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Tag27:Kleine Erfolge

27. Januar 2008

Wisst ihr wie oft ihr mit dem kleinen Finger pro Tag irgendwo anstosst?

Ich weiss es. Würde sagen knapp ein paar hundert Mal. Und jedes mal tut’s mehr weh. Mein lieber Scholli. In der Früh ist alles noch im grünen Bereich. Am Abend weiss ich nicht wie ich mich hinlegen soll, damit der Finger möglichst wenig Kontakt hat. Und dabei ist das nur ein blöder Finger.

 

Ich bin heute eine Buchverkäuferin fast angesprungen, weil sie einen zwei Kiloschmöcker auf den Finger gestellt hat. Unabsichtlich. Natürlich, aber das war meinem Schmerzempfinden erstmal egal. Meine Reaktion war auch eher ein Reflex, als gediegenes höfliches Benehmen. Die Frau war, ob meines entgleisten Gesichtsausdruckes, ebenfalls entgeister. Ich weiss nicht, was sie sich dachte. Vielleicht, das ich eine Frauenphobie hätte. Tat mir ja leid, aber wie sollt ich ihr auf die Schnelle erklären, das ich Motorschrauber bin, und Mann und lädiert?

 

Hab gestern mal unter mein Pflaster gesehen…. mein lieber Vater… zum Arzt hätt’s bei mir niiiieee nicht gereicht. Sieht eingermassen Nervenzerfetzend wild aus. Aber zumindest nicht entzündet.

 

Und das soll auch so bleiben, und das Nervvvt. Ich muss aufpassen wie ein Wachhund, dass kein Dreck in die Wunde kommt. Verbände sind da wenig Hilfreich. Die halten den Dreck nur an Ort und Stelle, wenn sie mal kräftig eingesifft sind. Und Pflaster? Gehen bei der ersten Berührung runter. Und das beim schrauben. Na klar schraub ich weiter. Ich hab ja einen Timeframe. Und ich hab mir ganz spezielle Handschuhe zugelegt. Die wurden ursprünglich für Waldarbeiter entwickelt. Aber wenn Roalf sich eine Motorradbrille kauft, dann flex ich ab sofort mit Waldarbeiter Handschuhe. Die Teile haben ein Microflies und kann auch von einer Fächerscheibe nicht durchgesäbelt werden. Man weiss ja nie.
Ein kaputer Finger ist, denk ich, der Erinnerung genug.

Also im Dreck wühlen ist nicht.

Dafür schweiss ich, was das Zeug hält. Hier die Aufhängung von der Tür. Die sah so aus.

Ausgangslage
Eigentlich ein Teil zum wegwerfen, aber ich denk ich habs ganz gut hinbekommen. Ich hab alles was Rost war, weggeschrubbt. Dann ein Stahlblech zurechtgedengelt und das in die Aufhängung geschoben.

Zurechtgedengelt

 

Dann alles zugeschweisst. Immer schön mit Pausen, damit sich nicht zuviel verzieht.

Harter Männerstahl
Dann hab ich das Teil einfach solange mit der Fächerscheibe bearbeitet, bis es wieder so aussah wie früher.

das ganze oben

 

Ich bin ganz zufrieden, oder sollte ich nicht? Klar wahrscheinlich weder professionell, noch der beste Weg ist, so etwas zu reparieren. Nein, nicht wahrscheinlich. Eher sicher. Aber es funktioniert. 

Morgen mach ich beide Türen fertig und dann sind nur noch drei Löcher im Unterboden, dann gehts ab zum Sandstrahlen.

 

 

Gruss Oswald.