Alle Posts vom Januar, 2008

Tag28Heiligs Blechle

29. Januar 2008

Gestern hab ich mein erstes Blech eingeschweisst.

Und es ging eigentlich ganz gut.

Das war die Stelle im ursprünglichen Zustand..

So sahs aus

Etwas Rost, das den Lack festhielt.

Und das tollste: Das Teil ist kompliziert, da hier mehrer Blechlagen übereinander liegen. Genau sind es zwei Träger, die hier zusammenlaufen. War wie bei der Kinderüberraschung, als ich mit der Flex die Teile wegsezzierte (nur das nichts zum Naschen dabei war). Darunter war Sodom und Gomora. Die Bleche waren, weil sie übereinander geschweisst waren, nur teilweise mit Lack benetzt , und trotzdem dem Wasser ausgesetzt, dass von der Ladefläche, durch ein Loch genau in die Hohlräume tropfte. Tolles Konzept. Das einzige was noch ganz war, war das Bodenblech des Unteren Trägers. Na immerhin…

Ich habe also zuerst einmal das lädierte Blech weggeflext.

Teil
 

Und dann hab ich einmal eine Weile überlegt. Denn, nur Blech drüber und gut ist, war nicht. Das Teil ist wichtig, (sieht man ihm jetzt gar nicht mehr an, nicht..) weil es das gesamte Gewicht von der Fahrkabine aufnimmt.  Da geschlampt und ich habe keine funktionierende Ape sondern eine Faltschachtel, die sich urplötzlich auf die Hälfte zusammenlegt.

Also hab ich zuerst den Innenteil vom gröbsten Rost entfernt,( mit einer Schaufel) dann mit Rostentferner (Phosphorsäure) den traurigen Rest eingestrichen. Zwei Tage gewartet, damit der wirklich wirken kann. Am besten man prüft das mit einen Schraubenzieher. Die Phosphorsäure, sollten den Rost in eine schwarze harte Oberfläche verwandeln. Aber uuch darunter soll kein Rost mehr sein. Also Kratzen. Wenn man dann aufs nackt Blech stösst ists gut. Sollte Rost auftauche muss man nochmal mit der Säure drüber. 

Den verbliebenen Teil des Trägers wurde zuerst mit einem weiteren Blech verstärkt, das ich rechtwinklig zurechtbog und über den existierenden geschweisst habe. Erst dann begann ich das erste der zwei Teile drüber zu setzen.
So ists passiert
Den unteren Teil hab ich Punktgeschweisst, wie es ursprünglich war und oben auf Stoss. Sowie mit dem Unterstützungsblech von hinten punktgeschweisst verbunden. Sieht doch schon ganz gut aus.
Vorne kommt jetzt noch das Abdeckblech drüber und dann sollte das wirklich halten. Die Spalten hab ich nach dem Schweissen mit Owatrol eingesprayt, das sich auch in die kleinsten Zwischenräume zwängt. Das sollte zumindest dort für Rostschutz sorgen. Nach einer Nacht, hab ich heute alles noch einmal mit flüssigen Alu eingesprayt. Wenn die Karosserie Sandgestrahlt ist, und lackiert, wird der Hohlraum noch einmal mit Mike Sanders versiegelt. Aber dann sollte wirklich für einige Zeit nichts mehr sein. 

 

Gruss Oswald 
 

 

Na wenn schon denn schon.  

 

Tag27:Kleine Erfolge

27. Januar 2008

Wisst ihr wie oft ihr mit dem kleinen Finger pro Tag irgendwo anstosst?

Ich weiss es. Würde sagen knapp ein paar hundert Mal. Und jedes mal tut’s mehr weh. Mein lieber Scholli. In der Früh ist alles noch im grünen Bereich. Am Abend weiss ich nicht wie ich mich hinlegen soll, damit der Finger möglichst wenig Kontakt hat. Und dabei ist das nur ein blöder Finger.

 

Ich bin heute eine Buchverkäuferin fast angesprungen, weil sie einen zwei Kiloschmöcker auf den Finger gestellt hat. Unabsichtlich. Natürlich, aber das war meinem Schmerzempfinden erstmal egal. Meine Reaktion war auch eher ein Reflex, als gediegenes höfliches Benehmen. Die Frau war, ob meines entgleisten Gesichtsausdruckes, ebenfalls entgeister. Ich weiss nicht, was sie sich dachte. Vielleicht, das ich eine Frauenphobie hätte. Tat mir ja leid, aber wie sollt ich ihr auf die Schnelle erklären, das ich Motorschrauber bin, und Mann und lädiert?

 

Hab gestern mal unter mein Pflaster gesehen…. mein lieber Vater… zum Arzt hätt’s bei mir niiiieee nicht gereicht. Sieht eingermassen Nervenzerfetzend wild aus. Aber zumindest nicht entzündet.

 

Und das soll auch so bleiben, und das Nervvvt. Ich muss aufpassen wie ein Wachhund, dass kein Dreck in die Wunde kommt. Verbände sind da wenig Hilfreich. Die halten den Dreck nur an Ort und Stelle, wenn sie mal kräftig eingesifft sind. Und Pflaster? Gehen bei der ersten Berührung runter. Und das beim schrauben. Na klar schraub ich weiter. Ich hab ja einen Timeframe. Und ich hab mir ganz spezielle Handschuhe zugelegt. Die wurden ursprünglich für Waldarbeiter entwickelt. Aber wenn Roalf sich eine Motorradbrille kauft, dann flex ich ab sofort mit Waldarbeiter Handschuhe. Die Teile haben ein Microflies und kann auch von einer Fächerscheibe nicht durchgesäbelt werden. Man weiss ja nie.
Ein kaputer Finger ist, denk ich, der Erinnerung genug.

Also im Dreck wühlen ist nicht.

