Alle Posts vom Dezember, 2007

And the winner is..

25. Dezember 2007

Heut ist es soweit. Jetzt sollte der Weihnachtsmann für alle mutigen Einsender ihrer ersten Fahrzeuge fleißig sein.

Es geht um die berühmt berüchtigte, einzigartige Verlosung des Motorschrauber-Shirts Edition 2007, die gerade mal in einer Auflage von 8 Stück produziert wurde.

Das Teil ist vierfarbig bedruckt, nummeriert, und hat die Nr. 8 😉 und einen Lukas Pfotenabdruck.
Es folgt die offizielle Verlosung. Dabei hat Motorschrauber keine Kosten und Mühen gescheut. Als Glücksfee diente meine Freundin, die auch für einen neutralen Ablauf der Verlosung garantierte.

 

Zuerst einmal alle Lose produzierenKeine Kosten und Mühen gescheut..10 Stück.... Falten ...Hinein in den SackDa liegen sie…Und the winner is…And the winner ist……….is……….

Frank Wiese!!!!!!

 

Frank, gratuliere . . . viel Spass mit dem Shirt!!!! Kommt in ca. 2 Wochen.

Für alle Anderen: Ich hab ein kleines Trostpflaster. Ich werde irgendwann im nächstes Jahr wieder welche machen lassen.

Für die, die ein Shirt haben wollen, ist eines zum Eigenproduktionspreis reserviert.

 

Ich bedanke mich ganz herzlich bei Allen für die Einsendungen. Es war ein riesen Spass. (Offensichtlich auch für viele andere im Netz. Die Seite wurde bis heute . . . muss mal kurz nachsehen . . . knapp 1000 mal aufgerufen. )
Gruss Oswald.

 

 

Weihnachten….

24. Dezember 2007

Das gehört mir. 🙂 Hat der Weihnachtsmann gebracht.

Schokoleidenschaft

Schokowerkzeug. Aus einer kleinen Italienischen Manufaktur(link).

Von meiner Freundin. …. Ich liebe sie.

 

Ich wünsche allen ein ebenso schönes Weihnachtsfest wie das, das ich hier habe. Lasst es euch gut gehen. Feiert schön und gemütlich und keinen Stress.

 

Gruss Oswald

 

Ps: Das T-Shirt wird morgen verlost.

Tag17: Fieber!

23. Dezember 2007

Ich hatte Fieber! 37,5. schon in der Früh. Frauen sagen dazu erhöhte Temperatur. Die gibt’s bei uns Männern nicht. Wir haben Fieber. Sofort.

 

Das hat was mit den Genen zu tun. Fragt mich nicht was, aber irgendwas. Kommt sicher aus der Mammut-Zeit. Da kann sein was will, du nackt bei -40°draussen im Sturm stehend, in Unterhosen durchs Eismeer kraulend, alles kein Problem. Das stehst du durch und lachst dabei. Aber zeigt das Fieberthermometer 37,0 bist du tot. Rein innerlich. Äusserlich magst du dich ins Büro schleppen und dort tapfer deinen Mann stehen, magst du aussehen, wie das blühende Leben, aber in dir drinnen läufst du nur noch auf Autopilot. Brutal.
Und ich hatte 37,5. Ich fühlte mich auch dementsprechend elendig. Da aber meine Freundin seit heute mit denselben Symptomen darniederliegt, konnte ich mit Miteid nicht rechnen. Sogar den Tee hätt ich mir selber machen müssen. Kranksein macht ohne die dementsprechende Pflege den halbe Spass. Ich entschloss mich, dennoch den Tag im Bett zu verbringen und nicht schrauben zu gehen. Obwohl ein paar von den Day-Med und du tanzt am Dach. (Junge Junge, so was ist legal, aber Gras verbieten sie. Wirklich wahr!) Aber besser mal alles relaxed auskurieren und Ruhe bewahren und am Tee nuckeln, als vielleicht unter Day-Med mit der Flex der Ape ein Zopfmuster ins Blech tätowieren. Ruhe bewahren ging, Teetrinken nicht. War ja niemand da, der ihn mir machte.

 

Es nervt mich gewaltig, dass ich nicht schrauben konnte. Gestern hab ich einen Satz Ausbeulhämmer bekommen. Und die wollten ausprobiert sein. Und was mach ich mit denen? Ich spiel damit im Bett herum. Toll. Aber ich hatte wenigstens wieder mal Zeit, das TV Programm zu genießen. Und ich sag‘ euch. Alleine deshalb zahlt es sich aus, gesund zu bleiben.

 

Ich hab den Beitrag „über mich“ upgedated und meinen zweiten Wagen gepostet. Ein wirkliches Tier. 🙂 (Link) Schaut mal.

 

Ausserdem knoble ich an der Frage herum, welche Farbe mein Teil bekommen soll. Ich würde gerne morgen oder übermorgen ein paar Farbvorschläge posten und würd‘ mich freuen, wenn ihr mir Feedback geben würdet.

 

Das wars. Muss weiter leiden gehen.

Gruss Oswald

 

 

Tag16:Schweissen bis der Arzt kommt

22. Dezember 2007

Nahrung

Lieg‘ im Bett. Ja, nicht nur weil es bereits, na… 2 Uhr Nachts ist. Normalerweise schreib ich da immer noch oben im Arbeitszimmer meine paar Zeilen fürs Blog. Nein. Ich hab mir irgend so einen Virus gefangen.

Schrauberkrankheit?! Ja .. doofer Witz. Ne. Einen Echten.

Dabei fing der Tag so gut an. Wie Weihnachten. Ich habe heute mein Schweißgerät ausgepackt. War aber nicht zum ersten Mal.

ZuFast schon daEndlich

 

Ich fürchte, das muss ich erklären…


Vor etwas mehr als einem Jahr hab ich mir ein Schweißgerät gekauft. Da war vom Renovieren noch gar nicht die rede. Auch an Umzug dachte noch niemand. Stand mitten im Job und meine APE in einer Scheune weit draussen im Märkischen Sand. Also warum in Gottes Namen, ein Schweißgerät?

Ich wollte einfach sicher gehen, dass ich auch wirklich mit dem Projekt beginne. Und was ist dazu besser geeignet, als ein Schweißgerät, das da mitten im Wohnzimmer steht. Logisch. Das kann man beim besten Willen nicht ignorieren. War auch schwer. Eine zeitlang stand es eben im Wohnzimmer, dann in der Küche, dann im Vorzimmer. Ins Schlafzimmer wollte es meine Freundin nicht lassen, im Bad wollte ich das Ding nicht. Um es in den Keller zu verfrachten war mir das Ding zu schwer.
Ich warf irgendwann einmal eine Jacke darüber schob es in den Flur und begann es aktiv zu ignorieren.

Beim Umzug hob ich mir dafür fast einen Bruch, als ich es, der vorsichtshalber, (und weil das Männerarbeit ist sein eigenes Werkzeug selber zu schleppen,) nicht nehmen lassen wollte, das Ding selbst in den Umzugswagen zu hieven. Spätestens dann merkste, dass du keine 20 mehr bist (genau genommen ja auch keine 30 mehr). Meine Männlichkeit an der Werkzeugfront trug mir diese bittere Erkenntnis ein. Diese und zwei Wochen die ich mit einer warmen Wärmeflasche im Kreuz verbringen durfte.
Das Schweißgerät war übrigens ein China Import. Ja, schlagt mich tot! Zu der Zeit als ich das Teil gekauft hatte, war ich noch nicht so schlau wie heute.

Aber es war immerhin ein MIG/MAG Gerät. Und das ist für Autos wichtig. Für den totalen Laien unter uns ein paar Basics.

Aaaalso. „Schweißen“ bedeutet nichts anderes, als das man, unter der Zugabe von dem gleichen Material, das man miteinander verbinden will, und Energie, das Material in einen Flüssigen Zustand überführt und das ganzer erhärtet dann und ist dann miteinander fest verbunden.

Na, wie hab ich das erklärt? Doof? Nana.

 

Anders: Wir wollen eine Männerverbindung. Stahl auf Stahl mit Feuer vereint. Also Schweißen.

 

Dabei gibt es normales Elektrodenschweißen, Mig, Mag, Wig, mit Wechselstrom, ohne usw…

Wichtig für uns. Für dünne Bleche, wie beim Auto üblich braucht man ein so genanntes Schutzgasschweißgerät. Genauer ein Mig, (wobei das Mig auch Mag kann, aber kein Wig, wobei das wieder egal, weil Wig wir keines brauchen weil das speziell für Alu und teuer und eigentlich auch Mig genug… ach lassen wir es gut sein.)

Das muss vorerst reichen: Uns reicht zum Autobasteln ein MIG Schweißgerät. Sagt jetzt der ein oder andere „Kenn ich, dass sind die Teile aus dem Baumarkt“ irrt er. Die Teile die im Baumarktregal stehen sind meistens sogenannte Elektrodenschweissgeräte. Mit denen kann man den Kernreaktor in Tschernobyl mit einer cm Dicken Schweißnaht verschließen, oder eine Schönheitsreparatur am Aussenblech vom Leopard II mal schnell aus dem Hemdsärmel schütteln. Aber für das kleine schwarze unserer Autos sind die eher ungeeignet. Es sei denn man will ne Reaktor Schweißraupe auf der Motorhaube oder man ist im Rahmen seiner Autorenovierung günstig zu Panzerstahl gekommen. (genaueres dann im Werkzeug thread_Schweißgeräte).
Also ich hatte so ein MIG Gerät. Wenn auch, wie bereits angedeutet, aus dem fernen Land der Mitte.
Vor ca. 3 Wochen wollte ich das Teil ausprobieren. Da man zum Betrieb eines MIG Schweißgerätes eine Gasflasche braucht, die mit teuren Edelgas gefüllt bin ich zuerst zu Linde getigert. Linde vermietet solche Flaschen samt Inhalt. Gibt’s zu 10, 20 und 50 Liter. Ich hab gleich mal das 50 Liter Teil anvisiert obwohl die Mitarbeiterin mir ja das 20 Liter Teil andrehen wollte. Diese Schlaumeier. Wen glauben die eigentlich, dass sie vor sich haben. Die Miete von der Grossen kostet fast gleich viel wie der kleinen, und das befüllen sogar mehr. Ha. Mit mir nicht. Für was hab ich studiert. Ich kann rechnen. Mögen sich anderen mit den kleinen Flaschen begnügen. Mir kommt nur die Grosse ins Haus.
Als der freundliche Mitarbeiter das Teil auf einem Gabelstapler daherbrachte, fiel mir schlagartig ein, dass andererseits auch Small verdammt beautifull sein kann. Und überhaupt, Linde muss auch von was Leben, und irgendwie würde ich mit den 20 Liter Teilen auch mein auskommen finden. Musste ich halt sparsam sein, nicht? Kann doch nicht so schwer sein. Das die Menschen immer gleich übertreiben müssen.

