last day FINANZAMT!!!

8. August 2013

Das Amt

Mag ich nicht… wirklich nicht… ganz ehrlich nicht.

Tja… ich habe eine abgrundtiefe Abneigung gegen das Finanzamt. Ehrlich. Ich sags ganz offen. Mir egal, ob hier die NSA oder sonstwer mitliest. Ich mag es nicht. Nicht weil es das einbringen von Steuern überwacht. Das ist notwendig, sondern weil es rechtlich unanatastbar, und damit jeder ihm hilflos ausgeliefert ist. Auch und vor allem wenn die mal einen Fehler machen, (was oft genug vorkommt).  Dazu kommt das dort unbarmherzige Bürokraten hausen die im Loyalverbund mit dilettantischen und gierigen Politiker die Menschen bis auf die Knochen leerzutzeln um das Geld einzutreiben das diese Politiker mit vollen Händen wieder ausgeben. Im Mittelalter wurden Fürsten in Bauerkriege bereits dafür verbrannt, da sie den Leuten den Zehent , also 10% abnehmen wollten (wobei diese damit zumindest gigantische Prachtbauten bauten, von denen wir heute noch was haben). An dem „Prachtbauten bauen“ hat sich bis heute nichts geändert. Nur dass unsere heutigen Fürsten uns weniger als 35% lassen und immer noch glaubt unterfinanziert zu sein. Und ihre Prachtbauten sind nach 10 Jahren renovierungsbedürftig. Ich denke ihr versteht den Punkt.

 

In dem Sinn empfinde ich für einen Ulli Hoehneß gewisse Sympathie.

 .

Und um uns, also diese Untertanen, gehörig zu schröpfen hat der Staat seine Finanzämter errichtet. Burgenlandschaften unglaublichen Ausmassen. Bevölkert mit tausenden von Beamten. Und damit wir uns gegen diese und unserem Abschröpfen nicht wehren können haben die die ihre eigenen Gesetze und Richter die einem Bürger schnell mal zeigen, dass der Spruch „wir sind das Volk“ für Politiker und Finanzbeamte gilt, aber nicht für ihn, den einfachen Bürger dieses Staates.

 

Klingt böse… ja, aber nicht annähernd bös genug.

 

Glaubt mir. Vielleicht eine kleine Geschichte.

Als ich in Deutschland meine Company hatte musste ich erleben, wie eine innovative Firma, aufgrund eines Formfehlers in einem Antrag von einem Finanzbeamten in den Ruin getrieben wurde. Damals musste diese Firma schließen, weil sie bei einem Antrag ans Finanzamt eine Zeile falsch ausgefüllt hatte. 170 Menschen verloren ihren Job, der Gründer musste in die Privatinsolvenz. Als ich diesen Beamten später bei einer Stehparty traf, fragte ich ihn, ob das wirklich sein musste, 170 Menschen in die Arbeitslosigkeit zu schicken, einen Geschäftsführer zu ruinieren, weil dieser bei einem Antrag ein Wort falsch geschrieben hätten. Es wäre doch seine Ermessen gewesen, diesen Formfehler zu heilen.
Er sah mich an, und sagte nur: „Sie sagen es, es war mein Ermessen.“
(Hier eine ähnliche Geschichte online. http://www.finanzamt-pfuscht.at/ )

 

Nein, ich mag es wirklich nicht, das Finanzamt und die Leute die darin arbeiten. Umso entsetzter war ich, als ich bei der Zulassungstelle stand, um meine APE anzumelden und stolz meine Einzelgenehmigung herzeigte und der Mann mir, anstatt mir prompt und anstandslos das Nummernschild rüberzuschmeissen, nur fragte: „Und wo ist die Bestätigung des Finanzamtes.“

 

Welche Bestätigung? Finanzamt!!

 

„Na Nova usw. Muss vom Finanzamt bestätigt werden, sonst gibt’s kein Nummernschild.“

Fuck. Finanzamt. Ich bemerkte mein erstes Magengeschwür, wie es sich den Weg langsam an die Oberfläche bahnte.
Aber ich bin Optimist. Setz mein schönstes Lächeln auf und ab zum Finanzamt.

Man muss für die Deutschen Leser vielleicht erklären was die NOVA ist. Übersetzt heisst das Normverbrauchsabgabe, und soll ein Steuerungsinstrument sein, um Leute zu verbrauchsärmeren Autos zu bewegen. In Wahrheit ist es nur eine Steuer und im Grunde ein weiteres Abzockinstrument, weil ich zu behaupten wage, dass es dem Porschefahrer ziemlich egal ist, ob er bei seinem 911 Turbo für eine Viertelmillion noch ein paar Tausender NOVA oben drauf legt. 

http://www.oeamtc.at/?id=2500,1098231,,

 

Nun auch meine APE sollte NOVA zahlen, obwohl die zu einer Zeit gebaut wurde, wo es die noch gar nicht gab. Aber warum aufregen. Nutzt eh nichts. Wer fahren will muss blechen. Also raus den Zaster und gut ist.
Ich kam zeitig früh und doch zu spät, weil bei der Abteilung für KFZ fragen war bereits eine Schlange bis in den Vorraum. Eine halbe Stunde bevor sie überhaupt aufsperrte. Ich stellte mich also an, und läppische 3 Stunden später war ich bei einer ziemlich genervten Beamtin im Schalterraum. 

„Was wollen sie.“

„Also ich habe in Deutschland eine APE gekauft.“

„Was haben sie?“


„Ich habe einen Ape!! ….(denkpause)  also ein Dreirad gekauft und will es in Österreich zulassen und deshalb.“

„Sie müssen Nova bezahlen.“

„Das weiß ich, ich wollte nur fragen…“

„Für Fragen bin ich nicht zuständig, sondern der Schalter auf der anderen Seite.“ Und sie deutete auf einen Schalter an dem ca. gefühlte 100 Menschen anstanden.

„Können sie mir vielleicht noch sagen was ich d..?“

„Ich bin kein Auskunftsschalter, sondern ein Einreichschalter. Gehen sie weiter.“

 

Ich hasste Finanzämter noch ein bisschen mehr, aber ich war ja „a Man with a Mission“. Also runterschlucken und an der Informationsschlange anstellen.
Kurz vor 12 kam ich dran. Ich betete mein Sprüchlein wieder runter und erwartete wieder ein ungläubiges Staunen, beim Wort APE zu erfahren, aber der Schalterbeamte lachte. Ja klar kennt er die. Ich sollte den Antrag einfach abgeben. Fuck.. welchen Antrag?!!!
Ja ob ich den Antrag auf Nova nicht ausgefüllt hätte, der da Rechts in einem Ständer zu holen wäre. Nein, hatte ich nicht. War heute nicht der Hellseher, der geahnt hätte das der Antrag in einem Ständer steckt, wo er seinen Platz mit ca. 100 anderen Antragsformularen teilte, und dabei auch noch.. was sonst, genauso aussah wie alle andere.

Dann fragte er mich noch, ob mir das niemand gesagt hätte… Nein, antwortete ich und schaute wütend auf die Dame auf der anderen Seite des Zimmers, „hat mir niemand..“

Eigentlich, so der Beamte, müsste ich jetzt den Antrag ausfüllen, und dann nochmal anstellen, was heute sicher nichts mehr bringen würde… und ein Blick auf die Schlange und ein weiterer auf die Uhr, es war kurz vor 12 sagte mir, der Mann hatte recht.
Irgendwie ahnte er meine Verzweiflung, und es klimmte sowas wie Menschlichkeit in ihm auf

„Na stellen sie sich hinter mich und füllen sie schnell den Antrag aus, dann kriegen wir das schon hin. Aber eigentlich müssen sie ihn ja bei der Dame da drüben abgeben (das war jene Dame, die mich gerade herübergeschickt hatte. Wirklich wahr. Ich hätte ihr am liebsten einen nassen Fetzen um die Ohren geschlagen. Aber ich hatte leider heute ausnahmsweise keinen Nassen Fetzen dabei… )

 

Ich füllte schnell die 4 Seiten aus und legte alle Papiere dazu, die ich über die APE hatte und überreichte sie hoffnungsfroh dem anscheinend netten Beamten.
Er überflog schnell die Papiere… Dann sagte er. „Das ist schlecht“
Oh Mann, bitte nicht. Wie ich diesen Satz hasste. Bedeutete er doch meistens das meine APE noch ein paar Jahrzehnte in meiner Garage schlummern würde.
„Was…was ist schlecht?“ fragte ich vorsichtig.


„Ihr Fahrzeug ist nicht mehr auf der Eurotaxliste und hat keine Eurozulassung. Wir brauchen für ihr Fahrzeug ohne Eurozulassung, um die Nova zu berechnen ein Wert- und Motorgutachten.“

„Ein Wert und ein Motorgutachten?!!! (von letztern wusste ich gar nicht das es sowas gab) Und wo krieg ich die her, und wie viel kostet das?“

„Das kriegen sie entweder bei der Begutachtungsstelle.“ Ich bekam kalten Schweiß.. „oder bei einem privaten Staatlich beeideten Gutachter. Und kosten? Na so ein zwei tausend Euro. Je nachdem.“ und er zuckte etwas verlegen die Schultern.
Ich war käseweiß. Ich hab gespürt, dass alles Blut nach unten sackte. Ganz nach unten. In die Unterschenkel und im Hirn war absolute Leere. Ein zwei Tausend Euro. Das wäre dann wohl das Ende meines Projekts, weil nochmal Zwei Tausender in die Hand zu nehmen wäre einfach nicht drin gewesen.
Der Beamte schaute mich an, und ich merkte, dass ich ihm ein bisschen Leid tat.
„Und wieviel Nova muss ich dann bezahlen?“ flüsterte ich.

„Ach, dass ist dann nicht mehr viel.“ versuchte er mich zu beruhigen. „Ich schätze mal Na bei ihren Fahrzeugwert 40 Euro … wens hoch kommt.…“

Jetzt hatte ich mein Blut wieder im Gesicht.

Ich sollte vielleicht 2.000 Euro für ein Gutachten hinlegen, damit ich 40 Euro Steuern zahlen durfte!!!!?

„Ist das ihr ernst?“ fragte ich, und seine Miene verkündete, dass ihm das Toternst war.