Dafür schweiss ich, was das Zeug hält. Hier die Aufhängung von der Tür. Die sah so aus.

Ausgangslage
Eigentlich ein Teil zum wegwerfen, aber ich denk ich habs ganz gut hinbekommen. Ich hab alles was Rost war, weggeschrubbt. Dann ein Stahlblech zurechtgedengelt und das in die Aufhängung geschoben.

Zurechtgedengelt

 

Dann alles zugeschweisst. Immer schön mit Pausen, damit sich nicht zuviel verzieht.

Harter Männerstahl
Dann hab ich das Teil einfach solange mit der Fächerscheibe bearbeitet, bis es wieder so aussah wie früher.

das ganze oben

 

Ich bin ganz zufrieden, oder sollte ich nicht? Klar wahrscheinlich weder professionell, noch der beste Weg ist, so etwas zu reparieren. Nein, nicht wahrscheinlich. Eher sicher. Aber es funktioniert. 

Morgen mach ich beide Türen fertig und dann sind nur noch drei Löcher im Unterboden, dann gehts ab zum Sandstrahlen.

 

 

Gruss Oswald.

Tag26:Fächerschleifscheiben…

25. Januar 2008

…tun weh.

 Aua

 

Falls das wer wissen will.  Durch den Lederhandschuh durch.  (der Feigling hat gleich WO gegeben, und sich in kleinen Fetzen aufgelöst, das weite gesucht.) Ich war nur ne Sekunde lang unaufmerksam. Das hat gereicht. Ich frag mich, was die Finger vor solchen Tieren schützt? Eisenhandschuhe? Wenn man sieht wie dies Fächerscheibe in Null komma Nix ein Blech durchschleift, glaub ich hilft das auch wenig. 

 

Das Pflaster lass ich lieber oben. Ist nix für schwache Nerven.  Ich schau selber erst wieder nach, wenn’s verheilt ist. Naja der Knochen ist noch ganz… glaub ich.

 

Sonst gehts eigentlich… naja. Das Schweissen funktioniert inzwischen sehr gut. Ich verbrutzle kein Blech mehr, und mache schöne Schweisspunkte.  Und ich warte auch lange und lass jeden Punkt abkühlen, aber trotzdem verziehts das Blech. Hab es auch mit Kupfer hinterm Blech versucht, aber hat nix geholfen. 

Hmmm. Wie heisst es so schön. Wer vom Bronko abgeschmissen wird, soll aufs Pony umsteigen. Oder so.

Ich geh wieder schweissen. Wenn ich wirklich ein schönes Teil geschafft habe post ich es wieder hier.

 

Gruss Oswald. 

Tag25:Besuch

22. Januar 2008

Ich hatte gestern Besuch in meiner Werkstatt. Von den Nachbarn.

Und der aufmerksame Leser dieses Blogs weis, was das bedeutet.

Saft

 

Deshalb bin ich auch nicht viel zum schrauben gekommen, um 2 Nachts ohne Essen ins Bett gestürzt und mit grober Birne heute um 9 Uhr vom Computertechniker aus dem Bett geläutet…. nein gedröhnt worden. Ja, heute kam der Computertechniker. Und jetzt… gerade einmal 20 Minuten nach seiner Ankunft, oder 9 Tage nachdem ich das Problem gemeldet habe, geht meine Kiste wieder.

Ahhhhhhhhh

Das Ahhhh kommt vom Aspirin, das endlich wirkt. Frühstück wird nix. Besser gesagt, das war Frühstück. 3 Aspirin. Das einzige Mittel wo ich mit Sicherheit weiss, das viel auch viel hilft. Oder anders gesagt möcht ich gar nicht testen, ob ich mit einer Tablettte auch mein auslangen hätte. Oder im Baumarkt dann feststellen muss, dass dem nicht so ist. Mitten unter den Schrauben…nicht schön.
Also rausch ich jetzt los, ohne Frühstück, weil erstens würd ich sowieso nichts hinunter bekommen. Zweitens muss ich dringend in die Stadt, weil…

Total hinüber

 

Das Teil ist wirklich und in echt Total hinüber. Diesmal ist einer der Kontakte der Schleifkohle abgerissen

Ich könnte jetzt das ganze noch versuchen zu löten, aber nein. Ich denke das Teil hat ausgelitten. Möge seine Seele in Frieden ruhen.

Da so ein Mikrobohrer für mich eines der wichtigsten Werkzeuge ist, brauch ich Ersatz. Deshalb los. Zum Baumarkt. Die kennen mich ja fast nicht mehr. Das letzte mal war ich …. mal nachdenken… Samstag dort.

Mal schauen ob mich die Dame grüsst un ich mir einen Dremel leiste.

Ach ja…. das hab ich geliehen bekommen. 🙂
Fronius

 

Ihr dürft lechzen aber nicht sabbern. Ein Fronius Schweisshelm mit LCD Shutter. Einstellbare Veschlusszeit, Abdunklung variabel. Super. Wenn ich damit nicht die Weltbesten Nähte ziehe… dann liegts wirklich nur noch an mir. Von den Nachbarn. Danke und tiefe Verbeugung. Mal schauen ob ich heute meine Alkohol getränkte Birne in das Teil zwängen kann. Na zur Not hab ich noch ein paar Aspirin

 

Und noch etwas. Manchmal ist teuer schlecht, und billig doch nicht so übel.

Arbeitbrillen.

Arbeitsbrillen gehören neben Staubmaske und Handschuhe zum absoluten Muss. (Nicht dass das heißt man könnte sonst FKK mäßig unterm Auto liegen, aber da kann man sich mit Sweatshirt und Jean behelfen. Aber Brille Staubmaske Handschuhe und Gehörschutz sind einfach essentiell.)

