Tag34: Knapp, ganz knaaapp..
6. März 2008Das war knapp gestern Abend. Gaaaanz knapp. Dank an alle Beteiligten für die gezeigte Geduld. Und das es doch noch funktioniert hat. Und tut mir leid wegen den Erdbeeren Claus. Aber püriert sind sie im Moment sowieso viel angesagter.
Eigentlich war ja alles klar. Nach Monaten des Schweissen sollte gestern die Ape zum Sandstrahlen gebracht werden. Die Pritsche (von den Nachbarn) sollte so um 5 Uhr bei mir sein, aufladen, halbe Stunde, und dann gemütlich nach Graz…. Claus wartet da und weist mich und APE ein … bis 7 Uhr sollte alles erledigt sein.
Alles ganz easy, mit Zeitpuffer….
Nix easy. Ich mach in der Früh die Augen auf freu mich aber nur eine knappe Sekunde. Dann sickert die Erkenntnis: Die jährliche Migräne. Muss sein aber warum heute? Und natürlich keine Tabletten im Haus, also die Aspirinvorräte der Nachbarn geplündert und
Löffelweise ins Hirn geschossen. Gleich ein paar Thomapyrin nach. Man weis ja nie. Eine davon hatte keine Aufschrift. Macht nix. War im Thomapyrin Päckchen muss Thomapyrin sein
Um 3 Uhr wie im Nebel in der Garage. War wohl doch nicht Thomapyrin.
Um 5 kommt…. Manfred (der Pritschenbesitzer). Die Pritsche noch auf der Baustelle. Kommt aber bald. Er hat ein Warte-Bier mitgebracht. Nach dem zweiten Warte-Bier, um 6 Uhr Ruft Claus an. “Wie
schauts aus.”
Pritsche unterwegs…
Um halb 7 Uhr Anruf von der Pritsche. Wir fahren von der Baustelle los… bald. Irgendwas klemmt irgendwo.
Claus ruft an: “Was los. Muss um 8 wieder in Graz sein.”
“Pritsche kommt bald.” Aber wann “bald?!”
Um halb 8 ist die Pritsche endlich da. Claus wird, das wird immer klarer, nicht um Acht in Graz sein.
Der sitzt auf Nadeln, Oswald auf Nägel—- glühend. Wir “schmeissen” die APE und die Einzelteile auf die Pritsche in 5 Minuten! Mit festschnallen!! Zwischendurch schnell noch zwei Aspirin eingeworfen. Der Nebel hatte sich gelichtet, die Migräne leider nicht.
Endlich mit der Pritsche auf der Autobahn… Claus anrufen… frohe Nachricht verbreiten, informieren das er sich bereit machen kann. Aber Handy ist ein Microsoft Handy, und macht das was Microsoft gut kann: bluuescreen dann neustart und löscht, wie schon so oft, dabei alle Daten. (Bill Gates gehört eigentlich dafür geteert und gefedert, und T-Mobile, weil sie diese Dinger verkauft) Und damit Claus´s Telefonnummer. Zuerst bin ich verblüfft, dann wütend, dann verzweifelt, dann wieder wütend, dann lach ich.. Was soll ich sonst tun.
Ich wusste nicht wie ich ihn erreichen könnte. Keine Chance. Morsen, Brieftaube, einen Boten? Bei hundertdreissig auf der Autobahn?
Gas geben. Hoffen das er am ausgemachten Treffpunkt wartet. Beten. Bitten… was weis ich.
Wir grabbeln auf die Lasnitzhöhe und stürzen auf der anderen Seite wieder hinunter. Was die Pritsche halt so hergibt. Wäre irgendwo ein Radar gestanden, das Foto hätte ich mir vergrössert und aufgehängt. Wie eine
Pritsche mit einer Pritsche mit 160 ins Radar fährt….
Wenn ich noch ein Päckchen Aspririn gehabt hätte, ich hätte sie genau jetzt dringende gebraucht.
Aber Claus sein Autobianchi steht auch nach über einer Stunde Verspätung noch da wo es ausgemacht war…..
Lichthupe und wir folgen ihn in die Untiefen der Grazer Vorstädte. Wir müssen in der nähe des Flughafens sein, weil mir vorkommt, als würden wir am Rollfeld stehen. Kein Scheiss. Rechts und links die Landelichter und wir fahren durch… Muss am Aspirin liegen. Dann xmal links und wieder rechts und ….Irgendwo in der Nacht biegen wir einen Feldweg, der selbst in fernen Hindukusch noch die Bezeichnung Marode bekommen hätte, im 45 Grad Winkel nach unten ab und stehen plötzlich in einer von Bäumen eingerahmten Mulde, die sich die Setdesigner eines Disneyfilms nicht besser hätte ausdenken können. Eine Uralte Hütte, offen, darin ein halbdemontierter Oldtimer.Mehrere Autoteile tauchen im Scheinwerferlicht unserer Fahrzeuge auf… Spooky.
Alleine das Schild “Sandstrahlen” das an einen Baum befestigt war sieht aus wie das zerschossene Wilkommenschild einer Westernstadt. Und hängt genauso schräg.
Und dann, nach ein zwei Uffs steht die Ape und die diversen Teile am “Hof” des Sandstrahlers.
Dazwischen mussten noch ein paar Erdbeern daran glauben, und ihr pralles Leben zwischen ein paar Felgen aushauchen.
Das wars… und da sage einer der Leben wäre kein Abenteuer.
Und ich hab nicht ein Foto gemacht….
Was lernen wir daraus….
Das, egal wie sehr man etwas vorbereitet, es trotzdem hundert Prozent schief gehen kann.
Das Erdbeeren ziemlich empfindliches Obst sind.
Nichts ist härter als das wirkliche Leben.
Oswald