 

Ich mein, so ein 50 Liter Teil wiegt, ich weiß nicht, 60 Kilo? Und ich wollte nicht schon wieder ne Wärmeflasche ins Kreuz.

 

20 Liter sind genug Also in der Werkstatt hab ich gleich mal testweise das Schweißgerät ausgepackt. Montiert (Ja, die 20cent Plastikreifen werden extra geliefert) Stahlflasche angeschlossen. Das Teil eingeschalten und plötzlich war’s in der Werkstatt finster.
Und zwar zappenduster. Ich tastete mich zum Sicherungskasten, aber selbst als ich den fand, die Sicherungen sämtliche wieder auf Normalposition brachte, kam der Strom nicht zurück. Ich hatte schon Angst ich hätte in ganz Mitteleuropa die Lichter ausgepustet. Aber es stellte sich Tags darauf heraus, dass ich „nur“ im Haus die FI´s getriggert hab. (Gut die Hausbewohner fanden das nicht so lustig.)
Am nächsten Tag hab ich auch festgestellt, warum das passiert ist.
Die riesige Spule des Schweißgerätes, die den Strom transformieren sollte war dummerweise „zu nahe“ am (Stahl)Gehäuse montiert worden, und der Funke sprang da gerne über. Da muss einem Chinesen wohl der Akuschrauber ausgerutscht sein. Macht ja nichts. Kann ja passieren. Andererseits, hätte ich da beim Einschalten meine Brazen dran gehabt… Entertainment einmal anders.
Ich schickte, da ja noch Garantie, das Teil ein. Diese Woche kam es endlich wieder zurück. Repariert. Stand auf der Verpackung.
Ich also wieder in die Werkstätte, das Teil angeschlossen, und wirklich. Der Strom blieb an. Erfolg. Testweise bin ich mit einem Phasenprüfer ans Gehäuse (man weiss ja nie. Vielleicht hatten sie ja nur, den Nulleiter abgeklemmt oder so) Aber alles blieb ruhig. Also Gas eingeschalten und Draht eingeklemmt, Brille aufgesetzt, Handschuhe angezogen, Werkstück vorbereitet, und…….nix. Gar nix.
Ich brauchte eine Weile, bis ich dahinter kam, warum dem so war, und das Schweißgerät nicht so wollte, wie ich wollte, und zumindest wild Funken sprühte, und damit die ganze Werkstatt einsaute. Ein kleines Teil im inneren, war so fest montiert worden, das das Qualitätsplastik seinen Geist aufgab, sich ergab und zerbrach. Macht ja nix. Ist ja noch Garantie. Und der Postdienst freut sich. Und für mich bedeutet das warten bis nach Weihnachten. Mindestens.

 

Lukas, heute mal nur freundlich

Lukas war das ganze ziemlich egal. Kein Mitleid der Hund.

Das war ungefähr der Zeitpunkt wo ich weiche Knie bekam, und mir zu frösteln begann. Zuerst dachte ich ja, es wär der Frust, aber Frust macht einen roten Kopf, aber keine bösen Kopfschmerzen.
Jetzt lieg ich im Bett, mit 4 Aspirin im Kopf und klopf die Stories liegend in mein Laptop während sich Bob Ross auf BayernAlpha den Wolf malt. Daneben schraub ich an meinen Plan b.

 

Erstens müssten die mir das Schweißgerät so schnell wie möglich wieder herstellen, und wenn sie den ReparaturChinesen unter dem Weihnachtsbaum hervorzerren müssen. Ist mir egal. Das Teil muss spätestens nach Silvester wieder da sein. Bis dahin würde ich etwas an meinem Design arbeiten. Farben aussuchen kann man auch liegend mit dem Laptop auf dem Bauch. (Solange der mir nicht das Gemächt wegkocht. Dieser Computer wird verdammt heiß!) Dann könnte ich anfangen Ersatzeile zu bestellen, und wenn ich wieder auf den Füssen bin, am Motor zu arbeiten, und die Vorderradaufhängung zu zerlegen.

 

Und irgendwas war dann noch… ich komm gleich drauf…. ach ja Weihnachten. Stimmt.
Also es wird schon gehen. Irgendwie….. ………………grumml……….. fuck… ……..Sorry.

 

Was haben wir gelernt.

 

1. Nichts was wir nicht schon wüssten.
und
2. Das der Virus ein Hund.

 

 

Gruss, Oswald

 

Die Weihnachts (shopping)geschichte

20. Dezember 2007

Gestern war der Oswald Weihnachtsshoppen. Ja das muss einmal sein. Is ja nur einmal im Jahr. Und das ist auch gut so.

Auch ich will meinen Lieben eine Freude machen. Und ihnen Sachen schenken, die sie sich aller Wahrscheinlichkeit nach nie gewünscht hätten. Deshalb schnell in den Wagen gehüpft und ins Einkaufscenter gefahren. Kann ja kein Problem sein. Am 19. Dezember. Irrtum!

 

Das ganze fing mit Parkplatzsuchen an. Was heißt suchen! Zuerst einmal bin ich vor dem Einkaufszentrum gestaut, in einer Autoschlange, die sich nicht bewegt hat. Ich hab alleine da drei mal im Radio, „Last Christmas gehört.“ Im gleichen Sender! Rechnet das mal durch.

Dann x-mal kurven in der Tiefgarage. Immer schön im Kreis, immer passen, dass irgendwo ein Rückfahrlicht aufleuchtet. Vor einem 40 Wagen, ebensoviel dahinter. Neben mir ein schwarzer Golf, der immer wieder mal ein-zwei Meter vor, dann wieder hinter mir war. Wir, dass heißt der Fahrer des Golf’s und ich, waren bereits gute Bekannte. Wir hatten bereits Blickkontakt. Und es reichte ein Blickkontakt und alles war klar. Heute Nachmittag gings um ihn oder mich. Und wer von uns beiden als erster einen Parkplatz finden würde. Triumph oder Niederlage. Heute würde es sich entscheiden.

Aber die Entscheidung musste warten, denn es wollte und wollte kein Parkplatz frei werden.

Ich renkte mir den Hals aus. Mein Nachbar im Golf renkte sich den Hals aus. Einmal sah es fast so aus, als würde jemand zu seinen Auto gehen. Wir gaben beide Gas. Aber das Aas hat nur lächelnd seine Einkaufssäcke in den Kofferraum verstaut und süffisant auf uns blickend, denselben wieder geschlossen, und ist zurück ins Einkaufszentrum. Was will der Mensch da drinnen. Hat doch schon alles. Ich hasste ihn. Manch mal denk ich, die Leute haben einfach zuviel Geld. Wirklich.

Dann seh ich, durch eine Autoreihe hindurch, dahinter jemanden ausparken. Der schwarze Golf war ahnungslos, weil ich ihm, durch meinen Wagen, die Sicht versperrte. Taktik, alles Taktik. Aber er musste etwas geahnt haben, denn als ich beschleunigte, gab auch er Gas. Wir bogen mit leicht quietschende Reifen um eine Kurve und nur durch ein geschicktes Ablenkungmanöver meinerseits, (ich habe rechts geblinkt und bin dann links ausgeschert), hab ich ihn, beinhart, ausgebremst.

 

Ja, es ist ein Dschungel da draussen meine Herrn. Und ich bin sein Herr und Meister. 🙂

 

Die Eile hätt ich mir sparen könne. Am Steuer des ausparkenden Fahrzeugs saß eine Frau.

Nein, nein, ich hab nicht grundsätzlich etwas gegen Frauen am Steuer. (Meine Freundin hingegen schon. Die ist der Meinung man müsste der Hälfte von ihnen den Führerschein abnehmen.) Aber ich denke, es wird schon eine gewaltige Erleichterung für uns alle Beteiligten, wenn Autos irgendwann nicht mehr selber gesteuert werden müssen.

Das Problem. Die Dame hatte einen relativ großen Wagen. Also eine Suzuki Swift. Und gerade einmal… na… drei Autolängen Platz zum ausparken. Ungefähr, kann auch etwas mehr gewesen sein. Und da wird das Herausfahren dann zur reinen Nervensache. Versteh ich.

Ich verstehe dabei auch noch, von wegen, Frauen sind genetisch nicht aufs Ein- und Ausparken programmiert und solche Geschichten, (als hätten wir Männer damals bereits auf dem Mammut geübt) aber warum die Fahrerin des Swift dreimal „Kerzen gerade“ aus der Lücke heraus und ohne das Lenkrad irgendwie zu berühren wieder zurückgefahren ist… ich kann es nicht sagen. Dann hat sie die Hände vor das Gesicht geschlagen.

 

Verdammt viel Platz Und ich erst! Der kalte Angstschweiss brach bei mir aus, dachte ich daran, dass sie neben meinen empfindlichen Aussenspiegel und dem nächsten Auto gerade mal knappe 6 Meter Platz hatte. Sie hat’s dann schlussendlich irgendwie geschafft, nicht ohne ihren Außenspiegel an einer Säule zu verbeulen. Obwohl, die überhaupt mit dem Spiegel zu treffen… das war nicht schlecht. Muss man sagen.

Ich wartete bis ich nicht mehr in ihren Gefahrenbereich war, und krallte mir dann MEINEN Platz.
Und der war genau vor dem Eingang des Shoppingtempels. Eh klar. Ich fühlte mich gut. Ich grüsste noch einmal den Schwarzen Golf mit einem Kopfnicken (ich bin da nicht nachtragend), als er während einer weiteren Runde an mir vorbei zog, bevor ich beschwingt ins Einkaufcenter eintauchte.

Eintauchen ist auch das richtige Wort. Verdammt ich dachte wir haben Wirtschaftskrise. Lift konntest du vergessen. Da standen 15 Kinderwägen und warteten, Rolltreppe wäre reiner Selbstmord gewesen. Kinder kämpften da mit stockbewehrten rüstigen 70jährigen um einen Platz zum atmen. Ich nahm die Feuertreppe. Das ist ein Geheimtip. Wenn nix mehr geht, dann kann man über diese noch irgendwie von Stock zu Stock. Die sind immer leer, auch wenn draußen der nackte Wahnsinn tobt. Die Leute stehen lieber eine halbe Stunde vor den Lifts, als sich 2 Minuten zu bewegen. Ein Rätsel unserer Kultur.

