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Tag43:10 Wahrheiten

16. Mai 2008

Neulich, beim Schleifen, hatte ich so ein bisschen Zeit meinen Gedanken nachzuhängen. Jaja. Ich weiss, schon. Was hast du da Zeit überhaupt nachzudenken. Schleifen sollst du Junge, nicht denken. Hat aber etwas meditatives, das Autoschleifen. Ich will jetzt nicht sagen religös, aber meditativ. In Wahrheit halt ich ja so ein Autoschrauben für einen Zen-Weg. Also wirklich. :). Leuchte bin ich noch keine, und erleuchtet noch lange nicht. (Wahrscheinlich glimmt nur ein Lämpchen.) Aber für den Beitrag hat es gereicht.

 

Also: Meine 10 ultimativen Schrauberwahrheiten.

Schaut sie euch mal an. Bin gespannt, was ihr dazu sagt.

 

Die 10 ultimativen unumstösslichen und ewigen Schrauberwahrheiten.

 

1. Egal wieviel Zeit du veranschlagst. Es dauert länger.

Ist brutal aber ist aber so. Weil man nie mit dem rechnet, was schief geht, sondern immer nur annimmt, das alles wie am Schnürchen läuft.
Das Getriebe öffnen? Na sind ja nur 3 Schrauben, das hab ich in 3 Minuten. Na, sagen wir, 10. Maximal. Aber dann findet man die richtige Stecknuss nicht, dann muss der Arbeitsplatz erst freigeräumt werden, dann muss das Getriebe zuerst gereinigt werden, dann kommt der Nachbar vorbei und erzählt von seinem Hund, dann fängt das Fussballspiel an, dass man unbedingt sehen muss, und wenn man dann endlich wirklich soweit ist, das Teil zu öffnen, dann geht sicher eine der Muttern nicht ab, weil total und absolut und für immer und ewig zugerostet. Und so werden aus drei Minuten, lockere 3 Stunden.
Tip: Nimm den längsten Projektzeitraum an, das du vermutest (nicht schüchtern sein, macht mal. Nur Zu. Keine Hemmungen. Das Längste was deine Phantasie hergiebt. Wenn du dich selbst im Rollstuhl siehst, den Brei mit dem Strohhalm mampfen, kommst du in die realistische Nähe. Dann multipliziert diesen Zeitraum mit drei. Dann Zähl noch ein Monat dazu, und du kommst auf deinen tatsächlichen Fertigstellungstermin, ….. wenn du solange lebst, deine Frau dich so lange lässt, oder dir bis dahin nicht Geldmittel, Geduld, oder Flexscheiben ausgegangen sind.

 

2. Dein Restaurationsobjekt hat immer einen schlechteren Zustand als du je vermutest.

Immer. Nenn es Blindheit, oder Wahnsinn, oder einfach nur Wunschsehen. Das Objekt unserer Restaurationsbegierde sieht immer besser aus als es ist. Immer. Und selbst wenn du das Teil vom Fachmann überprüfen lässt, findet sich nach dem Zerlegen noch ein Rostnest im Schweller, so gross wie ein Fussball.

 

3. Egal wieviel Zeit du veranschlagst. Es dauert länger.

Hu? Hat er was geraucht, der Oswald? Ist er auf der Tastatur ausgerutscht? Zuviel Feinstaub und der in den Kopf gestiegen? Das Gesetz hatten wir ja bereits? Und es ist ein gutes Gesetz, aber nicht so gut, dass man es wiederholen muss.
Ist keine Wiederholung. Wirklich. Denn es ist ein weiters unumstössliches Faktum, dass es egal ist, wieviel Zeit man sich vornimmt. Der Termin wird um das Dreifache überzogen. Will heissen: Glaubst du ein Jahr Zeit zu brauchen, brauchst du 3. Nimmst du dir aber vor, dasselbe Teil in 4 Monaten fertig zu haben, wirst du ziemlich genau in einem Jahr fertig sein.

 

4. Es ist genau das Ersatzteil nicht auf Lager, das du am dringensten brauchst.

Ist sicher Absicht. Ich halte es für eine Prüfung des Schicksals. Dir fehlt, damit du mit dem Zusammenbau deines sorgfältig hergerichteten Motors, den du seit Wochen überholt hast beginnen kannst, eine ganz gewisse mirkige Spezial Gummidichtung. Du gehst zum Laden, holst den Euro herraus, weil mehr tut das Teil nicht kosten, und….“tut mir leid, das Teil ist leider nicht mehr lieferbar. Versuchen sie es bei Ebay.“ Dann kann man nur beten und hoffen dass du der einzige ist, der so ein Teil sucht. Wie Wahrscheinlich das ist, kann du dir selbst ausmalen. Oder du realisierst es, wenn du Im internet siehst. „Dieser Artikel wird 1468 mal beobachtet.“ Da hilft alles nichts. Da können die Kinder weinen soviel sie wollen, der neue Plasma TV wird versetzt.


5. Du tust dir immer mit dem Werkzeug weh, das du am besten kennst und genau in dem Moment in dem du sicher bist, dass nichts passiert.