Ich überlegte fieberhart: „Können sie mir nicht einfach das Maximale an Nova abnehmen, was für das Gerät zu zahlen ist, lassen sie es 200 Euro sein, und erlassen mir dafür dieses schweineteuren Gutachten.“

 „Nein, das geht nicht. Es könnte ja sein, dass wir ihnen mehr berechnen, als sie zahlen müssten.“

Da war er wieder… mein Hass auf das Finanzamt, dersich eben aufgemacht hatte ein wenig weniger zu werden.

Inzwischen war es nach 12 und die noch wartenden anderen „Kunden“ (so nennt man uns beim Finanzamt. Ja… ist zynisch) wurden aus der Halle getrieben. Nur ich und der Beamte waren noch da.“ 

Ihm wurde die sache zusehends peinlich. Und er begann  den Telefonhörer hochzuheben und ein paar Nummern zu wählen. Nach der dritten oder vierten legte er auf und sagte zu mir.
„Gehen sie bitte mal rauf ins Zimmer 234. Zu Herrn Weber. Der ist dafür zuständig.“

 

Bei Herrn Weber… oder „Ausgeliefert“. 

 

Ich stolperte 2 Stockwerke nach oben und zu besagten Herrn Weber. Der erklärte mir dasselbe wie ich unten schon erfahren hatte.
Auf meinem Einwurf, dass das nicht verhältnismäßig wäre, nickte er nur. Nicht Verhältnismäßig, aber das Gesetz. Das Gesetz.
Da war es wieder. Meine Abneigung gegen das Finanzamt.

Das kann doch verdammt nochmal nicht sein.!!! Ich musste das ziemlich laut gesagt haben, weil der Herr Weber hatte etwas an Gesichtsfarbe verloren. „Herr Weber…  ich bitte sie. Schauen sie nach. Es muss doch eine Möglichkeit geben nicht 2000 Euro an Gutachten zu zahlen, nur damit sie wissen ob sie mir 30 oder 40 Euro abknöpfen!!!“

„Soviel wird es gar nicht sein.“

flüsterte Herr Weber dem die Situation doch zunehmend unangenehm zu werden schien. 

„Was haben sie gesagt?“

Er räsuperte sich „Vielleicht haben wir da eine Möglichkeit.“ und er setzte sich an den Computer…

„Es kann sein, sagte er, dass wir dieses Fahrzeug bereits einmal eingestuft haben. Und wenn, und ich sage, WENN das so wäre, könnten wir annehmen, dass ihr Fahrzeug dasselbe Fahrzeug wäre. (ich musste das nicht verstehen, aber ich hatte den Eindruck es wäre für mich günstig, weshalb ich einfach mal meinen Schnabel hielt.) Und wenn wir das annehmen könnten, und ich sage WENN, dann wäre es auch möglich ihre Abgaben zu bestimmen, ohne ein Wertgutachten zu fordern….vielleicht.“

Er machte eine bedeutungsvolle Pause. „Ausnahmsweise.“ fügte er hinzu…

Der Herr Weber war ob so viel möglicher Menschlichkeit total verwirrt. Er bat mich aus dem Zimmer und mich dann wieder hinein. Schickte mich aber nach 2 Minuten wieder hinaus.
„Sie sagen, das wäre eine APE, aber hier steht Vespacar.“ brüllte er durch die Tür.
„Ja. Die grossen APE heissen Vespacar“.  antwortete ich ihm durch die Tür zurück.

„Ich habe hier eine P2 Vespacar im System, die mit ihrer ähnlich ist. Können sie mir das bestätigen.“
Ich trat zum Computer, aber ein schrilles „Halt!“ lies mich erstarren.
„Ich druck ihnen das aus. Schauen sie nicht auf den Monitor. Gehen sie wieder hinaus. “
Ich weiss nicht, was ich hätte entdecken können. Vielleicht das Geheimnis Zarter Haut, aber ich tat wie mir geheissen, und wartetet auf einen Ausdruck. Und siehe da, es war eine P2. zwar Bj. 1989 aber im Grunde baugleich. Das musste die 2. Ape sein von der der Prüfer gesprochen hatte.

Ja, sagte ich, dass ist meine Maschine. Der Herr verglich die Daten.

„Sie ist 2 Jahre älter.“ murmelte er.
„Der Herr Weber atmete schwer, als würde man ein Verbrechen von ihm verlangen. Zuviel der Geistigen Beweglichkeit. Der Nachsicht. Er schaute nochmal auf seinen Computer, dann auf meine Papiere. Es war so still, ich hörte meinen Puls in meinen Ohren. Draussen summten die Bienen, bei mir raste der Puls.
Dann, nach einer Gefühlten achtel Ewigkeit, stöhnte er kurz und sagte.
„Ich denke, wir können das so machen.“
Ich atmete durch, und meine Wut auf diese Institution hat sich etwas gelegt.
24,45 Euro musste ich schlussendlich an die Staatskasse bezahlen, bekam die Bestätigung.

Als ich zurück zur KFZAnmeldestelle ging schaute mich der Sachbearbeiter ungläubig an. 

„Ich dachte ich seh sie nie wieder.“

Dachte ich auch. Am 21.7.2012 hielt ich meine Nummernschilder meiner Piaggio Vespacar P2 in er Hand. 

Dem 2. Exemplar in Österreich.. und ich glaube es werden nicht viel mehr werden. :) 

Was haben wir gelernt.

das dürft ihr mir beantworten…

lg und danke fürs lesen Oswald

letzter Tag?

6. August 2013

Die APE

Vor 5 Jahren gekauft, zuerst 400 km von der dänischen Grenze nach Berlin, dann nochmal über 1000 km nach Graz gerattert, gezogen, geschoben, geschleppt. Dort über ein Jahr renoviert, von Grund auf. In seine Bestandteile zerlegt, Ersatzteile in ganz Italien gejagt, schweißen gelernt, weil der Kabinenboden eher ein Sieb und kein Blech, das was die Italiener einen Lack nennen geschliffen bis ich eine Staublunge hatte. Karosserieteile selber gespengelt, Motor in seine Einzelteile zerlegt und wieder zusammenbekommen dann nach Salzburg gezogen bei Nacht und Nebel die APE mit im Gebäck, (inzwischen schon zusammengebaut und im roten Kleid). Dort zwei Jahre vor sich hingeschlummert (ich sage lieber „gereift“). Und jetzt soll das wirklich an so was wie der Typisierung scheitern? Das hat sie nicht verdient. 


Wir erinnern uns, schon 2-mal hab ich Anlauf genommen, um mein Teil typisieren zu lassen.

Prüfstelle

 Das ist besagte Typisierungsstelle. Der Ort der Entscheidung… oder eben nicht.

Beim ersten Mal ging die Gangschaltung in die Knie, knappe 2 km vor der Typisierungsstelle. beim zweiten Mal schleppte ich mich bis zur Typisierung aber ein kaputtes Blinklicht  und eine Fahrgestellnummer die der Prüfer nicht fand wurde mir zum Verhängnis. Und es sollte noch nicht das Ende sein. Merke… typisieren ist deine persönliche Reifeprüfung. Hier scheidet sich Mann von Waschlappen. Und ich wollte Mann sein!


Ich hatte die Woche vorher alles Kritikpunkte durchgearbeitet. Alles eigentlich ganz einfach. Das mistige Blinklicht repariert in knapp 2 Minuten (Wackelkontakt). Die Fahrgestellnummer war genau da wo sie sein sollte. Nur man musste sich halt etwas bücken… das kann man einem In-schenöhr von der Prüfstelle nicht zumuten. Der hatte es wohl im Kreuz. Die Innenverkleidung mit Blechmuttern festgeschraubt, auch ein Klacks.

Fehlte noch die Tachowelle.

Ich weiß nicht, was mich da beißt, dass ich mir immer irgendetwas bis zum Schluss aufheben muss. Räum ich die Werkstatt auf, bleibt die dreckige Lack Dose am Arbeitstisch, die ich dann 4 Tage später mit der Hilti wieder runterhämmern muss. Pack ich meine Koffer ausnahmsweise mal nicht 20 Minuten vor Takeoff lass ich bestimmt das Zusammensuchen der Dokumente für kurz vor dem Abflug. Wo ich diese Dokumente natürlich nicht dort finde, wo ich sicher war, dass sie liegen müssten. Und dann mit Taxi Vollgas und bei Rot durch die Stadt und verschwitzt in die 14 Grad Klima des Flugzeugs… Muss so sein. Ich hab ja die Theorie, dass der Mann Herausforderungen braucht, die ihm das moderne Leben einfach nicht bieten kann. Wann hat unsereins das letzte Mal ein Mamut gejagt? Na eben. Und immer nur Fernsehfernsteuerung Programmieren ist auch nicht der Killer. Normales Leben hat keine Dramatik. Ok, typisieren schon, und APE herrichten erst recht, aber sonst? Gähnende Unterforderung für unsereins… Da gibt eine noch nicht eingebaute Tachowelle am Tag der Abnahme dem Leben erst seine Würze.

Mein Plan war der: Um 10 Uhr war der Vorführungstermin. Um 8 wollte ich mit der Welle bei meiner APE auftauchen, eine halbe Stunde schrauben… dann gemütlich frühstücken und dann ab zur Vorführung. So war es gedacht.
Ich kam um 9 zur APE. Konnte ich voraussehen, dass ich meinen Sohn zur Tagesmutter bringen musste? Ja konnte ich, aber nicht, dass ich mich nicht so leicht von meinem kleinen knopfäugigen Nachwuchs trenne und er mir vorher noch erzählen muss, dass er jetzt mit dem Traktor spielen wird und mir den Traktor zeigen muss und ich ihn bestaunen muss und mich mit ihm ins Spielzimmer gehen und ein paar Runden herumtuckern. …. Tja das hat halt Priorität. Und das spart den Psychologen in der Zukunft.

Alles noch kein Problem, bin locker in der Zeit. Und die Welle, das ist ja kein Akt…Ich schraub die Armatur runter, geschwind die alte Welle vom Tacho, dann noch zum Motor, wo die Welle in denselben führt dreh an dem Alustutzen und dreh und dreh ….  und krieg das Scheissteil nicht los.