 

Rudi

 

Oben angekommen, schlagen mir zuerst gleich einmal die letzten Tackte von „last Chrismas“ entgegen, die, wie ich in der Folge erfahren sollte, „Dj Schneeflocke“ zum besten gab, der in dem Einkaufscentrum für die nächsten Stunde „für gute Laune“ sorgen sollte. Ein Garant für Super Stimmung, der DJ, und ein ganz ein kreatives Kerlchen. Wie ich noch feststellen sollte. Über mir baumelt, Rudi der verschnupfte Paarhufer mit Gefolge von der Decke. Rechts ein Baum, links eine Bäumin, um Heinz Erhard zu zitieren. Geschmückt. Von einem offensichtlich Farbenblinden. Bäumin

Da, in der Tür des Notausgangs, stellte sich mir das nächste Problem. Ich musste nach links. Klingt einfach. Aber die vor mir tosende Menge schob nach rechts. Ich musste es irgendwie schaffen durch die nach Rechts ziehende Menschenschlange durch, ohne zu-weit abgetrieben zu werden, in die nach links stoßende zu gelange, die dahinter, um mich da einzufädeln. Den Rest macht ja die Masse. Nur Treiben lassen, und im richtigen Moment aussteigen.
Ich wurde an einem ganzen „Hennes und Mauritz“ vorbeigeschwemmt, ehe ich die Fahrtrichtung ändern konnte.

Gehts euch auch so? Immer vor Weihnachten hab ich ein kreatives Loch. Ich weiss nicht was ich schenken soll. Nicht das die Leute, die ich liebe, schon alles hätten. Ja, das behaupten alle. Aber das ist bei genauer Betrachtung eine handfeste Lüge. Krawatten, stimmt, haben sie genug. Schon von den Weihnachtsfesten der vergangenen Jahre. Und den Roman von letzten Jahr, und das Gesellschaftsspiel des Jahrzehnts, das Duftwässerchen, das selbst die Motte aus dem Pelz haut. Alles im Überfluss vorhanden. Ein Ferrari hingegen geht dem ein oder anderen sicher noch ab. Und ich glaube auch nicht, dass ich da viele enttäuschte Gesichter erleben würde, würde aus dem Paket sich in ein HDTV Plasmaschirm auswickeln lassen. Nur so einen hätt ich selber gerne. Mein Weihnachtsbudget war aber beschränkt. Mir schwante böses. Es würde nicht leicht.


WeihnachtstreterDie Auslagen sind nicht wirklich eine Hilfe. Zum einen sind sie nicht zu sehen, weil hunderte Menschen daran vorbeitreiben, zum anderen ist da nur der Müll drinnen der das ganze Jahr drinnen ist. Nur haben die Schuhe halt ein Weinachtskäppi auf, und in der Levis Jeans steckt … ein Weihnachtsmann. Super. Was ich mir wünschen würde, als Mann, wäre ein Geschäft auf dem steht: „Toller kreative 5Minuten all in one Weihnachtsgeschenkeshop für Männer.“ Am besten noch mit Pfeil am Boden, damit ich ihn auch wirklich finde.
Und darin gibts dann genau 4 Artikel. Für die Eltern, den Geschwister, die Freundin, die Verwandten. Aus.
Wir Männer hassen Auswahl. Nicht bei Werkzeug. Da ist Auswahl gut, aber bei Stoff (sprich) Mode und Weihnachtsgeschenke bringt uns die Variabilität regelmäßig an den Rand der Verzweiflung. Totale, abgrundtiefe Verzweiflung. So gings mir in dem Einkaufscentrum.

Ich brauchte Stoff.
Dringend. Irgendwie schaffte ich es, trotz widriger Prognosen, in einem Tchibo ein kleines Eck zum stehen, und einen Espresso zum trinken, zu ergattern.

 

Tchibo

 

Das Coffein tat seine Wirkung. Ich genoss ihn, sogut es ging, mit angezogenen Ellenbogen, während einem Meter vor mir ein kleiner ca. 5 jähriger Rotschopf seiner noch kleineren Schwester stolz das zeigte, was er gerade aus seiner Nase geschaufelt hatte. Zwei Tische weiter erklärte eine aufgeregte 70jährige ihren offensichtlich frisch verliebten und mindestens so alten Lebensgefährten, lautstark, dass sie „Kapuschino“ auf den Tot nicht ausstehen kann und jetzt gerne einen Tee hätte. Im Tschibbo… Der Mann tat mir leid. Irgendwo erklärte ein Kind, in der Lautstärke mit der Omi wetteifernd, seiner Mami, dass es mit Christkind nicht einverstanden wäre, und auf seine Playstation 3 bestehen würde. Böses Christkind.
Von der Lautstärke her stach der Kleine die Oma locker aus.

Wisst ihr, was da hilft? I-Pod ins Ohr und so tun, als gehöre man nicht hinzu. Da bekommt selbst diese Szenerie etwas vorweihnachtliches. Gerade als ich die Ohrstöpsel reinstecke, hörte ich noch die ersten Takte von Dj Schneeflockes nächster Auswahl… na zweimal dürft ihr Raten. Summen wir es mit… „last Christmas….“

Eine Mutter versuchte mir ihren Kinderwagen ins Tchibo zu drängen.
Wie sie das schaffen wollte, ohne eine Massenpanik auszulösen war mir ein Rätsel, aber ein paar gequetschte Nieren später stand sie neben mir. Mit Kinderwagen. Den hätt sie auch wirklich draußen anbinden können. Ob ich auf das Kind kurz aufpassen könnte. Sie hole sich nur mal schnell einen Kaffee. 😮
Ich meine, wer klaute hier einen Kinderwagen. Ist ja niemand bescheuert. Der stand da wo er stand wie einbetoniert, aber ich fragte mich schon was ich machen sollte, wenn die Mutter die Gunst der Stunde ergriff … und verschwand?

 

Ich schaute vorsichtig in den Wagen, aber außer das Ende eines Schnullers war nicht viel zu sehen.
Eine halbe Ewigkeit später kam sie zurück. Mit zwei Espressi. Keinen für mich. Die gute war clever … und Selbstversorger. Die wusste, dass sie hier eine Weile nicht wegkommen würde.
Da wurde mir plötzlich klar, da musst du raus. Schnell. Raus aus Tchibo. Aus dem Einkaufszentrum. Ich suchte nach einen Notausgang. Irgendeinen. Die Feuertreppe hinunter und dann erst einmal nach den Wagen gesucht.
Scheiss Tiefgaragen. Wenn du da nicht den gleichen Ausgang wie Eingang benutzt bist du verratzt. Und da ich ja vor einen Eingang parkte, hab ich mir die Parkplatz Nr. natürlich nicht gemerkt. Warum auch. Männer finden immer ihren Weg. Haben wir am Mamut gelernt. Wahrscheinlich zur selben zeit wie einparken.

Wie ich so durch die Betongänge Irrte, dachte ich an den Schwarzen Golffahrer. Was wenn er immer noch keine Parkplatz, was wenn er jetzt auftauchen….
Ruhig wurde ich erst wieder auf der Autobahn. Ich hatte einen Entschluss gefasst. Heuer schenk ich meiner Familie Zeit mit mir. Ich koch für meine Eltern ein 5 Gängiges Menü anstatt mich mit einem Buch freikaufen zu wollen.

Und aus dem Autoradio schallte in dem Moment der Moderator….“Und jetzt den ultimativen Weihnachtssong. Wham mit….“ Ich konnte gar nicht schnell genug reagieren. War auch schon egal. Ist ja Weihnachten. Sing ich halt mit.

Ich wünsche euch allen, die ihr euch durch das Blog lest, frohe und besinnliche Weihnachten. Ich schick euch allen Virtuell ein Weihnachtskecks. Und vergesst das mit den Shoppen. Lasst es euch daheim gut gehen. Und haltet die Ohren steif. Und wenn es Heiligabend gar zu Nervig wird, einfach in die Werkstatt und irgendetwas wegflexen.

 

Kecks

 

Frohe Weihnachten …. Oswald

 

 

Tag15:Hasta la Vista Baby

19. Dezember 2007

oder ein Mann – eine Flex

Ehrlich gesagt, es war Zeit für ein Erfolgserlebnis. Dringend. Die Niederlage an der Blaumann Front machte mir mehr zu schaffen, als ich bereit war zuzugeben. Das Gute Stück war hinüber. Er weichte zwar traurig seit zwei Tagen in einer Mischung aus Teerfleckenentferner, Gallseife und weiß der Teufel was noch (und auch nur der soll es wissen, damit ich später nicht noch Schwierigkeiten bei der Entsorgung der Brühe bekomme), aber die Flecken rührten sich nicht. Nicht einen Millimeter. Ich glaube sie werden sogar mehr. D.h. das Öl ist herraussen. Gleichzeitig mit dem grossteil der Farbe hat es bereits früh das Weite gesucht. Aber der Unterboden….. stabil das Zeug.

 

Was macht man in einen solchen Fall. Mann geht shoppen! Flex, wir erinnern uns, stand auf der Wunschliste. Eine Gute. Eine die auch noch in drei Generationen mit Tränen in den Augen von Vater zum Sohne weitergereicht wird. Eine mit der man Titan wie Butter schneidet. So eine würde mich jetzt trösten.
Ich hatte drei Favoriten. Eine blaue von Bosch, eine von Flex (eine Flex Flex:) ), und eine Metabo. Alle ca. 1400 Watt und trotzdem handlich.

 

BoschFlex FlexMetabo
Ich hatte mich im Internet bereits dumm gelesen. Wirklich. In jeden Forum, ja in jeden Beitrag wurde eine anderes Gerät angepriesen. Nur in einem waren sie sich alle einig. Nix vom Chinesen. Das hat inzwischen auch der Oswald verstanden, (ja, ja. Ich bin lernfähig) Obwohl: grundsätzlich ist ja eine Flex nicht anderes als ein Motor, ein bisschen Getriebe an dessen einen Ende man Scheiben festschraubt.
Da kann auch der Chinese nicht viel falsch machen, denkt man. Ich mein, da ist ein Motor, ein paar Zahnräder und ein Gewinde… sonst nix. Richtig?


Falsch. Ich hatte das Vergnügen, bei einen Freund ein bisschen mich durch seine Fernöstliche Flexsammlung zu spielen. Die kleinen, die Handheld, sind vom Handling her kein Problem, aber auch mit 400-600 Watt so dimensioniert, dass man damit vielleicht die verkrusteten Zehennägel seiner Erbtante mütterlicherseits problemlos aus dem Nagelbett hebeln kann, aber bereits ein dünnes Blech und der Motor wird leise, bis er jammernd stehen bleibt. Erbärmlich. Man würde am liebsten helfen.

