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Tag11:Java blue

11. Dezember 2007

Ich bin ein Kaffeejunky. Einer von der ganz harten Sorte. Besonders am Morgen. Ich würde Instand-Kaffee trocken aus der Dose löffeln, wäre das die einzige Möglichkeit, an mein Koffein zu kommen.

 

Glückseeligkeit

 

Am Morgen schleppt sich die Welt träge an mir vorbei, als hätte einer vergessen, den Strom einzuschalten, und ich bewege mich in Zeitlupe in einer grauen pampigen Masse bis zu dem Zeitpunkt, in der man mir eine Tasse Kaffee in die Hand drückt. Das macht meine Umwelt schon alleine aus purem Selbsterhaltungstrieb gerne und schnell. Komm nie zwischen einen Mann und seinen Stoff.


Der Rest ist Reflex. Getrunken und gewartet, bis das Zeug zu wirken beginnt. Ich weiß nicht, wieso das so ist. Ich bin eben kein Morgenmensch. Nie gewesen. Ich kann Menschen, die in der Früh aufstehen und sofort einmal im Park ihre Runden laufen gehen, nicht verstehen.

Ich meine nicht, „nicht verstehen“ wie man eine fremde Sprache nicht versteht. Ich meine „nicht verstehen“ wie man sich die Existenzform ausserirdischen Lebens nicht vorstellen kann.

Ich kann mit nichts in der Welt vorstellen, was mich dazu bewegen würde um 5 Uhr meine Wecker zu stellen, nur um im eiskalten Nieselregen mit 130 Euro Tretern zwischen Hundehäufen herumzutänzeln.
Ich meine, ich schau mir das an, wenn sie mit rot erfrorenen Nasen wieder zurückkommen durchnässt, verwaschen, erfroren, und dann so Sprüche loslassen, wie „Ich fühle mich wie neugeboren“.
Wie? 9 Stunden Schmerzen und Herumschreien, und dann einen Klaps auf den Po?
Nope. Ich sitz mit meiner Tasse Kaffee am Sofa und warte, dass bei mir die Sonne aufgeht.
Vergleich. Kaffee… Dauerlauf…. da gibts einen Sieger. 🙂

 

Warum ich vom Kaffee schreibe? Mir ist heute so aufgefallen, dass die meisten Leute glauben, Bier wäre die Wahl der Mittel, würde es darum gehen, einen Betrieb voller wild schraubender Männer am Laufen zu halten. Dabei ist das ein kapitaler Irrtum. Oder hat irgendjemand in einem Betrieb schon einen aufgestellten Bierautomaten gesehen. Kaffeeautomat… ja. Bier nein.
Deshalb wusste ich auch nicht, warum meine Nachbarn heute Mittag vorbeigekommen sind mit einem 6er Träger vom guten Pils. Ich bin kein Kosterverächter. Am Abend im Sommer auf der Veranda, beim Grillen, an einem heißen Tag. Ein, zwei, drei gute kühle Bier mit Freunden zum harsch braun gebratenen Kotelett. Nichts dagegen. Wenn man nachher gemütlich, ins nicht so weit entfernte Bett fallen kann.

 

Etwas anders ist die Situation, wenn du noch vorhast, deiner APE das Fell über die Ohren zu ziehen, will heißen, die Karosserie vom Fahrgestell zu trennen, es deshalb gerade erst Mittag ist, und draußen zum eiskalten Bier ein ebenso eiskaltes Lüftchen weht, weil Winter. Aber ich mag die beiden unheimlich gerne. (Sie besitzen eine Schlosserei ums Eck und helfen mir wo sie können) Weshalb ich diese Kommunikationspils auch dankend gerne annahm.

(Frauen merkt euch. Wir Männer sind reine Gesellschaftstrinker. Hilflose Opfer unserer Geselligkeit.)