Ist so. Die Flex, schon hundert mal in der Hand gehabt, immer und jedes mal nicht ohne zuvor die Ganzkörper-Rüstung angelegt zu habe, Feuerlöscher auf der Rechten, Verbandkoffer auf der Linken Seite, das Testament, Blutgruppenausweis, Impfpass in Griffweite, wie es sich gehört. Und alles Umsonst. Nie ist ist auch nur die kleinste Kleinigkeit passiert. Und dann will man nur einmal schnell eine Kante abgraten, und nimmt nur mal ausnahmsweise das Gerät zur ungeschützten Hand, und genau dann fährt die Trennscheibe in den Fingerknochen.

 

6. Verbrauchsmaterial geht immer Samstag 6 uhr 45 zur Neige.

Das Nervenzerfetzenste und unheimlichste Gesetz von allen. Da muss es einen Gott geben, der die Ladenschlusstermine nachdem zur Neige gehen von Flexscheiben einrichtet. Anders ist das Ganze nicht zu erklären. Samstag abend, viertel vor 7. Du brauchst, selbst wenn du alle Geschwindigkeitsbeschränkungen übersiehst, bei den Autobahnen auf der Gegenfahrbahn abkürzt, nicht für Tiere, Kinder, alte Leute bremst oder auch nur verzögerst, genau 15.32 Minuten zum nächsten Heimwerkermarkt. (gestoppt) Und „zing“ löst sich genau dann deine Trennscheibe in ihre Einzelteile auf. Du greifts blind, an jenen Fleck, an dem die Reserve liegen sollte, obwohl du längst weisst, dass da keine ist, weil, ist ja Samstag Abend.


7. Du hast nie das richtige Werkzeug zur Hand.

Warum das so ist, weiss ich nicht. Wenn du eine 10er Mutter öffnen musst, du dazu wärend einer Viertelstunde wildesten Verrenkungen unter den Wagen gekrochen bist, geschickt, unter einziehen deiner Milz, dem herunterhängenden Auspuffrohr ausgewichen bist, den Kopf auf die Seite gewuchtet, den bescheuerten Arm, der einfach zu lange ist, um im Spalt zwischen Motoblock und Karosserie hineinzupassen, irgendwie in Stellung gescheuert hast, du also endlich genau so liegst, dass du unter Zuhilfename deiner ganzen bestialischen Manneskraft, diese verfluchte Mutter anfassen kannst, um ihr ein grausames Ende zu bereiten, oder sie herrauszuschrauben, hast du bestimmt nur den 11 Schlüssel mit. Und der 10er liegt irgendwo ziemlich genau am anderen Ende der Werkstatt.


8. Man kann nie genug Werkzeug haben.

Muss man nicht erklären, oder? 😉

 

9. Rost ist in Wahrheit unsere Obsession.

Auch wenn wir es uns nicht eingestehen wollen. Rost ist unser Fetisch. Und wenn nicht vor dem Projekt, dann während, und bestimmt danach. Alles dreht sich um Rost. Es hat unsere Gedanken im Griff und dementsprechend sind wir auch die meiste Zeit damit beschäftigt das zu Beseitigen, was Rost angerichtet hat. Also seien wir ehrlich. Wollen wir es anders? Einen Alu Wagen, oder vielleicht ganz aus Plastik? Nie mehr Angst vor einer Blutvergiftung. Nichts mehr schleifen. Nichts mehr schweissen? Nichts da. Wir wollen die Herrausforderung. Will fast sagen, wir haben Rost im Blut. ….

 

So das wars.
Hey… sind ja nur 9 Wahrheiten? Stimmt. Vielleicht fällt euch eine 10te ein.

Lg Oswald

Tag42: Hüst…

13. Mai 2008

Ich hüstel mir gerade meine beiden Lungensegel aus dem Leib. Schleifstaub ist ein Hund. Ich sags euch. Und auch der Grund warum ich erst jetzt wieder schreibe. Eigentlich sollte meine APE ja heute gefüllert sein. Und soll ich euch was sagen….. genauso ist es. 🙂


Aber es war wieder mal ein kleines Abenteuer.
Am Montag wollte ich den Motor machen. Ihr erinnert euch. Ich hab geschrieben, dass ich gleich in der Werkstatt schlafe, damit ich am nächsten Morgen quasi mit dem Schraubenschlüssel gleich vor dem Kaffee mal schnell am Motor herumdrehen kann. Gut, Kaffee war nicht, da ich in der Werkstatt immer noch keine Kaffeemaschine habe. Aber die nächste Tanke ist ja nicht weit, und gerade als ich mich aufmachen wollte dort mir einen köstlichen Automatenbraunsaft (anders kann man das Zeugs einfach nicht nennen) zu besorgen, läutete mein Handy. Claus ist dran.

Hast du gerade was vor?

Äh… kann man so nicht sagen.

Du, dann sei doch so lieb und hilf mir den Karmann Ghia zum Sandstrahlen zu wuchten. Und nachher füllern wir gleich deine APE.

Klar….

 

Es folgten zwei, drei Sekunden Pause, (ich hatte doch noch keinen Kaffee) dann fiel der Groschen. Meine APE wird gefüllert! Ich bin vor Freude durch die Garage gesprungen. Also rein in mein Auto, der Motor muss warten, und mit Vollgas zu Claus. Dort versuchten dann 6 gestandene Jungs, (eigentlich waren wir ja zu 9, aber einer musste fotografieren, die anderen mussten …. ich weiss nicht… sicher auch etwas wichtiges tun 🙂 ) die 400 Kilo Karosserie auf den Abschleppwagen zu wuchten.