 

Na, da nimmt man halt dann eine grössere Flex aus der China Fraktion. Massig zumindest das Gehäuse. 9 Kilo, 3200 Watt stehen auf der Verpackung. Man muss das immer gleich durch 3 Teilen, weil … ja weil das bei Fernost-Geräten so ist. Aber selbst dann: 1000 Watt müssten reichen. Tun sie, tun sie. Nur wenn sich die Scheibe einmal fängt, also im Werkstück verkeilt, erteilt dir die Flex einen Schlag, da glaubst du ein Pferd tritt dich. Wenn du dann nicht des Arnolds Arme, und lässt den Winkelschleifer los, fliegt er dir um die Ohren. Hast du dann noch den Feststellschalter gedrückt gehst du Flexjagen. Durch die ganze Garage.
Warum ich das so genau weiß? Zweimal dürft ihr raten.


Gute haben so etwas wie eine Notsicherung
, die den Motor entkoppelt, wenn sich die Scheibe fängt. Und da der gute Oswald eben nicht des Arnolds Arme, sollte so etwas seine Flex unbedingt haben.
Also vom Kopf her hatte ich mich für die Metabo entscheiden. 1400 Watt. Kleines Gehäuse. Sicherung und stufenlos einstellbar. Made in Germany. Und teuer. Eh klar.
Selbst im Internet wurden die nicht viel Billiger angeboten. Selbst auf iieehbäh. Selbst gebraucht war nicht mit einem wesentlichen Nachlass zu rechnen. Aber „gebraucht“ bei Werkzug „bin ich kein Freund von“. Alleine wegen der Garantie. Und man weiß ja nie, was der Vorbesitzer mit seinem Gerät so getrieben hat. „Einige Gebrauchsspuren“ stand bei einer daneben. Dabei schaute das Ding aus, als hätte man es im Betonmixer vergessen, eine ganze Saison lang.

So wollte es der Zufall, das ich, als ich mit gramgebeugtes Herz diesen morgens die Baumarkt Prospekte von letzter Woche durchblätterte, mein Blick auf ein Angebot viel. Nämlich genau jene, meine Metabo zum halben Preis. Ich hab fast den Kaffee verschüttet. Ich las gleich mal das Kleingedruckte, ob die nicht vielleicht die Anzahlung meinten, oder das Modell vom Vorjahrzehnt, oder … nein. Es war das Teil. Halber Preis. Aber….eben der Prospekt von letzter Woche.
Wo war mein Kopf. Normalerweise reiße ich sofort die Baumarktprospekte aus den Zeitungen, noch eher die überhaupt den Postkasten verlassen habe, aber die Punchsession vom Wochenende hat mich geschwächt. Ich hatte eine ganze Woche verloren. Mist.
Sollte sich wirklich zu meiner Blaumann Niederlage, jetzt noch das Flex-Waterloo gesellen?
Jetzt hiess es handeln. Da muss man schnell sein. Keine Sekunde verlieren. Darf nicht zögern. Muss man sofort wissen was zu tun ist.

 

Ich holte mir einen Kaffee.


Die Frage war doch:
Gleich hinfahren, oder zuerst anrufen. Anrufen oder gleich hinfahren. Hinfahren hätte den Vorteil das Teil in spätestens einer halben Stunde in die Arme schliessen zu können. Aber vielleicht sind diese halbe Stunde bereits eine halbe Stunde zuviel. Weglegen lassen! Aber konnte man sicher sein, das es das richtige Gerät ist? Was wenn was fehlt? Dann könnten die 10 Minuten die man für so ein Telefongespräch verschwendet bereits 10 Minuten zuviel sein und das einzig andere richtig und komplette Gerät weg. Andererseits was, wenn es bereits seit einer Woche ausverkauft ist. Ich wollte es gar nicht wissen. Und überhaupt…. was wenn sich jemand für mich ausgibt, und sich das weggelegte Gerät unter den Nagel reißt? Dieser Verbrecher. Ich wurde phobisch.

Der Kaffee half. -Anrufen.

 

Ja, laut Computer hätten sie noch genau ein Teil lagernd. Antwortete eine freundliche weibliche Stimme.

Gut, eine… das sollt genug sein …..

….. doch was sollte das heissen „laut Computer“?

Das hieße, es wäre laut Lagersystem noch ein Teil im Lager.

Sicher?

Sicher!!

Das wollte ich hören. Aber andererseits, Computer trauen heißt auf Sand bauen. D.h. ich würde eigentlich lieber hören, dass sie die Schachtel physisch neben dem Telefon niederlegt. Penetrant? Nein. Sicherheitsbewusst. Einfach schon zuviel erlebt.

Das wäre nun wirklich nicht notwendig, meinte sie.
Doch, wäre es, fand ich.

Es dauerte etwas, bis sie aus dem Lager zurückkam. Leicht nach Luft ringend, bestätigte sie mir das die die Flex neben ihr liegen würde. Ja natürlich originalverpackt. Nein, sie war noch nicht geöffnet. Ja, diese Artikelnummer. Wir vergleichen noch einmal. Ziffer für Ziffer. Komma für Komma, Zahl für Zahl.
Ja, auch der Griff ist drinnen. Ja sie schaue noch einmal nach. Nein es fehlt nichts. Auch jetzt. Ja, sie würde meinen Namen draufschreiben, nein nicht auf einen Zettel, auf die Verpackung. Ganz sicher. Hundertprozentig!!

Gut, so etwas macht vielleicht keine Freunde, aber ich brauchte keine Freunde. Ich brauchte eine Flex.


Etwas entspannter gings ins Auto und zum Markt.
Die Dame an der Auskunft war sehr kurz angebunden, als ich mein Teil abholte. Aber war das wichtig. Ich hatte meine Metabo… Meine Metabo. Zum halben Preis.
Schnell noch alles eingepackt was an Schrubb- und Trennscheiben, Zopfbürsten und Schleifpapier so auf dem Markt und in dem Laden war. Man weiß ja nie, was man alles brauche kann.

 

Metabo
ICH HAB SIE!!!

 

Daheim hätte ich am liebsten gleich einmal probeweise den Couchtisch verkürzt. Ja, ab sofort gab es viel zu tun, für einen Mann mit seinem Winkelschleifer. Ich beherrschte mich und verzog mich stattdessen in die Werkstatt.

Das Teil lag gut in der Hand. Man kann sie auch einhand benützen, aber auch bei gröberen Teilen lässt sie sich durch den Antivibrationsgriff gut führen. Kraft ist genug vorhanden, sodass, ohne das die Geschwindigkeit merklich langsamer wurde, sie gut durchs Metall ging. Ich legte mit der Zopfbürste gleich einmal die grössten Schwachpunkte an der APE frei. Es war ein Vergnügen.

 

Chaos und Gomorra

 

Danke übrigens Jörg, für den Tip die Matratze wegzulegen, damit sie kein Feuer fängt. Das sollte man wirklich machen. Aber bevor ich das Teil weggekokelt habe, hab ich mit der Zopfbürste gleich einmal die gesamte Plastikhülle aufgewickelt. Caramba.
Da merkt man jeden der 1400 Watt. Nur gut, dass sie diesen Entkoppler hat.
Aber heute konnte nichts meine Laune schmälern. Ich flexte gleich mal ein größeres verrostetes Teil aus der APE.

Die innenseite, damit keiner Mitleid hat

Das ging so einfach, dass ich mich beherrschen musste, nicht mein ganzes Fahrzeug in Handtellergrosse Kleinteile zu zerlegen.
Hastalavista Baby…..
Ab jetzt geht’s aufwärts. Jetzt noch dafür ein Schulterhalfter und das Glück ist komplett.

 

Was haben wir heute gelernt.

1. Kommt Zeit kommt Flex.
2. Das eine Matratze eine denkbar schlechte Unterlage zum Winkelschleifen.
3. Das Plastik dieselbe zwar vor Schmutz, aber nicht der eigenen Dummheit in Verbindung mit einer Zopfbürste schützt.

 

Gruss

Update2:T-shirt contest

17. Dezember 2007

Ok. Ich habs ja bereits im Piaggio Forum geschrieben. Ich hab leider nur ein T-shirt für dieses Jahr zu vergeben.

Und das wird verlost. Deshalb schreib ich auch den…

… Ersten, Einzigen und Einmaligen Motorschrauber T-shirt Contest 2007 aus.

Um das gehts:

ein Tshirt Xlarge Weiss mit 4c Aufdruck der Motorschrauber 2007 T-shirt Edition. 🙂

The Price :)

 

Plus einem original Lukas Pfotenabdruck.

Pfoten

 

Was muss man tun:

Um an der Verlosung teilzunehmen, reicht es, ein Bild eures ersten Fahrzeuges an die Motorschrauber Email zu senden.

(Findet ihr unter Kontakt)

Ob zwei, drei oder vierrädrig überlass ich euch. Einsendeschluss 24.12.2007
Lukas und ich überlegen noch, ob wir das Los entscheiden lassen, oder eine Abstimmung übers Internet machen.

Was ist euch lieber?

(Und Pommes Peter ist davon ausgenommen, der kriegt schon eines. )

Die Bilder werden übrigens hier alle Online gestellt. Also passt auf, ob ihr das wollt. Einsenden, bedeutet damit einverstanden zu sein.

 

 

Wir wünschen euch alles Gute.

 

Gruss Oswald

 

Update

Die erste Liebe, ist doch die bleibenste. Wenn auch Rückwirkend betrachtetder Glanz ein anderer. Erste Fahrzeuge….

Hier sind die ersten Bilder 🙂



 

 

Der Klassiker. Ich freu mich, dass wir so einen dabei haben. Ich glaub, dass gut die Hälfte einer ganzen Generation darin seine ersten Fahrstunden erlebt haben. Von „Marienkäfer“:

Marienkäfer

Hi Oswald, hat mein Sparkäfer überhaupt Chancen? Pluspunkte für die Aufnahme in euren erlauchten Kreis:
1. 6V- bei Nebel war die Straße nur mittels geöffnetem Seitenfenster zu erkennen
2. mehr Ölverbrauch als Benzin – für einen SPARkäfer allerdings nicht gerade billig
3. Hupe überflüssig
4. Erkennungswert enorm, dadurch hocheffizient vor Diebstahl geschützt.

lg. Marienkäfer

 


 

 

 

Das ist der kleine Bruder meiner grossen APE. Wobei gross ja wenn wir von APE´s reden relativ. Hätte ich damals schon die APE gekannt, das wär auch mein erstes Gefährt geworden.Von Peter Fischer.

