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Second Try oder Odyssee 4

19. Juni 2012

Wenn man was vom guten alten Odysseus lernen kann, dann das… dass man beim Umgang mit den Göttern einen verdammt langen Athem braucht. So dämmerte der 4. Versuch herrauf meine APE in Österreich zur Typisierung zu bringen.

echt wahr…. 4. Versuch schon… :/

Altersheim Copyright GNU Wikipedia

Der aktuelle Ort des grausamen Geschehen.  

Es ist ein Affe….


Dieser Parkplatz,
an dem ich mich nach meiner Panne hingeschleppt hatte, war zufälligerweise ganz genau vor dem Städtischen Altersheim. Und während ich, wieder und wieder ratternd den kleinen Parkplatz rauf und runter stotterte und dabei versuchte unter lautem sinnlosen Fluchen, Schimpfen und Drohen die Gänge hineinzuprügeln, (als hätte schon jemals eine weibliches Wesen darauf mit unbedingter Folgsamkeit reagiert) streckten die ersten Bewohner neugierig ihre Köpfe aus der Tür.

Und es wurden Runde um Runde mehr. Schön langsam schien sich das gesamte Altersheim an meinem Unglück zu delektieren. Die die nicht gehen konnte schob man wahrscheinlich mit dem Tropf zum Fenster. Blaugraue Schwaden zogen bereits über den nahen Park. Zwei ältere Herren hatte es sich nicht nehmen lassen und humpelten auf einer Bank direkt neben mir und meiner APE.

„Er versucht es zu reparieren.“ stellte der eine fest.
„Ich hab früher auch ein Auto gehabt……das war auch immer kaputt.“ antwortete der andere und nickte.
Sehr nett.
Ich streckte meinen Kopf unter dem Fahrzeug hervor, lächelte (bemüht)  und verbesserte…„Das ist kein Auto, das ist eine APE.“
„Was sagt er?“ nuschelte der eine. „Er sagt, das ist kein Auto, das ist ein Affe.“
der andere nickte.

.
Zuerst dachte ich ja, das Getriebe wäre hinüber, und deshalb hab ich sie schon gleich vorsichtshalber per Handy bei einer Piaggio Werkstatt angemeldet. Getriebe trau ich mich nämlich sicher nicht selber zu reparieren. Sonst hatte ich ja bereits alles bei meiner Lieben in der Hand gehabt. Aber Getriebe.. das ist der Mount Everest aller Schrauberherrausforderungen.

Die Werkstatt traue sich das auch nicht, teilte diese mir unverblümt mit, denn sie hatte auch noch nie auch nur einen Teil einer APE in der Hand gehabt, wie mir der Werkstattleiter treuherzig versicherte… Aber ich soll mir keine Sorgen machen. Ist doch auch  nur ein Auto…
Gott sei Dank konnte ich auf „professionelle“ Hilfe verzichten. Nach ein paar Mitteilungen im Forum, die ich eifrig über das Handy abrief, verdichtete sich der Verdacht, es könnte sich um die Mitnehmersteinchen der Schaltbox handeln. Ja, genau. Diese Mitnehmersteinchen, die die mich schon mal knapp 12 Stunden um den Verstand gebracht hatten.

Ich ertappte mich bei dem Gedanken, mir lieber einen kapitalen Motorschaden zu wünschen… oder mit einem beherzten Schluck Getriebeöl meinem verpfuschten Leben ein Ende zu setzen, aber dann kann sich ein Schrauber sein Schicksal ja nicht aussuche. Also klemmte ich mich dann tapfer noch am selben Tag unter den Motor.

4 Stunden später waren die Steinchen unter dem Applaus der Geriatrie wieder drinnen. Die Heimbewohner konnten sich wieder zum Skat setzen und die Infusion fertig nehmen, und ich konnte in die Abenddämmerung heimwärts tuckern.

Vorm Jüngsten Gericht.

.
2 Wochen später hatte ich den nächsten Termin und diesmal schaffte ich es zum einen im Morgengrauen und zum anderen bis zur Typisierungsstelle. Der Gang blieb drinnen (obwohl er es sich zwischendurch kurz überlegt hatte.)
Dort sass ich wie beim Doktor im Warteraum und harrte auf meinen „Inschenöööhr“, der das Teil begutachten sollte. Der Mann der nur die Unterlagen aufnahm, war schon reichlich überfordert.

