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Tag31:Geduld…

10. Februar 2008

…braucht man, wenn man sich vornimmt ein Fahrzeug zu renovieren.  Tonnenweise. Mit dem Fahrzeug, dem Werkzeug und vor allem mit sich selbst.

 

Dem ein oder anderen ist vielleicht aufgefallen, dass die Updates im Blog nicht mehr in der Frequenz kommen, wie am Anfang. Nun, zum Einen komm ich kaum mehr dazu mich vor den Laptop zu schmeissen. Wenn ich mit müden Augen um 23 Uhr aus der Werkstatt stolpere, und mir mühseelig den Schleifstaub aus den Haaren wuschle, hab ich kaum mehr Energie mich ins Bett zu robben, geschweigen denn meinen Laptop zu öffnen. Zum Anderen, es passiert nicht wirklich viel neues.

 

 Ich schweiss mich halt jetzt schon seit 4 Wochen durch die Karosserie. Und irgendwie hab ich das Gefühl es kommt zu keinen Ende. Knapp 6 Kilo Draht hab ich bis jetzt verbruzzelt.  Und manchmal kam mir vor, ich würde mehr Löcher hineinbrennen, als mit meinen Flicken wieder verschliessen. Auch tauchen immer wieder neue Stellen auf, die meiner fürsorglichen Behandlung bedurfen.

 

Meine Fortschritte sind klein, und manchmal kommt mir vor, unmerklich. Nur wenn ich meine letzten Nähte oder Schweisspunkte ansehe und sie mit den ersten vergleich, merke ich wieviel ich wirklich dazugelernt hab. Ich werde besser. Langsam aber beständig. Auch mit Ledersack und Hammer Rundungen Spengeln funktioniert schon ganz gut. Ich erkenne plötzlich, wie die Karosserie gebaut ist. Wie die Kraft verteilt wird, wo man wie was einschweissen muss, um die Stabilität, und die grundlegende Funktion zu erhalten. Punktnaht, überlappend, und auch auf Stoss. Geht. 

 

Dazwischen gibts aber immer wieder Rückschläge, die mir das weiss in die Augen treibt.  Ich hab zb. geglaubt gesundes Blech könne man leicht erkennen. Ist oben unten der Lack unverletzt ist das Blech gut und kann erhalten bleiben. Man flext dann jenes Teil herraus, das offensichtlich verrostet und passt dann ein neues Teil an. Dann schweisst man dieses aufwendig zugeschliffene Teil ein, und unter dem Lichtbogen löst sich das eben noch „gesunde“ Rostfreie Teil in Null komma nix auf wie Eis in der Sonne. Und ich meine IN der Sonne. 

 

Ich musste lernen, dass auch unter dem Lack Blech rostig sein kann, dass gerade bei Elementen, die stark geformt, wie der Unterboden, von den Ursprünglichen 0,7 mm Blech nicht mehr viel übrig ist. Und in Verbindung mit dem Rost, löst sich das eben im Lichtbogen auf auf wie …wie … wie Eis in der Sonne. 

Da stehst du dann vor dem Teil, das dir gerade  2 Stunden Vorbreitung gekostet hat und einem Loch das Euro-gross und weisst nicht ob du jetzt lachen oder fluchen sollst.

Lachen, weil du was gelernt hast, und fluchen, weil dir diese Erkenntnis 2 Stunden gekostet hat.  

Geduld. Verdammt viel Geduld brauchst du. Mit der Fahrzeug, aber mehr noch mit dir selbst. 

 

Was haben wir gelernt.

Das vielleicht der Weg das Ziel, aber beim motorschrauben ein Ziel auf dem Weg das man auch erreicht auch ganz gut ist.  

 

Gruss Oswald

 

BTW. Mir kommt immer mehr der Verdacht, mit der ganzen Feinstaubdiskussion stimmt etwas nicht. Irgend jemand verkauft uns da ganz kräftig für Dumm.

Laut einer Studie des Frauenhofer Institut http://www.mdr.de/fakt/5170245.html  ist der Verkehr nicht für den Feinstaub verantwortlich. Und trotzdem Feinstaubzonen in den Städten? Wenn das so ist, ist es eine ziemliche Sauerei, was da die Politik mit uns macht.