 

Peter Fischer

Hallo Oswald
Da ich am PC eine Pfeife bin, gehe ich den einzigen Weg, den ich gefunden habe, um ein Foto zu verschicken. Am Tag der Überführung von Langerringen nach Kempten.
Eine S..kalte zweistündige Fahrt zum „eingewöhnen“ !
Aber : Geht nicht gibts nicht !
Gruß Peter („fischer“ )

 

 

 
Erstes Schrauberprojekt ist erste Fahrzeug. Lassen wir gelten. Sehr schönes Fahrzeug. Braucht man nur nen Scheich zum Papi.. von schrauber 30
 

 

 

Schrauber30
 

hallo oswald !
da ich leider kein foto mehr meines aller ersten fahrzeug finde, ich aber sehr gern dein t-shirt gewinnen würde, sende ich dir ein bild meines ERSTEN schrauber-projekt FAHRZEUGES, ich hoffe das zählt auch, ggg kurze beschreibung: cadillac de ville sedan, bj78, 7 liter, 180ps, 5meter62cm länge weiterhin viel erfolg bei deinem projekt!!
mit schraubenden grüssen, schrauber30 ! ! ! !
 
 

 


Erstes Fahrzeug.. das ist natürlich relativ. 🙂 Viele hatten eine Ente, wenn auch wenige nur so wenig Probleme mit dem Rost wie Wiese.
Wiese Eins
Und sein Pampersferrari ….
Wiese
 

Da will ich mich doch glatt mal an den Contest beteiligen.

s geht ja um das ERSTE Fahrzeug, gell.
Im Anhang findest du meine ersten beiden Fahrzeuge.
Habe ich nun extra in der Mottenkiste gekramt J
Auf dem ersten Bild, sitze ich in meinem ersten Fahrzeug.

Grüße, Frank

 

 

Noch früher geht wirklich nicht Frank.

Super Bilder, super Fahrzeuge, freu mich auf mehr.

 

___________________________________________________

Update 19.12.2007

Nur noch 5 Tage. Dann ist Weihnachten und das Ende dieser nervenzerreibenden Verlosung. 🙂

Drei weitere Anwärter.

 

 

Tja, der Lanz Bulldog, wer ist mit dem nicht grossgeworden. 😉 Auf jeden Fall Stefan, …..und der Oswald. Im Allgäu da war ich 5. Die Kompression vergisst du nie. Da rüttelts im Gemächt.

 

Lanz

Hallo Oswald,

habe schon bischen suchen müssen um ein Bild meines ersten fahrbaren
Untersatzes zu finden !
Bevor einer fragt „ja ich bin auf dem Land groß geworden 🙂

MFG Stefan

 

 

 

 

Also ich wills ja nicht verschreien, aber das ist erst die zweite APE. (Jungs aus dem APE Forum kommt mal aus dem Knick. )Dafür ist das ein besonderes Exemplar. Eine P2 . Da werd ich gleich ganz weich in den Knie. Von Boeranha.


Ape

 

Hi Oswald,

hier also mein erstes Fahrzeug. Ich muss dazu sagen, dass ich schon davor schon Fahrzeuge hatte (Trottinet/Tretroller, Fahrrad, Skateboard, Mofa und Vespa-Roller) aber das erste auf mich in Deutschland angemeldete Fahrzeug war die P3 auf dem Bild. Leider hatte ich die nicht so lange, da sie einige gravierende technische Mängel aufwies und ich den Verkäufer dazu gebracht hab, das Fahrzeug wieder Rückabzuwickeln (oder wie man dem auch immer sagen mag). Er hat es auf jeden Fall vorgezogen mir den gesamten Kaufpreis zurück zu geben und das FHZ auch bei mir zu hause abzuholen.....

Die P's find ich halt von der äusseren Form her fast die schönsten, aber leider (mittlerweile denk ich so) fährt man sie mit Lenkrad und nicht mit Lenker...(Stimmt /Oswald)

Grüsse
(BOERANHA)



 

 

Jörg hat nicht seinen ersten, dafür seinen zweite, dritten und seine neue Erungenschaft geschickt. Da ich mich nicht für einen Entscheiden wollte, hier alle.

Und Jörg, ich habe keine Ahnung. Da es ein rahmengebautes Fahrzeug ist würde ich schätzen Bj. 30-40. Nach deiner Leidenschaft zu schliessen auch ein Alfa und da auf einen 6C 2300. Aber wahrscheinlich lieg ich total daneben. Gruss.

Jörgs 2er

der Dritteder letzteOldie

 

Hi Oswald,
Hast es so gewollt, nix 1. Auto, Scanner
kaputt. Dafür 2. und 4., sowie letzte Grossaktion in BRD. Wollte ihn
mit nach Chile nehmen. Letztes Foto, ein Beweisstück, das ich es immer
noch nicht lassen kann, sind 2 Oldies, muste nur raten, welche.
Kannst Dir ja ein Foto aussuchen….
Gruss
Jörg

 

 

Update 2 – 20.12.2007

4 Tage und counting.

 

4 Weitere Teilnehmer.

Na wer sagts denn. Apes. Gleich zwei. Und so schöne. Naja, die Blaue könnte den ein oder anderen Pinselhieb gebrauchten nicht Josef…

Apes na wer sagts denn

 

Hallo Oswald,

Um den Ape Anteil etwas zu vergrößern, hier ein Bild von meinen ersten 2 Fahrzeugen. Die schwarze P2 ist nach diversen unmotorisierten Gefährten mein allererstes Fahrzeug gewesen.
Mach weiter so mit deinem super Blog!
Viele Grüße
Josef

 

 

Und noch ne Ape. Und wieder eine P2. Teufel eins. Ich wusste gar nicht dass es noch so viele von denen gibt :)… Ja Roman… keine Zeit… eh klar…. musst halt weniger APE fahren.. 🙂

Zu Kommentaren auf deiner Seite hab ich es noch nicht geschafft, da ich noch mit Lesen deiner Seite beschäftigt war  😉  drum an dieser Stelle ein dickes Lob für deine Seite und weiterhin viel Erfolg beim Herrichten!

Nun zu meinem ersten Fahrzeug. Also ehrlich gesagt... Das wirklich erste ist es nicht, aber irgendwie doch schon, weil alle anderen hatten langweilige 4 Räder. Somit mein erstes Dreirad. Ein wirkliches Fahrzeug! Ein orginal italienischer Zweisitzer! Bj 97 und top in Schuß und mittlerweile mein Alltagsfahrzeug für ca 10.000km im Jahr.

Was das T-Shirt angeht hoffe ich doch schwer, das du nicht befangen bist ob deiner Vorlieben für die P2  😉 

Würd mich sehr freuen.

Weiterhin viel Spaß
Roman
 

 



Ich sag ja, die erste Liebe ist die bleibenste. Nur dass sie nicht rostet ist ein Gerücht. Diese Ölt sogar….

ein zweirad

 

Kompressor Kompressor ausgangslage

Hallo Oswald,
im Anhang 3 Fotos. 2 vom diesjährigen Kompressor-Projekt und eins von
meiner ersten 2-Rad-Liebe CZ175 Sport.
175 ccm, 15 PS damit von Süddeutschland in 2 Tagen nach Holland, das
war ein richtiges Abenteuer.
Liebe Grüße und mach weiter, macht wirklich Laune bei Dir reinzuschauen!
Grüße, Frieder

 

 

 

Ja Pomms Peter… ist ja schon mein erster fahrbarer Untersatz nicht der Grösste gewesen, aber mit dem campen…Ich pack es nicht.( Bonanza..;))

 

 

Moin Oswald , ich hoffe das hier kommt an .
Anbei 2 Fotos meines ersten motorbetriebenen fahrbaren Untersatzes . Wie gesagt ,ich habe noch eins :. Es zeigt mich ganz stolz auf einem Dreirad , fotografiert ca. anfang 60er Jahre . ICH FINDE ES
NICHT !! .
Nun müssen diese eben herhalten : Mein erstes Mofa , eine sogenannte BONANZA von Garelli . Die gab es bei Quelle . Mit 15 durfte man Mofa fahren , ohne Führerschein . Heute unmöglich – heute muss man sogar für `ne Kettensäge `nen Lappen haben . Wir sind ja in Deutschland .
Zu den Fotos :
Diese Bilder wurden im Sommer 1973 von meinem Vater am Steinhuder Meer gemacht . Der Grund war eine Probefahrt – wirklich , eine Probefahrt . Ich hatte nämlich vor , in den Ferien von Hannover nach Stuttgart zu fahren , um meine 1.te Freundin zu besuchen . Meine Eltern rieten mir , es vorher auszuprobieren mit Mofa+Gepäck+Ausrüstung zu fahren (nicht die Freundin!!) . Also knatterte ich voller Stolz zum Campingplatz am weissen Stein, komplett mit Baumwollzelt + Stahlrohrgestänge , Spirituskocher , Kochtöpfe , Luftmatratze , Bundeswehrschlafsack , Klamotten , Lebensmittel (ich erinner mich noch an eine Erbsensuppe,die in eine Rolle verpackt war , mit Wasser verdünnt heissgemacht. Ich glaub , das Teil nannte sich ERBSENWURST ) . Mein Vater besuchte mich dann am nächste Tag und machte dann diese Fotos . Ich bin dann übrigends wirklich eine Woche später mit dieser Mofa vonn Hannover über Hildesheim , Kassel Frankfurt, Heidelberg , Heilbronn nach Stuttgart gefahren . Hat knapp eine Woche gedauert . Mit tat dann zwar der Hintern weh , aber wenn ich so zurückdenke , war es `ne schöne Tour . Ein Jahr später ,mit 16 kaufte ich dann eine gebrauchte Vespa50 Elestart Bj.1972 für 250DM . Machte dieselbe Tour noch einmal .
Die Freundin hab ich heute nicht mehr , aber die Vespa , die hab ich noch .
Gruss Pommes –
Peter

 

Das ist doch die Hauptsache. Blech ist halt treu. Hält ewig. Sowas ähnliches hab ich mit einer Vespa Spezial gemacht. 5 Tage Tour. Ich bin am Schluss nur noch am Sattel hin und hergerutscht. Die Schmerzen … aber das vergisst man, und super wars. Erbswurst: ein alter Bekannter. Eine ganze Generation ist damit gross geworden. Und wenn man kein Feuer hatte, hat man nur kaltes Wasser draufgetan und gehofft, das Ding löse sich von allein auf. (Tat’s natürlich nicht) Da gabs doch noch die Nobelvariante. Mit echter Wurst drinnen. Erbswurst gibts übrigens immer noch. Muss mir glatt wieder eine besorgen.

