber warum aufregen. Nutzt eh nichts. Wer fahren will muss blechen. Also raus den Zaster und gut ist.
Ich kam zeitig früh und doch zu spät, weil bei der Abteilung für KFZ fragen war bereits eine Schlange bis in den Vorraum. Eine halbe Stunde bevor sie überhaupt aufsperrte. Ich stellte mich also an, und läppische 3 Stunden später war ich bei einer ziemlich genervten Beamtin im Schalterraum. 

„Was wollen sie.“

„Also ich habe in Deutschland eine APE gekauft.“

„Was haben sie?“


„Ich habe einen Ape!! ….(denkpause)  also ein Dreirad gekauft und will es in Österreich zulassen und deshalb.“

„Sie müssen Nova bezahlen.“

„Das weiß ich, ich wollte nur fragen…“

„Für Fragen bin ich nicht zuständig, sondern der Schalter auf der anderen Seite.“ Und sie deutete auf einen Schalter an dem ca. gefühlte 100 Menschen anstanden.

„Können sie mir vielleicht noch sagen was ich d..?“

„Ich bin kein Auskunftsschalter, sondern ein Einreichschalter. Gehen sie weiter.“

 

Ich hasste Finanzämter noch ein bisschen mehr, aber ich war ja „a Man with a Mission“. Also runterschlucken und an der Informationsschlange anstellen.
Kurz vor 12 kam ich dran. Ich betete mein Sprüchlein wieder runter und erwartete wieder ein ungläubiges Staunen, beim Wort APE zu erfahren, aber der Schalterbeamte lachte. Ja klar kennt er die. Ich sollte den Antrag einfach abgeben. Fuck.. welchen Antrag?!!!
Ja ob ich den Antrag auf Nova nicht ausgefüllt hätte, der da Rechts in einem Ständer zu holen wäre. Nein, hatte ich nicht. War heute nicht der Hellseher, der geahnt hätte das der Antrag in einem Ständer steckt, wo er seinen Platz mit ca. 100 anderen Antragsformularen teilte, und dabei auch noch.. was sonst, genauso aussah wie alle andere.

Dann fragte er mich noch, ob mir das niemand gesagt hätte… Nein, antwortete ich und schaute wütend auf die Dame auf der anderen Seite des Zimmers, „hat mir niemand..“

Eigentlich, so der Beamte, müsste ich jetzt den Antrag ausfüllen, und dann nochmal anstellen, was heute sicher nichts mehr bringen würde… und ein Blick auf die Schlange und ein weiterer auf die Uhr, es war kurz vor 12 sagte mir, der Mann hatte recht.
Irgendwie ahnte er meine Verzweiflung, und es klimmte sowas wie Menschlichkeit in ihm auf

„Na stellen sie sich hinter mich und füllen sie schnell den Antrag aus, dann kriegen wir das schon hin. Aber eigentlich müssen sie ihn ja bei der Dame da drüben abgeben (das war jene Dame, die mich gerade herübergeschickt hatte. Wirklich wahr. Ich hätte ihr am liebsten einen nassen Fetzen um die Ohren geschlagen. Aber ich hatte leider heute ausnahmsweise keinen Nassen Fetzen dabei… )

 

Ich füllte schnell die 4 Seiten aus und legte alle Papiere dazu, die ich über die APE hatte und überreichte sie hoffnungsfroh dem anscheinend netten Beamten.
Er überflog schnell die Papiere… Dann sagte er. „Das ist schlecht“
Oh Mann, bitte nicht. Wie ich diesen Satz hasste. Bedeutete er doch meistens das meine APE noch ein paar Jahrzehnte in meiner Garage schlummern würde.
„Was…was ist schlecht?“ fragte ich vorsichtig.