„und das da fährt?“.

Ich hatte gehört, dass diese „Inschenöööhre„, wenn sie schlecht geschlafen hatten, Fusspilz oder die Frau in der PMS, so richtig unleidlich sein konnte. Mein Prüfbeamter hatte alles drei.

Er befahl meine Ape auf die Prüfstrasse zu fahren…

Das war eine Halle in der gut 3 Sattelschlepper mit Anhänger hintereinander und ebenso viele nebeneinander Platz gehabt hätten. Da stand sie nun, die p2. In der Mitte der Halle. Allein. Mit mir und dem besagten Ingenieure. Platz hatten wir alle drei also genug.

Kathedrale des Grauens möchte ich sie mal nennen, diese Halle, für jeden flachgelegten Golf der da in Polizeibegleitung des ein oder andere mal zur Untersuchung eskortiert wurde. Wie viele Leiden, wie viele Verzweiflungstränen diese Betonmauern wohl schon gesehen hatten, wenn wieder einmal ein untypisiertes Sportfahrwerk und Fahrer gewaltsam voneinander getrennt wurden, und der letztere vorsichtshalber gleich von seinem Lappen. Mir konnte nichts passieren. Meine APE war blitze blanke sauber. Optisch wie rechtlich.

Tieferlegen hätte bei ihr sowieso keinen Sinn gehabt, denn bei der Höchstgeschwindigkeit von sagenhaften 62 kmh war Bodenhaftung egal, bzw. fiel sowieso aus dem Stand um, wenn sie Lust dazu hatte. Tieferlegen hätte nicht die Bohne daran geändert, außer dass der harte Beton dann nicht soweit weggewesen wäre. Gut ich hatte einen Pollini Rennzylinder eingebaut. Soll anscheinend 3 km/h mehr bringen. Ich hab das noch nicht bemerkt, weil um das zu testen, hätte ich auf einer Geraden 10 Minuten am Stück Vollgas geben müssen, und so eine Gerade gab es in ganz Österreich nicht….
Also ich hatte die Vermutung, dass der Herr Ingenieur nicht unbedingt einen Pollini von eine Piaggio Zylinder zu unterscheiden weiss. Und da sollte ich recht behalten. Sonst nahm er es eher genauer…

„Was haben wir denn da.“ fragte er
„Eine Ape p2 Vespac…“  er unterbrach mich.
„Lesen werd ich selber.“ und nahm die Papiere.
„Übersiedlungsgut also.“ Ich wusste nicht ob ich etwas sagen durfte. Aber die Art wie er das sagte lies mich wenig Gutes erahnen.
„Messen wir mal die Spurbreite… „ ….Spurbreite, bei einer APE???
“ 1 cm zu viel.“  Er kritzelte seine Erkenntnis auf einen Zettel.

1cm von was? An der Spubreite hatte ich nichts gemacht. Vielleicht hatte ich den Lack zu dick aufgetragen, ich wollte schon was sagen, aber ein Blick in die verfinsterte Miene meines Prüfers lies mich verstummen.

„Die Innenverkleidung an den Türen fehlen“ das wäre meine Nummer 10 und 11 auf der Liste der Nacht vor dem letzten Termin gewesen und sind sich einfach nicht mehr ausgegangen. Aber ich dachte, die kleinen Apes haben überhaupt keine, kann doch kein Problem sein…
„Schwerer Mangel. Schaun wir weiter.“  Schwerer Mangel? Was glaub der Mann, dass eine Türverkeidung die Verkehrssicherheit einer APE garantiert. „In einer APE garantiert nichts deine Sicherheit!!!“ Hätt ich gerne gerufen, aber ich hatte ja noch Redeverbot.

„Der Blinker vorne Rechts geht nicht.  Schwerer Mangel.“
Jetzt musste ich doch was sagen. Ich erwiderte, dass ich glaubte dass ein Blinkerlampe kaputt wäre und die könnte ich doch sicher später repa….

