Alle Posts vom Mai, 2012

Typisierungsmarathon oder Odyssee 1

31. Mai 2012

Kennt ihr die Sage von Odysseus? Das war der Lütten, der vor ein paar Jahren nach einer wilden Keilerei auf einem Strand mit seiner Yacht nach Hause jetten wollte, und weil er so nebenbei ein paar Götter beleidigt hatte von denen einfach mal im Mittelmeer ein paar Jahre im Kreis geschickt wurde. Mir ging es bei der Anmeldung meiner APE genauso. Nur welche Götter hatte ich beleidigt??
Es begann so….

„Nein… „das Ding“ können sie hier in Österreich nicht anmelden…“

Er hat wirklich „Ding“ gesagt. Der kleine Verwaltungsbeamte der Landesprüfstelle in Salzburg (ja, so heisst die wirklich) hat zu meiner APE, zu meinem Dreirad, dass ich von Flensburg, das ist im nördlichsten Norden Deutschlands, quasi kurz unter dem Polarkreis, auf den eigenen drei Rädern fahrend nach Österreich geschafft habe, dort im Schweisse meines Angesichts zerlegt, gereinigt, poliert, geschweisst, lackiert und wieder zusammengeschraubt habe, für die ich auf der Suche nach Ersatzteile bis nach Italien gefahren bin, zu diesen quasi göttlichen Gefährt hat er „Ding“ gesagt. 

Der Mann hatte Glück, dass die restliche Nachricht mich wie ein Faustschlag traf und ich benebelt und mit Schnappathmung nicht ganz Herr meiner natürlichen Reflexe.

„Nicht anmelden.“

 

Die letzten Worte hallten noch etwas nach, und es dauerte bis die Erkenntnis durch einen leichten Schleier in mein Bewustsein tropfte.

Diese tragische Sene spielte sich vor 3 Jahren ab, als ich das erste Mal vorsichtig anfragte, was ich den zu tun hätte um mein Gefährt auch legal auf die Strassen Österreichs zu bewegen.  Österreich, weil ich hier meine Zukunft zu verbringen gedachte. Und natürlich wollte ich meine Ape mit mir aus Deutschland nehmen. Und ausserdem wir waren in der EU und das konnte doch nicht so kompliziert sein
… doch. War es.
Ich fragte ihn, warum nicht, und er meinte nur Trocken… die Umweltschutzbestimmungen können sie „damit“ nie erreichen.

„Damit“ sagte er. … meine Emotionen reichten von „ich prügle dich zu mehr Ehrfurcht vor dem Italienischen Metall“ bis hin zu „vielleicht hilft auf den Boden fallen und Füsse küssen“

Ich ging, gebeutelt von Dannen und rechergierte im Internet. Dabei stellte ich fest… der Mann hat recht.

 

Wollte ich ein Fahrzeug in Österreich importieren musste es, wenn es keine EU Typengenehmigung hatte, den aktuellen, also jetzigen, Vorschriften genüge tun. Eine EU Typengenehmigung gab es für meine 17 Jahre alte Blechschüssel natürlich nicht. Und durch die Abgasbestimmungen hätte meine P2 nicht gepasst, wenn ich sie nur geschoben hätte. Hätte ich den 2 Takter angeschmissen, hätten sie wahrscheinlich mich und halb Österreich danach dekontaminiert und schlagartig die CO2 Straffzahlungen für Österreich verdoppelt.

 

Alles Umsonst. 5 Jahre Blut Schweiss und Tränen??
Mit Nichten und Neffen. Denn dem Internet sei dank und ich wünsche all denen die das Erfunden haben, ein langes und glorreiches Leben. Denn meine Recherge brachte zu Tage, dass es eine einzige Ausnahme gab, nähmlich wenn ich mein Fahrzeug bereits mindestens ein halbes Jahr im Ausland besessen hätte. Dann wär es ein Übersiedlungsgut und damit alles ganz einfach…
Bewaffnet mit dem Wissen bin ich am nächsten Tag wieder zu dem Typisierungsbeamten gewandert und hab ihn mal die Gesetzespassage gedruckt unter die Nase gehalten. Der Mann verlor ein bisschen die gute Stimmung, und murmelte etwas, wie „das werden wie schon sehen“