„Ihr Fahrzeug ist nicht mehr auf der Eurotaxliste und hat keine Eurozulassung. Wir brauchen für ihr Fahrzeug ohne Eurozulassung, um die Nova zu berechnen ein Wert- und Motorgutachten.“

„Ein Wert und ein Motorgutachten?!!! (von letztern wusste ich gar nicht das es sowas gab) Und wo krieg ich die her, und wie viel kostet das?“

„Das kriegen sie entweder bei der Begutachtungsstelle.“ Ich bekam kalten Schweiß.. „oder bei einem privaten Staatlich beeideten Gutachter. Und kosten? Na so ein zwei tausend Euro. Je nachdem.“ und er zuckte etwas verlegen die Schultern.
Ich war käseweiß. Ich hab gespürt, dass alles Blut nach unten sackte. Ganz nach unten. In die Unterschenkel und im Hirn war absolute Leere. Ein zwei Tausend Euro. Das wäre dann wohl das Ende meines Projekts, weil nochmal Zwei Tausender in die Hand zu nehmen wäre einfach nicht drin gewesen.
Der Beamte schaute mich an, und ich merkte, dass ich ihm ein bisschen Leid tat.
„Und wieviel Nova muss ich dann bezahlen?“ flüsterte ich.

„Ach, dass ist dann nicht mehr viel.“ versuchte er mich zu beruhigen. „Ich schätze mal Na bei ihren Fahrzeugwert 40 Euro … wens hoch kommt.…“

Jetzt hatte ich mein Blut wieder im Gesicht.

Ich sollte vielleicht 2.000 Euro für ein Gutachten hinlegen, damit ich 40 Euro Steuern zahlen durfte!!!!?

„Ist das ihr ernst?“ fragte ich, und seine Miene verkündete, dass ihm das Toternst war.

Ich überlegte fieberhart: „Können sie mir nicht einfach das Maximale an Nova abnehmen, was für das Gerät zu zahlen ist, lassen sie es 200 Euro sein, und erlassen mir dafür dieses schweineteuren Gutachten.“

 „Nein, das geht nicht. Es könnte ja sein, dass wir ihnen mehr berechnen, als sie zahlen müssten.“

Da war er wieder… mein Hass auf das Finanzamt, dersich eben aufgemacht hatte ein wenig weniger zu werden.

Inzwischen war es nach 12 und die noch wartenden anderen „Kunden“ (so nennt man uns beim Finanzamt. Ja… ist zynisch) wurden aus der Halle getrieben. Nur ich und der Beamte waren noch da.“ 

Ihm wurde die sache zusehends peinlich. Und er begann  den Telefonhörer hochzuheben und ein paar Nummern zu wählen. Nach der dritten oder vierten legte er auf und sagte zu mir.
„Gehen sie bitte mal rauf ins Zimmer 234. Zu Herrn Weber. Der ist dafür zuständig.“

 

Bei Herrn Weber… oder „Ausgeliefert“. 

 

Ich stolperte 2 Stockwerke nach oben und zu besagten Herrn Weber. Der erklärte mir dasselbe wie ich unten schon erfahren hatte.
Auf meinem Einwurf, dass das nicht verhältnismäßig wäre, nickte er nur. Nicht Verhältnismäßig, aber das Gesetz. Das Gesetz.
Da war es wieder. Meine Abneigung gegen das Finanzamt.

Das kann doch verdammt nochmal nicht sein.!!! Ich musste das ziemlich laut gesagt haben, weil der Herr Weber hatte etwas an Gesichtsfarbe verloren. „Herr Weber…  ich bitte sie. Schauen sie nach. Es muss doch eine Möglichkeit geben nicht 2000 Euro an Gutachten zu zahlen, nur damit sie wissen ob sie mir 30 oder 40 Euro abknöpfen!!!“

„Soviel wird es gar nicht sein.“

flüsterte Herr Weber dem die Situation doch zunehmend unangenehm zu werden schien. 

„Was haben sie gesagt?“

Er räsuperte sich „Vielleicht haben wir da eine Möglichkeit.“ und er setzte sich an den Computer…

„Es kann sein, sagte er, dass wir dieses Fahrzeug bereits einmal eingestuft haben. Und wenn, und ich sage, WENN das so wäre, könnten wir annehmen, dass ihr Fahrzeug dasselbe Fahrzeug wäre. (ich musste das nicht verstehen, aber ich hatte den Eindruck es wäre für mich günstig, weshalb ich einfach mal meinen Schnabel hielt.) Und wenn wir das annehmen könnten, und ich sage WENN, dann wäre es auch möglich ihre Abgaben zu bestimmen, ohne ein Wertgutachten zu fordern….vielleicht.“

Er machte eine bedeutungsvolle Pause. „Ausnahmsweise.“ fügte er hinzu…

Der Herr Weber war ob so viel möglicher Menschlichkeit total verwirrt. Er bat mich aus dem Zimmer und mich dann wieder hinein. Schickte mich aber nach 2 Minuten wieder hinaus.
„Sie sagen, das wäre eine APE, aber hier steht Vespacar.“ brüllte er durch die Tür.
„Ja. Die grossen APE heissen Vespacar“.  antwortete ich ihm durch die Tür zurück.