„Wollen sie mir meinen Job erklären?“ Wie käm ich dazu…

Was dann folgte war nur konsequent. Er fand die Fahrgestellnummer nicht und hatte auch keine Lust sie zu suchen. Nach dem Blinker schien die Sache gelaufen. Auch stellte er fest, dass die Motorbezeichnung mit seinen Papieren nicht übereinstimmt. (Welche Papiere auf meinen stand gar keine Motornummer?) Schlussendlich fand er heraus, und das schlug bei ihm wohl dem Fass den Boden aus, dass der Tacho wackelte. Er wackelte. Was er meinte war, dass die Tachonadel nicht ruhig die Geschwindigkeit anzeigte sondern sich darum hinzitterte.
„Mann.. das ist Apetypisch du ignorant.“ Hab ich natürlich nicht gesagt sondern nur gedacht.
„nicht die Nadel wackelt, das ist die APE.“ Auch das hab ich mir nur gedacht.

Das wars.

Ich fragte wann ich meinen nächsten Termin bekommen würde. Er sah mich von der Seite an. „Wollen sie es nochmal versuchen?“

Das hatte mich schon einmal einer gefragt. Eh klar…

Was lernen wir daraus.

Das Neugierde anscheinend nix mit dem Alter zu tun hat,

Gut Ding anscheinend immer Weile haben muss, ich aber gut auf den blöden Spruch verzichten könnte.

 

 oswald…

 

First Try oder Odyssee 3

8. Juni 2012

Manchmal ist es wie verhext. Da geht gar nichts. Nicht mal der Deckel ab von der Niveadose.

Nummerschild

Sieht aus wie ein Nummernschild, greif sich auch so an… funkt trotzdem nicht. 

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Wer kennt das nicht?!

Da versuchst du nur mal schnell den Zylinderkopf abzunehmen, was eigentlich eine Arbeit von 3, was sag ich, 2 Minuten. Reißt dabei aber gleich mal die Schraube ab. Dann findest natürlich keinen Metallbohrer  (der letzte ist gestern abgebrochen und heute ist natürlich Sonntag), der Nachbar, der vielleicht was leihen könnte, ist auf Urlaub. Was heißt, DER Nachbar. ALLE Nachbarn. Also bleibt nur noch der Schwager der 80 km weiter wohnt (und sich immer schon ins Fäustchen gelacht hat wegen deiner Schrauberkünste). Dann beim Ausbohren triffst du den Motorblock, vernudelst das Gewinde, findest keine Überschraube, schlussendlich zerreißt noch die alte Dichtung und neu gibts die nicht mehr, und spätestens dann schmeißt du den offene Motor in die nächste Ecke wo er die nächsten Jahre vor sich hin schimmelt, und du fängst wieder was sinnvolles an. Breifmarkensammeln zB. Was willst du machen wenn dir die Schraubergötter nicht gewogen sind?! Ich sag’s euch… kämpfen.

Meine Schraubergötter hatten immer noch einen Schleim auf mich. Seit 3 Jahren steckte ich schon in der Typisierungsodysee. (siehe vorige Artikel) Aber aufgeben war nicht. Kämpfen. Ich will das Teil in Österreich auf der Strasse sehen. Und wär es das letzte was ich tuhe.

Der nächste Morgen…

So stand ich im brav um 5 Uhr ich wieder neben meiner APE. Nach einer mageren Stündchen Schlaf. Ein echter Schrauber braucht keinen Schlaf.  (murmelte ich immer wieder vor mich hin.) Was sollte ich tun. Hatte ich ja die halbe Nacht an der verdammten Hupe herumgeschraubt. Und heute war ja der Typisierungstermin. Aber das war nicht der eigentliche Grund für meine frühmorgendliche Selbstquälerei. Der Termin selbst war nämlich erst um 9 Uhr. Wär ich zur Fuss gegangen, hätte es locker gereicht um 8 Uhr aus den Federn zu kriechen. Aber ich sollte ja mit meiner APE dorthin. Besser ist es. (Sonst wäre ich noch typisiert worden, und wer weiss, ob ich das bestanden hätte. )

Neinneinnein… ich will nicht, dass hier ein falscher Eindruck entsteht. Gut sie ist langsam, aber sooooo langsam nun auch wieder nicht. Der Grund war etwas subtiler. 