Und wie wir das werden…. Bastard….
Es  sollte weitere 3 Jahre dauern bis ich den nächsten Anlauf nehmen sollte mein Gerät legal auf die Strasse zu bringen… drei lange Jahre…

 

Fortsetzung Folgt… lg oswald

Bei Nacht und Nebel…

30. Mai 2012

 

Das Leben schreibt manchmal sonderbare Geschichten. (Und ich mein jetzt nicht die von einem Mann, der seine Firma niederlegte um eine Ape zu renovieren. Hey!… )
Und nur in den wenigsten Fällen sind diese Geschichten so, wie man sie selber für sich planen würde.

 

Mein Plan war, die Ape fertig zu machen und dann zu einem Kaffeemobil umzubauen. Dann mit meiner XT 500 nach Indien zu fahren, und dann ein Buch zu schreiben. Es kam anders.

 

Zuerst einmal glaubte das Leben mich wieder Arbeiten schicken zu müssen. Im Mai 2008 bekam ich ein Jobangebot eines großen Getränkeherstellers (der mit den gehörnten Paarhufer im Logo, das Getränk was einen abheben lässt… na ihr kommt schon selber drauf) das ich nicht ablehnen konnte. Deshalb musste ich meinen Lebensmittelpunkt schlagartig an die Bayrisch Österreichische Grenze legen. Das bedeutete bei Nacht und Nebel meine Zelte in Graz abzubrechen. Und ich meine bei Nacht und Nebel.

Zuerst verfrachtete ich in einer lauen Sommernacht (gut Nebel war keiner dabei, aber ziemlich viel Nacht) meine Ape zu Martin „Lamar“ bei dem ich sie für ein-zwei Tage untzustellen plante. Etwas später, genauer nach 421 Tage, als sich herausstellte, dass das mit Salzburg sich doch etwas in die länge ziehen könnte (inzwischen meinte das Leben mir meine Frau vorstellen zu müssen und mir einen Sohn zuzuschanzen. Tja, so was ändert die Lebensplanung leicht, ich sag’s euch.) wieder bei „Nacht und Nebel“ von Graz auf einen geliehenen Hänger die Ape nach Salzburg. Diesmal wirklich Nacht, weil ich unter Tags arbeiten musste, und wirklich Nebel, weil es bereits ziemlich viel Herbst war. 

Das ich einen gebremsten Hänger eigentlich gar nicht fahren durfte, hab ich erst kapiert, als meine Ape in Salzburg angekommen war. So lächelte ich die 2 Polizeikontrollen, in die ich fuhr dumm und dämlich, aus lauter Dumm und Dämlichkeit. Und die haben nix gemerkt. Dumm und Dämlich halt. Das alleine eine Geschichte die es wert wäre zu erzählen. 🙂

Jetzt stand sie erstmals in Salzburg für 2 Jahre herum, als immer währendes Mal eines nicht vollendeten Projektes. Und jeder, der so ein Projekt in seinem Keller, Garage, Garten hat, weiss wovon ich spreche (also wahrscheinlich jeder. 😉 ). Sowas tut weh. Sehr weh sogar. Tat so lange weh, bis ich 2012 endlich die Eier und den Mumm fand sie für die Typisierung anzumelden. Und was ich da erlebte… Ich sag nur, die EU ist halt immer noch relativ. 

Gruss Oswald
 

 

Kabelbaum deluxe

25. Mai 2012

oder: Farbenlehre auf Italienisch. 

Ich hatte mir für heute fest vorgenommen bis zum Abend die Ape anzulassen. Koste es was es wolle. Und wer mein Blog kennt, mich kennt, meine Leidenschaft für akribische Vorbereitung, meine professionellen Timings hemmungslosen Einsatzes (alles für den Dackel alles für den Club) und die uralten Schraubergeheimnisse…weiss: Sowas geht daneben.