„Ich habe hier eine P2 Vespacar im System, die mit ihrer ähnlich ist. Können sie mir das bestätigen.“
Ich trat zum Computer, aber ein schrilles „Halt!“ lies mich erstarren.
„Ich druck ihnen das aus. Schauen sie nicht auf den Monitor. Gehen sie wieder hinaus. “
Ich weiss nicht, was ich hätte entdecken können. Vielleicht das Geheimnis Zarter Haut, aber ich tat wie mir geheissen, und wartetet auf einen Ausdruck. Und siehe da, es war eine P2. zwar Bj. 1989 aber im Grunde baugleich. Das musste die 2. Ape sein von der der Prüfer gesprochen hatte.

Ja, sagte ich, dass ist meine Maschine. Der Herr verglich die Daten.

„Sie ist 2 Jahre älter.“ murmelte er.
„Der Herr Weber atmete schwer, als würde man ein Verbrechen von ihm verlangen. Zuviel der Geistigen Beweglichkeit. Der Nachsicht. Er schaute nochmal auf seinen Computer, dann auf meine Papiere. Es war so still, ich hörte meinen Puls in meinen Ohren. Draussen summten die Bienen, bei mir raste der Puls.
Dann, nach einer Gefühlten achtel Ewigkeit, stöhnte er kurz und sagte.
„Ich denke, wir können das so machen.“
Ich atmete durch, und meine Wut auf diese Institution hat sich etwas gelegt.
24,45 Euro musste ich schlussendlich an die Staatskasse bezahlen, bekam die Bestätigung.

Als ich zurück zur KFZAnmeldestelle ging schaute mich der Sachbearbeiter ungläubig an. 

„Ich dachte ich seh sie nie wieder.“

Dachte ich auch. Am 21.7.2012 hielt ich meine Nummernschilder meiner Piaggio Vespacar P2 in er Hand. 

Dem 2. Exemplar in Österreich.. und ich glaube es werden nicht viel mehr werden. 🙂 

Was haben wir gelernt.

das dürft ihr mir beantworten…

lg und danke fürs lesen Oswald

letzter Tag?

6. August 2013

Die APE

Vor 5 Jahren gekauft, zuerst 400 km von der dänischen Grenze nach Berlin, dann nochmal über 1000 km nach Graz gerattert, gezogen, geschoben, geschleppt. Dort über ein Jahr renoviert, von Grund auf. In seine Bestandteile zerlegt, Ersatzteile in ganz Italien gejagt, schweißen gelernt, weil der Kabinenboden eher ein Sieb und kein Blech, das was die Italiener einen Lack nennen geschliffen bis ich eine Staublunge hatte. Karosserieteile selber gespengelt, Motor in seine Einzelteile zerlegt und wieder zusammenbekommen dann nach Salzburg gezogen bei Nacht und Nebel die APE mit im Gebäck, (inzwischen schon zusammengebaut und im roten Kleid). Dort zwei Jahre vor sich hingeschlummert (ich sage lieber „gereift“). Und jetzt soll das wirklich an so was wie der Typisierung scheitern? Das hat sie nicht verdient. 


Wir erinnern uns, schon 2-mal hab ich Anlauf genommen, um mein Teil typisieren zu lassen.

Prüfstelle

 Das ist besagte Typisierungsstelle. Der Ort der Entscheidung… oder eben nicht.

Beim ersten Mal ging die Gangschaltung in die Knie, knappe 2 km vor der Typisierungsstelle. beim zweiten Mal schleppte ich mich bis zur Typisierung aber ein kaputtes Blinklicht  und eine Fahrgestellnummer die der Prüfer nicht fand wurde mir zum Verhängnis. Und es sollte noch nicht das Ende sein. Merke… typisieren ist deine persönliche Reifeprüfung. Hier scheidet sich Mann von Waschlappen. Und ich wollte Mann sein!