Die Prüfstelle war auf der anderen Seite der Stadt. Klar wo sonst. Und ich hatte noch kein Nummernschild.

D.h. ich hatte zwar ein Nummernschild, aber das war aus Posdam 7 Jahre alt und die Prüfplakette vor 5 Jahren abgelaufen.
Ähm.

„Echt, das Pickerl ist nicht mehr gültig Herr Inspektor? Muss ich übersehen haben…“

Hallo! Meine Ape stand in den letzten paar Jahren in diversen Garagen um von Grundauf renoviert zu werden. Und zwar die meiste Zeit davon in Einzelteilen zerlegt.

Wie machst man da ein Pickerl?

„Hab heute mal die Kurbelwelle zu Begutachtung vorbeigebracht.“ Neeee…

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Das was die Sache spannend machte: Mein Gefährt war nicht gerade das was ich unauffällig nennen würde. Nein, konnte man nicht sagen. Ein rosaroter 40 Tonner ist unauffällig, aber eine APE? Nach dazu wenn ich den gesamten Frühverkehr der Stadt unfreiwillig hinter mir her entscheunigt, eine Schlange von mehreren Hundert hupenden Autos durch die ganze Stadt gezogen hätte, da hätte es gut sein können, dass ich das Interesse des ein oder anderen Freund und Helfers in Grün auf mich gezogen hätte.
Kluge Leute besorgen sich ja ein Überführungsschild von einer befreundeten Werkstatt … aber ich war mit keiner Werkstatt befreundet. Oder einen Anhänger wäre auch ein super Idee. Aber schon mal nach einen Autoanhänger für ein dreirädriges Gefährt gesucht? Also hieß es nach bester Motorschraubermanier. No risk no fun. Oder… Mut kann man sich nicht kaufen.
Das Ziel war also, möglich ohne Aufsehen durch die ganze Stadt zur Prüfungsstelle zu kommen. Und das schien mir in aller Herrgottsfrühe am wahrscheinlichsten. Sehr früh. Ganz früh. Vor dem Morgentau quasi.Je früher desto besser. Nur keine Aufmerksamkeit erregen. Pssssst.

Startschwierigkeiten

Doch bevor ich losfahren konnte, gab es noch ein kleines Hindernis zu überwinden. Ein Kitzekleines. Ich hatte am Vortag nicht probiert, ob meine Kiste überhaupt anspringen würde. Hey, ich war mit der Reparatur meiner Hupe beschäftig. Ihr erinnert euch. Aber ich vertraute ihr. Meine APE liebt mich, so wie ich sie liebe. Sie lässt mich nicht im Stich.

Ich drehte also den Zündschlüssel und der Anlasser rotierte los.. und rotierte und rotierte… und rotierte. Sie rotierte und viebrierte, dass es mir die Goldkrone aus dem Backenzahn schüttelte, aber anspringen wollte sie nicht. „Zumindest funktioniert der Dynastarter“, dachte ich. (Bin Optimist. Halb Voll. Ihr versteht.) Ich klemmte mich unter mein Gefährt und tat das was ein Apefahrer für gewöhnlich macht. Er schraubt mal an der Glühkerze rum.
Und die war knochentrocken.
Irgendwas in meinem Gehirn glimmte bei diesen Anblick, war aber vom Leuchten zu weit entfernt, weshalb ich es glimmen lies und mich weiter meiner APE zuwandte.

Zu meiner Entschuldigung: Ich  hatte da noch keinen Kaffee, sodass mein Gehirn noch im Stealthmode funktionierte, nämlich gar nicht. Und anstatt dem Dämmerungsgefühl nachzugehen, zog ich es vor noch eine neue Glühkerze einzuschrauben, das Gasseil zu überprüfen und noch einen zweiten, dritten, vierten, fünften Startversuche zu wagen.