Als wir das Teil verfrachtet hatten,
ging Claus mit prüfenden Blick über meine geschliffene APE die ich stolz präsentierte. Bereit wie sie nur bereit sein konnte, ihr Füllerbad zu nehmen stand sie da. Wochen hab ich an dem Teil herumgeschliffen. Immer wieder Spachtelmasse aufgetragen und hauchdünn zurechtgeschliffen. Wie sehr hab ich jede einzelne Stelle bearbeitet. Wie sehr hab ich mich darauf gewartet dass das Teil endlich lackiert würde…. und ich sollte noch etwas länger warten. Denn es wurde ein einziges blutiges Massaker. Mit einem Edding (so brutal war er) mit einem Eding hat er die Stellen angezeichnet, die wir noch mal machen mussten. Und die APE sah danach aus, wie ein geflecktes Holsteiner Rind. Das Problem war nur, dass ich nur zwei Tage Zeit hatte, denn, wäre der Karman wieder da, hätte Claus keine Zeit mehr zum füllern. Und der Karman kam in zwei Tagen.

Als hab ich mir den Montag bis tief in die Nacht um die Ohren geschlagen, bin Todmüde am Abend ins Bett gegangen, um heute ab 8 Uhr wieder unter der APE zu hängen.

Ich kann euch sagen, Lackierer verdienen ihr Geld verdammt hart.
Und ich weiss nicht ob ich mir dass noch mal antun würde. Gerade zum Schluss hin, wenn einem jede Sehne weh tut, ist man schon verdammt versucht, das Ganze einfach hinzuschmeissen.

Sicher, würde ich jetzt wieder an eine Lackierung herangehen, würde ich viele Fehler nicht mehr machen. Ich würde zuallererst keine APE mehr nehmen, denn das Teil ist eine einzige riesen Beule. Kein Blech ist gerade, überall sind Verzüge und Schweisspunkte. Man merkt dem Teil sein Design aus den frühen 50er an. Auch wenn es erst in den 90ern produziert wurde. Aber dafür eben in Italien, und die haben eher Sinn… ich weiss nicht für was, aber nicht für gerades Blech.
Heute würde ich auch die Spachtelmasse gleich vollflächig auftragen. Ich würde sofort 40er Schleifpapier zum bequemen Grobschliff benutzen, anstatt mit 120er Körnung mir einen Wolf zu schleifen. Ich denke, wie gesagt, ich würde viele Fehler nicht mehr machen, aber ich denke auch, dass ich mal für eine Zeit von der Arbeit die Nase voll habe.

Die Nase voll hatte ich auch,
weil ich meine Feinstaubmaske nicht über derselben hatte. Ich war so in Eile, dass ich dazu keine Zeit hatte. Ich hatte auch keine Zeit mir die Lederhandschuhe überzuziehen, als ich noch ein paar Schweisspunkte setzen musste, die ich bisher vor ir hergeschoben hatte, weshalb meine Hand jetzt ein Brandzeichen ziert.
Aber, Schlussendlich, wurde die Ape heute gefüllert.
Dann wurde sie auf den Kopf gestellt, weil der Unterboden mit Por15 gemacht wird. Das wird noch einmal ein riesiger Aufwand.
Dann muss der Füller geschliffen werden, und dann wird nochmal gefüllert, dann nochmal geschliffen, und dann lackiert.
Aber für heute bin ich mal froh, dass ich soweit gekommen bin. Ich hab nämlich nicht mehr viel Zeit um das Projekt fertig zu machen.

Was haben wir gelernt.

Das Unverhofft oft kommt, und
das immer, wenn man der Meinung ist, man wäre fertig, einer daher kommt, der einen vom Gegenteil überzeugt,
und das man immer eine Staubmaske tragen sollte, wenn man was schleift. Hüst…

Lg Oswald

PS Bilder kommen nach.

Tag41:Feinstaub

12. Mai 2008

Das ist eine Premiere in der Motorschrauber Blog-Geschichte. Ein Bericht Quasi live vom Geschehen. Wie ich diesen so in meinen Laptop klopfe, lümmle ich, des Nächtens, auf meiner Matratze in der Werkstatt. (Mobiles Internet sie dank.)

 

Alleine? Nein, ich teil mein Lager mit einem guten Handvoll handtellergrosse Spinnen, die meiner Aufräumorgie ungerührt überstanden haben. Also für Unterhaltung ist gesorgt, wenn ich heute auf dieser Matratze übernachten werde. Weil es nämlich schon ziemlich spät ist und ich morgen früh aus den Federn möchte und an dem Motor werkeln. Dazu bin ich nämlich heute gar nicht gekommen.

Und das kam so.

Als ich heut die Garage betreten habe war es höchste Zeit. Zeit nämlich staubzusaugen. Ich weiss nicht wieso, aber irgend ein Naturgesetz muss es geben, das dafür sorgt, das Werkstattböden kontinuierlich verschlammt.
Chaos

Gut, so schlimm wie bei Clausens in seinem Schuppen siehts noch nicht aus, aber …fast.
Ich sags mal so. Wenn Lukas hier herinnen spielen geht, geht er verloren. Auf Wochen.

