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Weiter gehts….

6. Mai 2008

Nope. Das Projekt liegt nicht in den letzten Zügen, wenn das auch einige bereits denken. Mit Nichten … und Vettern. Es wird daran mehr gewerkelt denn je. (dazu später mehr) Vielleicht auch ein Grund warum ich nicht zum schreiben kam. Ein anderer könnte gewesen sein, dass ich einige Tage in Italien weilte.

 

Comer See, Mailand, Cappuccino, Vespas, Frühling, blühende Bäume und …. sau kalt. Klimaerwärmung!? Blödsinn. Alles falsche Versprechungen. Ich hab gefroren. Mailand war schön, aber zugig. Trotzdem hab ich mir tapfer ein Gelato vor dem Dom hineingezogen. Mit Todesverachtung. Wär fast mit der Zunge festgefroren.
Noch mehr gefröstelt hat mich aber, als ich einige Tage später bei der Rückreise am Brenner in einen Schneesturm kam. Da wär ich wirklich fast wieder umgekehrt. Da friert man in Italien schon mit viel mehr Stil. Eingewickelt in einer Decke mit Blick auf den See, einem guten Espresso in der Hand und Sonne im Gesicht.

Ich hab mich natürlich auch nach den Schönheiten des Landes umgesehen. Musste aber feststellen, das wir diese mehr schätzen als der durchschschnittliche Italiener. Bei denen sind diese reine Mittel zum Zeck. Kaum gepflegt im miesen Zustand. Lieblos behandelt. Ich red von den APE´s.
Es gibt kaum Ersatzteile, und die Verkäufer, denen ich mit Händen und Füssen, und meinen paar Brocken Italienisch erklärte, dass ich dieses Gefährt restaurierte, hielten mich für “tocco”, “pazzo”, “matto”. Was man, nach einem Blick ins Wörterbuch, mit so etwas wie “total bescheuert”, oder “nix Tasse mehr im Schrank” übersetzen könnte. Apes werden in Italien nicht renoviert. Sie werden verbraucht und weggeschmissen.
Wenn sie Glück hat, die APE, fällt sie einem Testosteron geladenen Ragazzo in die Hände, der das Teil mit Genuss und Energie auffrisiert um es dann mit derselben in einem Rennen zu Schrott zu fahren.
Nur wir dummen “Nordländer” klemmen uns Monate lang unter diese Gefährte, entlacken sie, renovieren, schrauben und schweissen und streicheln auch mal liebevoll über das Blech.
Beim Italiener zeigt sich seine Zuneigung eher von der rauen Seite. So findet man die ein oder andere APE im elendigen Zustand an den Strassenecken lehnen, auf Schrottplätzen oder in Strassengräben. Es könnte einen das Herz herraussreissen. In Italien konnte ich nachempfinden, wie sich die schrulligen Deutschen Pensionisten in Spanien fühlen, die nach ihren Urlaub im Duzent streunende Hunde mit nach Deutschland importieren.

Hätte ich Platz gehabt, ich hätte sie adoptiert. Die Apes. Alle.

Ich musste mich wirklich zusammenreissen. Besonders hatte es mir eine hellblaue APE “Lampe unten” angetan. Die stand in Bellagio in einen Garten, halb eingewachsen unter einen alten Obstbaum. Ich sags euch. Eine Schönheit. Ja, Mädels gabs in Italien auch, aber die gibts bei uns auch. Apes “Lampe unten” sind hingegen bei uns nicht zu haben.
Aber, wie geschrieben, ich hab keinen Platz, und ausserdem bin ich mit meiner P2 noch beschäftigt.

So musste ich mich damit begnügen, festzustellen, dass auch Ersatzteile in Italien nicht einfach zu bekommen sind, und wenn, sie gleich teuer, oder sogar teurer als in Deutschland.

Ach ja. Kurzes Projektupdate.
Ich bin immer noch beim Schleifen, oder schon wieder. Wie man will.
Ich hab fast die ganze Karosserie inzwischen in Kitt getaucht.
Türen, Kabine, Seitenflächen.
An manchen Stellen hab ich inzwischen bis zu 10 Schichten aufgetragen und wieder weggeschmirgelt. Ich sag nur eins. Tennisarm. Kein Scheiss.
Ich hab am Anfang den Fehler gemacht, den Kitt nur in kleinen Portionen aufzutragen. (Ist ja sauteuer das Zeug). Aber da heisst die Devise. Klotzen und nicht Kleckern.
Rauf mit dem Zeugs und zwar schnell, weil sonst……. nein. Schreib ich Morgen.
Dann gibts auch ein paar Bilder.

Das wars schon. Ab sofort gibt´s wieder regelmäßig was zum lesen. Und wenn alles gut geht, zieh ich in ein paar Wochen wieder nach Berlin. Smile

Gott zum Grusse und danke für die netten Messages

 

lg Oswald