Inzwischen war es schon nicht mehr „früh“ und mein Plan, in der Morgendämmerung unauffällig durch Salzburg zu schleichen, löste sich in dem nahen Sonnenaufgang in Wohlgefallen auf. Ihr wisst schon, die Götter…. Als ich schon alles hinschmeißen wollte (ich plante gleich mal eine vollständige Motorrevision), fiel es mir wie Schuppen von der Denkleiste, und das Dämmergefühl von zuerst wurde zum Licht, das mir aufging.
Das Teil hatte ja einen Benzinhahn! Den hatte ich, weil ich ein Schlauer bin, vor 3 Jahren zugedreht. Und weil ich dämlich bin, dasselbe vergessen.
Den aufgedreht und noch ein paar Minuten stotterte und sprottete sie los. Hinter mir ging die Welt in graublauen Nebel unter…..

Mich kann nichts stoppen… ausser vielleicht zuwenig Kaffee in der Früh… 

 

Abfahrt

So tuckerte ich also endlich in „nicht mehr“ aller Hergottsfrüh los. Der Frühverkehr brüllte inzwischen mit aller Macht durch die Strassen.

Jetzt nur keine Panik.

Die ersten paar hundert Meter gingen auch ganz prima. Keine gröberen Vorkommnisse. Ich bewegte mich vorwärts. Ohne Polizeibegleitung. alles im Rahmen. War auch kein Verkehr unterwegs. War eine Privatstrasse. Aber ich fuhr. Bis zur nächsten Kreuzung. Da würgte ich siegleich mal beim Schalten ab. Natürlich stand ich mitten auf der Kreuzung.Eh klar. Wo sonst
Schwitzend versuchte ich sie wieder in Gang zu bringen, während links neben mir ein 24 Tonner eine Notbremsung hinlegte und der Fahrer wohlwollend lächelnd nach unten blickte. Ich lächelte gequält zurück. Ein-zweimal orgeln, dann hustete sie sich wieder frei. Ich knatterte befreit von der Kreuzung und die Straßen weiter.
Nur von frühmorgendlicher Einsamkeit keine Spur mehr. Verdammt… was machten jetzt schon die hunderten anderen Autos auf der Straße.
Habt ihr kein Bett, könnt ihr nicht auspennen?! Ich schaute mich vorsichtig nach Polizeiautos um aber da waren Gott sei Dank keine. Ich röhrte Richtung Altstadt. Der Stau hinter mir. Aber zumindest vor mir war die Straße frei. 🙂 Über die Salzach auf die Staatsbrücke und dann bog ich Richtung Flughafen ab. Meiner anfänglichen Nervosität wich langsam eine gewisse Gelassenheit. An der Burg, die sogenannte „Festung“, die hoch über der alten barocken Stadt stand, nagten die ersten Sonnenstrahlen und tauchte sie in ein angenehmes Gelb und ich begann das Ganze zu genießen. Ab und zu fuhr ich auch knapp an die 50 kmh. Wahnsinnige Geschwindigkeit. Coool. 7-8 Minuten noch. Um eine Kurve, den kleinen Hügel beim sogenannten Henkerhäusl hinauf. Nichts ist geschehen. Noch 2 km und kein Polizist weit und breit. Ich atmete durch. Ging leichter als Gedacht. War geradezu ein Kinderspiel. Weiß gar nicht was ich hatte. Ehrlich gesagt, das kann jeder. Bei einer Kreuzung kurz angebremst, 2. Gang hinein … krach….. hust….

aus.

 

Und ich stand wieder mal mitten auf einer Kreuzung. Diesmal auf einer der meistbefahrenen in der ganzen Stadt. Im Frühverkehr. Mitten drauf. Rechts und links kein Vorbeikommen an mir und meiner APE.
Aber was kümmerte mich der Frühverkehr. Was war mit meiner APE? Kolbenreiber? Oder noch was Schlimmeres?? Ich startete und sie röhrte sofort wieder los. Motor schien ok, aber als ich vom ersten in den 2. Gang schalten wollte ging das nicht mehr. Der Erste steckte wie festgeschweisst. Zumindest konnte ich mich aus der Kreuzung bewegen. Ich fuhr im Unterschritttempo (und jeder der eine Ape hat, weiß was ich damit meine.) Mich hätte der Himalaya beim Wachsen überholt, so langsam ist die Erste untersetzt. Aber ich schaffte die hundert Meter raus aus der Kreuzung auf einen öffentlichen Parkplatz. Dort probierte ich nochmal die Gänge. Aber nix. Ich fluchte ich schimpfte, dann fluchte ich wieder, dann klemmte ich mich unter meine Ape. Aber nix war zu sehen. Ganggestänge war ok, Öl im Getriebe…
Nach zwei Stunden fluchen schimpfen und suchen musste ich davon ausgehen, dass das Getriebe wohl hinüber wäre, und das konnte ich beim besten Willen nicht in 10 Minuten mit einem Leatherman mal wieder gängig machen. Traurig und geknickt nahm ich mein Handy herraus und rief die Behörde an um meinen Termin für heute abzusagen. Als ich einen neuen Termin ausmachen wollte, hörte ich den netten Mann an der anderen Seite der Leitung sagen… „Wollen sie es wirklich noch einmal probieren?“Arsch…
Für heute hatte ich verloren… but „Il be back….“