Saustall
Ein Saustall, da war Ground Zero geradezu pedantisch übersichtlich. War mir aber eigentlich egal. Ich wollte eigentlich nur vor dem Schrauben am Motor den ganzen Staub vom Boden weg und aus dem Raum haben. Stahlspäne vom Flexen im frischen Zylinder. Das würde nichts gutes verheissen. Und den Zylinder wollte ich heute machen.

Also frisch den Staubsauger genommen und ein wenig herumgesaugt.
Kann ja nicht so lange dauern. Wie ich da so in den Ecken herumtänzle, muss ich feststellen, dass es nicht intelligent ist, wenn man zwischen den am Boden liegenden Dingen Slalom saugt. Bringt nix, ausser einer Schwarzen Lunge, vom Aufgewirbelten.
Also fang ich erst mal an, das ganze Zeugs wegzuräumen. Werkzeug in die Kisten, Blechteile entweder auf den Schrott, oder was noch gebraucht werden kann in die Blechkiste. Dazwischen Stundelang herumtüfteln, ob die verrostete Schraube zum Fahrzeug gehört, und wenn ja, wohin? Und weil wegräumen alleine Uneffektiv, reinige ich die Teile und nehm mir vor sie zu verstauen. Ist viel vernünftiger. Im Bad, als ich die ersten Schraubenzieher vom restliche Unterbodenschutz befreie, bemerke ich, dass ich nicht mal mehr die Reinigungsflüssigkeit finde, und entschliese mich schnell mal zuerst im Bad für Ordnung zu suchen. Während ich also da so werkle, und mir dazwischen einen Reinigungsschwamm aus meiner Krimskramskiste holen wollte, fällt mir auf, das in der Kiste eine Menge Zeugs ist, dass ich wirklich nicht mehr brauchen werde, (eh klar, ist ja auch, wie der Namen so schön sagt, eine Krimskrams Kiste) und ich setzt mich hin, alles Auszusortieren.
Was soll ich sagen. Ich hab mich sozusagen von hinten über fünf bis zehn Ecken zum Staubsaugen hin vorgearbeitet.
Dazwischen hab ich die Werkzeuge zusammengesucht, gereinigt und geordnet. Alle. Auch den Dremmel. Alle Schrauben sortiert. Maschinen geölt und verstaut, Ersatzteile wieder Griffbereit und vor allem übersichtlich aufgereiht.

Ganz ordentlichFernbedienungen

Und als ich dann endlich mit dem Staubsaugen fertig war, wars kurz nach 24 Uhr.

Uff.

Macht nichts. Heute ist auch noch ein Tag, und da Claus den Lackiertermin verschoben hat, hab ich ja genug Zeit für den Motor. Mal sehen, was dann dazwischen kommt.

Was haben wir gelernt:

Das Staubsaugen eine Kettenreaktion an Ordnungswahn nach sich ziehen kann.

(und eine Raucherlunge, da sind 12 Jahre Lucky Strikes Sucht eine Luftkur dagegen.)

 

Ach ja.

Ich hab gleich einmal E-mail angehängt, dass ich von Steffen Heidel bekommen habe, bezüglich Tips zum Schleifen von Spachtel. (Ich will mich da auch mal pauschal für die Emails bedanken die ich bekomme.) Ich denke, das ist sicher für viele Interessant, weil Tips über das Thema im Netz seltenst sind.
Stefan Heidel und seine Website ist, das sei hier für die nicht APE Besitzter erklärt, einer der Fixsterne im Ape Universum.
Er hat sich vorgenommen mit einer APE TM von Böblingen nach Thailand zu fahren.
Auf seiner Seite http://www.dreiradreise.de/ beschreibt er den Umbau und die Vorbereitungen dazu. Und das was er macht ist wirklich sehenswert. Insbesondere die Technischen Beschreibungen werden Netzweit zitiert. Also klickt mal hin.

Das Email und damit die Tipps findet ihr unter->Tipps -> Schleifen.
Übrigens Steffen. Du hast mich wieder daran erinnert, ein altes Projekt von mir auszugraben. Mit dem Motorrad nach Nepal. Wenn ich mit der APE fertig bin wird das das nächste Ziel.
Ich sag nur eins. „Durchs wilde Kurdistan.“ 🙂

 

Lg Oswald

Tag40:4 Uhr früh

10. Mai 2008

Die Computeruhr zeigt genaugesagt 4.40. Draussen dämmert es bereits und die Vögel brüllen um die Wette. Ich hab ein paar Spritzer, wie man in Österreich sagt, (in Deutscher Zunge heisst es Weissweinschorle) zuviel, und komm geradewegs genau jetzt heim. Der Optimale Zeitpunkt einen Beitrag für mein Blogg zu schreiben find ich.

 

Der Abend hat schon mal gut begonne. Kurz vor 8 Uhr Abends reisst mich Claus aus meinen Schleiforgien an meiner APE (hab eh kaum mehr was gesehen) und verfrachtet mich in seinen restaurierten 70er Autobianchi.

Friday Night Crusing. Youngtimertreffen in der Stadt.