Eigentlich sollte man einmal dran rumnuckeln und die Alumutter sollte sich dann von alleine lösen. Eigentlich, aber die Alu Befestigungsschraube tat das, was Alu am besten kann. Sie verkorrodierte mit dem Alu Motorblock. Und das Teil saß bombenfest. Geschweißt wäre lockerer gesessen.

 Tachowelle…

 Besagte Aluschraube… eher ein Griff, als eine Schraube und mit dem Motor festgebacken….

Was die Sache noch zusätzlich erschwerte. Diese scheiss Schraube war so blöd angebracht, dass man eigentlich den ganzen Motor auszubauen hatte, um an sie ordentlich ranzukommen. Etwas was man nicht auf der Straße so mal eben mit einem Leatherman macht. Und erst recht nicht in 60… nein 50 Minuten vor dem Vorführtermin. 

Ich gebs zu, ich war dabei meine Contenance etwas zu verlieren.

Ein bisschen. Aber warum hat Gott WD 40 erfunden. Na klar, damit man es benutzt. Also sprüh ich das Teil mit WD 40 ein, was sag ich, ich ersaufe es in einer vollen Dose. Und… es rührt sich nicht. Meine Flüche (ich hatte jetzt nur noch knappe 25 Minuten) hallten durch die ganze Stadt. Blöderweise verstand die diese Aluschraub nicht. Eh klar. Ich schwitzte und zog und rüttelte, dass der Lack fast von der Karosserie fiel, aber sie rührte sich nicht. Nicht einen mm. 20 Minuten noch. Kann nicht sein. Ist das ein Fluch? Will da jemand was verhindern. Ich erinnerte mich wieder an den guten alten Odysseus, und den Fluch der Götter. Ich fluchte zurück robbte mich nochmal unter die Maschine, presste meinen Franzosen mit aller Macht zu- fluchte nochmal (fluchen gehört zum Schrauben, wie WD40) und zog… und …sie knackste.. ein bisschen… und gab nach. Diese verdammte Schwester einer H…. löste sich und lies sich losschrauben.

(Übrigens.. Piaggio… Aluschraube in einem Alublock… und das in Salzwasser…. keine gute Idee… echt nicht… wirklich nicht)

Ich hätte gerne gefeiert. Mir eine Sixpack Bier gekauft und mir jede Dose über den Kopf geschüttet, aber es fehlte etwas die Zeit. Nur noch 15 Minuten. Ich befestigte die Welle am Motor, zog sie nein fädelte sie in die Fahrerkabine und dort an den Tacho. Noch für einen kleinen Funktionstest den Parkplatz auf und abgefahren…. und wirklich… dieser besch… Tachonadel rührte sich überhaupt nicht. Mir gingen die Flüche aus. Hatte auch keine Zeit mehr dazu. 10 Minuten noch. Ich zerlegte in meiner Not den Tacho und bemerkte, dass die Nadel zu Schwergängig. Ich übergoss sie mit Öl und zog die Rückholfeder noch etwas straffer. Noch 2 Testfahrte und der Tacho bewegte sich wieder. Auch das Zittern hat aufgehört. Aber ob das die richtige Geschwindigkeit war, die er anzeigte… Egal, scheissegal. Mir blieben noch 3 Minuten. Ich klemmte mich hinter das Lenkrad und ratterte zur Abnahmestelle bei Rot über die Kreuzung.
Eine Minute nach 10 Uhr traf ich bei der Prüfungsstelle ein. Dort stieg ich schwitzenden aus dem Gefährt…

„Nervös“? fragte der Prüfer. Ich japste irgendwas von einer zitternden Tachonadel und der Motornummer und das der Blinker… „Zitternde Tachnonadel?“ frage der Prüfer… „da hats einer aber sehr genau gemeint.“ Ich konnte ihm nicht widersprechen. D.h. ich konnte wirklich nicht, weil ich immer noch am Luftschnappen war.

Die Überprüfung dauerte genau 2 Minuten.

ZWEI MINUTEN!!!

Tachonadel war im schnurzegal. „so ein Teil muss zittern nicht?“ Ich hätte geweint, hätte ich Luft bekommen. Ich hätte den Prüfer am liebsten mit der Nase auf meinen, nicht mehr zitternden, Tacho gebunden und wär mit ihm eine Runde durch Zentraleuropa getuckert, wenn es der Prüfer vom Letzen Mal gewesen wäre, aber der hier, der war nett. Und so blieb mir nichts anderes übrig als nach 10 Minuten meinen Typisierungschein abzuholen. M e i n e n T y p i s i e r u n g s s  c h e i n!!!!
Ich jubelte sprang und feierte ine Volksfest… intern. Äusserlich blieb ich cool wie ein Eisbär. Der Beamte sagte noch. „Na sehen sie, ging ja ganz schnell.“

Leute… heute ist es soweit: Ich melde das Scheissding an. . Jetzt. In 5 Minuten…. dachte ich damals noch… aber so schnell geht das ganze nicht. Es dauerte ….. noch eine ganze Weile und wäre fast in letzter Sekunde für immer gescheitert, aber dazu das nächste mal mehr…

Was haben wir heute gelernt: 

Das wir Männer Herausforderungen brauchen wie die Luft zum Atmen. Und wenn zufällig kein Mammut zur Stelle, heben wir uns eine Tachowelle bis zum Schluss auf. Hossa.
:)

Second Try oder Odyssee 4

19. Juni 2012

Wenn man was vom guten alten Odysseus lernen kann, dann das… dass man beim Umgang mit den Göttern einen verdammt langen Athem braucht. So dämmerte der 4. Versuch herrauf meine APE in Österreich zur Typisierung zu bringen.

echt wahr…. 4. Versuch schon… :/

Altersheim Copyright GNU Wikipedia

Der aktuelle Ort des grausamen Geschehen.  

Es ist ein Affe….


Dieser Parkplatz,
an dem ich mich nach meiner Panne hingeschleppt hatte, war zufälligerweise ganz genau vor dem Städtischen Altersheim. Und während ich, wieder und wieder ratternd den kleinen Parkplatz rauf und runter stotterte und dabei versuchte unter lautem sinnlosen Fluchen, Schimpfen und Drohen die Gänge hineinzuprügeln, (als hätte schon jemals eine weibliches Wesen darauf mit unbedingter Folgsamkeit reagiert) streckten die ersten Bewohner neugierig ihre Köpfe aus der Tür.

Und es wurden Runde um Runde mehr. Schön langsam schien sich das gesamte Altersheim an meinem Unglück zu delektieren. Die die nicht gehen konnte schob man wahrscheinlich mit dem Tropf zum Fenster. Blaugraue Schwaden zogen bereits über den nahen Park. Zwei ältere Herren hatte es sich nicht nehmen lassen und humpelten auf einer Bank direkt neben mir und meiner APE.

„Er versucht es zu reparieren.“ stellte der eine fest.
„Ich hab früher auch ein Auto gehabt……das war auch immer kaputt.“ antwortete der andere und nickte.
Sehr nett.
Ich streckte meinen Kopf unter dem Fahrzeug hervor, lächelte (bemüht)  und verbesserte…„Das ist kein Auto, das ist eine APE.“
„Was sagt er?“ nuschelte der eine. „Er sagt, das ist kein Auto, das ist ein Affe.“
der andere nickte.

.
Zuerst dachte ich ja, das Getriebe wäre hinüber, und deshalb hab ich sie schon gleich vorsichtshalber per Handy bei einer Piaggio Werkstatt angemeldet. Getriebe trau ich mich nämlich sicher nicht selber zu reparieren. Sonst hatte ich ja bereits alles bei meiner Lieben in der Hand gehabt. Aber Getriebe.. das ist der Mount Everest aller Schrauberherrausforderungen.

Die Werkstatt traue sich das auch nicht, teilte diese mir unverblümt mit, denn sie hatte auch noch nie auch nur einen Teil einer APE in der Hand gehabt, wie mir der Werkstattleiter treuherzig versicherte… Aber ich soll mir keine Sorgen machen. Ist doch auch  nur ein Auto…
Gott sei Dank konnte ich auf „professionelle“ Hilfe verzichten. Nach ein paar Mitteilungen im Forum, die ich eifrig über das Handy abrief, verdichtete sich der Verdacht, es könnte sich um die Mitnehmersteinchen der Schaltbox handeln. Ja, genau. Diese Mitnehmersteinchen, die die mich schon mal knapp 12 Stunden um den Verstand gebracht hatten.

Ich ertappte mich bei dem Gedanken, mir lieber einen kapitalen Motorschaden zu wünschen… oder mit einem beherzten Schluck Getriebeöl meinem verpfuschten Leben ein Ende zu setzen, aber dann kann sich ein Schrauber sein Schicksal ja nicht aussuche. Also klemmte ich mich dann tapfer noch am selben Tag unter den Motor.

4 Stunden später waren die Steinchen unter dem Applaus der Geriatrie wieder drinnen. Die Heimbewohner konnten sich wieder zum Skat setzen und die Infusion fertig nehmen, und ich konnte in die Abenddämmerung heimwärts tuckern.

Vorm Jüngsten Gericht.

.
2 Wochen später hatte ich den nächsten Termin und diesmal schaffte ich es zum einen im Morgengrauen und zum anderen bis zur Typisierungsstelle. Der Gang blieb drinnen (obwohl er es sich zwischendurch kurz überlegt hatte.)
Dort sass ich wie beim Doktor im Warteraum und harrte auf meinen „Inschenöööhr“, der das Teil begutachten sollte. Der Mann der nur die Unterlagen aufnahm, war schon reichlich überfordert.

„und das da fährt?“.

Ich hatte gehört, dass diese „Inschenöööhre„, wenn sie schlecht geschlafen hatten, Fusspilz oder die Frau in der PMS, so richtig unleidlich sein konnte. Mein Prüfbeamter hatte alles drei.

Er befahl meine Ape auf die Prüfstrasse zu fahren…

Das war eine Halle in der gut 3 Sattelschlepper mit Anhänger hintereinander und ebenso viele nebeneinander Platz gehabt hätten. Da stand sie nun, die p2. In der Mitte der Halle. Allein. Mit mir und dem besagten Ingenieure. Platz hatten wir alle drei also genug.