 

Was lernen wir daraus. 

Das man Benzin zum fahren braucht, 

und Kaffee zum schrauben. 
und das Briefmarkensammeln keine wirkliche alternative…

 

 

Typisierungsmarathon oder Odyssee 2

4. Juni 2012

Als Odysseus von Troia, oder dem, was er davon übrig gelassen hatte, wegschipperte, dachte er noch, er wäre zum Kaffeklatsch bei Frau und Balg. Ich dachte ich schaffe es am Tag vor dem Vorführtermin die letzten kleinen Macker an meiner APE auszubügeln und dann zu Frau und Balg. Die Götter hatten für uns beide andere Pläne…

 Zeus

Zeus… ich glaub der mag mich nicht. 

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3 Jahre sollte es dauern  bis ich einen weiteren Versuch unternahm meine Ape auf die Strasse zu bringen.

Dazwischen hab ich meine Frau gefunden, mich verlobt, geheiratet, Haus gekauft, Haus renoviert, neuen Job angenommen, Kind bekommen… naja das übliche halt.

Jetzt, so dachte ich, schien es an der Zeit auch die Ape in Betrieb zu nehmen. Andere pflanzten einen Apfelbaum, ich typisiere eine APE und ich war eigentlich guten Mutes das mir das gelingen sollte. „Eigentlich“ deshalb, weil mir vor 3 Jahren zwar mitgeteilt wurde, dass mein Fahrzeug nicht in diesen Land genehmigungsfähig, -> Link zur Geschichte ich aber dann ergoogelte hatte, dass sie es typisieren müssen (auch wenn sie nicht wollen), wenn sie bereits in Deutschland auf mich angemeldet. Und das war sie. (ich liebe die EU)

„abgrundtiefhöllischesgegrinsemitlautenlachenundzungerausgestreckt“ 🙂

 

Ich holte mir einen Vorführtermin zur Typisierung und hatte Glück. In 2 Wochen wär es schon soweit. Ausnahmsweise, weil ein anderer ausgefallen ist. Hatte sein Fahrzeug nicht fertig bekommen. Looser.
Natürlich lies ich mir bis am Vortag des Termins Zeit, für die Endkontrolle. Alles andere ist für Weicheier.

Wir Männer brauchen den Druck und den Stress von Termin und Zeit. Adrenalin, Fluchen, Improvisieren. Männeraltag eben. Ohne dem würden wir heute noch auf den Bäumen sitzen und Bananen futtern. 

Oder gemütlich in einem Sofa bei einem Abendbierchen. Ich lag unter meinere APE. 
Aber lacht nicht. Viel konnte ja nicht sein. Ich hatte sie ja bereits seit 3 Jahren fertig. Fast. Und die ein-zwei kleinen Dinge die noch zu tun waren. Kleinigkeiten. Nicht der Rede wert. In einer Stunde bin ich fertig. Ihr werdet sehen. 

