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Tag10: China, Mon Amour…

9. Dezember 2007

Fragt ihr euch auch, warum wir unsere Werkzeuge aus China kaufen müssen?

Ich hab da jetzt so meine Theorie.

Ich war drauf und dran, den Unterbau von meinem Fahrzeug zu lösen. Dazu war es notwendig, einige Schrauben zu lösen, die das Fahrgestell, mit Motor und Getriebe, fest mit der Karosserie verbanden.
Und die sahen so aus . . .
 

Nichts mehr zu machen

Das was hier aussieht wie in braunes Schoko-Crossie, ist die Schraube, meine Herrn. Und das ist nicht lustig.


Nichts als Rost, Modder und das Sickern der umbarmherzige Erkenntnis: Da kommst du auch mit einer Dose Rostlöser nicht weiter.
Ich kann das deshalb sagen, weil ich es probiert hatte. Hey, aus Erfahrung wird man klug.
Die Schraube hat den ganzen Rostlöser ohne was weggeschluckt, und sich dann schichtweise aufgelöst. Gelockert hat sie sich nicht.
Das passiert, wenn eine gewisse Fabrik in Italien meint, Gottes Segen alleine wäre der ideale Rostschutz.
Kinder: Auch der Liebe Gott hätte die Schrauben vorher verzinkt, bevor er sie dann, mit seinem Segen versehen, unbarmherzig ins Blech getreten hätte.

 

Ich setzte, proforma, einmal den Schraubenschlüssel an. Ich wollte mir nichts vorwerfen lassen, wusste aber, dass es sinnlos war. Warum ich es dann trotzdem probiere? Ich weiß nicht. Sturheit. Spieltrieb, das Spiel mit dem Feuer des Verderbens?
Meine 20er Stecknuss verkantete sich prompt so stark, dass ich fast eine Viertelstunde beschäftigt war, sie zu befreien.
Es folgte eine eingehende Meditation über verrostete Schrauben im Allgemeinen und meiner im Speziellen. Will heißen, ich setzte mich vor die Schraube und starrte sie an. Das beeindruckte die Schraube kaum.
Die Frage war ja, wie bekomme ich sie aus diesem Eck, ohne den gesamten Rahmen mit einer Säge in seine Bestandteile zu zerlegen.

 

Vor einigen Monaten hatte ich mir, in einem Anfall von Werkzeugkaufrausch (was wie gesagt seltenst vorkam) in einem Baumarkt einen kleinen Microbohrer gekauft.
Die gibt’s von Dremml oder Proxxon (das sind die Guten) oder von unzähligen chinesischen Herstellern (das sind die Anderen). Ich hatte mir einen Anderen gekauft.
Warum? Er war billig. Ich glaube gerade einmal 25 Euro. Was sind schon 25 Euro? Und dabei hat es 250 Watt!! Und mit dabei waren über 100 Werkzeuge. „Werkzeuge“ stand auf der Verpackung. Ich schwöre.
Ich probiere zuerst mit diesen Werkzeugen, vor allem Bohrern und Schleifköpfen herum, die sich aber jeweils innerhalb weniger Sekunden in Luft auflösen. Wirklich. In Luft. Ich hab die Einzelteile bis heute nicht mehr gefunden. Die waren wahrscheinlich nicht zum Bohren und Schleifen gedacht. Oder nur zum Bohren und Schleifen von Balsaholz, oder Schaumstoff oder so. Machte ja nichts. Ich hatte ja noch über hundert andere Werkzeuge. Stand auf der Verpackung. Diese Vorrat reduzierte sich rasant.
GeschafftIch griff mir eines nach dem anderen. Bis ich schließlich bei einer Art Trennscheibe landete. Die war mir Anfangs bereits ins Auge gesprungen, aber ich hatte sie als zu filigran abgetan. Als ich diese ansetzte, sprühten zumindest schon die Funken.

Ich verbrauchte zwei dieser Scheiben, und eine quälende und sehr lange viertel Stunde. Aber die Schraube war schließlich ab.

Mir tat jeder Muskel weh vom Gegenhalten, aber ich war stolz und glücklich. Schraube herunten. Fertig. Endlich.

 

Was ich vielleicht noch sagen sollte, man sollte die Schraube nicht gleich nach dem Flexen anfassen. Gibt eine ca 1 cm große Brandblasen. Nur so als Tip.

 

Was ich da noch nicht wusste, war der Umstand, dass von den 12 großen Schrauben, 11 genau so verrostet waren, und darauf warteten auf die gleiche Art operativ entfernt zu werden. Was ich auch nicht wusste, war der Umstand, dass die Microbohrmaschine noch während der zweiten Schraube ins Reich seiner chinesischen Ahnen ging (wo schon Millionen auf ihn warteten, ich wette) . Die Kohlen waren, (nach einer halben Stunde Betriebszeit,) hinüber.
Wäre alles kein Problem, hätte ich mir die blöder Rechnung aufgehoben. So fuhr ich zu einem anderen Baumarkt und kaufte noch einen Chinabohrer. Hey ich hatte gerade 25 Euro verbraten. Ich musste sparen. Auf dem neuen stand sogar 300 Watt, er kostete 5 Euro mehr, und hielt 3 Schrauben stand. Dann musste wohl eine Wicklung ihren Geist aufgegeben haben.
Schrott in der HandDa ich jetzt zumindest die Rechnung noch hatte, kam bald Bohrer Nummer drei. Der hielt dann allen restlichen Schrauben stand.

Das ganze dauerte letztendlich die letzten drei Tage (mit Bohrerholen.) Und war ermüdend. Und langweilig. Und wäre mit dem richtigen Werkzeug wahrscheinlich in 2 Stunden erledigt gewesen.

Aber was auch immer, morgen kann endlich der Motor runter und dann kann der Unterboden ab.

 

Ich hab doch eingangs geschrieben, dass ich wüsste, warum wir uns immer wieder diesen Chinaschrott zulegen. Nun. Erstens, sind bei diesen Bohrern selbst Proxxon und Dremml nicht Made in Germany. Das heißt man kommt gar nicht aus, und zum anderen ist es das „Prinzip Hoffnung“, so meine Theorie, das da tief und unauslöschlich in uns sitzt. Wir können nicht glauben, dass Werkzeug wirklich so schrottig sein kann. Sieht aus wie ein Bohrer, steht Bohrer drauf, sollte wie ein Bohrer funktionieren. Und so hoffen wir auf das eine, vielleicht einzige Mittwochs-Gerät, bei dem alles einfach nur funktioniert wie es soll. Keine fehlerhaften Kugellager, ein gut gewickelter Motor der hält, das Gehäuse ohne Gussnarben, die Kohlen widerstandsfähig.
Darauf hoffen wir, und fühlen uns dann wie Bolle, wenn eines der Billigramsch-Werkzeuge seine Garantiezeit wirklich überlebt. (Und das, weil es wahrscheinlich die ganze Zeit im Werkzeugschrank stand.)
Und deshalb kaufen wir das ganze Zeugs. Es ist ein Ü-Ei für Erwachsene. Und da zahlen wir ja auch nicht, weil das ganze etwas mit Qualität zu tun hat. Wie heißt es so schön, Überraschung und was zum Spielen. 🙂

 

Und was haben wir heute gelernt:

 

Dass geflexte Schrauben heiß sind,

und dass China von unserer unauslöschlichen Hoffnung an das „Gute im Werkzeug“ 200 Millionen Menschen locker ernähren kann.

 

 

Gruss Oswald