Ich hatte die Woche vorher alles Kritikpunkte durchgearbeitet. Alles eigentlich ganz einfach. Das mistige Blinklicht repariert in knapp 2 Minuten (Wackelkontakt). Die Fahrgestellnummer war genau da wo sie sein sollte. Nur man musste sich halt etwas bücken… das kann man einem In-schenöhr von der Prüfstelle nicht zumuten. Der hatte es wohl im Kreuz. Die Innenverkleidung mit Blechmuttern festgeschraubt, auch ein Klacks.

Fehlte noch die Tachowelle.

Ich weiß nicht, was mich da beißt, dass ich mir immer irgendetwas bis zum Schluss aufheben muss. Räum ich die Werkstatt auf, bleibt die dreckige Lack Dose am Arbeitstisch, die ich dann 4 Tage später mit der Hilti wieder runterhämmern muss. Pack ich meine Koffer ausnahmsweise mal nicht 20 Minuten vor Takeoff lass ich bestimmt das Zusammensuchen der Dokumente für kurz vor dem Abflug. Wo ich diese Dokumente natürlich nicht dort finde, wo ich sicher war, dass sie liegen müssten. Und dann mit Taxi Vollgas und bei Rot durch die Stadt und verschwitzt in die 14 Grad Klima des Flugzeugs… Muss so sein. Ich hab ja die Theorie, dass der Mann Herausforderungen braucht, die ihm das moderne Leben einfach nicht bieten kann. Wann hat unsereins das letzte Mal ein Mamut gejagt? Na eben. Und immer nur Fernsehfernsteuerung Programmieren ist auch nicht der Killer. Normales Leben hat keine Dramatik. Ok, typisieren schon, und APE herrichten erst recht, aber sonst? Gähnende Unterforderung für unsereins… Da gibt eine noch nicht eingebaute Tachowelle am Tag der Abnahme dem Leben erst seine Würze.

Mein Plan war der: Um 10 Uhr war der Vorführungstermin. Um 8 wollte ich mit der Welle bei meiner APE auftauchen, eine halbe Stunde schrauben… dann gemütlich frühstücken und dann ab zur Vorführung. So war es gedacht.
Ich kam um 9 zur APE. Konnte ich voraussehen, dass ich meinen Sohn zur Tagesmutter bringen musste? Ja konnte ich, aber nicht, dass ich mich nicht so leicht von meinem kleinen knopfäugigen Nachwuchs trenne und er mir vorher noch erzählen muss, dass er jetzt mit dem Traktor spielen wird und mir den Traktor zeigen muss und ich ihn bestaunen muss und mich mit ihm ins Spielzimmer gehen und ein paar Runden herumtuckern. …. Tja das hat halt Priorität. Und das spart den Psychologen in der Zukunft.

Alles noch kein Problem, bin locker in der Zeit. Und die Welle, das ist ja kein Akt…Ich schraub die Armatur runter, geschwind die alte Welle vom Tacho, dann noch zum Motor, wo die Welle in denselben führt dreh an dem Alustutzen und dreh und dreh ….  und krieg das Scheissteil nicht los.

Eigentlich sollte man einmal dran rumnuckeln und die Alumutter sollte sich dann von alleine lösen. Eigentlich, aber die Alu Befestigungsschraube tat das, was Alu am besten kann. Sie verkorrodierte mit dem Alu Motorblock. Und das Teil saß bombenfest. Geschweißt wäre lockerer gesessen.

 Tachowelle…

 Besagte Aluschraube… eher ein Griff, als eine Schraube und mit dem Motor festgebacken….

Was die Sache noch zusätzlich erschwerte. Diese scheiss Schraube war so blöd angebracht, dass man eigentlich den ganzen Motor auszubauen hatte, um an sie ordentlich ranzukommen. Etwas was man nicht auf der Straße so mal eben mit einem Leatherman macht. Und erst recht nicht in 60… nein 50 Minuten vor dem Vorführtermin. 

Ich gebs zu, ich war dabei meine Contenance etwas zu verlieren.