Ein zwei Kleinigkeiten

 

Ich hatte zb. noch keinen Sicherheitsgurte montiert (eigentlich überflüssig bei einem Gerät, indem du eh einen furchtbaren Tot stirbst, wenn du nur an einen Bordstein rollst, aber ich denke die Prüfer sind da weniger pragmatisch) und die Batterie war leer, oder kaputt. Wahrscheinlich beides. Das konnte ich nicht so genau sagen, weil ich sie ja seit 3 Jahren nicht mehr angeschmissen hatte. Das an und für sich war nicht so problematisch, aber ob sie starten würde, oder nicht wurde spannend. Wie gesagt… am nächsten Tag war der Vorführtermin.
Ich fuhr also zum nächsten Autoladen und kaufte ein Batterie Ladegerät. Ein XXXXLadeGerät. Ein Teil, dass in der gesamten Umgebung die Stadt verfinsterte wenn ich es anschalten würde. Ein Teil das gefühlte hundert Kilo wog. Eines das meine AutoBatterie in Zwei Minuten aufblies. Eines für Männer eben. Was mit mehr Power… weil mehr Zeit hatte ich nicht.
4 Stunden später war mein Gurt montiert und die Batterie zur Hälfte voll. Das musste reichen. Als ich sie angeschlossen hatte (schön vorsichtig, immer Masse zuletzt, sonst bruzelt der Papa an der Karosserie fest) merkte ich, dass 1. Ein Scheinwerfer nicht ging, 2. die Blinker ALLE nicht funktionierten und 3. die Hupe offenbar den Geist aufgegeben hatte. Sie „möpte“ einmal ein bisschen und blieb dann für immer stumm.
Verdammt. Und ich hatte ja meiner Frau versprochen am Abend früh daheim zu sein. Wird schon.

 

Mehr Licht

Das mit dem Scheinwerfer sollte doch eigentlich ganz einfach sein. Kann ja nur die Birne sein. Ich schaute mir die Lampe an, aber der Glühdraht war in Ordnung. Dann überprüfte ich alle Kontakte. Aber auch die waren ok. Und mein Strommessgerät sagte mir, Strom floss. Also müsste das Teil eigentlich leuchten. Tat es aber nicht. Wunder der Technik eben.
Nun, wer die Scheinwerfer einer Ape kennt, und ihre Leuchtkraft, weiss dann auch warum Glühbirnen „Glühbirnen“ und nicht „Leuchtbirnen“ heissen. Der sanfte gelbe Schein konnte eine Fahrt im Dunkeln verdammt spannend machen.
Also kurz gesagt, ein Glühen ist bei der Ape wirklich noch ein Glühen. Aber doch nicht so wenig, dass ich es nicht sehen konnte, oder? Nee.

 

Also entschloss ich mich mir die Lampe noch einmal anzusehen. Und als ich sie aus der Fassung drehen wollte hatte ich plötzlich den Glasteil in der Hand. Italienische Wertarbeit eben. Und das war der Moment wo ich das erste mal daran dachte, dass die Götter mich prüfen wollten. Weil von aussen sah das Teil super fit aus, konntest du nichts erkennen, war alles schniecke, nur von innen war es marode.
Schwamm drüber.

Dafür suchte ich nach der Reservelampe nur eine Stunde. Ordnung sei Dank, und wäre super, wenn man sie denn hätte. Ich hatte Vertrauen in meine Instinkte und in einen Haufen Kisten in denen alle Ape Teile untergebracht waren.

 

Noch mehr Licht 

Jammern hilft nix. Blinker is next. Diesmal war ich schlau schaute mir zuerst alle Lampen an, und zwar ganz genau, aber die schienen ok. Schwerer Fehler Indy. Denn diese Teile auzubauen ist nicht so leicht, und kostete mir fast eine Stunde. Verdammt. Und das beste, keines der Teile war kaputt.
Wackelkontakt schien auch keiner zu sein. Also konnte es nur am Relais liegen. Oder an zu wenig Spannung auf demselben? Ich begann etwas ungeduldig zu werden und wie wild zu messen. Es war bereits später Nachmittag und ich hatte, wie geschrieben, meiner Frau versprochen nicht den ganzen Sonntag unter der Ape zu verbringen. Und was man seiner Frau verspricht, brichst du nicht (besser ist es). Aber das Problem schien sich nicht lösen zu lassen.
Alles nur kein Blinker. Bis ich ganz zum Schluss, also so nach 2 Stunden mal auf die Idee kam nachzusehen ob vielleicht die Sicherung….
Das suchen nach der Reservesicherung dauerte dafür nur eine Stunde. Gut wenn man Ordnung hat.
Das mit „am Abend daheim bei der Familie“, hatte sich erledigt. Es war Abend, und ich offensichtlich noch nicht daheim. Und dabei hatte ich das kniffligste noch vor mir.