Wir quatschten ein wenig, ich zeigte meine Ape. Die Jungs holten noch ein zweites 6er vom guten Pils aus ihrer Werkstatt. Eiskalt. Dabei hatte ich meine Flasche gerade irgendwie, durch halten, drinkwarm bekommen. Mist.
Wir sprachen inzwischen von Fußball, und wanderten dann irgendwann in Richtung Politik. Zuerst lokal, dann national dann Welt. Bevor wir begannen, den Weltfrieden zu sichern, kam einer der Jungs auf die Idee, dass wir dringend noch ein Bier benötigten und er stapfte los noch so einen 6er Träger zu holen. Aus dem Kühlschrank. Klar.


Was soll ich sagen… als die Zwei gingen, war es drei Uhr und ich so bedient, das ich mich zuerst einmal an meine APE lehnen musste.

Aber ein Mann, ein Wort. Unsere Vorfahren haben noch nach 10 Liter Met 100 barbarischen Heiden das Fell mit einer Hand (die andere benötigten sei um den Kotzküble zu halten) über die Ohren gezogen, da werd ich das doch bei meiner APE nach 5 einhalb Pils schaffen.

 

Ich griff… nach meinem Kaffee, den ich immer in einer Thermoskanne mit in der Werkstatt hatte, was eine gute Idee war. Dann ging ich vor die Tür um frische Luft zu bekommen, was eine schlechte Idee.

Ich beschloss, es mir vorerst in meinen Reifenstapel gemütlich zu machen, und zu überlegen, wie man das ganze angehen könnte. Nach einer Stunde eingehender Betrachtung war ich wieder einigermaßen so fit, das ich zumindest wusste, dass ich heute sicher nichts mehr flexen werde.

Gut, viel war ja nicht mehr zu machen. Die Schrauben waren ja bereits herunter (link). Die Leitungen weitgehend entfernt. Eigentlich ging es nur noch darum, die Karosserie aufzubocken, und mit meinen großen Fahrzeugheber, (ein Mega Ding. Hält 6 Tonnen. Gut meine Ape hat gerade 300 Kilo, aber man weiss ja nie, was da sonst noch kommt.) den Motor, nach dem Entfernen der letzten zwei Halterungen, die ich vorsichtshalber im Blech gelassen habe, langsam zu senken und unter der Karosserie herauszupuhlen.
Klingt einfach, aber 2 Promill bringen da doch ein gewisses spannendes Element der Unsicherheit mit hinein.

AufgebockeDas Aufbocken mit dem Wagenheber ging ganz gut, solange ich mich beim kurbeln nicht zusehr über die Kurbel beugte. Die Böcke waren nach mikrigen 5-8 Versuchen an ihren Plätzen, sodass ich die Karosserie da hatte, wo ich sie wollte.

 

 

 

Ungefähr.
Ja ich weiss, ist verwackelt. Verklagt mich.Dann langsames Ablassen.

 

 

Und was soll ich sagen, schlussendlich: et hat jeklappt.

Geschafft….

Zum Beweis die Bilder. (Ja ich weiß selbst, ein wenig verwackelt. >:( )

und…
Sideview

Anschliessen hab ich mein Baby flach gelegt, nicht ohne eine Matratze drunter zu legen.

Flachgelegt
Bis zu dem Zeitpunkt war ich wieder einigermaßen nüchtern. Obwohl ich wahrscheinlich eine Fahne hatte, dass sich der Unterboden von alleine abschälte.

Übrigens der kommt morgen dran, der Unterboden.

 

Ok, was haben wir heute gelernt:

 

1. Dass der brasilianische Kaffeepflanzer auf seiner Farm eindeutig mehr zum Wohl von uns Schrauber tut, als der durchschnittliche bajuwarische Hopfenbauer.

2. Das man zuerst einmal nachsehen sollte, was einen die Freunde so in die Werkstatt schleppen, bevor man sie hereinlässt.

3. Und das, wären die Geschichten wahr, von den biertrinkenden Handwerkern, wir wahrscheinlich heute noch in den Bäumen leben würden. Und mit was? Mit Recht.

 

Gruss Oswald