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Alle Posts vom 19. Dezember 2007

Tag15:Hasta la Vista Baby

19. Dezember 2007

oder ein Mann – eine Flex

Ehrlich gesagt, es war Zeit für ein Erfolgserlebnis. Dringend. Die Niederlage an der Blaumann Front machte mir mehr zu schaffen, als ich bereit war zuzugeben. Das Gute Stück war hinüber. Er weichte zwar traurig seit zwei Tagen in einer Mischung aus Teerfleckenentferner, Gallseife und weiß der Teufel was noch (und auch nur der soll es wissen, damit ich später nicht noch Schwierigkeiten bei der Entsorgung der Brühe bekomme), aber die Flecken rührten sich nicht. Nicht einen Millimeter. Ich glaube sie werden sogar mehr. D.h. das Öl ist herraussen. Gleichzeitig mit dem grossteil der Farbe hat es bereits früh das Weite gesucht. Aber der Unterboden….. stabil das Zeug.

 

Was macht man in einen solchen Fall. Mann geht shoppen! Flex, wir erinnern uns, stand auf der Wunschliste. Eine Gute. Eine die auch noch in drei Generationen mit Tränen in den Augen von Vater zum Sohne weitergereicht wird. Eine mit der man Titan wie Butter schneidet. So eine würde mich jetzt trösten.
Ich hatte drei Favoriten. Eine blaue von Bosch, eine von Flex (eine Flex Flex:) ), und eine Metabo. Alle ca. 1400 Watt und trotzdem handlich.

 

BoschFlex FlexMetabo
Ich hatte mich im Internet bereits dumm gelesen. Wirklich. In jeden Forum, ja in jeden Beitrag wurde eine anderes Gerät angepriesen. Nur in einem waren sie sich alle einig. Nix vom Chinesen. Das hat inzwischen auch der Oswald verstanden, (ja, ja. Ich bin lernfähig) Obwohl: grundsätzlich ist ja eine Flex nicht anderes als ein Motor, ein bisschen Getriebe an dessen einen Ende man Scheiben festschraubt.
Da kann auch der Chinese nicht viel falsch machen, denkt man. Ich mein, da ist ein Motor, ein paar Zahnräder und ein Gewinde… sonst nix. Richtig?


Falsch. Ich hatte das Vergnügen, bei einen Freund ein bisschen mich durch seine Fernöstliche Flexsammlung zu spielen. Die kleinen, die Handheld, sind vom Handling her kein Problem, aber auch mit 400-600 Watt so dimensioniert, dass man damit vielleicht die verkrusteten Zehennägel seiner Erbtante mütterlicherseits problemlos aus dem Nagelbett hebeln kann, aber bereits ein dünnes Blech und der Motor wird leise, bis er jammernd stehen bleibt. Erbärmlich. Man würde am liebsten helfen.

 

Na, da nimmt man halt dann eine grössere Flex aus der China Fraktion. Massig zumindest das Gehäuse. 9 Kilo, 3200 Watt stehen auf der Verpackung. Man muss das immer gleich durch 3 Teilen, weil … ja weil das bei Fernost-Geräten so ist. Aber selbst dann: 1000 Watt müssten reichen. Tun sie, tun sie. Nur wenn sich die Scheibe einmal fängt, also im Werkstück verkeilt, erteilt dir die Flex einen Schlag, da glaubst du ein Pferd tritt dich. Wenn du dann nicht des Arnolds Arme, und lässt den Winkelschleifer los, fliegt er dir um die Ohren. Hast du dann noch den Feststellschalter gedrückt gehst du Flexjagen. Durch die ganze Garage.
Warum ich das so genau weiß? Zweimal dürft ihr raten.


Gute haben so etwas wie eine Notsicherung
, die den Motor entkoppelt, wenn sich die Scheibe fängt. Und da der gute Oswald eben nicht des Arnolds Arme, sollte so etwas seine Flex unbedingt haben.
Also vom Kopf her hatte ich mich für die Metabo entscheiden. 1400 Watt. Kleines Gehäuse. Sicherung und stufenlos einstellbar. Made in Germany. Und teuer. Eh klar.
Selbst im Internet wurden die nicht viel Billiger angeboten. Selbst auf iieehbäh. Selbst gebraucht war nicht mit einem wesentlichen Nachlass zu rechnen. Aber „gebraucht“ bei Werkzug „bin ich kein Freund von“. Alleine wegen der Garantie. Und man weiß ja nie, was der Vorbesitzer mit seinem Gerät so getrieben hat. „Einige Gebrauchsspuren“ stand bei einer daneben. Dabei schaute das Ding aus, als hätte man es im Betonmixer vergessen, eine ganze Saison lang.

So wollte es der Zufall, das ich, als ich mit gramgebeugtes Herz diesen morgens die Baumarkt Prospekte von letzter Woche durchblätterte, mein Blick auf ein Angebot viel. Nämlich genau jene, meine Metabo zum halben Preis. Ich hab fast den Kaffee verschüttet. Ich las gleich mal das Kleingedruckte, ob die nicht vielleicht die Anzahlung meinten, oder das Modell vom Vorjahrzehnt, oder … nein. Es war das Teil. Halber Preis. Aber….eben der Prospekt von letzter Woche.
Wo war mein Kopf. Normalerweise reiße ich sofort die Baumarktprospekte aus den Zeitungen, noch eher die überhaupt den Postkasten verlassen habe, aber die Punchsession vom Wochenende hat mich geschwächt. Ich hatte eine ganze Woche verloren. Mist.
Sollte sich wirklich zu meiner Blaumann Niederlage, jetzt noch das Flex-Waterloo gesellen?
Jetzt hiess es handeln. Da muss man schnell sein. Keine Sekunde verlieren. Darf nicht zögern. Muss man sofort wissen was zu tun ist.