Kathedrale des Grauens möchte ich sie mal nennen, diese Halle, für jeden flachgelegten Golf der da in Polizeibegleitung des ein oder andere mal zur Untersuchung eskortiert wurde. Wie viele Leiden, wie viele Verzweiflungstränen diese Betonmauern wohl schon gesehen hatten, wenn wieder einmal ein untypisiertes Sportfahrwerk und Fahrer gewaltsam voneinander getrennt wurden, und der letztere vorsichtshalber gleich von seinem Lappen. Mir konnte nichts passieren. Meine APE war blitze blanke sauber. Optisch wie rechtlich.

Tieferlegen hätte bei ihr sowieso keinen Sinn gehabt, denn bei der Höchstgeschwindigkeit von sagenhaften 62 kmh war Bodenhaftung egal, bzw. fiel sowieso aus dem Stand um, wenn sie Lust dazu hatte. Tieferlegen hätte nicht die Bohne daran geändert, außer dass der harte Beton dann nicht soweit weggewesen wäre. Gut ich hatte einen Pollini Rennzylinder eingebaut. Soll anscheinend 3 km/h mehr bringen. Ich hab das noch nicht bemerkt, weil um das zu testen, hätte ich auf einer Geraden 10 Minuten am Stück Vollgas geben müssen, und so eine Gerade gab es in ganz Österreich nicht….
Also ich hatte die Vermutung, dass der Herr Ingenieur nicht unbedingt einen Pollini von eine Piaggio Zylinder zu unterscheiden weiss. Und da sollte ich recht behalten. Sonst nahm er es eher genauer…

„Was haben wir denn da.“ fragte er
„Eine Ape p2 Vespac…“  er unterbrach mich.
„Lesen werd ich selber.“ und nahm die Papiere.
„Übersiedlungsgut also.“ Ich wusste nicht ob ich etwas sagen durfte. Aber die Art wie er das sagte lies mich wenig Gutes erahnen.
„Messen wir mal die Spurbreite… „ ….Spurbreite, bei einer APE???
“ 1 cm zu viel.“  Er kritzelte seine Erkenntnis auf einen Zettel.

1cm von was? An der Spubreite hatte ich nichts gemacht. Vielleicht hatte ich den Lack zu dick aufgetragen, ich wollte schon was sagen, aber ein Blick in die verfinsterte Miene meines Prüfers lies mich verstummen.

„Die Innenverkleidung an den Türen fehlen“ das wäre meine Nummer 10 und 11 auf der Liste der Nacht vor dem letzten Termin gewesen und sind sich einfach nicht mehr ausgegangen. Aber ich dachte, die kleinen Apes haben überhaupt keine, kann doch kein Problem sein…
„Schwerer Mangel. Schaun wir weiter.“  Schwerer Mangel? Was glaub der Mann, dass eine Türverkeidung die Verkehrssicherheit einer APE garantiert. „In einer APE garantiert nichts deine Sicherheit!!!“ Hätt ich gerne gerufen, aber ich hatte ja noch Redeverbot.

„Der Blinker vorne Rechts geht nicht.  Schwerer Mangel.“
Jetzt musste ich doch was sagen. Ich erwiderte, dass ich glaubte dass ein Blinkerlampe kaputt wäre und die könnte ich doch sicher später repa….

„Wollen sie mir meinen Job erklären?“ Wie käm ich dazu…

Was dann folgte war nur konsequent. Er fand die Fahrgestellnummer nicht und hatte auch keine Lust sie zu suchen. Nach dem Blinker schien die Sache gelaufen. Auch stellte er fest, dass die Motorbezeichnung mit seinen Papieren nicht übereinstimmt. (Welche Papiere auf meinen stand gar keine Motornummer?) Schlussendlich fand er heraus, und das schlug bei ihm wohl dem Fass den Boden aus, dass der Tacho wackelte. Er wackelte. Was er meinte war, dass die Tachonadel nicht ruhig die Geschwindigkeit anzeigte sondern sich darum hinzitterte.
„Mann.. das ist Apetypisch du ignorant.“ Hab ich natürlich nicht gesagt sondern nur gedacht.
„nicht die Nadel wackelt, das ist die APE.“ Auch das hab ich mir nur gedacht.

Das wars.

Ich fragte wann ich meinen nächsten Termin bekommen würde. Er sah mich von der Seite an. „Wollen sie es nochmal versuchen?“

Das hatte mich schon einmal einer gefragt. Eh klar…

Was lernen wir daraus.

Das Neugierde anscheinend nix mit dem Alter zu tun hat,

Gut Ding anscheinend immer Weile haben muss, ich aber gut auf den blöden Spruch verzichten könnte.

 

 oswald…

 

First Try oder Odyssee 3

8. Juni 2012

Manchmal ist es wie verhext. Da geht gar nichts. Nicht mal der Deckel ab von der Niveadose.

Nummerschild

Sieht aus wie ein Nummernschild, greif sich auch so an… funkt trotzdem nicht. 

.
Wer kennt das nicht?!

Da versuchst du nur mal schnell den Zylinderkopf abzunehmen, was eigentlich eine Arbeit von 3, was sag ich, 2 Minuten. Reißt dabei aber gleich mal die Schraube ab. Dann findest natürlich keinen Metallbohrer  (der letzte ist gestern abgebrochen und heute ist natürlich Sonntag), der Nachbar, der vielleicht was leihen könnte, ist auf Urlaub. Was heißt, DER Nachbar. ALLE Nachbarn. Also bleibt nur noch der Schwager der 80 km weiter wohnt (und sich immer schon ins Fäustchen gelacht hat wegen deiner Schrauberkünste). Dann beim Ausbohren triffst du den Motorblock, vernudelst das Gewinde, findest keine Überschraube, schlussendlich zerreißt noch die alte Dichtung und neu gibts die nicht mehr, und spätestens dann schmeißt du den offene Motor in die nächste Ecke wo er die nächsten Jahre vor sich hin schimmelt, und du fängst wieder was sinnvolles an. Breifmarkensammeln zB. Was willst du machen wenn dir die Schraubergötter nicht gewogen sind?! Ich sag’s euch… kämpfen.

Meine Schraubergötter hatten immer noch einen Schleim auf mich. Seit 3 Jahren steckte ich schon in der Typisierungsodysee. (siehe vorige Artikel) Aber aufgeben war nicht. Kämpfen. Ich will das Teil in Österreich auf der Strasse sehen. Und wär es das letzte was ich tuhe.

Der nächste Morgen…

So stand ich im brav um 5 Uhr ich wieder neben meiner APE. Nach einer mageren Stündchen Schlaf. Ein echter Schrauber braucht keinen Schlaf.  (murmelte ich immer wieder vor mich hin.) Was sollte ich tun. Hatte ich ja die halbe Nacht an der verdammten Hupe herumgeschraubt. Und heute war ja der Typisierungstermin. Aber das war nicht der eigentliche Grund für meine frühmorgendliche Selbstquälerei. Der Termin selbst war nämlich erst um 9 Uhr. Wär ich zur Fuss gegangen, hätte es locker gereicht um 8 Uhr aus den Federn zu kriechen. Aber ich sollte ja mit meiner APE dorthin. Besser ist es. (Sonst wäre ich noch typisiert worden, und wer weiss, ob ich das bestanden hätte. )

Neinneinnein… ich will nicht, dass hier ein falscher Eindruck entsteht. Gut sie ist langsam, aber sooooo langsam nun auch wieder nicht. Der Grund war etwas subtiler. 

Die Prüfstelle war auf der anderen Seite der Stadt. Klar wo sonst. Und ich hatte noch kein Nummernschild.

D.h. ich hatte zwar ein Nummernschild, aber das war aus Posdam 7 Jahre alt und die Prüfplakette vor 5 Jahren abgelaufen.
Ähm.

„Echt, das Pickerl ist nicht mehr gültig Herr Inspektor? Muss ich übersehen haben…“

Hallo! Meine Ape stand in den letzten paar Jahren in diversen Garagen um von Grundauf renoviert zu werden. Und zwar die meiste Zeit davon in Einzelteilen zerlegt.

Wie machst man da ein Pickerl?

„Hab heute mal die Kurbelwelle zu Begutachtung vorbeigebracht.“ Neeee…

.
Das was die Sache spannend machte: Mein Gefährt war nicht gerade das was ich unauffällig nennen würde. Nein, konnte man nicht sagen. Ein rosaroter 40 Tonner ist unauffällig, aber eine APE? Nach dazu wenn ich den gesamten Frühverkehr der Stadt unfreiwillig hinter mir her entscheunigt, eine Schlange von mehreren Hundert hupenden Autos durch die ganze Stadt gezogen hätte, da hätte es gut sein können, dass ich das Interesse des ein oder anderen Freund und Helfers in Grün auf mich gezogen hätte.
Kluge Leute besorgen sich ja ein Überführungsschild von einer befreundeten Werkstatt … aber ich war mit keiner Werkstatt befreundet. Oder einen Anhänger wäre auch ein super Idee. Aber schon mal nach einen Autoanhänger für ein dreirädriges Gefährt gesucht? Also hieß es nach bester Motorschraubermanier. No risk no fun. Oder… Mut kann man sich nicht kaufen.
Das Ziel war also, möglich ohne Aufsehen durch die ganze Stadt zur Prüfungsstelle zu kommen. Und das schien mir in aller Herrgottsfrühe am wahrscheinlichsten. Sehr früh. Ganz früh. Vor dem Morgentau quasi.Je früher desto besser. Nur keine Aufmerksamkeit erregen. Pssssst.

Startschwierigkeiten

Doch bevor ich losfahren konnte, gab es noch ein kleines Hindernis zu überwinden. Ein Kitzekleines. Ich hatte am Vortag nicht probiert, ob meine Kiste überhaupt anspringen würde. Hey, ich war mit der Reparatur meiner Hupe beschäftig. Ihr erinnert euch. Aber ich vertraute ihr. Meine APE liebt mich, so wie ich sie liebe. Sie lässt mich nicht im Stich.

Ich drehte also den Zündschlüssel und der Anlasser rotierte los.. und rotierte und rotierte… und rotierte. Sie rotierte und viebrierte, dass es mir die Goldkrone aus dem Backenzahn schüttelte, aber anspringen wollte sie nicht. „Zumindest funktioniert der Dynastarter“, dachte ich. (Bin Optimist. Halb Voll. Ihr versteht.) Ich klemmte mich unter mein Gefährt und tat das was ein Apefahrer für gewöhnlich macht. Er schraubt mal an der Glühkerze rum.
Und die war knochentrocken.
Irgendwas in meinem Gehirn glimmte bei diesen Anblick, war aber vom Leuchten zu weit entfernt, weshalb ich es glimmen lies und mich weiter meiner APE zuwandte.