Diese Brille hab ich mir gekauft weil sei von einem Markenhersteller und man sie mir empfohlen hat. Und mir mein Augenlicht wichtig (und ich einen Verwandten dem ein Teil von einer Flexscheibe fasst sein Rechte Auge gekostet hat. Das hat ein, muss ich zugeben, gewisses Abschreckungspotential.)

Nicht billig.. das Teil
Brille schlecht

aber leider auch nicht gut. Dadurch, dass sie nicht auf der Seite abschliesst kommt dort Staub und Partikel hinhein und lässt das Auge tränen. Die Gläser zerkratzen sehr schnell und verschlieren. Dazu kommt eine Art Tunnelblick durch den dunklen Rahmen und eine miserable Passform, die sich auch durch viele Einstellmöglichkeiten nicht verbessert. Und wie gesagt das Teil war teuer. Ist aber mies.
Im Gegensatz zu denen.

Brille gut
Die sind saubillig. Zwischen 90 cent und 2 Euro und um ein vielfaches Besser. Die Scheibe ist und bleibt schön klar. Das Teil ist hell, und auch durch die Seitenabschlüsse absolut staubdicht.  

 Wahrscheinlich ist das Silikon vergiftet und ich krieg in ein paar Tagen einen Ausschlag, dass ich aussehe wie ein Brillenaffe, aber bis dahin geniesse ich mein neue billige Arbeitbrille. 

Haltet mir die Daumen. Heute schweiss ich das erste mal an der Karosserie. 

 

Gruss Oswald

 

 

Tag24:Negerkeks

21. Januar 2008

Ich hab die letzen Tage geschweisst, bis der Arzt kam. Nur im übertragenen Sinn natürlich, denn kurz bevor der Mediziner notwendig wurde, hab ich das letzte Fuzzel vom Testblech zu unansehnlichen Schrott verbrannt.

 

Knapp ein Quadratmeter feinstes Autoblech musste bei dem Massaker daran glauben.

 

Dabei wurde ich zum Schluss, beim Nutzen auch des letzten Milimeter der Fläche enorm kreativ. Ich hab das Blech in kleine Streifen geschnippelt, die ich dann, mehr oder weniger erfolgreich, versuchte wieder und wieder zusammenzubacken.

 

Bis nichts mehr davon da war, ausser eine grünblaugrau schimmernde Kraterlandschaft. Jeden Tag bin ich von neuem in die Garage gestürmt, mit unendlichen Vorräten von Kaffee und guten Wünschen ausgestattet, motiviert bis zur Hutschnur und dem festen Willens eine schöne Naht zustande zu bekommen, aber im Grunde hab ich ehrlicherweises nur viel unschuldiges Blech einen qualvollen Tot sterben lassen. Aber davon später mehr.
Denn vor dem Schweissen hat der Gott der Schweisser, ein sauberes Blech gestellt. Ja, ihr Leute habt natürlich recht gehabt. Solange auf dem Blech Lack, oder Fett ist (oder wie in meinem Fall gleich beides), geht mit Schweissen fast gar nix. Danke für den Tip. Deshalb auch Negerkeks.

Ich bin mal politisch unkorrekt… *fg*. Na eigentlich bin ich das immer, aber nachdem die ganze Welt sich vor Political Correctness verwindet bis keiner mehr ein gerades Kreuz hat, will der Motorschrauber als böses Beispiel vorrangehen, und sich darum einen Feuchten kümmern. („Und das ist auch gut so“.)

Ich hab mir also ein sogenanntes „Negerkeks“ gekauft. Ist nix zum reinbeissen. Das sind dieser Dinger.
Des Schwarzafrikaner sein Keks

Und Negerkeks heissen sie auch nur umgangssprachlich.
Aber „Reinigungsscheiben“ klingt wie etwas für den Frühlingputz, und kann ich mir nicht merken.
Es ist ein Flies aus Plasitkfäden mit einem Kunststoff verbacken, für die Flex, von dem ich bereits wahre Wunderdinger gelesen habe. Wollte ich immer schon mal ausprobieren. Brauchst du unbedingt.

 

Nur für was?
Nun, manchmal kommt der Zeitpunkt, das will man dem Blech nicht zu nahe treten, will heissen, es von Rost, Farbe, Grundierung befreien ohne das ohnehin schon dünne Eisen nicht noch dünner zu machen, oder unschöne Striemen hinterlassen, wie zb. eine Flex mit Topfscheibe oder Schleifpapier machen würde (ganz schlecht für eine schöne Lackierung). Negerkeks nehmen nur die Farbe ab, lassen aber das Metall weitgehen unbehelligt.

Da mein Übungsblech auch schön lackiert, musste ich die Farbe wegbekommen, ohne mit eine Schrubbscheibe gleich das ganze schöne Blech zu ruinieren. Und da ich, wie gesagt immer schon diese Kekse ausprobieren wollte, hab ich mir eine Scheibe gekauft.
BesserNun, das Ergebnis ist überzeugend. Das Metall spiegelglatt, die Farbe weg.
Sollte nun jemand auf die Idee kommen, so eine Scheibe zum entlacken seines ganzen Gefährts benutzten…. nun, möglich ist es. Die Nachteile die ich sehe sind zum einen die Staubentwicklung. (Die Garage sieht auch nach dem halben qm weiss lackierten Blech schon aus, als hätte es in der Tundra frisch geschneit.) Zum anderen sind die Teile nicht billig. 10 Euro im Baumarkt, bei IeeBähhh vielleicht ein paar Euro weniger. (Obwohl bei diesen Dingern die Standzeit wirklich! wichtig ist, weshalb ich von Noname die Finger lassen würde)