Ein bisschen. Aber warum hat Gott WD 40 erfunden. Na klar, damit man es benutzt. Also sprüh ich das Teil mit WD 40 ein, was sag ich, ich ersaufe es in einer vollen Dose. Und… es rührt sich nicht. Meine Flüche (ich hatte jetzt nur noch knappe 25 Minuten) hallten durch die ganze Stadt. Blöderweise verstand die diese Aluschraub nicht. Eh klar. Ich schwitzte und zog und rüttelte, dass der Lack fast von der Karosserie fiel, aber sie rührte sich nicht. Nicht einen mm. 20 Minuten noch. Kann nicht sein. Ist das ein Fluch? Will da jemand was verhindern. Ich erinnerte mich wieder an den guten alten Odysseus, und den Fluch der Götter. Ich fluchte zurück robbte mich nochmal unter die Maschine, presste meinen Franzosen mit aller Macht zu- fluchte nochmal (fluchen gehört zum Schrauben, wie WD40) und zog… und …sie knackste.. ein bisschen… und gab nach. Diese verdammte Schwester einer H…. löste sich und lies sich losschrauben.

(Übrigens.. Piaggio… Aluschraube in einem Alublock… und das in Salzwasser…. keine gute Idee… echt nicht… wirklich nicht)

Ich hätte gerne gefeiert. Mir eine Sixpack Bier gekauft und mir jede Dose über den Kopf geschüttet, aber es fehlte etwas die Zeit. Nur noch 15 Minuten. Ich befestigte die Welle am Motor, zog sie nein fädelte sie in die Fahrerkabine und dort an den Tacho. Noch für einen kleinen Funktionstest den Parkplatz auf und abgefahren…. und wirklich… dieser besch… Tachonadel rührte sich überhaupt nicht. Mir gingen die Flüche aus. Hatte auch keine Zeit mehr dazu. 10 Minuten noch. Ich zerlegte in meiner Not den Tacho und bemerkte, dass die Nadel zu Schwergängig. Ich übergoss sie mit Öl und zog die Rückholfeder noch etwas straffer. Noch 2 Testfahrte und der Tacho bewegte sich wieder. Auch das Zittern hat aufgehört. Aber ob das die richtige Geschwindigkeit war, die er anzeigte… Egal, scheissegal. Mir blieben noch 3 Minuten. Ich klemmte mich hinter das Lenkrad und ratterte zur Abnahmestelle bei Rot über die Kreuzung.
Eine Minute nach 10 Uhr traf ich bei der Prüfungsstelle ein. Dort stieg ich schwitzenden aus dem Gefährt…

„Nervös“? fragte der Prüfer. Ich japste irgendwas von einer zitternden Tachonadel und der Motornummer und das der Blinker… „Zitternde Tachnonadel?“ frage der Prüfer… „da hats einer aber sehr genau gemeint.“ Ich konnte ihm nicht widersprechen. D.h. ich konnte wirklich nicht, weil ich immer noch am Luftschnappen war.

Die Überprüfung dauerte genau 2 Minuten.

ZWEI MINUTEN!!!

Tachonadel war im schnurzegal. „so ein Teil muss zittern nicht?“ Ich hätte geweint, hätte ich Luft bekommen. Ich hätte den Prüfer am liebsten mit der Nase auf meinen, nicht mehr zitternden, Tacho gebunden und wär mit ihm eine Runde durch Zentraleuropa getuckert, wenn es der Prüfer vom Letzen Mal gewesen wäre, aber der hier, der war nett. Und so blieb mir nichts anderes übrig als nach 10 Minuten meinen Typisierungschein abzuholen. M e i n e n T y p i s i e r u n g s s  c h e i n!!!!
Ich jubelte sprang und feierte ine Volksfest… intern. Äusserlich blieb ich cool wie ein Eisbär. Der Beamte sagte noch. „Na sehen sie, ging ja ganz schnell.“

Leute… heute ist es soweit: Ich melde das Scheissding an. . Jetzt. In 5 Minuten…. dachte ich damals noch… aber so schnell geht das ganze nicht. Es dauerte ….. noch eine ganze Weile und wäre fast in letzter Sekunde für immer gescheitert, aber dazu das nächste mal mehr…

Was haben wir heute gelernt: 

Das wir Männer Herausforderungen brauchen wie die Luft zum Atmen. Und wenn zufällig kein Mammut zur Stelle, heben wir uns eine Tachowelle bis zum Schluss auf. Hossa.
🙂