 

Es ist eines der fundamentalen Schraubergesetzte, das jeder Zeitrahmen den man sich selber mit Leidenschaft setzt ebenso leidenschaftlich gerissen wird. Ich hab noch keinen Schrauber getroffen, der gesagt hat. „Heute hab ich mir echt zuwenig vorgenommen“. Oder „Ich dachte ja, ich brauch dafür eine Woche, jetzt bin ich bereits nach einer Stunde fertig“. Wenn ihr so was hört, packt es unter Schrauberlatein. Immer.   
Die Realität sieht meistens so aus, dass man anstatt, wie der Fr. Gattin hoch und heilig versprochenm um punkt 6 Uhr 48 im kleinen Schwarzen ausgehbereit und geschniegelt, mit glänzend Fusswerk für den Ring der Nibelungen parat steht, meist schwarzverschmiert noch mit beiden Bratzen im Differenzial hängt.

„Was, schon so spät?“

 

Kabelbaum ordentlich verstaut…
 Ordnung
Ich weiss, Ordnung geht auch anders, aber was ist an einem Kabelbaum schon per se ordentlich.
Und überhaupt: Mein Innenraum sah so aus.

InneraumimChaos

Wie gesagt. Sie sollte heute laufen. Musste. Wird!! Ich weiss es, fühlte es, spürte es. Glaubt ihr nicht… Kleingläubige!!!

Achtung: Beim Kabelbaum Einbau, besonders wenn er nirgends Kontaktstecker hat die ihn Stückeln lassen, ist es unbedingt wichtig mit Plan zu arbeiten.

Jaja. Lacht nur. Ich meins ernst.

Tip: Legt den Kabelbaum neben dem Auto aus

Schon ungefähr so wie es dann schlussendlich verkabelt gehört. Dann schaut wo die größten Teile sind und fädelt von dort weg eure Kabel durch die Eingeweide eurer Karre. Bei der Ape muss man von der Kabine weg verkabelt werden.

Wehe man beginnt beim Motor. 

Klingt banal, aber Duce, ein Freund aus Potsdam hat den Kabelbaumsalat seines Mercedes 280 e 4 mal angefangen zu verkabeln, quasi von jeden Eck einmal. Jedes Mal ein Wochenende dahin.  Weil er sich nicht vorher 5 Minuten hingesetzt hat.  Er nannte es seine „Elektriker Lehre“ ich nannte es… na lassen wir das dahingestellt.
BeschriftungWas auch noch hilft: Beklebt vorab die Enden mit Hinweise wohin sie gehören.  Ich habe Klebeband genommen und darauf mit Edding geschrieben.

 
Paketband Und noch ein Tip. Nehmt nicht Paketband, wie es der gute Oswald gemacht hatte, weil davon mit der Zeit auch das letzte Fussel Eddingschrift heruntergeht.
Ich fing beim Relais hinter der Batterie an, klemmte das mal fest und fädelte von da weg die einzelnen Stränge durch die APE.

Noch ein Tip. Macht Bilder. Beim Abau. Und das nicht zu sparsam. Wer weiss für was es gut. Ist. Ich weiss es.
Gott sei Dank hatte ich während des Abbaues hunderte Fotos gemacht.  Hunderte. Ich übertreib nicht. FarbenspielJede verdammte Buchse hab ich von allen Seiten fotografiert.