Hier der Link dazu (link->)

Das hat was. Zuerst treffen bei einem McDonalds. Gegenseitiges begutachten der Blechernen Schätze. Fastfood futtern. Dann in die Kisten und im Convoy (mehr oder weniger) mit 80 90 Sachen durch eine nicht wirklich autoleere Altstadt. Da schiesst einen das Adrenalin in Birne, und nicht zu knapp.

 

Hier ein Bild von Micky aus dem Altblech Forum vom Fryday Night Crusing gestern abend.
Friday night cruising

Ja, wir waren wirklich flott unterwegs.


Man sollte sich nur nicht zusehr damit auseinandersetzten, dass die Teile, mit denen man da Vollgas durch die Kurven brettert bei jeden Crashtest eine eins minus bekommen würden. Und zwar Astrein. Wenn man das verdrängt, und die Fingernägel wieder aus den eigenen Oberschenkel zieht…dann ist es einfach nur geil.
(entschuldigt den Ausdruck)

Anschliessend heim, umgezogen und mit ein paar Jungs „Tanzen“.
Ja wirklich. Ich konnt es selber nicht glauben. Bei jemanden um die 40, wie mich, schien mir das schon rein medizinischer gesehn, eine Herrausforderung, aber, Überraschung, war nicht so. Kaum zu glauben, wieviele Tanzlocations für unsereins diese Stadt zu bieten hat. Kaum zu glauben wieviel Spass das machen kann. Kaum zu glauben, was ein paar RedBull und Weisswein aus den müden Knochen heraussholt. (Da ist John Travolter ein gichkranker Bruder.) Kaum zu glauben wieviele verheiratetet Frauen dort waren, willigst den Seitensprung zu wagen. Da bleibt dir der Mund offen.

Mädels, was ist mit euch denn los? Habt ihr ein Rad ab!?

Und der Mann hütet daheim die Kinder. Da sind die Damen auch noch stolz drauf. Stören tut sie das nicht. Und sind dabei, ich würde es mal so ausdrücken, reichlich proaktiv.
Man müsste eigentlich zu jenen gehören denen das wurscht ist. Und von denen gabs dort eine ganze Menge. Also Jungs. Aufgepasst, wen Frau mal wieder eine Damenrunde einläutet. Könnte sein, dass sie was anderes darunter versteht, als ihr.

 

Ich klopf jetzt noch die Autogeschichte fertig, aus den USA.Ihr wisst schon, jene, die ich bereits sei Tagen ankündige. (hier der Link->) Wenn Rechtschreibfehler drinnen sind, …. lasst es gut sein. Ich bin zu gut drauf, das Teil durch das Rechtschreibprogramm laufen zu lassen.
Ach ja. Ape. Morgen wird nochmal geschweisst und Feinzeugs verspachtelt. Sonntag werd ich versuchen, den Motor zusammenzuflicken (wenns geht, weil die Jungs wollen Samstag nochmal tanzen gehen). Und Montag wird die APE gefüllert.
Ich freu mich.

Lg Oswald

Tag39:70-05

9. Mai 2008

70- 05. Kling ganz wenig prosaisch, nicht? Könnt ein Computer sein, R2D2— 70-05. Oder die Aktennummer eines Steuerbescheids. Oder die Typenbezeichnung einer neuen Virenart, oder die letzten Zahlen einer Autonummer eines Unfallgegners…

 

Ist aber die zukünftige Farbe meiner APE, wenn sie denn schlussendlich lackiert ist. Und das soll laut Claus noch dieses Wochende sein. Zumindest gefüllert sollte sie nach Pfingsten sein. Na, sind das gute Nachrichten?!

Ich war deshalb heute gleich beim Lackierer und hab mir meine Farbe ausgesucht. Gut ne halbe Stunde bin ich in der Sonne gestanden, mit dem Farbfächer in der Hand den mir der freundliche Mann in die Hand gedrückt hat, bevor er mich ins Freie geschoben hat. „Nix Kunstlicht. Musst unter der Sonne ansehen.“ Recht hat der Mann. Meine Ape wird eher selten in geschlossenen Räumen zu betrachten sein. Wahrscheinlich. Andererseits, man weiss ja nie. Vielleicht landet sie mal im Wohnzimmer.

Im Freien musste ich mich erst einmal an die Sonne gewöhnen. Und den Lackgeruch der von den zum trocknen aufgestellten Autoteile hochstieg. Und dann hab ich geblättert und verglichen. Und geblättert und verglichen. Rot sollte sie sein. Soweit war alles klar. Wären wir jetzt im ehemaligen und vergangenen Sozialistischen Bruderstaat gewese, hätte ich wahrscheinlich kein Problem gehabt. Da hätte mir der Verkäufer die einzige roten Farbdose auf den Tisch geknallt, die es im Umkreis von 400 km gegeben hätte. Und ich hätte sie genommen, und wäre glücklich von dannen geschwebt. Oder ich hätte Blau genommen, weil Rot wieder mal aus war. Und wäre ebenso glücklich gewesen.