 

und Sound, oder in der Hupe ist der Wurm

Die Hupe. Ja, denkt ihr, was kann bei dem Teil kaputt sein? Einfacher ist ja technisch nur noch ein Faustkeil. Das hatte ich bei der Scheinwerferbirne auch gedacht, und wenn einen die Götter nicht gewogen sind, wird selbst ein Faustkeil zum Problem.
Sicherung war ok. Man ist ja lernfähig und so überprüfte ich die zuerst. Und jetzt konnte es eigentlich nur noch..

1. der Schalter sein, 

2. der Draht der zu Hupe führte oder 

3. die Hupe selbst.

 

    5 Stunden später war ich tot müde, teilweise blind (hatte nur noch eine Taschenlampe zum schrauben) und mit meinem Latein am Ende.
    Ich hatte die Hupe ausgebaut und direkt an der Batterie gebrüft und da ging sie.

    „Möhhhhht!!“

    Die war also ok. Als nächstes hatte ich das gesamte Gelenkgestänge ausgebaut um den Schalter zu überprüfen. Mit einer Baterie und einen Strommesser. Auch der war ok. Der Draht zur Hupe war auch ok und mehr gab es nicht.

    Eigentlich müsste das Ding hupen, wenn ich den Schalter betätige. Tat sie aber nicht. Besser noch. Sie hupte, sobald ich sie eingebaut hatte, aber gerade einmal einmal und dann nicht mehr.
    Ich überprüfte jedes verdammte Teil 4 Mal (was bei einer Hupe viel ist), immer mit demselben Ergebnis. Inzwischen war es lange nach Mitternacht (eher kurz vor Sonnenaufgang). Und die Nachbarn schauten in ihren Pyjamas schon immer böse hinter den Vorhängen vor, wenn ich die Hupe mal wieder ohrenbetäubend testete. Test immer mit dem gleichen Ergebniss. Hatte ich sie eingebaut ging sie einnmal und dann nicht mehr. Ich fragte mich, ob das den Prüfer genug wäre? Eine Einmalhupe quasi.
    Ich sagte, doch. Die Götter waren gegen mich.

     

    Sie wollten nicht das die Ape in Österreich Typisiert wird.

     

    Untergangsszenarios liefen vor meinem innern Auge ab. Ich, wie ich sie einen Steinbruch hinunterschob (fahren durfte sie ja nicht, war ja noch nicht typisiert.) oder sie, was noch schlimmer, in IIIIbäää den anderen zum Fraße vorwarf.
    Die Lösung war dann einfacher als gedacht, (ehklar) und sie kam über mich in den frühen Morgenstunden, als ich in der letzten Verzweiflung die gesamte Hupe zerlegte und dabei merkte, dass die Schraube, die alles zusammenhielt, die einzige Schraube (mehr hat das Teil nicht, ich sag ja Faustkeil) etwas verrostet. Ich tauschte die aus, zog sie nicht so fest an, baute die Hupe ein und weckte meinen Nachbarn noch einmal mit einem lauten vernehmliche Tröööööt.

    Das Teil hat sich einfach in einer Position festgefressen …
    Ich war glücklich, meine Nachbarn wach, die Sonne aufgegangen, meine Frau sauer. Der Prüfungstermin konnte kommen.
    Leckt mich ihr Götter. Oswald wird euch zeigen wo der Bartl den Most herholt. Das dachte Odysseus damals auch (bei ihm gings eher um Met, denk ich). Und dann kam glaub ich der Zyklop. Bei mir war es der Prüfer… aber das sollte noch etwas dauern.

     

     

    Was lernen wir daraus

    Das, wenn die Götter nicht wollen, du wollen kannst soviel du willst und doch bis zum frühen Morgen durchmachst. 

    und 

     dass der Early Bird zwar einen riesen Vogel hat, aber vor wichtigen Terminen es gar nicht so uncool ist, auch mal ein zwei Tage vorher alles vorzubereiten. 

     

     Oswald