Zu meiner Entschuldigung: Ich  hatte da noch keinen Kaffee, sodass mein Gehirn noch im Stealthmode funktionierte, nämlich gar nicht. Und anstatt dem Dämmerungsgefühl nachzugehen, zog ich es vor noch eine neue Glühkerze einzuschrauben, das Gasseil zu überprüfen und noch einen zweiten, dritten, vierten, fünften Startversuche zu wagen.

Inzwischen war es schon nicht mehr „früh“ und mein Plan, in der Morgendämmerung unauffällig durch Salzburg zu schleichen, löste sich in dem nahen Sonnenaufgang in Wohlgefallen auf. Ihr wisst schon, die Götter…. Als ich schon alles hinschmeißen wollte (ich plante gleich mal eine vollständige Motorrevision), fiel es mir wie Schuppen von der Denkleiste, und das Dämmergefühl von zuerst wurde zum Licht, das mir aufging.
Das Teil hatte ja einen Benzinhahn! Den hatte ich, weil ich ein Schlauer bin, vor 3 Jahren zugedreht. Und weil ich dämlich bin, dasselbe vergessen.
Den aufgedreht und noch ein paar Minuten stotterte und sprottete sie los. Hinter mir ging die Welt in graublauen Nebel unter…..

Mich kann nichts stoppen… ausser vielleicht zuwenig Kaffee in der Früh… 

 

Abfahrt

So tuckerte ich also endlich in „nicht mehr“ aller Hergottsfrüh los. Der Frühverkehr brüllte inzwischen mit aller Macht durch die Strassen.

Jetzt nur keine Panik.

Die ersten paar hundert Meter gingen auch ganz prima. Keine gröberen Vorkommnisse. Ich bewegte mich vorwärts. Ohne Polizeibegleitung. alles im Rahmen. War auch kein Verkehr unterwegs. War eine Privatstrasse. Aber ich fuhr. Bis zur nächsten Kreuzung. Da würgte ich siegleich mal beim Schalten ab. Natürlich stand ich mitten auf der Kreuzung.Eh klar. Wo sonst
Schwitzend versuchte ich sie wieder in Gang zu bringen, während links neben mir ein 24 Tonner eine Notbremsung hinlegte und der Fahrer wohlwollend lächelnd nach unten blickte. Ich lächelte gequält zurück. Ein-zweimal orgeln, dann hustete sie sich wieder frei. Ich knatterte befreit von der Kreuzung und die Straßen weiter.
Nur von frühmorgendlicher Einsamkeit keine Spur mehr. Verdammt… was machten jetzt schon die hunderten anderen Autos auf der Straße.
Habt ihr kein Bett, könnt ihr nicht auspennen?! Ich schaute mich vorsichtig nach Polizeiautos um aber da waren Gott sei Dank keine. Ich röhrte Richtung Altstadt. Der Stau hinter mir. Aber zumindest vor mir war die Straße frei. :) Über die Salzach auf die Staatsbrücke und dann bog ich Richtung Flughafen ab. Meiner anfänglichen Nervosität wich langsam eine gewisse Gelassenheit. An der Burg, die sogenannte „Festung“, die hoch über der alten barocken Stadt stand, nagten die ersten Sonnenstrahlen und tauchte sie in ein angenehmes Gelb und ich begann das Ganze zu genießen. Ab und zu fuhr ich auch knapp an die 50 kmh. Wahnsinnige Geschwindigkeit. Coool. 7-8 Minuten noch. Um eine Kurve, den kleinen Hügel beim sogenannten Henkerhäusl hinauf. Nichts ist geschehen. Noch 2 km und kein Polizist weit und breit. Ich atmete durch. Ging leichter als Gedacht. War geradezu ein Kinderspiel. Weiß gar nicht was ich hatte. Ehrlich gesagt, das kann jeder. Bei einer Kreuzung kurz angebremst, 2. Gang hinein … krach….. hust….

aus.

 

Und ich stand wieder mal mitten auf einer Kreuzung. Diesmal auf einer der meistbefahrenen in der ganzen Stadt. Im Frühverkehr. Mitten drauf. Rechts und links kein Vorbeikommen an mir und meiner APE.
Aber was kümmerte mich der Frühverkehr. Was war mit meiner APE? Kolbenreiber? Oder noch was Schlimmeres?? Ich startete und sie röhrte sofort wieder los. Motor schien ok, aber als ich vom ersten in den 2. Gang schalten wollte ging das nicht mehr. Der Erste steckte wie festgeschweisst. Zumindest konnte ich mich aus der Kreuzung bewegen. Ich fuhr im Unterschritttempo (und jeder der eine Ape hat, weiß was ich damit meine.) Mich hätte der Himalaya beim Wachsen überholt, so langsam ist die Erste untersetzt. Aber ich schaffte die hundert Meter raus aus der Kreuzung auf einen öffentlichen Parkplatz. Dort probierte ich nochmal die Gänge. Aber nix. Ich fluchte ich schimpfte, dann fluchte ich wieder, dann klemmte ich mich unter meine Ape. Aber nix war zu sehen. Ganggestänge war ok, Öl im Getriebe…
Nach zwei Stunden fluchen schimpfen und suchen musste ich davon ausgehen, dass das Getriebe wohl hinüber wäre, und das konnte ich beim besten Willen nicht in 10 Minuten mit einem Leatherman mal wieder gängig machen. Traurig und geknickt nahm ich mein Handy herraus und rief die Behörde an um meinen Termin für heute abzusagen. Als ich einen neuen Termin ausmachen wollte, hörte ich den netten Mann an der anderen Seite der Leitung sagen… „Wollen sie es wirklich noch einmal probieren?“Arsch…
Für heute hatte ich verloren… but „Il be back….“

 

Was lernen wir daraus. 

Das man Benzin zum fahren braucht, 

und Kaffee zum schrauben. 
und das Briefmarkensammeln keine wirkliche alternative…

 

 

Typisierungsmarathon oder Odyssee 2

4. Juni 2012

Als Odysseus von Troia, oder dem, was er davon übrig gelassen hatte, wegschipperte, dachte er noch, er wäre zum Kaffeklatsch bei Frau und Balg. Ich dachte ich schaffe es am Tag vor dem Vorführtermin die letzten kleinen Macker an meiner APE auszubügeln und dann zu Frau und Balg. Die Götter hatten für uns beide andere Pläne…

 Zeus

Zeus… ich glaub der mag mich nicht. 

.
3 Jahre sollte es dauern  bis ich einen weiteren Versuch unternahm meine Ape auf die Strasse zu bringen.

Dazwischen hab ich meine Frau gefunden, mich verlobt, geheiratet, Haus gekauft, Haus renoviert, neuen Job angenommen, Kind bekommen… naja das übliche halt.

Jetzt, so dachte ich, schien es an der Zeit auch die Ape in Betrieb zu nehmen. Andere pflanzten einen Apfelbaum, ich typisiere eine APE und ich war eigentlich guten Mutes das mir das gelingen sollte. „Eigentlich“ deshalb, weil mir vor 3 Jahren zwar mitgeteilt wurde, dass mein Fahrzeug nicht in diesen Land genehmigungsfähig, -> Link zur Geschichte ich aber dann ergoogelte hatte, dass sie es typisieren müssen (auch wenn sie nicht wollen), wenn sie bereits in Deutschland auf mich angemeldet. Und das war sie. (ich liebe die EU)

„abgrundtiefhöllischesgegrinsemitlautenlachenundzungerausgestreckt“ :)

 

Ich holte mir einen Vorführtermin zur Typisierung und hatte Glück. In 2 Wochen wär es schon soweit. Ausnahmsweise, weil ein anderer ausgefallen ist. Hatte sein Fahrzeug nicht fertig bekommen. Looser.
Natürlich lies ich mir bis am Vortag des Termins Zeit, für die Endkontrolle. Alles andere ist für Weicheier.

Wir Männer brauchen den Druck und den Stress von Termin und Zeit. Adrenalin, Fluchen, Improvisieren. Männeraltag eben. Ohne dem würden wir heute noch auf den Bäumen sitzen und Bananen futtern. 

Oder gemütlich in einem Sofa bei einem Abendbierchen. Ich lag unter meinere APE. 
Aber lacht nicht. Viel konnte ja nicht sein. Ich hatte sie ja bereits seit 3 Jahren fertig. Fast. Und die ein-zwei kleinen Dinge die noch zu tun waren. Kleinigkeiten. Nicht der Rede wert. In einer Stunde bin ich fertig. Ihr werdet sehen. 

Ein zwei Kleinigkeiten

 

Ich hatte zb. noch keinen Sicherheitsgurte montiert (eigentlich überflüssig bei einem Gerät, indem du eh einen furchtbaren Tot stirbst, wenn du nur an einen Bordstein rollst, aber ich denke die Prüfer sind da weniger pragmatisch) und die Batterie war leer, oder kaputt. Wahrscheinlich beides. Das konnte ich nicht so genau sagen, weil ich sie ja seit 3 Jahren nicht mehr angeschmissen hatte. Das an und für sich war nicht so problematisch, aber ob sie starten würde, oder nicht wurde spannend. Wie gesagt… am nächsten Tag war der Vorführtermin.
Ich fuhr also zum nächsten Autoladen und kaufte ein Batterie Ladegerät. Ein XXXXLadeGerät. Ein Teil, dass in der gesamten Umgebung die Stadt verfinsterte wenn ich es anschalten würde. Ein Teil das gefühlte hundert Kilo wog. Eines das meine AutoBatterie in Zwei Minuten aufblies. Eines für Männer eben. Was mit mehr Power… weil mehr Zeit hatte ich nicht.
4 Stunden später war mein Gurt montiert und die Batterie zur Hälfte voll. Das musste reichen. Als ich sie angeschlossen hatte (schön vorsichtig, immer Masse zuletzt, sonst bruzelt der Papa an der Karosserie fest) merkte ich, dass 1. Ein Scheinwerfer nicht ging, 2. die Blinker ALLE nicht funktionierten und 3. die Hupe offenbar den Geist aufgegeben hatte. Sie „möpte“ einmal ein bisschen und blieb dann für immer stumm.
Verdammt. Und ich hatte ja meiner Frau versprochen am Abend früh daheim zu sein. Wird schon.