 

Ich holte mir einen Kaffee.


Die Frage war doch:
Gleich hinfahren, oder zuerst anrufen. Anrufen oder gleich hinfahren. Hinfahren hätte den Vorteil das Teil in spätestens einer halben Stunde in die Arme schliessen zu können. Aber vielleicht sind diese halbe Stunde bereits eine halbe Stunde zuviel. Weglegen lassen! Aber konnte man sicher sein, das es das richtige Gerät ist? Was wenn was fehlt? Dann könnten die 10 Minuten die man für so ein Telefongespräch verschwendet bereits 10 Minuten zuviel sein und das einzig andere richtig und komplette Gerät weg. Andererseits was, wenn es bereits seit einer Woche ausverkauft ist. Ich wollte es gar nicht wissen. Und überhaupt…. was wenn sich jemand für mich ausgibt, und sich das weggelegte Gerät unter den Nagel reißt? Dieser Verbrecher. Ich wurde phobisch.

Der Kaffee half. -Anrufen.

 

Ja, laut Computer hätten sie noch genau ein Teil lagernd. Antwortete eine freundliche weibliche Stimme.

Gut, eine… das sollt genug sein …..

….. doch was sollte das heissen „laut Computer“?

Das hieße, es wäre laut Lagersystem noch ein Teil im Lager.

Sicher?

Sicher!!

Das wollte ich hören. Aber andererseits, Computer trauen heißt auf Sand bauen. D.h. ich würde eigentlich lieber hören, dass sie die Schachtel physisch neben dem Telefon niederlegt. Penetrant? Nein. Sicherheitsbewusst. Einfach schon zuviel erlebt.

Das wäre nun wirklich nicht notwendig, meinte sie.
Doch, wäre es, fand ich.

Es dauerte etwas, bis sie aus dem Lager zurückkam. Leicht nach Luft ringend, bestätigte sie mir das die die Flex neben ihr liegen würde. Ja natürlich originalverpackt. Nein, sie war noch nicht geöffnet. Ja, diese Artikelnummer. Wir vergleichen noch einmal. Ziffer für Ziffer. Komma für Komma, Zahl für Zahl.
Ja, auch der Griff ist drinnen. Ja sie schaue noch einmal nach. Nein es fehlt nichts. Auch jetzt. Ja, sie würde meinen Namen draufschreiben, nein nicht auf einen Zettel, auf die Verpackung. Ganz sicher. Hundertprozentig!!

Gut, so etwas macht vielleicht keine Freunde, aber ich brauchte keine Freunde. Ich brauchte eine Flex.


Etwas entspannter gings ins Auto und zum Markt.
Die Dame an der Auskunft war sehr kurz angebunden, als ich mein Teil abholte. Aber war das wichtig. Ich hatte meine Metabo… Meine Metabo. Zum halben Preis.
Schnell noch alles eingepackt was an Schrubb- und Trennscheiben, Zopfbürsten und Schleifpapier so auf dem Markt und in dem Laden war. Man weiß ja nie, was man alles brauche kann.

 

Metabo
ICH HAB SIE!!!

 

Daheim hätte ich am liebsten gleich einmal probeweise den Couchtisch verkürzt. Ja, ab sofort gab es viel zu tun, für einen Mann mit seinem Winkelschleifer. Ich beherrschte mich und verzog mich stattdessen in die Werkstatt.

Das Teil lag gut in der Hand. Man kann sie auch einhand benützen, aber auch bei gröberen Teilen lässt sie sich durch den Antivibrationsgriff gut führen. Kraft ist genug vorhanden, sodass, ohne das die Geschwindigkeit merklich langsamer wurde, sie gut durchs Metall ging. Ich legte mit der Zopfbürste gleich einmal die grössten Schwachpunkte an der APE frei. Es war ein Vergnügen.

 

Chaos und Gomorra

 

Danke übrigens Jörg, für den Tip die Matratze wegzulegen, damit sie kein Feuer fängt. Das sollte man wirklich machen. Aber bevor ich das Teil weggekokelt habe, hab ich mit der Zopfbürste gleich einmal die gesamte Plastikhülle aufgewickelt. Caramba.
Da merkt man jeden der 1400 Watt. Nur gut, dass sie diesen Entkoppler hat.
Aber heute konnte nichts meine Laune schmälern. Ich flexte gleich mal ein größeres verrostetes Teil aus der APE.

Die innenseite, damit keiner Mitleid hat

Das ging so einfach, dass ich mich beherrschen musste, nicht mein ganzes Fahrzeug in Handtellergrosse Kleinteile zu zerlegen.
Hastalavista Baby…..
Ab jetzt geht’s aufwärts. Jetzt noch dafür ein Schulterhalfter und das Glück ist komplett.

 

Was haben wir heute gelernt.

1. Kommt Zeit kommt Flex.
2. Das eine Matratze eine denkbar schlechte Unterlage zum Winkelschleifen.
3. Das Plastik dieselbe zwar vor Schmutz, aber nicht der eigenen Dummheit in Verbindung mit einer Zopfbürste schützt.

 

Gruss