Mein Freund, der aus Potsdam, der mit seinem 280 e, meinte, das wäre doch Blödsinn, weil ich hätte ja das Schema des Kabelbaums im Werkstattbuch. Und ich müsste mich ja nur beim Zusammenbau nach dem und den dortig angegebenen Farben halten.
Irgendwie klang das logisch. Aber das ganze hatte einen Hacken. Die APE kam aus Italien. Und offensichtlich waren die Italiener nicht nur Meister des lockeren Leben, sondern zusätzlich Farbenblind. Denn keines der Kabel hatte die im Werkstattbuch angegebene Farbe.  Ein Rot hier, war ein Schwarz da. Und BlauGelb gestreift, war im wirklichen Leben Grün einfarbig.  
Und um das Ganze noch etwas komplizierter zu machen (wär ja sonst zu einfach), hatte kaum mehr ein Kabel überhaupt seine Farbe. Der Zahn der Zeit hatte die Farbinformation einfach ausradiert und aus einem dunklen Rot, ein Zartrosa gemacht, aus einen Blau ein Grün und Türkis ist irgendwie gelbbraunviolett geworden.
Caramba.
Aber wie gesagt, ich hatte Fotos. Hunderte. Und so sass ich mit meinem Laptop auf dem Knie in der ohnehin nicht üppig grossen Kabine und verkabelte was das Zeug hielt. Verglich, schaute an, versuchte zu erraten…
Es passierte „trotzdem“ der ein oder andere Fehler. So ging das erste mal die Hupe an, als ich der Blinker betätigte. Nicht schlecht Herr Specht. Und das Rücklicht lies sich nur schalten, wenn ich die Fernlichttaste betätigte. Einmal ging nur der Rechte Scheinwerfer, dann nur der Linke. Dann beide nicht. Aber irgendwann im Laufe des späteren Nachmittag sah das von hinten so,Lichttesthinten
und von vorne so aus. Lichttestvorne

 

 

Und es war an der Zeit das erste mal meinen frisch zusammengebauten, neu verkabelte, neu eingebauten Motor anzuschmeissen. Und alle, wirklich alle waren der Meinung, das klappt nie. Mich eingeschlossen. 

Bitte das anklicken -> ErstesAnknattern Video

Ja…. Ich würd jetzt lügen würd ich sagen, ich habs gewusst. Ich habs nicht einmal geahnt und gehofft schon gar nicht. Mit allen hab ich gerechnet nur nicht das das ding beim Ersten Mal angeht.

Was lernen wir daraus.


Das es irgendwo einen Schraubergott geben muss, der von Zeit zu Zeit Mitleid mit uns hat.

Das ein Bild mehr als 1000 Worte sagen kann, dir aber dieselben fehlen, wenn du dich auf italienische Reperaturanleitungen verlässt.

Und das ein Rot nicht unbedingt immer ein Rot sein muss.

 

Tja…

Terror oder Mitnehmersteinchen from Hell

23. Mai 2012

Beim Leben ist es so: Immer wenn man glaubt, es geht nicht schlimmer, zeigt sich das Leben kreativ. Die Ape ist da noch ein bisschen kreativer.

 

Meine kreative Herrausvorderung sah so aus.

Mitnehmerwellen

 Gangwelle… ich hasse sie. 

Das unscheinbare Stück Mechanik ist der geöffnete Schaltkasten, der meine Ruderbewegungen am Ganghebel in Gangschaltungen übertragen sollte. Böse Zungen behaupten ja, dass es reines Glück ist, welchen Gang man mit der Ape einlegt, weil bewusst schalten, dafür ist eine Ape gar nicht vorgesehen.

Haha…denen Lach ich ins Gesicht.

Aber sie haben recht. :/ Das Ganggestänge zwischen den Ganghebel und eben diesen Schaltkasten ist so beweglich, dass eigentlich jeder Gang reingehen würde, nur nicht der gewollte. Und zwar unwillkürlich und rein von dem Willen des Kosmos abhängig und von dem Gestänge, den umgefallenen Rädern im fernen China, aber nicht vom Fahrer. Wären die nicht unsynchronisiert und wäre der Rückwärtsgang nicht extra mit einem Hebelchen zu schalten würde man auf der Fahrbahn die lustigsten Pirouetten hinlegen… 

Nun, als ich diesen besagten, und oben gezeigten Schaltkasten bei der Motorrenovierung vor einem Jahr geöffnet hatte, (aus purer Neugier, muss ich hinzufügen, weil kaputt war da drin nix) fielen 2 kleine trapezförmigen Stahlstückchen auf den Boden. Putzig und klein waren die.