 

Mehr Licht

Das mit dem Scheinwerfer sollte doch eigentlich ganz einfach sein. Kann ja nur die Birne sein. Ich schaute mir die Lampe an, aber der Glühdraht war in Ordnung. Dann überprüfte ich alle Kontakte. Aber auch die waren ok. Und mein Strommessgerät sagte mir, Strom floss. Also müsste das Teil eigentlich leuchten. Tat es aber nicht. Wunder der Technik eben.
Nun, wer die Scheinwerfer einer Ape kennt, und ihre Leuchtkraft, weiss dann auch warum Glühbirnen „Glühbirnen“ und nicht „Leuchtbirnen“ heissen. Der sanfte gelbe Schein konnte eine Fahrt im Dunkeln verdammt spannend machen.
Also kurz gesagt, ein Glühen ist bei der Ape wirklich noch ein Glühen. Aber doch nicht so wenig, dass ich es nicht sehen konnte, oder? Nee.

 

Also entschloss ich mich mir die Lampe noch einmal anzusehen. Und als ich sie aus der Fassung drehen wollte hatte ich plötzlich den Glasteil in der Hand. Italienische Wertarbeit eben. Und das war der Moment wo ich das erste mal daran dachte, dass die Götter mich prüfen wollten. Weil von aussen sah das Teil super fit aus, konntest du nichts erkennen, war alles schniecke, nur von innen war es marode.
Schwamm drüber.

Dafür suchte ich nach der Reservelampe nur eine Stunde. Ordnung sei Dank, und wäre super, wenn man sie denn hätte. Ich hatte Vertrauen in meine Instinkte und in einen Haufen Kisten in denen alle Ape Teile untergebracht waren.

 

Noch mehr Licht 

Jammern hilft nix. Blinker is next. Diesmal war ich schlau schaute mir zuerst alle Lampen an, und zwar ganz genau, aber die schienen ok. Schwerer Fehler Indy. Denn diese Teile auzubauen ist nicht so leicht, und kostete mir fast eine Stunde. Verdammt. Und das beste, keines der Teile war kaputt.
Wackelkontakt schien auch keiner zu sein. Also konnte es nur am Relais liegen. Oder an zu wenig Spannung auf demselben? Ich begann etwas ungeduldig zu werden und wie wild zu messen. Es war bereits später Nachmittag und ich hatte, wie geschrieben, meiner Frau versprochen nicht den ganzen Sonntag unter der Ape zu verbringen. Und was man seiner Frau verspricht, brichst du nicht (besser ist es). Aber das Problem schien sich nicht lösen zu lassen.
Alles nur kein Blinker. Bis ich ganz zum Schluss, also so nach 2 Stunden mal auf die Idee kam nachzusehen ob vielleicht die Sicherung….
Das suchen nach der Reservesicherung dauerte dafür nur eine Stunde. Gut wenn man Ordnung hat.
Das mit „am Abend daheim bei der Familie“, hatte sich erledigt. Es war Abend, und ich offensichtlich noch nicht daheim. Und dabei hatte ich das kniffligste noch vor mir.

 

und Sound, oder in der Hupe ist der Wurm

Die Hupe. Ja, denkt ihr, was kann bei dem Teil kaputt sein? Einfacher ist ja technisch nur noch ein Faustkeil. Das hatte ich bei der Scheinwerferbirne auch gedacht, und wenn einen die Götter nicht gewogen sind, wird selbst ein Faustkeil zum Problem.
Sicherung war ok. Man ist ja lernfähig und so überprüfte ich die zuerst. Und jetzt konnte es eigentlich nur noch..

1. der Schalter sein, 

2. der Draht der zu Hupe führte oder 

3. die Hupe selbst.

 

    5 Stunden später war ich tot müde, teilweise blind (hatte nur noch eine Taschenlampe zum schrauben) und mit meinem Latein am Ende.
    Ich hatte die Hupe ausgebaut und direkt an der Batterie gebrüft und da ging sie.

    „Möhhhhht!!“

    Die war also ok. Als nächstes hatte ich das gesamte Gelenkgestänge ausgebaut um den Schalter zu überprüfen. Mit einer Baterie und einen Strommesser. Auch der war ok. Der Draht zur Hupe war auch ok und mehr gab es nicht.

    Eigentlich müsste das Ding hupen, wenn ich den Schalter betätige. Tat sie aber nicht. Besser noch. Sie hupte, sobald ich sie eingebaut hatte, aber gerade einmal einmal und dann nicht mehr.
    Ich überprüfte jedes verdammte Teil 4 Mal (was bei einer Hupe viel ist), immer mit demselben Ergebnis. Inzwischen war es lange nach Mitternacht (eher kurz vor Sonnenaufgang). Und die Nachbarn schauten in ihren Pyjamas schon immer böse hinter den Vorhängen vor, wenn ich die Hupe mal wieder ohrenbetäubend testete. Test immer mit dem gleichen Ergebniss. Hatte ich sie eingebaut ging sie einnmal und dann nicht mehr. Ich fragte mich, ob das den Prüfer genug wäre? Eine Einmalhupe quasi.
    Ich sagte, doch. Die Götter waren gegen mich.

     

    Sie wollten nicht das die Ape in Österreich Typisiert wird.

     

    Untergangsszenarios liefen vor meinem innern Auge ab. Ich, wie ich sie einen Steinbruch hinunterschob (fahren durfte sie ja nicht, war ja noch nicht typisiert.) oder sie, was noch schlimmer, in IIIIbäää den anderen zum Fraße vorwarf.
    Die Lösung war dann einfacher als gedacht, (ehklar) und sie kam über mich in den frühen Morgenstunden, als ich in der letzten Verzweiflung die gesamte Hupe zerlegte und dabei merkte, dass die Schraube, die alles zusammenhielt, die einzige Schraube (mehr hat das Teil nicht, ich sag ja Faustkeil) etwas verrostet. Ich tauschte die aus, zog sie nicht so fest an, baute die Hupe ein und weckte meinen Nachbarn noch einmal mit einem lauten vernehmliche Tröööööt.

    Das Teil hat sich einfach in einer Position festgefressen …
    Ich war glücklich, meine Nachbarn wach, die Sonne aufgegangen, meine Frau sauer. Der Prüfungstermin konnte kommen.
    Leckt mich ihr Götter. Oswald wird euch zeigen wo der Bartl den Most herholt. Das dachte Odysseus damals auch (bei ihm gings eher um Met, denk ich). Und dann kam glaub ich der Zyklop. Bei mir war es der Prüfer… aber das sollte noch etwas dauern.

     

     

    Was lernen wir daraus

    Das, wenn die Götter nicht wollen, du wollen kannst soviel du willst und doch bis zum frühen Morgen durchmachst. 

    und 

     dass der Early Bird zwar einen riesen Vogel hat, aber vor wichtigen Terminen es gar nicht so uncool ist, auch mal ein zwei Tage vorher alles vorzubereiten. 

     

     Oswald

    Typisierungsmarathon oder Odyssee 1

    31. Mai 2012

    Kennt ihr die Sage von Odysseus? Das war der Lütten, der vor ein paar Jahren nach einer wilden Keilerei auf einem Strand mit seiner Yacht nach Hause jetten wollte, und weil er so nebenbei ein paar Götter beleidigt hatte von denen einfach mal im Mittelmeer ein paar Jahre im Kreis geschickt wurde. Mir ging es bei der Anmeldung meiner APE genauso. Nur welche Götter hatte ich beleidigt??
    Es begann so….

    „Nein… „das Ding“ können sie hier in Österreich nicht anmelden…“

    Er hat wirklich „Ding“ gesagt. Der kleine Verwaltungsbeamte der Landesprüfstelle in Salzburg (ja, so heisst die wirklich) hat zu meiner APE, zu meinem Dreirad, dass ich von Flensburg, das ist im nördlichsten Norden Deutschlands, quasi kurz unter dem Polarkreis, auf den eigenen drei Rädern fahrend nach Österreich geschafft habe, dort im Schweisse meines Angesichts zerlegt, gereinigt, poliert, geschweisst, lackiert und wieder zusammengeschraubt habe, für die ich auf der Suche nach Ersatzteile bis nach Italien gefahren bin, zu diesen quasi göttlichen Gefährt hat er „Ding“ gesagt. 

    Der Mann hatte Glück, dass die restliche Nachricht mich wie ein Faustschlag traf und ich benebelt und mit Schnappathmung nicht ganz Herr meiner natürlichen Reflexe.

    „Nicht anmelden.“

     

    Die letzten Worte hallten noch etwas nach, und es dauerte bis die Erkenntnis durch einen leichten Schleier in mein Bewustsein tropfte.

    Diese tragische Sene spielte sich vor 3 Jahren ab, als ich das erste Mal vorsichtig anfragte, was ich den zu tun hätte um mein Gefährt auch legal auf die Strassen Österreichs zu bewegen.  Österreich, weil ich hier meine Zukunft zu verbringen gedachte. Und natürlich wollte ich meine Ape mit mir aus Deutschland nehmen. Und ausserdem wir waren in der EU und das konnte doch nicht so kompliziert sein
    … doch. War es.
    Ich fragte ihn, warum nicht, und er meinte nur Trocken… die Umweltschutzbestimmungen können sie „damit“ nie erreichen.

    „Damit“ sagte er. … meine Emotionen reichten von „ich prügle dich zu mehr Ehrfurcht vor dem Italienischen Metall“ bis hin zu „vielleicht hilft auf den Boden fallen und Füsse küssen“

    Ich ging, gebeutelt von Dannen und rechergierte im Internet. Dabei stellte ich fest… der Mann hat recht.

     

    Wollte ich ein Fahrzeug in Österreich importieren musste es, wenn es keine EU Typengenehmigung hatte, den aktuellen, also jetzigen, Vorschriften genüge tun. Eine EU Typengenehmigung gab es für meine 17 Jahre alte Blechschüssel natürlich nicht. Und durch die Abgasbestimmungen hätte meine P2 nicht gepasst, wenn ich sie nur geschoben hätte. Hätte ich den 2 Takter angeschmissen, hätten sie wahrscheinlich mich und halb Österreich danach dekontaminiert und schlagartig die CO2 Straffzahlungen für Österreich verdoppelt.