 

TBC

17. Dezember 2007

Es ist Nacht, das Haus schläft und draußen hat es etwas geschneit. Lukas schnarcht neben mir in seinem Körbchen und im Kopfhörer hör ich leise James Taylor.

 

Und das ist der richtige Zeitpunkt ein oder zwei grundsätzliche Worte über mein Schrauben in den Computer zu klopfen.

 

Warum mach ich das eigentlich?

Auch schon mal gefragt? Warum tut man sich das an, und tauch seine Finger in Öl, versifft seine Gewand, schabt sich von allen erdenklichen Stellen die Haut von den Knochen.
Wenn jemand glaub es hat etwas mit Ruhm, Anerkennung und Ehre zu tun dann irrt er fatal. In jeder Beziehung. Zumindest für mich gilt das.

Ich stand kürzlich auf der Geburtstagsfeier, als ich von einem Bekannten gefragt wurde, was ich so machen würde.

Tja, schrauben,
antwortete ich, und zeigte ein Bild auf meinem Handy.

 

„Was machst du?…DASSS da richtest du her?!……Warum?“

 

Das „Warum“ war weniger ein „Warum“ warum , als ein „Gehts dir eigentlich noch gut“ Warum. Ein „Warum stellst du das Ding nicht in die nächste Werkstatt“ Warum. Ein „Warum schmeißt du das Ding nicht einfach weg und kaufst dir etwas gescheites“ Warum.

 

Was soll ich daraufhin sagen? Wie soll ich das erklären?
„Weil es Spaß macht?“ Ist zu wenig. „Weil ich es gerne mache?“ Trifft die Sache nicht annähernd.
Und dann, als ich noch grüble, was ich daraufhin entgegnen soll, fügt er hinzu…
„Hmm … ich bin ja auch gerade dabei mir ein Hobby zu suchen. Rosenzüchten vielleicht.“

 

Hobby? Rosenzüchten? Motorschrauben??


„Junge! Erstens: Die Frage sei gestattet, Fühlst du dich mit deinem YChromosomen nicht mehr wohl?
Und zweitens: Sag einmal wie in aller Welt kommst du dazu, Rosenzüchten mit Motorschrauben zu vergleichen“.

Das würde ich gerne sagen, aber statt dessen nick ich freundlich und saug am Punsch.

Ja, warum mach ich das eigentlich.

Denn genau das ist es was die Menschen denken, was ich, was Schrauber machen. Wir haben ein „Hobby“. Andere wühlen in der Erde wir im Öl. Und ich geb zu, dass es von Außen auch wirklich so ausschauen mag. Denn sie haben ja recht. Wir verkratzen uns die Bratzen, gehen mit Dreck unter den Fingernägeln zur Oper, verschmieren unseren besten Pullover, ruinieren den Boden, Wände und Waschbecken von unseren Heimen, füllen jeden erdenklichen Stauraum unsere Häuser mit Zeugs, der ölig und versifft, und für jeden anderen völlig nutzloser Müll, nur für uns die Schätze auf Erden, und belasten damit die Beziehung zu Freunden und unseren Partnern bis zur Sollbruchgrenze.

Ich glaube es ist eine Art die Welt zu sehen.

Für mich ist es z.B., der Moment mit mir alleine zu sein. Wir Männer sind nicht die Kommunikatoren vor dem Herren. Mit Reden haben wir’s nicht so. Das wir überhaupt das Sprechen gelernt haben ist ein Wunder. Dass das die Natur überhaupt vorgesehen hat, wahrscheinlich ein Missverständnis der Evolution.
Wenn meine Freundin mit ihrer Freundin spricht, versuch ich einige Zeit lang zu folgen und dann gibt mein Hirn auf und schaltet auf Standby. Graues Rauschen. Blickstarre.
Ich sag das wertfrei, es ist einfach so.
Auf Partys fnd ich Smaltalk ätzend. Was muss ich mich mit Menschen unterhalten, die ich nicht mag, über Dinge die mich nicht interessieren, um Zeit totzuschlagen die ich nicht habe.
Muss nicht sein.
Steh ich in der Werkstatt und beschäftige ich mich mit damit, den Vergaser zusammenzubauen, wird’s plötzlich still um mich und ich konzentriere mich nur noch auf das was ich mache. Als gäb’s nur das Teil und mich. Und ich setze meine ungeschickten Hände dazu ein, etwas dorthin zu bringen, wohin ich es haben will. Und wenn das klappt finde ich mich ein wenig weniger Ungeschickt. Und das ist Befriedigung.

Soll ich das meinen Bekannten auf der Party erzählen? Würde er es verstehen? Das ich einen Vergaser lieber 6 Stunden reparieren will, statt einen neuen zu kaufen? Eher nicht.

Er fährt, wie viele, seinen 7er BMW zur nächsten Werkstatt und ist stolz, dass er es sich leisten kann die Glühbirne von einer Fachkraft für 110 Euro die Stunde auswechseln zu lassen.

Würde er es selber machen wäre er schneller. Wahrscheinlich. Will er aber nicht.
Diese Menschen stecken ihre Jungs Vormittag in Strick- und Töpferkurse und nachmittags zum Psychologen und fragen sich nicht, ob das beide miteinander zu tun haben könnte.

Nicht das ich das eins zu eins zum Schrauben in Beziehung setzen will, aber früher haben wir uns die Wochenende im die Ohren gehauen, in dem wir aus unseren 50ccm Rostmühlen versucht haben jeden illegalen Kmh rauszuholen den wir nur irgendwie erreichen konnten. Mit 16 hab ich einen Zylinderkopf abgenommen, die Dichtung ausgetauscht, wieder raufgeschraubt, und das Ding fuhr trotzdem! Mit dem Selbstbewusstsein bin ich zur nächsten Party, hab ein Mädchen angesprochen, (war wirklich so) und die Vorstellung die nächste Zeit auf der Couch eines Psychologen zu verschwenden wurde absurd.

Heute darf der Sohn des Hauses seine Freizeit mit einem Reiki Kurs verbringen, den er zwischen seinem Klavier und Tenniskursus schiebt, um dann mit 18 eine PlastikAutoschüssel zu bekommen, dessen Motor quasi versiegelt und nur noch vom klinisch reinen Fachkraft geöffnet bzw.an den Laptop angeschlossen werden kann.

Später geht derselbe Sohn mit 35 zum Arzt um sich gegen ein Magengeschwür behandeln zu lassen, dass er sich geholt hat weil er mit der Welt die um ihn werkelt nicht mehr zurecht kommt. Weil er sich den Mechanismen einer Gesellschaft die er nicht mehr versteht hilflos ausgesetzt fühlt. Weil er nicht mehr weiß, welche Schrauben er drehen kann.

 

Hat das was mit dem zu tun warum ich Schraube? Ja und nein….

 

Ich machs kurz.

Wenn wieder einmal Außenstehende etwas lächeln, mit einem Anflug von liebevoller Arroganz auf unsere Schätze sehen, auf unsere Hände, die vielleicht nicht ganz so sauber, auf unsere Leidenschaft, denkt euch: Wir Schrauber sind eine seltene und auserwählte Brut.
Wir werkeln an den Herzen unserer Zivilisation. Diesen Maschinen, versuchen wir wieder lebendig zu machen, kriechen dazu in ihre Eingeweide und berühren dabei jene Götter, die uns vor hundert tausenden von Jahren von den Bäumen geholt haben. Was wir tun, ist viel mehr als das komisch im Kreis drehen von Werkzeug und Stahl. Mit Kraft Schrauben zu ruinieren, die wir dann wieder mit viel Mühe neu schneiden ist nicht Befriedigung in sich. Es ist das Gefühl etwas Ganz zu machen, was ohne uns vorher nicht Ganz war. Wir spielen nicht weniger als für eine Sekunde Gott und sind gleichzeitig Kinder in unserer Freude das es funktioniert hat.

 

Und aus allen diesen Gründen schraub ich. Und weil es unheimlichen Spass macht. Und das schönste. Das verstehen nur Leute die selber schrauben.

 

Gruss Oswald.
.

Tag14: Blaumann tot

16. Dezember 2007

Ich habe einen Blaumann. Ja ich habe einen Blaumann. Einen echten. Jeder Schrauber hat einen Blaumann auch wenn die heutigen Dinger eher grau, oder „bluejean“ sind und eher wie das kleine Arbeitsschwarze von James Bond, denn einer klassischen ehrlichen Arbeitskluft ähneln. Taschen und Täschchen, Multifunktionszipper, Ledereinlagen und Kniepolster, Handytäschchen, und Stauraum für das Accessoire?! Und kosten soviel wie Gucci Designer Jean. Der Bierbauch der drinnen steckt ist der selbe, aber das Outfit würde in einen Hochglanz Erotik-Arbeiterkalender passen.

Meiner ist ehrlich und original. Und er heißt „Friendship“. Ja mein Blaumann hat einen Namen. Und ich mag ihn. Und ich pass auf ihn auf. Sehr. Heut wurde er versaut.

Aber vom Anfang an:
Ich habe das Teil von einen Flohmarkt im Ostteil von Berlin, war wohl noch original aus Honeckers (Gott hab in selig) Zeit und originalverpackt. Die DDR muss damals das Hochtechnologieprodukt „Trabi“ gegen das Hochtechnologieprodukt „Blaumann“ aus dem Sozialistischen Bruderland China zu hundert tausend eingetauscht haben, denn dort harrten, trotz Mangelwirtschaft, noch mehrere Duzend dieser Arbeitsuniformen Made in China verpackt ihren Abnehmern entgegen.

Freundschaft
Warum die Chinesen einen Blaumann, den sie in die anderen Sozialistischen Bruderstaaten schickten, ausgerechnet in des Feindes Zunge „Friendship“ bezeichneten?
Einer der vielen Treppenwitze der Geschichte.
Ich musste das Teil haben, und investierte 1,80 Euro. (Ich handelte ihn brutal von 2 Euro herunter). Für noch einmal den gleichen Betrag hab ich mir im gleichen Laden noch eine Medaille „Held der Arbeit“ besorgt.