Leider werden diese Fliese auch schnell weniger. Ich hab noch die Feder damit entrostet und das wars dann. Das Flies hatt sich in Luft aufgelöst (oder als schwarzer Staub zu dem weissen gesellt (das war jetzt PC.)) Für ein Fahrzeug wird man in etwa 20-30 Scheiben benötigen, würde ich jetzt schätzen, plus zwei Wochen Urlaub. (und eine neue Lunge.) Und das ist teuer (die Lunge nämlich) der Urlaub auch, und die Scheiben erst recht.
Ich begreife im Grunde den Preis nicht. Ich denke, dass diese Scheiben in der Herstellung ein paar Cent kosten. Wahrscheinlich noch weniger, weil sie aus Abfällen aus der Teppich Industrie gefertigt werden (nur meine Vermutung) Wahrscheinlich hat nur irgendjemand ein Patent drauf und lässt sich das teuer bezahlen. Sollten die Teile einmal billiger werden, kann man sie auch gut fürs ganze Fahrzeug benutzen, aber im übrigen bleibts für den Motorschrauber bei dem Test.
Sandstrahlen ist wahrscheinlich einfacher und effektiver. Und in Summe auch billiger.

Ok, das Blech war vom Lack befreit. Ich bin noch mit einer Nitroverdünnung drüber gegangen, um auch das letzte Fuzel Fett von dem Teil wegzubekommen.

Kleiner geht nimmerDann hab ich noch die Drahtstärke geändert. Bin ich bis jetzt mit einem 0,8 mm dicken Draht über das Blech hergefallen, wollte ich es ab sofort mit einem, dünneren, nämlich 0,6 mm probieren. Ich hatte irgendwo gelesen, dass dann das Blech eher heil bleibt.

KontaktröhrchenDazu muss auch das Kupfer Kontaktstück ausgetauscht werden, 

 

 

Spraydie ganze Düse nochmal mit dem Antihaft Spray eingenebelt werden (sonst pappen die Stahlspritzer an der Düse fest, und verkleben sie) dann hab ich wieder geschweisst. Und wirklich. Mit dem 0,6er Draht hielt das Blech weitaus besser stand. Das Ergebnis: Weniger Löcher. Auch der Vorschub des Drahtes, bei dem sich der Billig-Eimer mit dem 0,8 er bereits extrem schwer getan hat, geht mit dem 0,6er tadellos. Ich schöpfe wieder Hoffnung.

 

Also ich war überhaupt erstaunt, wie ausdauernd ich da am Anfang, ohne den kleinsten sichtbarenErfolg, herumgerackert habe. Normalerweisse verlier ich schon die Geduld, wenn bei einer Zündholzschachtel das erste Holz nicht brennt. (Wahrscheinlich bin ich deshalb Nichtraucher geworden) Aber beim Schweissen biss ich mich durch. Ich habe gut ein Kilo Draht verschmurgelt und zu unansehnlichen grauen Käfer oder Raupen am Blech verwandelt, wenn ich nicht überhaupt das ganze Blech razeputz Quadratzentimeterweise weggeschmort habe.

Allen, die gerade anfangen mit dem Schweissen, sei ins Stammbuch geschrieben… probiert das nicht sofort am fuffzigtausend Euro Benz eures Pappas.
Ein bisschen vorher üben, schadet eurer Ehre und dem Familienfrieden da überhaupt nicht.

Zuerst hatte ich dabei die Feinfühligkeit eines Blauwals beim Liebesakt als ich den Draht mit klobigen Finger nur so über die Bleche radiert habe, aber inzwischen hat mein Kleinhirn ein wenig von der Feinmotorik entwickelt die wahrscheinlich Notwendig ist um eine annehmbare Naht zu bekommen.

Entfernung, Winkel der Düse, Drahtgeschwindigkeit, Zug, Drahtstärke, Gasgeschwindigkeit, Oberflächenbeschaffenheit.

Alles, neben einer verdammt ruhigen Hand, Parameter für eine gelungene Schweissnaht. Ich bin davon noch Meilenweit entfernt. Aber ich nähere mich an.

Es wird besser
Hier von Links nach Rechts meine Übungsbleche mit dem dementsprechenden Forschritt, der letzten Tage. Chronologisch.

Doch! Da ist ein Fortschritt, ihr müsst nur genau schauen. Rechts hab ich schon einige ganz ansehbare Schweisspunkte zusammengebracht. Auch das Blech ist weitgehend Heil geblieben. Na. Seht ihrs…. ?

Ja, ja, sehr witzig.

Nee, das erkennt man auch ohne Lupe!

Es wird schon. Der Schrauber wird das noch lernen. Und wenn es Wochen dauert. Und ich die Dünnblechvorräte der Alpenrepublik blündern muss-

 

Gruss Oswald

Tag23:Geschafft

17. Januar 2008

Geschafft… meinen 5 Jahre alten Laptop aus dem Keller zu puhlen und ein paar Schrauben zu drehen. Damit ich wieder ins Netz kann. Und Schreiben. Aughhh!!! Ich fühl mich wie amputiert. Schlimm. Das alte Teil hat zwar keine Batterie mehr, wiegt auch ohne locker 5 Kilo und hat einen Lüfter da wirds im Lokal muxmäusschen still, wenn der annröhrt, aber von diesen hat er nur noch einen. Nach allen Regeln der Kunst ist er ein Wrack, aber der Monitor leuchtet. Und damit ist er meinem niegel nagel neuen Laptop, der immer noch tot im Eck liegt, um ein vielfaches überlegen,

(jaja „der Techniker kommt Donnerstag“. Heut ist Donnerstag und nix ist. 24 Stunden „next Day“ ist auch nicht mehr das was es mal war. Die meinten wahrscheinlich „next Week“ und haben sich nur verschrieben.) Nach ein bisschen tricksen geht der Alte wieder ganz gut. Und ich hab wieder ein Computer zum Schreiben. Endlich. Ich gesteh das jetzt unter der Hand, aber jetzt fühl ich mich jetzt wieder als Mensch. … Ja ich schäm mich dafür auch, aber drei Tage ohne Internet ist wirklich die Hölle. Da wird das Zittern unkontrollierbar.