     

    Alles Umsonst. 5 Jahre Blut Schweiss und Tränen??
    Mit Nichten und Neffen. Denn dem Internet sei dank und ich wünsche all denen die das Erfunden haben, ein langes und glorreiches Leben. Denn meine Recherge brachte zu Tage, dass es eine einzige Ausnahme gab, nähmlich wenn ich mein Fahrzeug bereits mindestens ein halbes Jahr im Ausland besessen hätte. Dann wär es ein Übersiedlungsgut und damit alles ganz einfach…
    Bewaffnet mit dem Wissen bin ich am nächsten Tag wieder zu dem Typisierungsbeamten gewandert und hab ihn mal die Gesetzespassage gedruckt unter die Nase gehalten. Der Mann verlor ein bisschen die gute Stimmung, und murmelte etwas, wie „das werden wie schon sehen“

    Und wie wir das werden…. Bastard….
    Es  sollte weitere 3 Jahre dauern bis ich den nächsten Anlauf nehmen sollte mein Gerät legal auf die Strasse zu bringen… drei lange Jahre…

     

    Fortsetzung Folgt… lg oswald

    Bei Nacht und Nebel…

    30. Mai 2012

     

    Das Leben schreibt manchmal sonderbare Geschichten. (Und ich mein jetzt nicht die von einem Mann, der seine Firma niederlegte um eine Ape zu renovieren. Hey!… )
    Und nur in den wenigsten Fällen sind diese Geschichten so, wie man sie selber für sich planen würde.

     

    Mein Plan war, die Ape fertig zu machen und dann zu einem Kaffeemobil umzubauen. Dann mit meiner XT 500 nach Indien zu fahren, und dann ein Buch zu schreiben. Es kam anders.

     

    Zuerst einmal glaubte das Leben mich wieder Arbeiten schicken zu müssen. Im Mai 2008 bekam ich ein Jobangebot eines großen Getränkeherstellers (der mit den gehörnten Paarhufer im Logo, das Getränk was einen abheben lässt… na ihr kommt schon selber drauf) das ich nicht ablehnen konnte. Deshalb musste ich meinen Lebensmittelpunkt schlagartig an die Bayrisch Österreichische Grenze legen. Das bedeutete bei Nacht und Nebel meine Zelte in Graz abzubrechen. Und ich meine bei Nacht und Nebel.

    Zuerst verfrachtete ich in einer lauen Sommernacht (gut Nebel war keiner dabei, aber ziemlich viel Nacht) meine Ape zu Martin „Lamar“ bei dem ich sie für ein-zwei Tage untzustellen plante. Etwas später, genauer nach 421 Tage, als sich herausstellte, dass das mit Salzburg sich doch etwas in die länge ziehen könnte (inzwischen meinte das Leben mir meine Frau vorstellen zu müssen und mir einen Sohn zuzuschanzen. Tja, so was ändert die Lebensplanung leicht, ich sag’s euch.) wieder bei „Nacht und Nebel“ von Graz auf einen geliehenen Hänger die Ape nach Salzburg. Diesmal wirklich Nacht, weil ich unter Tags arbeiten musste, und wirklich Nebel, weil es bereits ziemlich viel Herbst war. 

    Das ich einen gebremsten Hänger eigentlich gar nicht fahren durfte, hab ich erst kapiert, als meine Ape in Salzburg angekommen war. So lächelte ich die 2 Polizeikontrollen, in die ich fuhr dumm und dämlich, aus lauter Dumm und Dämlichkeit. Und die haben nix gemerkt. Dumm und Dämlich halt. Das alleine eine Geschichte die es wert wäre zu erzählen. :)

    Jetzt stand sie erstmals in Salzburg für 2 Jahre herum, als immer währendes Mal eines nicht vollendeten Projektes. Und jeder, der so ein Projekt in seinem Keller, Garage, Garten hat, weiss wovon ich spreche (also wahrscheinlich jeder. 😉 ). Sowas tut weh. Sehr weh sogar. Tat so lange weh, bis ich 2012 endlich die Eier und den Mumm fand sie für die Typisierung anzumelden. Und was ich da erlebte… Ich sag nur, die EU ist halt immer noch relativ. 

    Gruss Oswald
     

     

    Kabelbaum deluxe

    25. Mai 2012

    oder: Farbenlehre auf Italienisch. 

    Ich hatte mir für heute fest vorgenommen bis zum Abend die Ape anzulassen. Koste es was es wolle. Und wer mein Blog kennt, mich kennt, meine Leidenschaft für akribische Vorbereitung, meine professionellen Timings hemmungslosen Einsatzes (alles für den Dackel alles für den Club) und die uralten Schraubergeheimnisse…weiss: Sowas geht daneben.

     

    Es ist eines der fundamentalen Schraubergesetzte, das jeder Zeitrahmen den man sich selber mit Leidenschaft setzt ebenso leidenschaftlich gerissen wird. Ich hab noch keinen Schrauber getroffen, der gesagt hat. „Heute hab ich mir echt zuwenig vorgenommen“. Oder „Ich dachte ja, ich brauch dafür eine Woche, jetzt bin ich bereits nach einer Stunde fertig“. Wenn ihr so was hört, packt es unter Schrauberlatein. Immer.   
    Die Realität sieht meistens so aus, dass man anstatt, wie der Fr. Gattin hoch und heilig versprochenm um punkt 6 Uhr 48 im kleinen Schwarzen ausgehbereit und geschniegelt, mit glänzend Fusswerk für den Ring der Nibelungen parat steht, meist schwarzverschmiert noch mit beiden Bratzen im Differenzial hängt.

    „Was, schon so spät?“

     

    Kabelbaum ordentlich verstaut…
     Ordnung
    Ich weiss, Ordnung geht auch anders, aber was ist an einem Kabelbaum schon per se ordentlich.
    Und überhaupt: Mein Innenraum sah so aus.

    InneraumimChaos

    Wie gesagt. Sie sollte heute laufen. Musste. Wird!! Ich weiss es, fühlte es, spürte es. Glaubt ihr nicht… Kleingläubige!!!

    Achtung: Beim Kabelbaum Einbau, besonders wenn er nirgends Kontaktstecker hat die ihn Stückeln lassen, ist es unbedingt wichtig mit Plan zu arbeiten.

    Jaja. Lacht nur. Ich meins ernst.

    Tip: Legt den Kabelbaum neben dem Auto aus

    Schon ungefähr so wie es dann schlussendlich verkabelt gehört. Dann schaut wo die größten Teile sind und fädelt von dort weg eure Kabel durch die Eingeweide eurer Karre. Bei der Ape muss man von der Kabine weg verkabelt werden.

    Wehe man beginnt beim Motor. 

    Klingt banal, aber Duce, ein Freund aus Potsdam hat den Kabelbaumsalat seines Mercedes 280 e 4 mal angefangen zu verkabeln, quasi von jeden Eck einmal. Jedes Mal ein Wochenende dahin.  Weil er sich nicht vorher 5 Minuten hingesetzt hat.  Er nannte es seine „Elektriker Lehre“ ich nannte es… na lassen wir das dahingestellt.
    BeschriftungWas auch noch hilft: Beklebt vorab die Enden mit Hinweise wohin sie gehören.  Ich habe Klebeband genommen und darauf mit Edding geschrieben.

     
    Paketband Und noch ein Tip. Nehmt nicht Paketband, wie es der gute Oswald gemacht hatte, weil davon mit der Zeit auch das letzte Fussel Eddingschrift heruntergeht.
    Ich fing beim Relais hinter der Batterie an, klemmte das mal fest und fädelte von da weg die einzelnen Stränge durch die APE.

    Noch ein Tip. Macht Bilder. Beim Abau. Und das nicht zu sparsam. Wer weiss für was es gut. Ist. Ich weiss es.
    Gott sei Dank hatte ich während des Abbaues hunderte Fotos gemacht.  Hunderte. Ich übertreib nicht. FarbenspielJede verdammte Buchse hab ich von allen Seiten fotografiert.

    Mein Freund, der aus Potsdam, der mit seinem 280 e, meinte, das wäre doch Blödsinn, weil ich hätte ja das Schema des Kabelbaums im Werkstattbuch. Und ich müsste mich ja nur beim Zusammenbau nach dem und den dortig angegebenen Farben halten.
    Irgendwie klang das logisch. Aber das ganze hatte einen Hacken. Die APE kam aus Italien. Und offensichtlich waren die Italiener nicht nur Meister des lockeren Leben, sondern zusätzlich Farbenblind. Denn keines der Kabel hatte die im Werkstattbuch angegebene Farbe.  Ein Rot hier, war ein Schwarz da. Und BlauGelb gestreift, war im wirklichen Leben Grün einfarbig.  
    Und um das Ganze noch etwas komplizierter zu machen (wär ja sonst zu einfach), hatte kaum mehr ein Kabel überhaupt seine Farbe. Der Zahn der Zeit hatte die Farbinformation einfach ausradiert und aus einem dunklen Rot, ein Zartrosa gemacht, aus einen Blau ein Grün und Türkis ist irgendwie gelbbraunviolett geworden.
    Caramba.
    Aber wie gesagt, ich hatte Fotos. Hunderte. Und so sass ich mit meinem Laptop auf dem Knie in der ohnehin nicht üppig grossen Kabine und verkabelte was das Zeug hielt. Verglich, schaute an, versuchte zu erraten…
    Es passierte „trotzdem“ der ein oder andere Fehler. So ging das erste mal die Hupe an, als ich der Blinker betätigte. Nicht schlecht Herr Specht. Und das Rücklicht lies sich nur schalten, wenn ich die Fernlichttaste betätigte. Einmal ging nur der Rechte Scheinwerfer, dann nur der Linke. Dann beide nicht. Aber irgendwann im Laufe des späteren Nachmittag sah das von hinten so,Lichttesthinten
    und von vorne so aus. Lichttestvorne

     

     

    Und es war an der Zeit das erste mal meinen frisch zusammengebauten, neu verkabelte, neu eingebauten Motor anzuschmeissen. Und alle, wirklich alle waren der Meinung, das klappt nie. Mich eingeschlossen. 