Das wahre Ausmaß dieses an sich unscheinbaren Events sollte mir genau an dem Tag heute klar werden. Denn diese trapezförmigen Stahlblöckchen waren die Mitnehmersteinchen, die die verzweifelten Ruderbewegung des Fahrers auf die Wellen übertrug die man ganz oben ganz gut sehen konnte, und die waren nicht fix montiert, sondern nur in zwei Löcher hineingeschleckt.

Mitnehmersteinchen

Hier sieht man ganz gut die Mitnehmersteinchen, bzw einen davon. 
Man musste die, einmal herrausgefallen, quasi blind bei halb geschlossener Abdeckung in diese Mitnehmerringe hereinfudeln, genau in den richtigen Ring bringen, horizontal ausrichten, während man den Deckel gleichzeitig, wenn man das Gefühl hatte, sie könnten die Richtige Position haben, geschwind schloss.

Ich weiss nicht wer sich so ein Konstrukt hatte ausdenken können. Geht nur in Italien. Mit Gottes Hilfe fügt sich halt alles. Nur nicht meine Mitnehmersteinchen.

Ich weiss nicht wie andere das machen. Vielleicht haben die an ihren Fingern kleine Magnetkuppen eingewachsen und natürlich ein paar Augen auf denselben ontop.

Weil ohne ist das unmöglich zu schaffen.

Oder mit anderen Worten: Ich schaffte das nicht. Was sich immer wieder aufs Neue bei hundert missglückten Versuchen bestätigte, in denen entweder der eine Stein herausfiel, oder sich beim Aufsetzen der Kappe verschob, oder der andere auf den Boden kullerte, oder am besten beide zu gleich verschoben, verdrehten, oder auf den Beton kullerte. Inzwischen war es Abend geworden.
Clausis Papa beugte sich unter die Ape, wo ich seit  12 Stunden lag, von einer Kaffeepause einmal abgesehen. Und fragte. „Geht’s?“

„Alles gut.“ Lächelte ich hinauf.
Wahrscheinlich, so dachte ich, gäb es eine Trick und die Sache wäre idioten-einfach. Der gelernte Apemechaniker nimmt einen gebunzten Dongel und Dingelt das Ding wahrscheinlich mit seiner Linken in die Position während er rechts seine Frau in den Armen hält und gleichzeitig eine Tasse Kaffee trank.

Aber die Antworte im Forum, in denen ich mein Leid gepostet hatten waren niederschmetternd. „Neee Trick gibt’s keinen. Musst halt Geduld haben.“  Die ging mir schön langsam aus. Zwei der Jungs schauten vorbei um mir „zu helfen“, öffneten ein Bier und gaben sofort das was ich am nötigsten hatte, nämlich gute Tips. „Hast du das schon probiert.. oder warum machst du nicht einfach das so…“ und natürlich…  “hey, dass kann doch nicht so schwer sein.“
„Hey Leute, ich häng hier seit 12 Stunden. Ich hab wirklich alles schon ausprobiert.“ Hätte ich gerne gesagt, aber ich biss mir auf die Zunge, weil ich inzwischen ein Krampf in einen der Arme bekommen hatte.
„Vielleicht muss das da gar nicht hinein“ meinte Jakob, während er lässig an der Ape gelehnt einen Zug aus seiner Bierflasche nahm. Ich wollte gerade eine geharnischte Antwort schmettern, als es leise Knack machte, und … der Verschluss zu fiel… und die Steinchen genau da waren, wo sie sein sollten. Still und ruhig, als könnten sie kein Wässerchen trüben haben sie ihre Position eingenommen. Ich sprang hoch und Jakob ging kurz in Deckung, aber ich flitze an ihm vorbei zum Ganghebel und testete … und er funktionierte.
Nur fragt mich bitte nicht, wie ich es gemacht habe. Ich habe keine Ahnung. Aber verdammt… ist das wichtig?

 Was wir gelernt haben.