Die Festplatte von der alten Maschine war übrigens in Ordnung, und durch den Adapter konnt ich die Daten auch retten. Danke für den Tip.

Und ausserdem, viel ist passiert … ICH HAB MEINE ERSTE SCHWEISSNAHT GESETZT. Und die sieht so aus.

Meine erste Schweissnaht. Schnüff. Noch ganz feucht hinter den Ohren.

Ja, ja lacht nur. Naht ist wahrscheinlich wirklich etwas übertrieben, aber es blitzte und auch ein bisschen Metal wurde verschmort. Das ist doch schon was. Macht das mal besser. Und überhaupt: das beste, diesmal musst nur das Metall daran glauben. Und nicht meine Bratze. Die ist heil und munter. Das ist weitaus mehr als ich die letzten Wochen geschafft habe.

Aber alles schön der Reihe nach.

Zuerst war Grossreinemachen angesagt. Nachdem ich Lukas unter all dem Chaos fast verloren hatte.

Lost in Confusion

Lukas: Lost in Confusion


Also hab ich mir ein Herz genommen und die Bude zusammengeräumt und gesaugt. Der Feinstaub flog, ich sage euch, da wurde die Sonne dunkel, und ein paar Spinnen hat sicher jetzt der Pseudkrupp dahingerafft. Zum Lachen hatte ich auch etwas, als ich das sicher weltschlechteste Chinawerkzeug gefunden habe. Hab ich irgendwann vor vielen Monden geschenkt bekommen.

Made in Chian, was sonst

Das weltschlechteste Chinawerkzeug. Schlimmer geht nimmer.

Die KanteMan beachte die wellenförmige Schnittkante, das handgeschliffene hochwertige Finisch, und das Teil ist bereits gebrochen!! (Vorne an der Schnittöffnung). Und nein, es wurde noch nie benutzt. Ich hebs mir auf. Kommt bei mir über das Bett. ( Ich hab ja die Vermutung, die meinen das gar nicht ernst.)

 

Nach der Orgie mit Staubsauger und roher Männergewalt sind alle Teile im Vorraum aufgeschlichtet. Sieht doch fast ordentlich aus, oder? Ich hab gesagt…fast.

Es werde Ordnung

Lukas liebts lieber unordentlich und trabbierte sich in den letzen chaotischen Fleck mitten unter die Reifen. Da blieb er auch bis ich ihn dort vertrieb, weil Flexlärm nichts für seineempfindliche Hundeohren ist. Für ebenso empfindliche Menschenohren auch nichts, aber da bin ich erst später draufgekommen.

Als nächstes ging ich also daran, die Ersatzteile für die Karosserei aus Blech zuzuschneiden und zuzurichten. Da ich die Teile hauptsächlich auf Stoss schweissen möchte (also Blechkante an Blechkante anstatt überlappend Blech über Blech) ist eine Menge einpassen nötig.

Warum Stoss? Weil es bei den Nähten nicht so auf Stabilität ankommt, die man nur mit Punktschweissen bekommt. An manchen Teilen erlaubt der Tüv ausschliesslich punktgeschweisst Stücke. Warum? Weil Stahlblech, wenn es zusehr erhitzt wird (wie beim Naht-Schweissen), spröde wird, und neben den Nähten bricht. Lustig, wenn das bei 200 auf der Autobahn passiert, und plötzlich der Motor den Beton küsst. Mit Punktschweissen bleibt die Verbindung flexibel, stabil und der Stahl hält trotzdem. Stossgeschweisste Nähte sehen dafür besser aus, weil sie, wenn man es sauber macht, fast unsichtbar sind. Und darauf kommts mir bei den Teilen an. Keine Sorge: Die Teile, die bei den Seitenträger sind, werden Punktgeschweisst.

Das sind die Teile

 

LeonardoKomm mir vor wie Karl Lagerfeld beim Schnittmuster basteln.

 

 

ZurichtenZuerst die Teile mit etwas Spiel auf das Blech gezeichnet, dann mit der Flex zurichten. Habt ihr die tollen Arbeitshandschuhe gesehen?

 

 

Handschuhe Die hab ich von meinen Nachbarn. Ja die mit dem „Guten Pils“. Ein Sponsorgeschenk gewissermassen. Gleich mehrere Paar. Die Teile sind weitaus besser als die Ledernen. Man hat viel mehr Gefühl darin, dass ich zwischendurch vergesse, dass ich sie überhaupt trage. Ob sie gegen Verletzung ebenso schützen weiss ich (noch) nicht. Aber Gripp haben sie, Madonna Mio. Da kann ich wahrscheinlich die Wände hochlaufen…. Schick nicht? 🙂 Danke Jungs.

Und dann kommt das schleifen und biegen. Manche Teile haben eine ziemlich sonderbare Form, weshalb ich biege und hämmere, was das Zeug hält.

Schraubstock zum umknickenGummihammerDie Kante fertig

Das Zurichten mit dem Schraubstock ist einfacher als gedacht, auch die Kanten werden einigermassen sauber. Profis nehmen dafür spezielle Maschinen, die wunderbar gerade rechtwinklige Kanten setzt, aber für kleinere Kanten kann man auch den Schraubstock nehmen.

Gott sei Dank, hab ich schon beim Wegflexen darauf aufgepasst, so gut es ging, immer gerade Kanten als Schnittbegrenzungen zu suchen. Sowohl in der Karosserie, als auch beim Schneiden selbst. Gewusst hab ich das nicht, eher „qualifiziert geraten“. Böse Zungen könnten auch sagen: „Glück gehabt“. Jetzt zahlt sich das aus, denn das Einpassen ging ziemlich einfach von der Hand. Dazwischen ca. 1 mm Spalt lassen. (Da auf Stoss geschweisst. Sonst müsste man ca 8mm Überstand lassen. )

Fertiges Blech und eingepasst.