HeldWirklich wahr. Ich wollte, das komplette Outfit. Seither trage ich beim schrauben Medaille samt Blaumann. Schräg? Nein. Ab und zu setz ich mich so in der Garage vor den Fernseher und schau Kubanisches Bildungsfernsehen. Das ist Schräg.
Wie auch immer. Ich schlüpfe also relativ geschwinde in meinen Blaumann „Friendship“ und ab zur Garage. Obwohl geschwind vielleicht relativ.

 

Ich muss vorrausschicken: Ich war in den letzten zwei Tagen weder verschollen, noch auf Urlaub, noch des Schraubens und des Schreibens darüber überdrüssig. Mein Bruderherz hatte 40 ten Geburtstag, und da musste ich dem alten Mann doch in dieser schweren Stunde zu Seite stehen. 😉

Kaum zurück in Österreich, hab ich mich sofort… nein nicht zur Werkstatt begeben, sondern erst einmal … niedergelegt. Ich musste irgendwie versuchen, den restlichen Begrüssungspunsch rauszuschlafen. Ja Punsch. Zum Bier bin ich nicht mehr gekommen. Rückblickend gesehen war es nicht besonders clever, sich als Begrüssungskommitee für den im Garten errichteten Punschstand zu melden. Klang gut, und hatte theoretisch seinen Charme aber praktisch gesehen hatte das System einen Fehler.
Es ist ein unumstößliches Naturgesetz, das Gäste immer, und ich meine, „immer“ zu spät kommen. Warum wir, mein Bruder und ich, auf die Idee kamen, es wäre gut, bereits eine Stunde vor dem Beginn beim Punschstand zu warten und dann bei Minusgraden und leichten Schneefall dort auszuharren. Ich kann es nicht beantworten. Die einzige Möglichkeit, sich zu wärmen, war das heiße Punschglas anzugreifen, und weil das Glas bei den Temperaturen nicht lange heiß blieb, war wiederum die einzige Möglichkeit, das Glas warmzuhalten, selbiges möglichst rasch leerzutrinken, und sich frischen Heißen aus der Thermoskanne nachzufüllen. Muss ich mehr schreiben? Nach eineinhalb Stunden kamen die ersten Gäste.

Mein auftauchen heute in der Werkstatt hat dann auch erst Bayer möglich gemacht. Ein dank an dieser Stelle…


Ich stand also wieder in meiner Werkstatt mit Restpunsch uns im Blaumann. In einem Blaumann den ich schätze.

Nun vielleicht ist den ein oder anderen aufgefallen, dass ich von „Ordnung“ sprach im letzten Beitrag, dann aber nur einen Werktisch montierte. Jaaaa, das hat schon seinen Sinn und lässt sich wunderbar damit argumenterien, dass man in einer Garage für Ordnung einen Stauraum braucht. Nicht?! Und was bietet mehr Stauraum als ein montierter Werktisch. Na seht ihr.

Es ist nur leider so, dass die reine Existenz eine Schrankes an und für sich, die Werkstatt noch nicht sauberer macht. Ja ist so. Man muss das Zeug auch da hineinräumen.

Da stand der Schrank, als ich nach zwei Tagen das Garagentor öffnete, als strahlender Fels der Sauberkeit und Stabilität, Ordentlich und vor allem leer an den Gestaden. Um ihn herum brandete immer noch das Chaos. Ich traute mir kaum Licht zu machen.

Chaos immer noch

Aber ich bin da konsequent, nein wirklich. Wenn man schon etwas nicht gemacht hat, soll man es gleich ganz „nicht“ machen. Und ich entschloss mich dazu, erst einmal den Motor vom Rahmen zu montieren. Um den Rest würde ich mich später kümmern.

Managment, by ignorance. Manchmal macht das Sinn und Dinge erledigen sich wirklich von allein.

 

In dem Fall war das eher unwahrscheinlich, und die Stunde würde kommen, und das ganze würde sich bitter Rächen. Ich wusste es, fühlte es und ignorierte es.

Stattdessen kümmerte ich mich um den Motor.

MotorEin paar Details dazu. Ein Zweitakter Triebwerk beschleunigt meine Ape von null auf 50 in etwas unter 45 Sekunden. Die Spitze von 65 kmh hat sie kaum eine weiter Minute später erreicht. Möglich machen diese Werte ein 7 kw, 225 ccm Aggregat aus dem Hause Piaggio.
7 PS. Das ist beeindruckend. Jeder 50cm Rasenmäher schafft das doppelte. Moderen Zweitakter Rennmaschinen machen aus demselben Hubraum das 8 Fache. Mann muss sich fragen, wie die Techniker diese Werte zustammen bringen. Nein, nicht das 8 Fache! Ich meine Piaggios bemerkenswerte 7 kw. Da muss man sich doch bemühen. Wo verstecken sich das restliche Leistungspotential. Jene brachiale Kraft die irgendwo in diesen Alu-Klos schlummerte.Motorinnen Drosselklappe? Luftzufuhr zugeschweißt? Kein Benzin? Ich weiß es nicht, aber ich versuchte es herauszubekommen. Ein paar (total verrostete) Schrauben später hievte ich den Motor vom Rahmen. Wow, das Ding ist nicht nur leistungsschwach, sondern auch urschwer.
Ich platzierte ihnvorsichtig auf zwei Holzklötze.
ja ja.. fast.

Wow, heavy

Ich baute den Zylinder aus. Der Kolbenreiber hat Spuren hinterlassen. Tiefe Rillen dort wo sich der Kolben in den Zylinder gefressen hatte. Das wird teuer. Aber die Pleuelstange war Ok. Gut.
Dann begann ich das Getriebeöl abzulassen. Damit nichts schmutzig wird. Da muss man sehr aufpassen. Besser man läst so schnell wie möglich das Öl aus dem Motor. War bei mir sowieso schon etwas spät, aber besser spät als nie. Ein dummer Spruch.

 

Ich bereitete also alles schön vor. Eine Ölwanne unter den Ausfluss der durch eine Schraube verschlossen war, einige Tücher um sich die Pfoten danach abzuwischen. Und das alles über einer Schutzfolie, damit der Boden sauber bleibt.
Die Schraube für den Ablass war eine blöde Schraube denn sie lies sich nicht so leicht lösen wie ich das gehofft hatte.
Es stellte sich heraus, nach einigen „Oumpf“: Blöde war nicht die Schraube. Die war eigentlich ganz ok. Wenn man sie den in die richtige Richtung aufdreht.
War die Richtung erst gefunden, war das Aufschrauben kein Problem mehr, obwohl ich es mir im eigentliche Sinne hätte sparen können.
Denn während ich vorne den Motorblock anhob, um die Schraube besser lösen zu können ist hinten das Öl über den offenen Zylinder (wir erinnern uns) auf den, Gott sei dank immer noch mit Folie abgedeckten Fußboden, gewechselt. Ab da wurde es heiter, und das Schicksal des Blaumanns war besiegelt.

Vorerst hatte das ganze noch sein gutes.

Denn: merken. Es war gut, dass ich nicht zusammengeräumt hatte. Erstens lag noch die Folie, und die war schon schmutzig vom Unterboden abschaben.

Gut war es im doppelten Sinn, denn durch die klebrigen Unterbodenreste, hatte ich eine perfekte Bodenhaftung als ich im Ölteich tanzte um zu verhindern. dass diese Sauerei auf den, nicht versiegelten, und deshalb saugfreundlichen, Betonboden floss.

Also wieder merken: Gut das ich nicht zusammengeräumt hatte, weil ich am alten Schmutz hängen bleib und nicht am neuen Schmutz ausrutschte.

Der selbstlose Einsatz mehrere Rollen Wisch und Weg verhinderte schlimmeres.
Damit wirklich nichts mehr passiert, hab ich die Folie, und damit das restliche Öl mit den Unterbodenresten eingeschlagen.
Das Öl hatte die Eigenschaft, so stellte ich fest, die Unterboden Reste schön an und aufzulösen, was ich für interessant und auch für gut hielt. Vorerst.
Leider bildet so eine UnterbodenGetriebeöl-Pampe zwischen zwei Folien eine geradezu fantastische Viskosität aus. Mit der Zeit. Das dauert etwas, denn man muss dem Öl schon ein bisschen Zeit geben, bis der Unterboden völlig vermatscht ist. Etwa zu der Zeit bin ich wieder einmal über mein Zusammengerolltes Öl Folie Unterbodendesaster gestolpert und muss wohl … Restpunsch sei dank… das Restliche Gleichgewicht verloren haben, den ich versuchte mich noch (vergeblich) an der Karosserie anzuhalten und legte mich dann auf den Boden.

Schön der Länge nach auf den Steiß.

Da lag ich nun dachte über den Sinn des Lebens nach, als mein Blick nach oben fiel, und dort am oberen Eck der Karosserie hängen blieb. Da baumelte, an einer nicht gelösten Schraube meine vermisste kleine Knarre mit dem 10er Nuss.
War also nicht der Hund. Welch Erleichterung, ….. welch Schmerz!!
Und ich spürte, wie die Ölreste durch den Blaumann difundierten. Mein Blaumann. Mein aus China in Berlin gekaufter Blaumann. Und wäre es nur öl. Es ist die Unterboden-Ölpampe. Ich entschied mich, anstatt noch eine Runde zu sterben, schnell aufzustehen um noch zu retten was zu retten war.
War nicht mehr viel. Zu retten nämlich. Der Blaumann war im Öl.


Die Folie hingegen war dort wo ich gelegen bin wieder weitgehend und einigermaßen sauber.

Vor lauter Frust räumte ich die ganze Bude zusammen. Folien in die Säcke, neue Folie aufgelegt, Gekehrt, gesaugt, und alles weggeräumt.

Einige Leser könnten jetzt sagen, hätt er sich alles ersparen können, wenn er es gleich gemacht hätte, aber dann hätt ich wohl meine 10er Knarre nie gefunden.
Und überhaupt: Zählen wir zusammen. 3 Guten Aspekten, meiner Faulheit, stehen 2 Negative gegenüber. Nachzählen.
Schwachsinn. Der Blaumann ist versifft. Und das zählt 10 Punkte minus. Unter dem Strich bin ich also negativ ausgestiegen.
Ich weiß nicht, Manchmal fordere ich mit Begeisterung das Schicksal herraus. Mir ist klar, dass das was ich tu schief gehen kann, und ich mach es trotzdem. Spielernatur. Und manchmal gewinn ich und manchmal das Schicksal.
Heut hat auf jeden Fall der Blaumann verloren. Vielleicht kann mir jemand einen Tip geben wie man am besten Getriebeöl mit Unterbodenschutz aus der Kleidung bekommt.