So durfte ich mich hier heute, im Jahr 2008 in Österreich, alleine zwischen 350 rote Farbtöne entscheiden. Da sag noch einer Demokratie und Marktwirtschaft wär ein Vorteil.
Aus dem Gebäude hörte ich noch den Lackierer rufen, „Wenn der Richtige nicht dabei ist, hab ich noch ein paar andere Fächer.“

„Ne, danke, lass mal. Es reicht“ denk ich.
Als wärs mit den 350 nicht schon schwer genug.
Andererseits, es war ja nicht so, dass ich micht mit der Farbwahl nicht schon früher beschäftigt hätte.
Eigentlich schon seit ich das Teil gekauft hatte. Mehr oder weniger Intensiv. Eher mehr. Auf meiner Festplatte schwimmt irgendwo ein Bild File herum, auf dem ich sage und schreibe 78 Farbtöne! ausprobiert habe. Das ist wahre Hingabe.

Das ich mich dabei nach all dem herumprobieren erst wieder zu jener einen Farbe hingezogen fühlte, die mir gleich ganz am Anfang, quasi im ersten Augenblick, des ersten Tages meines Projektes, durch den Kopf geschossen ist, gehört zu den vielen ungelösten Rätsel in meinen verdrehten Leben.

Ich wusste also längst welche Farbe ich wollte. Aber wenn man die Farbtöne dann so vor sich hat… ein bisschen mehr ins bläuliche, oder mehr ins gelbliche? Nur nicht zu orange. Wie siehts im Schatten aus, wie wenn sich nicht das blau des Himmels darin spiegelt. Kleinlich? Nein. Geradezu Pedantisch übervorsichtig.

Es half auch nichts, dass ein Mädel aus der Lackiererei ihre Zigarettenpause unterbrach um mir beiseite zu stehen. (Aber ich hab gelernt, dass man Spachtel maximal einen mm aufträgt, weil er sonst in der Sonne reisst.)

Bei solchen Entscheidungen ist der Mann auf sich alleine gestellt. Insbesondere, weil die Dame mehr zu blau tendierte.

Schussendlich war es dann gar nicht so schwer. Es gab nur einen Farbton der genau passte. Und das war 70 05.

70-05. Das ist die Farbnummer aus einer Farbskala. Es ist ein dunkles kraftvolles tiefes Bordeaux Rot. Nicht zu dunkel nicht zu hell. Einfach nur schön.

Und als die Aludose so vor mir stand, wurde mir das erste Mal wirklich bewusst, dass das Projekt fertig werden könnte.

Das hat mich dann doch etwas umgehauen.

Lg
Oswald.

 

Tag38:Spachteln und Schleifen….

7. Mai 2008

… und spachteln und schleifen, und spachteln und schleifen.

Kann doch nicht so schwer sein, dachte ich mir. Man pappt auf die Beulen das Zeug rauf und schleift dann so lange bis das Teil einigermaßen gerade ist. Denkt der Laie. Dachte ich. Früher. Ganz früher. Da hab ich ja auch noch gedacht, ich wär im Januar fertig. Ha, was war ich naiv.

 

Arbeitsplatz

Mein momentaner Arbeitsplatz. Wenns nicht regnet, bin ich da jeden Tag von Mittag bis Sonnenuntergang anzutreffen. Gott sei dank regnets ab und zu….. Dahinter steht mein nächstes Restaurierungsobjekt. 🙂 Just kidding. Das ist einer von Claus´s Schätzchen. Jaguar.


Hier schleif ich jetzt seit 2 Wochen. Zirka. Können auch ein paar Wochen mehr sein. Gefühlt sind es auf jeden Fall „Jahre“. 4 etwa. Und wenn ich euch sagen würde, es wären die besten meines Lebens, ich würde lügen. Faustdick. An manchen Stellen trag ich bereits die 10 Schicht auf. Ehrlich. Das Positive daran, wenn es irgend etwas positives daran gibt, ist der Umstand, dass ich kontinuierlich abnehme. Aber das wars dann schon mit der Habenseite. Sonst seh ich jeden Tag am Abend aus, wie frisch aus der Sandstrahlkabine. Eine entsetzte Dame bei McDonalds, das ich zweck Kalorienaufnahme Spätnachtens beglücken wollte, wollte mich gar nicht bedienen. Hat wahrscheinlich geglaubt, ich käm von meinen Schlafplatz unter meiner Brücke. Daneben hab ich mir einen Tennisarm zugezogen, als würd ich für Wimbledon trainieren.

Sonst ist das ganze langweilig, nervig dafür aber sauteuer. Eine Dose Feinspachtel kostet knapp 20 Euronen, und ich hab schon die Vierte aufgebraucht. Klingt gut, nicht? Warum soll ich euch im Unklaren lassen. Wenn einer sagt, Spachteln und Schleifen macht ihm Spass, dann tretet schnell ein zwei Schritte zurück und sucht Deckung. (Oder ihr verratet ihm meine Adresse und er kann sich bei meiner APE austoben.Laughing)

 

Das ist bekanntlich der Zeitpunkt, indem der engagierte, fleissige, aufrichtige und unbeugsame Restaurator endgültig seine Geduld, und mit ihr seine Nerven über Board schmeisst, und das Teil, als „Teilrestauriert“ oder wegen „Hobbyaufgabe“ bei E-bay landet.
Für den wahren Motorschrauber ist das keine Option. Der fährt nach Italien, krempelt sein ganzes Leben irgendwie um und geht dann wieder ans Projekt.