Sieht gut aus, nicht? 😉

Die Bleche sind fertig. Und ich bin taub. Natürlich hatte ich keinen Ohrenschutz. Dachte immer, das wäre nur ein Angeberzubehör. Nope. die Teile sind wichtig. Zwar den Hund vor die Tür geschickt, damit der nicht taub wird, dafür bin ich jetzt weitgehend gehörlos. Bis auf ein lästiges Summen in den Ohren.

Ok. Jetzt hatte ich keine Ausrede mehr. Jetzt gings ans Schweissen. Ich hab zuvor das Schweissgerät selber gebimpt. Das Problem war: Die Phase war an das Gehäuse geheftet worden, und nicht die Erde. Deshalb auch der relativ herzliche Stromschlagschlag, den ich vor ein paar Tagen bekommen habe, als ich das Teil berührt habe. (Was müssen die für Eumel in der Reperaturabteilung sitzen haben). Dafür das Teil noch einmal einsenden wäre Zeit verschwendet gewesen (ausserdem weiss man ja nie, was den „Technikern“ dann wieder eingefallen wäre.) Also hab ich das Kabel selber gewechselt. Dann den Strom angestellt und schnell mal die Augen zu gemacht. ….. Hmmm, die Sicherungen blieben drinnen. Das war schon mal sehrgut. Dann bin ich mit einem Phasenprüfer an das Gehäuse…. Und der Gute blieb auch stumm. D.h. dunkel. Aber ich bin ein gebranntes Kind, weshalb ich den Phasenprüfer gleich einmal in die Steckdose gehalten habe. Man weiss ja nie. Vielleicht ist das Teil am Ende kaputt und ich krieg den nächsten Schlag. Lukas betrachtete ungläubig meinen Eiertanz aus der Nähe. Nope, in der Steckdose brannte der Phasenprüfer wie ein Christbaum. Noch einmal ans Schweissgerät und das Teil blieb dunkel. Nach allen Regeln der Kunst müsste das Teil jetzt ohne Spannung sein. Spannend. Jetzt schnell mit den Fingern ans Gehäuse getappst (als wäre dann der Schlag weniger Stark) aber nix. Alles blieb ruhig. Lukas drehte sich um und schlief weiter.

Ich frag mich, wenn ich da von einem Stromschlag niedergestreckt am Boden liegen würde, würde der Hund dann wie Lassie Hilfe holt, oder nur die Situation beinhart ausnützt und mir Stundenlang über den Mund und Gesicht schlecken.

 

Nachdem ich das Gas angeschlossen, den Draht eingefädelt hatte die Schutzbrille aufgesetzt, hab ich gleich einmal begonne ein paar Probebleche zu verschmurgeln. Heissa, war das ein Spass. Es hat gespritzt und gegurgelt. Zuerst ging leider das Gas nicht ein, dann das Schweissgerät nicht aus. Sagt einmal müsste das Gerät nicht die Spannung von der Einheit nehmen, wenn man den Abzug loslässt? Bei meinen bleibt die Spannung solange auf dem Schweisskopf, bis ich den Netzschalter drücke. Ich hoffe nicht schon wieder ein „Garantiefall“.

 

Die erste richtigte Naht…

Und weiss jemand, warum ich das Blech durch-verbrenne? Zuviel Spannung? Ich hab die niedrigste Stufe eingestellt. Auch der Russ rechts und links von der Schweiss-.. na, wie nenn ich es ab besten… „-Stelle“ sieht wild aus. Bin für jeden Tip dankbar. Heute geh ich wieder in die Werkstatt und werde noch einige Schweissnähte setzen. Immerhin hab ich 60 Meter Draht und eine 25 Liter Flasche Gas. Und wenn ich den Strom eines Atommeilers leerzutzle. Irgendwann wird’s besser. Ich halt euch am Laufenden.

 

Was haben wir gelernt.

1. Das Zeit relativ, und 24 Stunden beim Computerservice gerne auch mal eine Woche dauern kann.
2. Das ein Gehörschutz nicht nur bescheuert aussieht, sondern auch seinen sinn hat.
3. Das Schweissen nicht so einfach heisskleben ist.

 

 

Gruss, Oswald

Mein Laptop hat „motherboard“

14. Januar 2008

Mein Laptop ist hinüber.

Vorgestern. Ganz sang und klanglos hat er sich verabschiedet. Gerade eben war er noch da. Dann ein Piep, der Monitor wurde scharz, die Festplatte machte ein letztes Geräusch, dann war Schluss. Jetzt piept er nicht einmal mehr. Macht keine Ton. Liegt wie ein Toter Wal im Arbeitszimmer. Traurig. Aber macht nichts. Geht auch ganz gut mal ohne.
Alle Daten, natürlich das letzte mal vor vielen Monden gebackupt, im digitalen Nirwana verschwunden. Und ich wollte diese Woche noch einmal alles speichern. Ich schwöre, ich hatte es mir ganz fest vorgenommen ein Backup zu machen. Aber es sollte nicht sein. Alles futsch. Weg. Hinüber.

 

Am Donnerstag kommt ein Techniker. Der meinte nur. „Wahrscheinlich Motherboard, aber könnte auch Festplatte sein, oder Speicher, oder Stromversorgung, oder alles miteinander sein.“ Surprised

 

Mein Computer hat „Motherboard“. (frei nach HS)

 

Keine Mails mehr (das neue Passwort war im Mailprogramm gespeichert, und nur da) kein FTP, (Passwort war im FTP Programm gespeichert und zwar nur da) bei den meisten Websites bin ich, durch andauerndes herumprobieren schon rausgeflogen „Sie haben ihr Passwort 10 mal falsch eingegeben. Aus diesen Grund sperren wir zu ihrer Sicherheit ihr Account. Fordern sie ein neues Passwort an. Wir Schicken es ihnen an ihre Emailadresse zu. “ Nett das sie das machen, nur ins Email komme ich eben nicht hinein.