Was haben wir gelernt

1. Das, wenn wir mit dem Schicksal wette, manchmal ein Blaumann verliert.

 

Gruss Oswald

Tag13: Ordnung!!!

14. Dezember 2007

Ordnung, ich hab’s schon mal geschrieben, und man kann nicht müde werden es zu wiederholen, ist das halbe Schrauberleben. Merkt euch das. Vergesst es nicht. Ist so.

Die andere Hälfte verbringt man, und auch das glaub ich schon erwähnt zu haben, damit seine Sachen zu suchen. Auch ein Fakt.

 

Tag 13 und es schaut aus wie Sau in der Garage. Ich schwöre, ich habe mich bemüht. Zwischendurch mit dem Schauferle ein bisschen zusammengekehrt. Da ein bisschen gewischt, dort etwas aufgehoben. Immer wieder die Stecknussen brav dahin zurückgetragen wo sie eigentlich hingehören. Trotzdem gehen mir heute bei einer schnellen Inventur 3 Stück ab. Nach längeren Suchen finde ich einen auf dem Waschbecken in der Toilette, (wie der da hinkommt ist mir ein Rätsel, vor allem was hab ich mit der dort gemacht?) und eine andere hat sich unter der Folie versteckt. (Also ich war’s nicht. Hand aufs Herz.) Die dritte, eine 10er Nuss blieb verschollen. Inklusive der kleinen Knarre. Ich hebe sogar die APE hoch um drunter nachzusehen. Nix. Weg. Vom Hund gefressen.

 

Total versifft. Ehrlich.

 

Und sonst: Alles was nicht zugemüllt ist, ist verklebt, verölt, versifft!

 

Ich muss erwähnen, heute bin ich mit dem Unterboden fertig geworden. Hat doch alles in allem… na rechnet man die Pausen raus, … nur 5 Stunden gedauert.

Gut, 🙂 nicht?

Gut, mit Pausen waren es dann eher 18 Stunden. Plus minus zwei oder drei. Aber wer wird da kleinlich sein.
Und wir wissen ja alle: meisterliche Arbeit will immer wieder in Ruhe aus einiger Entfernung begutachtet werden. Am besten mit einem Kaffee in der Hand.
Was meine anfängliche Euphorie eingebremst hat, war der Umstand, dass die einfachen, weil planen, Flächen am Anfang recht schnell von der Hand gingen. Aber dann zwischen den Spalten im hinteren Bereich diese Pampe herrauszupullen… whuäää.
Alles klebt. Und ich meine „Alles“. Die Hände, die Haare, und sogar an versteckten Stellen unter der Kleidung, wo du dich am Abend unter der Dusche fragst, „wie um alles in der Welt kommt das Zeug da hin?!“ Und es geht natürlich nicht runter. Gerade dort nicht. Eh klar. Einen Bruchteil einer Sekunde hab ich mir überlegt, ob ich nicht mit einer Dose Rostlöser…. ich hab dann doch Seife genommen.

 

An der APE nebelte ich die Teile indes hemmungslos und immer wieder inbrünstig mit meinen Wundermitteln ein und hechelte dann an die Frischluft um meinen Gehirnzellen wieder etwas echten Sauerstoff anzubieten. Die wussten, glaub ich, gar nicht mehr was das ist, weil an der frischen Luft wurde mir erst einmal so richtig übel.

 

Unterboden entfernen, ich bestätige das jetzt schriftlich und unter Eid, gehört zu den grauslichsten Arbeiten beim restaurieren eines Fahrzeugs. Punkt. Keine Diskussion. Alles was die anderen darüber schreiben ist richtig. Glaubt es.

 

 

 

Aber … heute wurde ich fertig. Der Unterboden ist ab. Ich lud gleich meine zwei netten Nachbarn ein, meine Arbeit zu begutachten. Die kamen prompt und verlässlich. Natürlich mit einem 6er Träger des „guten Pils“.
Was soll’s. Als sie wieder gingen hatte ich meine drei Bier, und das unbestimmte aber starke Gefühl heute wäre ich bereit, willens, und fähig in dieser Garage endlich so richtig für Ordnung zu sorgen.

 

Ich hatte mir ja am Montag einen Werktisch gekauft. 

Ja wirklich. Ich muss dazusagen, dass ich da ein echtes wirkliches Schnäppchen gemacht habe. Ich war am Anfang ja etwas skeptisch. 40 Euro für eine Werkbank? Was konnte das schon sein. Aber als ich dann im Baumarkt war, (die eine Verkäuferin nickt bereits freundlich als ich ihn betrat) hab ich mir das Teil angesehen. D.h. ich konnte mir das Teil nicht direkt ansehen, weil alle verpackt waren. Auf ner riesigen Palette. Aber angehoben hab ichs. Ganz professionell, (der Verkäufer sah zu), und, mann, das Ding war schwer. Knapp 50 Kilo. Und was 50 Kilo wiegt kann nicht schlecht sein. Die Arbeitsplatte war aus einer Leimplatte, also echtes Holz und das war mir genug. Nun ich weiß natürlich, dass ein guter Werktisch zwei drei tausend Euro kostet. Ein mittelmäßiger ev. eintausend, die schlechten auch noch so 500, und meiner eben 40 Euro. Aber ein guter hält bis zum jüngsten Tag, ein mittelmässiger 2 durchschnittliche Generationen und ein schlechter ein Jahr. Meiner muss 2 Monate halten und dafür sind 40,- ein Schnäppchen. Sag ich ja.

 

Der Verkäufer begründete den Preis mit dem Argument, das man das Teil selber zusammenbauen müsse. Das klang irgendwie logisch. Und war für mich auch kein Problem. Ich war Billy und Elch geprüft. Ich war mit Leksvik und Visdalen quasi groß geworden. Habe in Mörkedal geschlafen, und Värde hat mich genährt. Mich konnte nichts erschrecken. Ich hievte also mein 50 Kilo Paket auf einen Einkaufswagen.
In der Werkstatt knallte ich es im Nebenraum in eine Ecke, und da blieb es mal für eine Zeit liegen. Bis heute.

 


Sieht doch gut ausMit einem Cutter machte ich das Teil auf. Ich fand auch gleich eine Anleitung, und die erste positive Überraschung: Sie war in Deutsch. Und man konnte sie sogar lesen. Also nicht „Slippel A kaum abbiegen und verklappen in Gegenstippel B für Illumination.“ Nein, echtes wirkliches Deutsch.
Leider für einen anderen Werktisch. Ok, es musste auch ohne gehen.


Ich breitete also alle Teile schön aus und versuchte mit einen Überblick zu verschaffen. Wir Männer haben ja den Frauen gegenüber einen irren Vorteil. Wir können uns Dinge räumlich vorstellen. Deshalb parkt die Frau Gemahlin auch, trotz LKW grossen Parkplatz, auf Gehör auf der Stosstange des Vordermannes und knapp einen Meter randscharf vom Gehsteig (sicher ist sicher) und wir schieben unsere Limousine traumhaft sicher einhändig und blind in die Parklücke die 2 cm kleiner als der Wagen selbst. Passt. Räumliches Vorstellungsvermögen. Verdanken wir unseren Vorfahren die noch das Mammut jagten. Denen verdanken wir auch, das wir unter den Armen müffeln und einfach nur nix kapieren wenn zwei Frauen sich gegenseitig neben uns die Wortkaskaden um die Ohren hauen. Aber einparken können wir wie die Götter. (Deshalb lieben sie uns auch.)
Räumliches Vorstellungsvermögen. 🙂


Also ich weiß nicht, worans lag, ob am Bier, oder an den Chemiesalven. Mein räumliches Vorstellungsvermögen ließ mich elendig im Stich. Scheiss Mammuts. Mir wollte sich der Aufbau der Metallteile die sich vor mir ausbreiteten nicht wirklich offenbaren. Ich passte die Teile zueinander, versuchte, probierte aus, machte sogar eine Skizze. Aber entweder blieb was über, oder es war was zuviel. Überhaupt schaute der „Werktisch“ von dem es in der Anleitung hieß „Sie haben eine solide Werkbank erworben“ eher aus wie ein verdammt billiger Matador Kasten.

 

“Solide” steht daSolide konnte die Werkbank ja sein, aber ich kam nicht soweit das zu testen, weil sie lies sich nicht zusammenbauen.
Schlussendlich gab mir die Darstellung auf der Vorderseite des Verpackungskartons einen kleinen, aber entscheidenden Hinweis.
Ich musste das Teil trotzdem zweimal wieder zerlegen, aber schlussendlich stand es…… schief.
Zuerst dachte ich an einen Fehler meinerseits, aber es stellte sich heraus, dass die „solide Werkbank“ eine gewisse Seitenwindempfindlichkeit an den Tag legte.
Will heißen, die Konstruktion war murks. Schwer, aber murks. Extremer Murks. Nur wenn die Vordertüren zu waren, war es einigermassen stabil. Machte man die Türen auf, neigte das Gewicht eines Schraubenziehers das Teil schlimmer als Pisa. Murks.

 

Total schief

Ich seh richtig wie der geneigte Leser seinen Kopf wissend neigt. Gemach, gemach. Lässt sich ein Motorschrauber von diesen kleinen Problem aus dem Konzept bringen? In Problemen sind wir zuhause. Problem machen uns stark. Wir lachen Problemen ins Gesicht. Ha!

 

Ich raste zum Baumarkt (es war kurz vor Ladenschluss.) Die Verkäuferin grüsste mich, ich rauschte in die Eisenabteilung und griff mir einige Stahlwinkel. Wahllos.

 

PowerDie schraubte, bohrte und nietete ich an meinen „soliden Werktisch.“ Kein Eck, kein Winkel, keine Kante war vor mir und meinen Stahlwinkel sicher. Der Aku Schrauber quietschte, aber kein Erbarmen.Sicherer

Des Nachtens war ich endlich fertig und…. was soll ich sagen, das Ding steht wie die Eiger Nordwand. Ist zwar zu den 50 Kilo locker noch ein oder zwei an Beschlägen hinzugekommen und zum auseinander nehmen braucht man eine Flex, aber sie steht!!

Na das war ein Tag.

 

Was haben wir gelernt…

 

1. Das wir nix lernen, wenn es um das Scheiss China Zeugs geht.

2. Das alles im Universum zur mehr Unordnung strebt, und warum soll das ausgerechnet in unserer Werkstatt anders sein.
2. Das nix so mistig ist, dass es nicht ein Motorschrauber wieder mit ein Paar Schrauben ins Lot bringen könnte.

     

     

    Und der letzte Satz ist doch wirklich einmal beruhigend…

     

    Gute Nacht.

     

    Oswald