 

Zuerst einmal hab ich ja, ich gesteh es offen und ehrlich, ursprünglich, als ich noch total naiv war, als ganz am Anfang, da hab ich gedacht, das mit dem Spachteln und Schleifen spar ich mir. „Ich bin doch kein Pfuscher“. Dachte ich, denn „Nur Pfuscher spachteln an ihren Karren herum“. Dachte ich. „Der Profi dengelt so lange am Blech bis das Teil aussieht wie neu. Dann noch ein paar Spritzer Lack drauf, und die Sache hat sich.“ War ich der Meinung.
Welch Fataler Irrtum. Nach ein paar Tagen herumgehämmere hab ich sogar im Industriegebiet, indem meine Garage stand, Ärger mit den Nachbarn bekommen, und kapiert warum Spengler ein Lehrberuf ist, den nicht mal die meisten Ausgebildeten nach drei Jahren wirklich beherrschen. Aus dem Piaggio Wellblech, das bereits bucklig aus der Fabrik kommt (was machen die mit dem armen Gefährt, das es aussieht, als hätte es die Pocken gehabt?) ein schön ebenes Gefährt zu bekommen, alleine mit Hämmerchen und Ambos, ist aussichtslos.

Das war die erste Lektion die ich lernen musste.

Wie ich später erfahren habe, von einigen altgedienten Autorestauratoren, wird (fast) jedes Fahrzeug, bei einer Totalrestaurierung gespachtelt. Ist so. Naturgesetz. Man kann auch Verzinnen, aber das hat denselben Effekt. Die Oberfläche so glatt zu machen wie es nur irgendwie möglich ist und dabei eine Schicht zwischen Lack und Blech zu legen. Am besten besser wie aus der Fabrik. Bei älteren Fahrzeuge sind die Karosserien bereits von der Fabrik weg gezinnt. Millimeter dick. Nix nur Blech.

Also weg mit dem Restaurierermythos, „nur das reine Blech zähle“. Karosserien werden bei der Restaurierung gespachtelt oder verzinnt. Ist so.

 

Die Zweite Lektion musste ich lernen, als ich anfing jede kleine Unebenheit mit der Spachtel einzeln anzugehen. Ich wollte sparsam sein. Aber, so musste ich lernen, beim Spachteln muss man klotzen und nicht kleckern. Rauf mit der Pampe und das ganze Blech eingesaut. Millimeterdick.
Dann mit dem Exzenterschleifer das gröbste weg. Daraufhin noch einmal mit dem Schwingschleifer nacharbeiten, und die Feinarbeiten mit der Hand und einen Schleifklotz.
Und dann das ganze wieder von vorne, und wieder und wieder.

 

Ekzenterscheifer
Mit der Zeit bekommt man Gefühl in den Fingerspitzen das man sich im Traum nicht hätte vorstellen können. Mann merkt auch noch die kleinste Beule. Selbst solche, die man mit einem Lineal gar nicht mehr sieht.

Wahrscheinlich auch solche die gar nicht mehr da sind. Aber das kommt vom Schleifstaub und den Härterdämpfen die sich ins Hirn schummeln.

Also Lektion Nr. 2. Rauf mit dem Zeug und zwar massig und flächig.

 

Hier ein Bild von einer meiner Türen.

Türe fertig

Wie ihr seht, ist die ganze Fläche eingespachtelt. Die dunklen Flecken sind das nackte Blech. Das weisse ist Feinspachtel, die von der Konsistenz feiner als die Füllspachtel, (das ist die Beige). Die erstere hab ich hauptsächlich dazu hergenommen, um die kleinen Blasen und Unebenheiten gefüllt zu bekommen. Füllspachtel ist um die Hälfte billiger als die Feinspachtel und von der Konsistenz her ausreichend. Aber geht leider nicht in alle Spalten lässt sich nicht so fein verteilen. Feinspachtel eben.
 

Ein Tip noch. Haltet beim Spachteln euer Zeug peinlich genau sauber. Auch wenns nervt. Spachtel und Mischbrett müssen nach jeden Auftrag sauber gereinigt werden. Porentief. Auch nur die kleinsten Teilchen alter gehärteter Spachtelmasse haben das Potential euch den ganzen Auftrag und die Fläche zu versauen. Ihr schabt euch mit so einem fiesen Brösel an der Abziehkante den Grand Canone in eure ansonsten pickfeine Oberfläche, und das muss ja nicht sein.

Ein weiterer Tip. Es heisst zwar, dass man die Spachtelmasse 4 Minuten verarbeiten kann, aber man sollte nicht immer alles glauben was auf den Verpackungen steht. Im Grunde ist Zwei Minuten nach anrühren es mit dem fröhlichen Spachteln bereits vorbei. Da bleibt das Zeug nur noch an der Spachtel kleben, zieht böse Riefen, und ein schöner Auftrag wird damit unmöglich. Also Zigarette ausdämpfen, Gespräche einstellen, und schnell das Zeugs auf das Blech bringen.

 

Was haben wir gelernt.

1. Das Spachten und Schleifen ein PitA ist („Pain in the Ass“, übersetzt so etwas wie die Hämorrhoide

des Autorestaurierens: Lästig aber bei alten Karossen unumgänglich.)