Das man ruhig völlig unwissend und untalentiert sein kann… 

wenn man nur genug Zeit und Geduld hat sich einen Arm zu verrenken kommt man damit gut durchs Leben.

 

Verehrte Schraubergemeinde. Damit reitet der Oswald für heute in den Sonneuntergang. Die Mitnehmersteinchen sind an ihren Platz, und morgen  starten wir das Teil zum ersten mal an. 🙂 I gfrei mi. 

 

Oswald

Fertig.. oder: Müssen da nicht Fenster rein?

22. Mai 2012

Hähä… ich könnte ja jetzt so tun, als wäre nichts gewesen, aber der letzte Beitrag ist dann doch schon ein bisschen her. Und wenn ich das damals, also Anfang 2009 gewusst hätte was da noch für Problemchen auf mich lauerten, weiss nicht ob ich die P2 nicht in der nächsten Schottergrube entsorgt hätte und mich gleich mit. Aber alles schön der Reihe nach.

.
Ich dachte damals, „ich bin jetzt fertig.“ Verdammt noch mal. Wann lern ich endlich etwas pessimistischer zu werden.

Da stand ich am nächsten Tag ganz zeitig in der Früh stolz neben meiner quasi fertigen Ape und Clausi´s Vater, der mir die Hand auf meine Schulter legte und mir die aufmunternden Worte zuflüsterte…. „Da hast ja no a Menge zu tun.“

Fertig

 

Was meint der Mann? Sah er nicht, dass ich quasi fertig war. Die paar Leitungen die da noch gezogen werden müssen, das bisschen Elektrik, hie und da eine Schraube und ein paar Plastikteile, das mach ich in einen… oder zwei, maximal drei Tage.

„Willst net zuerst amal die Fenster reintun.“

Shit… hatte ich vergessen. Die Fenster müssen ja auch noch rein. Also gut. Dass….das kann nicht so schwer sein, oder?

Den Gummi ins Blech fudeln und dann das Glas ranpressen, oder so. Oder vielleicht das Fenster zuerst rein und dann den Gummi mit einem Schraubenzieher einpressen? Oder vielleicht ohne Gummi. Ne lieber nicht… Ich dachte auch an Gleitmittel … oder so.
Ganz ehrlich: Ich hatte keinen Schimmer. Gott sei Dank war da Clausis Vater, der früher mal Mechanikermeister, und der hatte im Moment nichts anderes zu tun (zumindest sagte er das).
„Hast a Schnur?“ fragte er mich.

Was will er mit einer Schnur? Die Fenster anbinden? Vielleicht war es doch schon ein bisschen zu lange her, dass er pensioniert wurde. Heute macht man das mit einen Gummi…
„Holst amal a Schnur aus dem Keller. Am besten an Draht.“ Nach einigen herumkramen kam ich mit einer Stromlitze wieder. Clausens Papa schaute kurz drauf… „..wird schon gehen.“
Dann sprühte er den Fenstergummi etwas ein, legte ihn um die Scheibe und fädelte den Draht in den Spalt zum Blech hin.
Der Rest war … ich kanns nicht anders beschreiben, ein Kinderspiel… Er drückte die Scheibe nahe an die Öffnung und zog von innen die Gummilippe mit dem Draht über das Blech. Einmal um die Scheibe und fertig.

Windschutzscheibe 
So einfach. Wenn du weißt wie´s geht… wenn du´s nicht weißt, geht gar nichts.

 Rückscheibe

Hier noch die Rückscheibe. Wenn ihr genau schaut, seht ihr den Draht in der Mitte herunterhängen.

9:30 und alle Scheiben waren drinnen.  Ich war wieder im Zeitplan. Jetzt noch geschwind die Elektrik angeschlossen und fertig.
Leider hat der Gott der Leiden für mich noch eine weitere Prüfung vorgesehen.
Und die gibt’s morgen.


Was haben wir gelernt.

  • Das Wissen Macht, und nichts wissen macht bekanntlich auch nichts,

  • aber ohne kriegst halt keine Scheiben ins Auto.

So einfach… so wahr…