    Bitte das anklicken -> ErstesAnknattern Video

    Ja…. Ich würd jetzt lügen würd ich sagen, ich habs gewusst. Ich habs nicht einmal geahnt und gehofft schon gar nicht. Mit allen hab ich gerechnet nur nicht das das ding beim Ersten Mal angeht.

    Was lernen wir daraus.


    Das es irgendwo einen Schraubergott geben muss, der von Zeit zu Zeit Mitleid mit uns hat.

    Das ein Bild mehr als 1000 Worte sagen kann, dir aber dieselben fehlen, wenn du dich auf italienische Reperaturanleitungen verlässt.

    Und das ein Rot nicht unbedingt immer ein Rot sein muss.

     

    Tja…

    Terror oder Mitnehmersteinchen from Hell

    23. Mai 2012

    Beim Leben ist es so: Immer wenn man glaubt, es geht nicht schlimmer, zeigt sich das Leben kreativ. Die Ape ist da noch ein bisschen kreativer.

     

    Meine kreative Herrausvorderung sah so aus.

    Mitnehmerwellen

     Gangwelle… ich hasse sie. 

    Das unscheinbare Stück Mechanik ist der geöffnete Schaltkasten, der meine Ruderbewegungen am Ganghebel in Gangschaltungen übertragen sollte. Böse Zungen behaupten ja, dass es reines Glück ist, welchen Gang man mit der Ape einlegt, weil bewusst schalten, dafür ist eine Ape gar nicht vorgesehen.

    Haha…denen Lach ich ins Gesicht.

    Aber sie haben recht. :/ Das Ganggestänge zwischen den Ganghebel und eben diesen Schaltkasten ist so beweglich, dass eigentlich jeder Gang reingehen würde, nur nicht der gewollte. Und zwar unwillkürlich und rein von dem Willen des Kosmos abhängig und von dem Gestänge, den umgefallenen Rädern im fernen China, aber nicht vom Fahrer. Wären die nicht unsynchronisiert und wäre der Rückwärtsgang nicht extra mit einem Hebelchen zu schalten würde man auf der Fahrbahn die lustigsten Pirouetten hinlegen… 

    Nun, als ich diesen besagten, und oben gezeigten Schaltkasten bei der Motorrenovierung vor einem Jahr geöffnet hatte, (aus purer Neugier, muss ich hinzufügen, weil kaputt war da drin nix) fielen 2 kleine trapezförmigen Stahlstückchen auf den Boden. Putzig und klein waren die.

    Das wahre Ausmaß dieses an sich unscheinbaren Events sollte mir genau an dem Tag heute klar werden. Denn diese trapezförmigen Stahlblöckchen waren die Mitnehmersteinchen, die die verzweifelten Ruderbewegung des Fahrers auf die Wellen übertrug die man ganz oben ganz gut sehen konnte, und die waren nicht fix montiert, sondern nur in zwei Löcher hineingeschleckt.

    Mitnehmersteinchen

    Hier sieht man ganz gut die Mitnehmersteinchen, bzw einen davon. 
    Man musste die, einmal herrausgefallen, quasi blind bei halb geschlossener Abdeckung in diese Mitnehmerringe hereinfudeln, genau in den richtigen Ring bringen, horizontal ausrichten, während man den Deckel gleichzeitig, wenn man das Gefühl hatte, sie könnten die Richtige Position haben, geschwind schloss.

    Ich weiss nicht wer sich so ein Konstrukt hatte ausdenken können. Geht nur in Italien. Mit Gottes Hilfe fügt sich halt alles. Nur nicht meine Mitnehmersteinchen.

    Ich weiss nicht wie andere das machen. Vielleicht haben die an ihren Fingern kleine Magnetkuppen eingewachsen und natürlich ein paar Augen auf denselben ontop.

    Weil ohne ist das unmöglich zu schaffen.

    Oder mit anderen Worten: Ich schaffte das nicht. Was sich immer wieder aufs Neue bei hundert missglückten Versuchen bestätigte, in denen entweder der eine Stein herausfiel, oder sich beim Aufsetzen der Kappe verschob, oder der andere auf den Boden kullerte, oder am besten beide zu gleich verschoben, verdrehten, oder auf den Beton kullerte. Inzwischen war es Abend geworden.
    Clausis Papa beugte sich unter die Ape, wo ich seit  12 Stunden lag, von einer Kaffeepause einmal abgesehen. Und fragte. „Geht’s?“

    „Alles gut.“ Lächelte ich hinauf.
    Wahrscheinlich, so dachte ich, gäb es eine Trick und die Sache wäre idioten-einfach. Der gelernte Apemechaniker nimmt einen gebunzten Dongel und Dingelt das Ding wahrscheinlich mit seiner Linken in die Position während er rechts seine Frau in den Armen hält und gleichzeitig eine Tasse Kaffee trank.

    Aber die Antworte im Forum, in denen ich mein Leid gepostet hatten waren niederschmetternd. „Neee Trick gibt’s keinen. Musst halt Geduld haben.“  Die ging mir schön langsam aus. Zwei der Jungs schauten vorbei um mir „zu helfen“, öffneten ein Bier und gaben sofort das was ich am nötigsten hatte, nämlich gute Tips. „Hast du das schon probiert.. oder warum machst du nicht einfach das so…“ und natürlich…  “hey, dass kann doch nicht so schwer sein.“
    „Hey Leute, ich häng hier seit 12 Stunden. Ich hab wirklich alles schon ausprobiert.“ Hätte ich gerne gesagt, aber ich biss mir auf die Zunge, weil ich inzwischen ein Krampf in einen der Arme bekommen hatte.
    „Vielleicht muss das da gar nicht hinein“ meinte Jakob, während er lässig an der Ape gelehnt einen Zug aus seiner Bierflasche nahm. Ich wollte gerade eine geharnischte Antwort schmettern, als es leise Knack machte, und … der Verschluss zu fiel… und die Steinchen genau da waren, wo sie sein sollten. Still und ruhig, als könnten sie kein Wässerchen trüben haben sie ihre Position eingenommen. Ich sprang hoch und Jakob ging kurz in Deckung, aber ich flitze an ihm vorbei zum Ganghebel und testete … und er funktionierte.
    Nur fragt mich bitte nicht, wie ich es gemacht habe. Ich habe keine Ahnung. Aber verdammt… ist das wichtig?

     Was wir gelernt haben.

    Das man ruhig völlig unwissend und untalentiert sein kann… 

    wenn man nur genug Zeit und Geduld hat sich einen Arm zu verrenken kommt man damit gut durchs Leben.

     

    Verehrte Schraubergemeinde. Damit reitet der Oswald für heute in den Sonneuntergang. Die Mitnehmersteinchen sind an ihren Platz, und morgen  starten wir das Teil zum ersten mal an. :) I gfrei mi. 

     

    Oswald

    Fertig.. oder: Müssen da nicht Fenster rein?

    22. Mai 2012

    Hähä… ich könnte ja jetzt so tun, als wäre nichts gewesen, aber der letzte Beitrag ist dann doch schon ein bisschen her. Und wenn ich das damals, also Anfang 2009 gewusst hätte was da noch für Problemchen auf mich lauerten, weiss nicht ob ich die P2 nicht in der nächsten Schottergrube entsorgt hätte und mich gleich mit. Aber alles schön der Reihe nach.

    .
    Ich dachte damals, „ich bin jetzt fertig.“ Verdammt noch mal. Wann lern ich endlich etwas pessimistischer zu werden.

    Da stand ich am nächsten Tag ganz zeitig in der Früh stolz neben meiner quasi fertigen Ape und Clausi´s Vater, der mir die Hand auf meine Schulter legte und mir die aufmunternden Worte zuflüsterte…. „Da hast ja no a Menge zu tun.“

    Fertig

     

    Was meint der Mann? Sah er nicht, dass ich quasi fertig war. Die paar Leitungen die da noch gezogen werden müssen, das bisschen Elektrik, hie und da eine Schraube und ein paar Plastikteile, das mach ich in einen… oder zwei, maximal drei Tage.

    „Willst net zuerst amal die Fenster reintun.“

    Shit… hatte ich vergessen. Die Fenster müssen ja auch noch rein. Also gut. Dass….das kann nicht so schwer sein, oder?

    Den Gummi ins Blech fudeln und dann das Glas ranpressen, oder so. Oder vielleicht das Fenster zuerst rein und dann den Gummi mit einem Schraubenzieher einpressen? Oder vielleicht ohne Gummi. Ne lieber nicht… Ich dachte auch an Gleitmittel … oder so.
    Ganz ehrlich: Ich hatte keinen Schimmer. Gott sei Dank war da Clausis Vater, der früher mal Mechanikermeister, und der hatte im Moment nichts anderes zu tun (zumindest sagte er das).
    „Hast a Schnur?“ fragte er mich.

    Was will er mit einer Schnur? Die Fenster anbinden? Vielleicht war es doch schon ein bisschen zu lange her, dass er pensioniert wurde. Heute macht man das mit einen Gummi…
    „Holst amal a Schnur aus dem Keller. Am besten an Draht.“ Nach einigen herumkramen kam ich mit einer Stromlitze wieder. Clausens Papa schaute kurz drauf… „..wird schon gehen.“
    Dann sprühte er den Fenstergummi etwas ein, legte ihn um die Scheibe und fädelte den Draht in den Spalt zum Blech hin.
    Der Rest war … ich kanns nicht anders beschreiben, ein Kinderspiel… Er drückte die Scheibe nahe an die Öffnung und zog von innen die Gummilippe mit dem Draht über das Blech. Einmal um die Scheibe und fertig.

    Windschutzscheibe 
    So einfach. Wenn du weißt wie´s geht… wenn du´s nicht weißt, geht gar nichts.

     Rückscheibe

    Hier noch die Rückscheibe. Wenn ihr genau schaut, seht ihr den Draht in der Mitte herunterhängen.

    9:30 und alle Scheiben waren drinnen.  Ich war wieder im Zeitplan. Jetzt noch geschwind die Elektrik angeschlossen und fertig.
    Leider hat der Gott der Leiden für mich noch eine weitere Prüfung vorgesehen.
    Und die gibt’s morgen.


    Was haben wir gelernt.

    • Das Wissen Macht, und nichts wissen macht bekanntlich auch nichts,

    • aber ohne kriegst halt keine Scheiben ins Auto.

    So einfach… so wahr…