2. Wer etwas anderes sagt lügt.

 

Morgen schreib ich über meinen vierten Wagen, den ich hatte. Soviel sei schon verraten, es handelt sich um einen Japaner. Und ich hab ihn in Amerika über die Pisten gejagt. Amerika und Japaner? Geht das zusammen? Ja, aber mehr sei nicht verraten. Sonst wünsch ich allen noch einen schönen Tag, oder gute Nacht, je nachdem wann ihr das hier lest.

 

Liebe Grüsse

Oswald

Weiter gehts….

6. Mai 2008

Nope. Das Projekt liegt nicht in den letzten Zügen, wenn das auch einige bereits denken. Mit Nichten … und Vettern. Es wird daran mehr gewerkelt denn je. (dazu später mehr) Vielleicht auch ein Grund warum ich nicht zum schreiben kam. Ein anderer könnte gewesen sein, dass ich einige Tage in Italien weilte.

 

Comer See, Mailand, Cappuccino, Vespas, Frühling, blühende Bäume und …. sau kalt. Klimaerwärmung!? Blödsinn. Alles falsche Versprechungen. Ich hab gefroren. Mailand war schön, aber zugig. Trotzdem hab ich mir tapfer ein Gelato vor dem Dom hineingezogen. Mit Todesverachtung. Wär fast mit der Zunge festgefroren.
Noch mehr gefröstelt hat mich aber, als ich einige Tage später bei der Rückreise am Brenner in einen Schneesturm kam. Da wär ich wirklich fast wieder umgekehrt. Da friert man in Italien schon mit viel mehr Stil. Eingewickelt in einer Decke mit Blick auf den See, einem guten Espresso in der Hand und Sonne im Gesicht.

Ich hab mich natürlich auch nach den Schönheiten des Landes umgesehen. Musste aber feststellen, das wir diese mehr schätzen als der durchschschnittliche Italiener. Bei denen sind diese reine Mittel zum Zeck. Kaum gepflegt im miesen Zustand. Lieblos behandelt. Ich red von den APE´s.
Es gibt kaum Ersatzteile, und die Verkäufer, denen ich mit Händen und Füssen, und meinen paar Brocken Italienisch erklärte, dass ich dieses Gefährt restaurierte, hielten mich für „tocco“, „pazzo“, „matto“. Was man, nach einem Blick ins Wörterbuch, mit so etwas wie „total bescheuert“, oder „nix Tasse mehr im Schrank“ übersetzen könnte. Apes werden in Italien nicht renoviert. Sie werden verbraucht und weggeschmissen.
Wenn sie Glück hat, die APE, fällt sie einem Testosteron geladenen Ragazzo in die Hände, der das Teil mit Genuss und Energie auffrisiert um es dann mit derselben in einem Rennen zu Schrott zu fahren.
Nur wir dummen „Nordländer“ klemmen uns Monate lang unter diese Gefährte, entlacken sie, renovieren, schrauben und schweissen und streicheln auch mal liebevoll über das Blech.
Beim Italiener zeigt sich seine Zuneigung eher von der rauen Seite. So findet man die ein oder andere APE im elendigen Zustand an den Strassenecken lehnen, auf Schrottplätzen oder in Strassengräben. Es könnte einen das Herz herraussreissen. In Italien konnte ich nachempfinden, wie sich die schrulligen Deutschen Pensionisten in Spanien fühlen, die nach ihren Urlaub im Duzent streunende Hunde mit nach Deutschland importieren.

Hätte ich Platz gehabt, ich hätte sie adoptiert. Die Apes. Alle.

Ich musste mich wirklich zusammenreissen. Besonders hatte es mir eine hellblaue APE „Lampe unten“ angetan. Die stand in Bellagio in einen Garten, halb eingewachsen unter einen alten Obstbaum. Ich sags euch. Eine Schönheit. Ja, Mädels gabs in Italien auch, aber die gibts bei uns auch. Apes „Lampe unten“ sind hingegen bei uns nicht zu haben.
Aber, wie geschrieben, ich hab keinen Platz, und ausserdem bin ich mit meiner P2 noch beschäftigt.

So musste ich mich damit begnügen, festzustellen, dass auch Ersatzteile in Italien nicht einfach zu bekommen sind, und wenn, sie gleich teuer, oder sogar teurer als in Deutschland.

Ach ja. Kurzes Projektupdate.
Ich bin immer noch beim Schleifen, oder schon wieder. Wie man will.
Ich hab fast die ganze Karosserie inzwischen in Kitt getaucht.
Türen, Kabine, Seitenflächen.
An manchen Stellen hab ich inzwischen bis zu 10 Schichten aufgetragen und wieder weggeschmirgelt. Ich sag nur eins. Tennisarm. Kein Scheiss.
Ich hab am Anfang den Fehler gemacht, den Kitt nur in kleinen Portionen aufzutragen. (Ist ja sauteuer das Zeug). Aber da heisst die Devise. Klotzen und nicht Kleckern.
Rauf mit dem Zeugs und zwar schnell, weil sonst……. nein. Schreib ich Morgen.
Dann gibts auch ein paar Bilder.

Das wars schon. Ab sofort gibt´s wieder regelmäßig was zum lesen. Und wenn alles gut geht, zieh ich in ein paar Wochen wieder nach Berlin. Smile

Gott zum Grusse und danke für die netten Messages

 

lg Oswald