Ich hab meine Bekannten immer ausgelacht, die für alle ihre Anwendungen konsequent sei Jahren immer die gleichen Passwörter benutzt haben. „Schnuckl“ oder „Weihnachtsmann“ oder ganz creativ, den Namen des Hundes. Wenn einer die Daten klaut, kann er gleich überall rein. „HAHAHA“

Darf ich den Leute nicht erzählen, das ich jetzt nirgends mehr rein kann.

Ich hab so creative Wörter wie „qw128Jdsf4wtr879dSD978“ eingesetzt. Das kann ich nicht mal schreiben, geschweige denn mir merken.
Ja macht nichts. Bin ich halt im Moment nicht im Net. Das ist nicht so schlimm.

Auch nicht in den Foren. Ok. es gibt wichtigeres. 

Nur, das Blog kann ich nur schreiben, wenn ich zufällig irgendwo an einen Computer kann. Das ist nicht so gut.

Emails erreichen mich überhaupt nicht. Das ist scheisse, weil ich darauf warte eine Nachricht zu bekommen, was mit meinem Schweissgerät ist.

Und…. OMG eigentlich wollte ich heute Ersatzteile bestellen. Das geht nur über Net, mit Email, und was noch wichtiger ist, mit meiner über Wochen sorgfälltig zusammengestellte, mit Ersatzteilnummern versehene Ersatzteilliste, und die ist…. auf der Festplatte im Laptop.

 

Gruss, von mir

Tag22:Manchmal muss es Claus sein….

12. Januar 2008

Heute hab ich nichts geschraubt. Aber trotzdem was geschrieben. Nämlich den Dritten Teil meiner Fahrzeug Saga.

 

Und die spielt in Amerika. Findet ihr hier. Link.

 

Ich hab deshalb nichts geschraubt, weil ich heute bei Claus war. Claus ist, und das muss ich all jenen erklären, die nicht aus Graz und Umgebung sind, ein Schrauber-Guru. Er hat irgend etwas an die 50 oder 60 Fahrzeuge, die er der Reihe nach in seiner Garage herrichtet, oder das zumindest vorhat. Juwelen darunter, wie einen alten Jaguar Mk2 der heute vor seiner Tür stand, oder die Autobianchi Abhrth, denen anscheinend sein Herz gehört, und von denen er einen gerade fertig restauriert hatte.

Wer will, kann sich hier Bilder ansehen.

Da ich ja in letzter Zeit mit einer mittleren Schrauberkrise zu kämpfen hatte, dachte ich mir, was hilft mehr, als sich ein perfekt restauriertes Teil anzusehen?

Und es hat geholfen. Und das Teil ist pickfein geworden.

Alleine das streicheln vom Lack hat meine Stimmung gehoben. Und dann erzählte mir Claus so im Nebensatz, das er mehr als einmal schon an dem Teil verzweifelt ist.

„Wirklich?“

„Echt wahr!“

Ein gut gemeinter Tip an alle Novizen im Schraubergewerbe. Bevor ihr noch losgeht und euch mit (hoffentlich Chinafreiem) Werkzeug eindeckt, geht auf die Suche nach Leuten die genau das gleiche Virus haben wie ihr. Und die im richtigen Moment sagen, „hey, so wie dir ists mir schon mehrmals gegangen.“

Wenns dann auch noch welche sind die vielleicht mal helfen oder mit Rat zur Seite stehen ist es am besten. Ohne die wird’s ein verdammt langer Weg auf den Gipfel.

Hab ich heute gelernt. Oder anders.

 

Manchmal muss es eben Claus sein.

 

Gruss Oswald.

Bin am Schreiben

11. Januar 2008

Heut abend gibts news

Tag21:Der Tag der Tage…

9. Januar 2008

Das ist er wohl jetzt. Der Tag: Tag 21 meines Schrauberdaseins. Muss ich mir merken. Im Kalender dick anstreichen. Roter Stift und zweimal ein Kreis.

 

Von außen sieht mans ihm eigentlich nicht an. Im Grunde eigentlich ein ganz und gar unauffälliger Tag. Der Tag bemüht sich geradezu ein extratypischer Januar Tag zu sein. Ein typischer grausiger Januar Tag. Nass, kalt, trüb. Etwas zu trüb vielleicht, aber sonst. Absoluter Durchschnitt. Auch das Morgenritual war dasselbe wie immer. Kaffee reinstürzen, Lukas graulen, Internet checken, dann anziehen und in die Werkstatt fahren.
Von außen, wie gesagt, sah man es dem Tag nicht an. Aber das ist meistens so. Und doch sollte es der Tag werden.
Ich meine, ich wusste das der Moment einmal kommen würde. Ich fürchtete es, ahnte es. D.h. Ich war nicht unvorbereitet. Das er einmal kommen würde war sicher. So sicher wie das Amen im Gebet, nur dass das Amen am Schluss kommt, der Moment von dem ich spreche aber uns Schrauber meistens irgendwo ziemlich genau in der Mitte eines Schrauberprojektes trifft. Und obwohl man weiß, das er kommt, ist es dann, wenn er dann schließlich wirklich da ist, unerwartet.
Meiner war jetzt gekommen.

 

Offiziell wird auch nicht darüber gesprochen. Man weiss das es den Tag gibt, aber hält ihn gerne unter verschluss. Spricht nicht darüber, in der Hoffnung den Tag zu bannen. In der Hoffnung, er möge an einem vorbei gehen. Tut er nicht.

Von was ich rede? Na von dem Augenblick, indem man vor seinem filetierten Liebling in der Garage steht, inmitten der total versauten Werkstatt, und sich selber freundlich und verständnisvoll fragt…

„ja sag mal tickst du eigentlich noch richtig? Hast du noch alle Tassen im Schrank, sind noch irgendwelche Schrauben in deinem Ölverseuchten Gehirn noch einigermaßen fest angezogen.“

Das kommt ca. 5 Minuten vor dem Satz:

„Wie kommst du auf die völlig verblödete Idee, dass du mit deinen zwei linke Händen das Wunderwerk der Technik wieder ganz bekommst.“

 

Extrembergsteiger trifft dieser Selbstzweifel meist so 200 Meter unter dem Gipfel eines x-beliebigen Achttausenders. Nur das ich noch nicht einmal das erste Basislager erreicht habe. Bildlich gesprochen. Bildlich gesprochen hab ich noch nicht einmal die Bergschuhe richtig zugebunden. Und bekomme schon massive Atemnot.

 

Gut, das Schicksal warf mir auch fiese Prügel zwischen die Füße. Das Schweissgerät musste schon wieder eingeschickt werden. Das ohne eine einzige Naht gesetzt zu haben. Und ohne Schweissen kann ich nicht Sandstrahlen, und ohne Sandstrahlen kann ich nicht lackieren und ohne lackieren wird das Teil nicht fertig. Ist so. Auch ist das mit den Ersatzteilen nicht ganz so einfach wie gedacht. Und ich hab immer noch keine Kaffeemaschine in der Garage. Und das, obwohl ich schon 6 Wochen daran arbeite. Am Fahrzeug mein ich. Ja an der Kaffeemaschine auch.

 

Gut, es gibt Leute, die werden jetzt über mich müde lächeln. Die arbeiten seit 10 Jahren an ein und demselben Fahrzeug, und brauchen mal locker den Winter 2004-2005 um das Chrom des Stossfängers vorne rechts aufzupolieren, und werden sicher auch die nächsten Winter noch an dem Gefährt verbringen.
Die haben sich vorgenommen das ganze bis weit in ihren verdienten Vorruhestand auszudehnen. (stimmt’s Rene ;)) D.h. das Auto muss man sich einteilen. Genüsslich. Und da kommt dieser Augenblick, von dem ich spreche, auch etwas zeitverzögert, ich schätz nach so 15-20 Jahren.

Aber bei mir muss alles etwas schneller gehen.
Ich hab keine 20-30 Jahre sondern nur 3 Monate für das Projekt. Ende Februar muss die Ape wieder auf eigenen Füssen stehen, und wenn irgendwie möglich, fahren, ohne das ich sie schieben muss.
Deshalb hab ich auch, ich nenn ihn mal, den„Abgrundtiefenauswegslosenallesvernichtendenschrauberkrisentag“ viel früher.
Nämlich jetzt, Nämlich heute.

 

Ich weiß, rückblickend, auch woher so was kommt.
Man arbeitet da so vor sich hin… zerlegen ging ganz gut von der Hand (war ich immer schon gut drin), auch der Unterboden war verhältnismäßig schnell heruntergeschabt. Gut der Kabelbaum gehörte gereinigt und repariert, vielleicht sogar neu gezogen… aber das mach ich später. Der Motor vom Rest zu trennen, war ein Kinderspiel, selbst so besoffen wie ich war. Nur der Motorblock hat einen Sprung.
Gut, reparier ich später. Ist ja dann immer noch genug Zeit. Die Vordergabel wurde zerlegt, entrostet. Gehörte jetzt neu lackiert und wieder zusammengebaut. Aber es fehlt ein Teil… Aber Teufel noch eins! Ist ein guter Grund das ganze auf später zu verschieben. Und irgend wann ist dann später. Und bei mir war „Später“ heute. Und alle Baustellen bei meiner APE waren das was sie waren. Baustellen. Und dann siehst du vor lauter Baustellen dein Projekt nicht mehr.

Jetzt gibts eigentlich für den motivierten Schrauber nur zwei ehrliche Möglichkeiten.

1. Entweder du lässt es sein, und inserierst still und heimlich 3 Monate später auf Ebay. „APE-Teilrestauriert günstig abzugeben.“

2. Oder du beisst dich durch und lässt dir etwas einfallen.

Ich versuchte mir angestrengt etwas einfallen zu lassen.

Aber mir wollte nichts einfallen. Surprised
In solchen Momenten versuch ich mich auf meine Management Vergangenheit zu besinnen.

Grosse unüberwindlich scheinende Aufgaben schafft man am besten, indem man sie in kleine überschaubare teilt und der Reihe nach abarbeitet.

 

Alte Weisheit. Und ganz wichtig: Nach jeden erfolgreichen Teilschritt sich selbst belohnen. Das mit dem Belohnen sollte ich hinbekommen.
Nur wo fand ich jetzt auf der Stelle eine kleine Aufgabe. Mein Blick wanderte durch die Werkstatt. Ich fand den lange vermissten 10er Steckschlüssel am Boden liegen und räumte ihn in den Kasten. Jetzt zur Belohnung.
Ich trink ne Tasse Kaffee.
Aber irgendwie schien das nicht das Ware. Da hatte ich vielleicht in 6 Stunden den Steckschlüsselsatz wieder vollständig, aber dabei auch eine handfeste Coffeinvergiftung. Und der APE half das kein Stück.

Jetzt greif ich wohl oder übel zu Plan B. Nein nicht heimgehen und aufs Sofa schmeissen. Sondern heimgehen, aufs Sofa schmeissen, Kaffee holen und einen Plan machen. Schriftlich. Mit Zeitvorgaben und am besten ausgedruckt. Damit ich mich auch daran erinnere. Teuflisch, teuflisch.

Basislager eins. Ich komme.

 

Was haben wir heute gelernt.

Ohne Plan kann man vielleicht Deutschland regieren, aber keine APE zusammenbauen.

 

Gruss Oswald